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Logwin AG
Jahresfinanzbericht
2021
Kennzahlen 1. Januar – 31. Dezember 2021
Ertragslage
2021
2020
Angaben in Tausend €
Umsatz
Konzern
1.851.836
1.123.297
Veränderung zu 2020
64,9%
Air + Ocean
1.517.017
789.703
Veränderung zu 2020
92,1%
Solutions
337.041
333.927
Veränderung zu 2020
0,9%
Operatives Ergebnis (EBITA)
Konzern
100.940
47.752
Marge
5,5%
4,3%
Air + Ocean
107.966
49.060
Marge
7,1%
6,2%
Solutions
6.123
6.554
Marge
1,8%
2,0%
Periodenergebnis
Konzern
63.510
34.734
Finanzlage
2021
2020
Angaben in Tausend €
Operativer Cashflow
125.894
67.744
Free-Cashflow
88.593
18.577
Vermögenslage
31.12.2021
31.12.2020
Eigenkapitalquote
35,4%
39,1%
Nettoliquidität (in Tausend € )
168.363
77.510
31.12.2021
31.12.2020
Anzahl der Mitarbeiter
4.087
4.160
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
1
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Geschäftsmodell
Logwin Konzern Der Logwin Konzern bietet seinen Kunden weltweit Logistik- und Transportlösungen
in den beiden Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions. Dabei verbindet Logwin die Vorteile einer
international aufgestellten Logistikgruppe mit denen eines flexiblen Mittelständlers.
Geschäftsfeld Air + Ocean Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Logistik- und Speditions-
lösungen mit dem Fokus auf interkontinentaler Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und
nachgelagerten Value Added Services. Mit seinem weltweiten Netzwerk eigener Tochterunternehmen
und langjähriger Partner ist Logwin für seine Kunden vor Ort präsent und setzt sich zum Ziel, höchste
Ansprüche an Qualität und Sicherheit der weltweiten Logistikketten zu gewährleisten.
Geschäftsfeld Solutions Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik
individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Retail- und Konsumgüterbereich sowie im Bereich
Automotive und der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport,
Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des
Weiteren unterhält das Geschäftsfeld ein Transportnetzwerk unter anderem für Kunden aus dem
Fashion- und Konsumgüterbereich.
Mit kundenspezifischen Kombinationen einzelner Logistikleistungen steuert der Logwin Konzern
Logistikketten zwischen Lieferanten und Abnehmern je nach Bedarf in Teilen oder als Komplettlösung.
Ganzheitliches Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und Transporte auf der
Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht sind die wesentlichen Elemente der Leistungser-
bringung in den verschiedenen Einheiten des Logwin Konzerns. Eine weltweit einheitliche IT-Infrastruk-
tur mit Rechenzentren in Europa und Asien unterstützt harmonisierte Prozesse, die einfache Anbindung
von Kunden wie Dienstleistern und gewährleistet die Einhaltung der stetig steigenden Anforderungen
an Qualität, Sicherheit und Compliance.
Die Logwin AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mehrheitsaktionärin ist die DELTON
Logistics S.à r.l., Grevenmacher (Luxemburg).
Finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung
Der Logwin Konzern überwacht seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit Hilfe von ausgewählten
zentralen Steuerungsgrößen (KPI) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit hinsichtlich operativer, finanziel-
ler und liquiditätsbezogener Aspekte zu beurteilen und entscheidungsrelevante Informationen zur
Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Das eingesetzte Kennzahlensystem stellt ein Gleichgewicht
zwischen Profitabilität, effizienter Nutzung von Ressourcen und einem nachhaltigen Liquiditätsmanage-
ment sicher. Monatliche, quartalsweise und jährliche Veränderungen der relevanten Leistungsindikato-
ren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bzw. den Forecast-/Budget-Werten dienen der Geschäfts-
führung als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus bilden einzelne KPIs wesentliche Elemente des
2
Vergütungssystems. Soweit nicht in den Rechnungslegungsstandards der International Financial
Reporting Standards (IFRS) definiert, wird die Ermittlung der verwendeten und berichteten KPIs – den
Leitlinien für alternative Leistungskennzahlen (APM) der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichts-
behörde (ESMA) vom 5. Oktober 2015 entsprechend – nachfolgend erläutert:
Profitabilität Die Umsatzerlöse stellen grundsätzlich eine der wesentlichen Messgrößen der Profita-
bilität dar, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegeln, seine Produkte oder Dienstleistun-
gen am Markt abzusetzen. Insofern dient die in den IFRS definierte Kennzahl auch im Logwin Konzern,
insbesondere im transaktionsbasierten Logistikgeschäft, als Ausgangspunkt für tiefergehende Preis-/
Mengen-Abweichungsanalysen sowie als wichtiger Vergleichsmaßstab. Darüber hinaus erweisen sich
die Umsatzerlöse als Indikator für die Geschäftsentwicklung (Wachstum) sowie mit Einschränkungen
auch als geeigneter cash-flow orientierter Erfolgsfaktor (Zahlungssensitivität).
Das operative Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten – EBITA (Earnings Before Interest,
Taxes and Amortization) – misst die Entwicklung der Ertragskraft sowohl des Konzerns als auch der
einzelnen Geschäftsfelder und ist der zentrale Leistungsindikator für die Profitabilität im Logwin
Konzern. Das EBITA ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Umsatzkosten und der Vertriebs-
und Verwaltungsaufwendungen. Außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und
Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die
gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte in die Berechnung einbezogen. Nach Auffassung der Geschäftsführung ist
das EBITA die am besten geeignete Kennzahl, um die Leistung des Logwin Konzerns darstellbar und
vergleichbar zu machen, da sie durch die Berücksichtigung von Abschreibungen den Vorteil bietet,
auch den Verzehr des Anlagevermögens wiederzugeben. Schwankende Wertminderungen von
Firmenwerten bleiben hingegen außen vor.
Das Periodenergebnis ist eine weitere Steuerungskennzahl im Logwin Konzern und dient der Messung
des Gesamterfolgs nach Zinsen und Steuern, insbesondere im Zeitablauf. Das Periodenergebnis ergibt
sich direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung und ist somit in den einschlägigen Rechnungsle-
gungs-Standards definiert (in IAS 1.7 bezeichnet als „Gewinn oder Verlust“).
Weitere Leistungsindikatoren zur Messung der Konzernleistung sind der Bruttogewinn und die Brutto-
gewinnmarge. Während sich der Bruttogewinn als Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten
ergibt, berechnet sich die Bruttogewinnmarge als Quotient aus Bruttogewinn und Umsatz. Beide
Kenngrößen werden insbesondere zur Beurteilung der Finanzkraft des Geschäftsmodells sowie der
operativen Profitabilität im Zeitablauf genutzt.
Liquidität Der Free-Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Liquiditätssteuerung im Logwin Konzern
und in den Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl definiert sich als Summe aus dem Operativen Cashflow
und dem Investitions-Cashflow, welche beide in Übereinstimmung mit dem IAS 7 ermittelt werden,
abzüglich der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (bzgl. der Einzelheiten der Berechnung verweisen
wir auf die Zwischensummen in der Kapitalflussrechnung). Ziel ist es, neben den operativen Zahlungs-
verpflichtungen und Investitionen eine ausreichende Liquidität zur Deckung aller finanziellen Verpflich-
tungen des Konzerns aus Darlehenstilgungen und Dividendenzahlungen sicherzustellen. Insofern wird
der Free-Cashflow als Indikator angesehen, wie viel Liquidität am Ende der Berichtsperiode zur Zahlung
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
3
von Dividenden oder zur Rückzahlung von Darlehen und anderen Finanzverbindlichkeiten zur Verfü-
gung steht.
Im Operativen Cashflow – eine Kenngröße des einschlägigen IAS 7 (bezeichnet als „net cash flows
from operating activities“ in IAS 7.20) und somit unmittelbar aus der Kapitalflussrechnung abgeleitet –
werden alle in einem bestimmten Zeitraum erwirtschafteten liquiden Mittel ausgewiesen. Er zeigt somit
die Mittelzuflüsse, die direkt aus der operativen Wertschöpfung stammen und für Investitionen und
Finanzierungsaktivitäten zur Verfügung stehen. Der Zweck der Kennzahl ist sowohl die operative
Liquiditätssteuerung und -überwachung als auch die Sicherstellung einer cashorientierten operativen
Wertschöpfung.
Vermögenslage Zur Beurteilung der Vermögenslage werden im Logwin Konzern die Nettoliquidität
und die Eigenkapitalquote herangezogen. Beide Steuerungsgrößen zielen auf eine nachhaltig positive
Finanzierungsstruktur und damit einhergehend positive Effekte bei Kreditwürdigkeit und Bonität ab. So
wird ein fortwährender Zugang zum Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen zum Zweck der Liquiditäts-
steuerung gewährleistet. Die Nettoliquidität ergibt sich als Differenz aus Zahlungsmitteln und Zah-
lungsmitteläquivalenten, Leasingverbindlichkeiten sowie sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Die
Nettoliquidität gibt Einblick, in welcher Höhe liquide Mittel nach Abzug aller Finanzverbindlichkeiten
dem Konzern zur Verfügung stehen.
Die Eigenkapitalquote berechnet sich als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme und gibt Auf-
schluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, indem sie den Anteil der Vermögenswerte, die
durch die Anteilseigner mit Eigenkapital unterlegt sind, und den Verschuldungsgrad des Unternehmens
widerspiegelt.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, nichtfinanzielle Erklärung und
Diversitätskonzept
Neben den dargestellten finanziellen Leistungsindikatoren stellt die Mitarbeiteranzahl zum Stichtag
(absolut in Köpfen; als Mitarbeiter werden alle direkt im Logwin Konzern angestellten Personen
bezeichnet, die im In- oder Ausland Vollzeit oder Teilzeit für Logwin tätig sind) eine wesentliche nicht-
finanzielle Steuerungskennzahl dar. Die Mitarbeiterzahl eröffnet Möglichkeiten zur ergänzenden
Analyse von Kosten und Produktivität und gibt Aufschluss über den Einsatz von Ressourcen und
Kapazitäten. Darüber hinaus setzen weitere quantitative und qualitative Personal-Kennzahlen auf der
Mitarbeiterzahl als Bezugsgröße auf.
Hinsichtlich der im Jahr 2022 für das Geschäftsjahr 2021 abzugebenden nichtfinanziellen Erklärung
und des im Logwin Konzern angewendeten Diversitätskonzeptes verweisen wir auf den CSR-Bericht
(Corporate Social Responsibility Bericht) und den Diversitätsbericht. Die Dokumente sind auf der
Homepage unter http://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/ueberblick/corporate-social-
responsibility.html abrufbar.
4
Forschung und Entwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten im Logwin Konzern konzentrieren sich auf Dienstleistungs- und Prozess-
innovationen. Diese Innovationen werden meist in enger Zusammenarbeit mit Kunden ausgearbeitet,
um eine Verbesserung operativer und administrativer Prozesse zu erreichen. Bei komplexen Kontrakt-
logistikprojekten sind hiermit insbesondere die Spezialisten des Geschäftsfelds Solutions in den
Bereichen Tender Management/Logistics Engineering, Prozessmanagement und die jeweiligen IT-
Fachabteilungen betraut.
Corporate Governance
Mitglieder des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Dr. Antonius Wagner (*1961)
Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Bad Homburg v. d. Höhe (DE)
Sebastian Esser (*1974)
Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Mitglied des Executive Committee
(Chief Financial Officer)
Großostheim (DE)
Thomas Eisen (*1971)
Mitglied des Executive Committee (bis 31. März 2021)
Salzburg (AT)
Andreas Kurtze (*1973)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Syndikusanwalt
Frankfurt am Main (DE)
Hauke Müller (*1964)
Mitglied des Executive Committee
Hamburg (DE)
Philippe Prussen (*1977)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Rechtsanwalt
Luxemburg (LU)
Axel Steiner (*1973)
Mitglied des Executive Committee
Großostheim (DE)
Der Verwaltungsrat der Logwin AG hat eine Corporate Governance Charter beschlossen, die im Inter-
net unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar ist.
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
5
Angaben nach Artikel 11 des luxemburgischen Übernahmegesetzes vom 19. Mai 2006
Lit (a): Angaben zur Eigenkapitalstruktur des Logwin Konzerns sind unter Ziffer 27 auf Seite 82 des
Anhangs des Konzernabschlusses enthalten. Zum 31. Dezember 2021 waren 2.884.395 voll
eingezahlte, nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben und zum Handel an der
Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Davon befanden sich zum 31. Dezember 2021
5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG und unterlagen damit dem
Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
Lit (b): Es existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien.
Lit (c): Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher,
Luxemburg. Alleingesellschafter der DELTON Logistics S.à r.l. ist Herr Stefan Quandt. Für
weitere Angaben wird auf die Ziffern 1 und 39 auf den Seiten 38 und 101 des Konzernan-
hangs verwiesen.
Lit (d): Es gibt keine Aktien, die den Inhabern spezielle Kontrollrechte gewähren.
Lit (e): Im Logwin Konzern sind keine Mitarbeiter-Aktienprogramme vorhanden.
Lit (f): Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen im Logwin Konzern.
Lit (g): Der Logwin AG sind zum 31. Dezember 2021 keine Vereinbarungen mit Aktionären bekannt,
die die Übertragung von Aktien bzw. Stimmrechten hinsichtlich der Richtlinie 2004/109/EC
beschränken.
Lit (h): Regelungen über die Ernennung und Ersetzung der Verwaltungsratsmitglieder und über die
Änderung der Satzung sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 8, 16 und 17 und in
der Corporate Governance Charter in Kapitel 8 dargestellt. Beide Dokumente sind auf der
Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html
abrufbar.
Insbesondere gilt:
Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Hauptversammlung für eine Dauer
ernannt, die sechs Jahre nicht überschreiten darf. Sie können jederzeit von der Haupt-
versammlung abberufen werden. Wiederholte Ernennungen eines Mitglieds des
Verwaltungsrats sind zulässig.
Falls ein Mitglied des Verwaltungsrats (einschließlich der exekutiven Verwaltungsrats-
mitglieder) vorzeitig ausscheidet, können die verbleibenden Mitglieder gemäß den
gesetzlichen Bestimmungen vorläufig ein neues Verwaltungsratsmitglied kooptieren. Die
endgültige Wahl wird durch die Hauptversammlung bei ihremchsten Zusammentreffen
vorgenommen.
Die Hauptversammlung kann, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anwesenheits- und
Mehrheitsbestimmungen, die Satzung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt ändern.
Lit (i): Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere in Bezug auf die Ermächtigung zur Ausgabe
bzw. Einziehung von Aktien, sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 5, 8, 9, 10, 11,
18, 19 und 23 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 3 geregelt.
Beide Dokumente sind auf der Homepage unter
www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar.
Insbesondere gilt:
Die Leitung der Gesellschaft obliegt einem Verwaltungsrat.
Der Verwaltungsrat hat alle Befugnisse, um Verwaltungs- und Verfügungshandlungen im
Interesse der Gesellschaft vorzunehmen. Zur Wahrnehmung der täglichen Geschäfts-
6
führung hat der Verwaltungsrat ein Direktionskomitee (nachfolgend „Executive
Committee“) ernannt.
Der Verwaltungsrat bestimmt den Tätigkeitsbereich des Executive Committee und der
einzelnen Ausschüsse. Er genehmigt ebenfalls die Verfahren, die im Executive Committee
und den einzelnen Ausschüssen anzuwenden sind.
Die tägliche Geschäftsführung der Gesellschaft wird vom Executive Committee unter
Aufsicht des Verwaltungsrats durchgeführt. Der Verwaltungsrat beschließt über die
Zeichnungsbefugnisse der Mitglieder des Executive Committee.
Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, das Grundkapital der Logwin AG bis zum 20. Mai 2024
durch Ausgabe neuer Namensaktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio („prime
d’émission“) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu
1.509.105 Aktien zu erhöhen.
Die Gesellschaft kann gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eigene Aktien
zurückkaufen.
Lit (j): Es gibt Finanzierungsverträge, die Klauseln beinhalten, die bei einem geringeren Aktienbesitz
der Mehrheitsaktionärin der Logwin AG in Abhängigkeit von Schwellenwerten den Kredit-
gebern das Recht zur vorzeitigen Beendigung des Vertrags einräumen.
Lit (k): Es bestehen keine Vereinbarungen zwischen der Logwin AG und ihren Verwaltungsrats-
mitgliedern bzw. Mitarbeitern, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ohne
wichtigen Grund oder im Fall eines Übernahmeangebots eine Entschädigung vorsehen.
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern | Wirtschaftsbericht
7
Wirtschaftsbericht
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft Die Entwicklung der Weltwirtschaft war im Geschäftsjahr 2021 wie im Vorjahr geprägt
von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie zunehmenden Engpässen in der Industrieproduk-
tion und den internationalen Frachtkapazitäten. Die Weltproduktion und das Welthandelsvolumen sind im
abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Dynamik der Entwicklung
hat sich im Jahresverlauf jedoch zunehmend abgeschwächt. Ursächlich dafür waren weiterhin vor allem
negative Einflüsse durch die Covid-19-Pandemie. Die Entwicklung der Industrieproduktion wurde
zusätzlich durch anhaltende Kapazitätsengpässe in der Luftfracht und Störungen der Abläufe in der
Seefracht sowie bei der Produktion von Vor- und Zwischenprodukten gehemmt.
In China, Indien und den lateinamerikanischen Schwellenländern ist die Wirtschaft im abgelaufenen
Geschäftsjahr wieder spürbar gewachsen. In China erreichte das Wachstum das langjährige hohe Niveau.
Hier wirkten sich im Verlauf des zweiten Halbjahres insbesondere Schwierigkeiten in der Energiever-
sorgung, eine strikte Zero-Covid-Strategie sowie die globalen Lieferkettenprobleme allerdings dämpfend
auf das Wachstum der Wirtschaft aus. Die ostasiatischen Länder verzeichneten nur ein leichtes Wirt-
schaftswachstum.
In den westlichen Volkswirtschaften ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen. Die Vereinigten
Staaten von Amerika verzeichneten ein spürbares Wachstum vor allem bedingt durch einen deutlichen
Anstieg des privaten Konsums und eine verstärkte Expansion im verarbeitenden Gewerbe. Unterstützt
wird die Entwicklung durch fiskalpolitische Maßnahmen, auch wenn diese hinter denen vergangener
Jahre zurückbleiben. In der Eurozone ist die Wirtschaft insgesamt moderat gewachsen, wobei sich die
Entwicklung im zweiten Halbjahr 2021 nach den erwarteten Erholungen gegenüber dem rückläufigen Jahr
2020 abgeschwächt hat. Die durch die in Europa deutlich steigenden Covid-Infektionszahlen verursach-
ten Einschränkungen wirkten sich insbesondere auf die Erholung in kontaktintensiven Dienstleistungs-
bereichen negativ aus. Zusätzlich belasteten die Probleme in den globalen Lieferketten und die Engpässe
bei der Erzeugung und Bereitstellung von Vor- und Zwischenprodukten zunehmend die industrielle
Produktion.
Deutsche (Logistik-)Wirtschaft Die deutsche Wirtschaftsleistung erholte sich im abgelaufenen Jahr
2021 von den pandemiebedingten Rückgängen des Vorjahres. Anhaltende Belastungen durch die Covid-
19-Pandemie und die zunehmenden Auswirkungen von Lieferengpässen bremsten jedoch die Erholung.
Das verarbeitende Gewerbe und der unternehmensnahe Dienstleistungssektor trugen zu dem erreichten
Wachstum bei. Deutlich schwächer fielen dagegen die Zuwachsraten im stationären Handel, Gastronomie
und Beherbergungsbetrieben aus, die weiterhin unter den pandemiebedingten Einschränkungen litten.
Wettbewerb und Markt In allen relevanten Bereichen war das Markt- und Wettbewerbsumfeld für die
Logistikbranche im Jahresverlauf 2021 sehr herausfordernd und gekennzeichnet durch die Auswirkungen
der Covid-19-Pandemie, insbesondere dadurch bedingte Kapazitätsengpässe in der Luft- und Seefracht.
Darüber hinaus erforderten deutlich gestiegene Einstandspreise einen hohen Einsatz zur Abwicklung und
Absicherung bestehender Kundengeschäfte sowie bei der Gewinnung von Neukunden.
8
Der Luftfrachtmarkt war im Geschäftsjahr gekennzeichnet durch einen im Vergleich zum Krisenjahr 2020
deutlichen Anstieg der Volumina, der zu anhaltenden Engpässen in der Transportkapazität auf allen
wichtigen Relationen führte. Verstärkend wirkte die partielle Verlagerung von See- hin zu Lufttranspor-
ten. Die weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegenden Kapazitäten bei Passagiermaschinen
konnten durch eine starke Ausweitung der Kapazitäten in Frachtmaschinen und von Sonderflügen gegen-
über dem Vorkrisenjahr 2019 nicht vollständig kompensiert werden. Infolgedessen lagen die Luftfracht-
raten erheblich über dem Niveau der Vorjahre. Die Volumina auf den Seefrachtmärkten stiegen im
Geschäftsjahr ebenfalls an. Auch hier lagen die Frachtraten im Durchschnitt erheblich über dem Vorjahr,
da die bereitgestellten Kapazitäten der weltweiten Nachfrage nicht gerecht werden konnten. Anhaltende
Störungen der Abwicklung an wichtigen Umschlagplätzen der weltweiten Seefrachtketten trugen ver-
schärfend zu einer höchst angespannten Marktsituation und den daraus resultierenden ungewöhnlich
hohen Frachtraten bei.
Sowohl im Bestandsgeschäft als auch in der Akquisition von Neugeschäften war die Kontraktlogistik von
einem unverändert hohen Wettbewerbs- und Margendruck gekennzeichnet. Besonders betroffen von den
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der Maßnahmen zu deren Bekämpfung zeigte sich der Markt
im Bereich der Dienstleistungen im Transportnetzwerk in Deutschland, mit einer anhaltend rückläufigen
Entwicklung.
Geschäftsverlauf
Der Logwin Konzern konnte in einem durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und Kapazitätseng-
pässe in Luft- und Seefracht stark beeinträchtigten Markt- und Wettbewerbsumfeld die Ergebnisentwick-
lung des Vorjahres deutlich übertreffen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr stark an. Die positive
Umsatzentwicklung wurde überwiegend durch das Geschäftsfeld Air + Ocean getragen, vor allem auf-
grund außergewöhnlich hoher Frachtraten und spürbar angestiegener Volumina. Auch im Geschäftsfeld
Solutions stieg der Umsatz trotz der Rückgänge infolge der Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekäm-
pfung der Covid-19-Pandemie auf das Retail Transportnetzwerk insgesamt leicht an.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean konnte im Jahr 2021 in einem schwierigen Marktumfeld die Volumina in
der Seefracht spürbar steigern, was zusammen mit den ungewöhnlich hohen Frachtraten zu einem
deutlichen Wachstum des Umsatzes führte. Auch in der Luftfracht konnten die Volumina bei weiterhin
hohen Frachtraten und damit der Umsatz deutlich gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2021 wurde
darüber hinaus die Implementierung eines neuen Transport Management Systems mit der Umstellung
aller weltweiten Landesgesellschaften erfolgreich abgeschlossen.
Die Entwicklung im Geschäftsfeld Solutions war im Geschäftsjahr 2021 von einem pandemiebedingt sehr
herausfordernden Marktumfeld gekennzeichnet. Die internationalen Transportaktivitäten des Geschäfts-
felds verzeichneten im Jahresverlauf sowohl aufgrund steigender Volumina als auch gestiegener Frachtra-
ten ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum. Dagegen entwickelten sich die Umsätze der Kon-
traktlogistik und die Aktivitäten im Transportnetzwerk in Deutschland stark rückläufig. Im Transport-
netzwerk waren vor allem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den stationären Einzelhandel
spürbar. In der Kontraktlogistik wirkte sich zudem die Veräußerung und Schließung von Standorten
rückläufig aus.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
9
in Mio. €
2021
2020
Veränderung absolut
Umsatz
1.851,8
1.123,3
728,5
EBITA
100,9
47,8
53,1
Periodenergebnis
63,5
34,7
28,8
Free-Cashflow
88,6
18,6
70,0
Netto-Liquidität
168,4
77,5
90,9
Ertragslage
Umsatz Der Logwin Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 einen deutlichen Umsatzanstieg von
1.123,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 1.851,8 Mio. Euro. Der Umsatzanstieg von 64,9 % war überwiegend auf
starke Ratensteigerungen im Geschäftsfeld Air + Ocean und im internationalen Transportgeschäft des
Geschäftsfeldes Solutions zurückzuführen.
Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erzielte im Geschäftsjahr einen sehr erfreulichen Umsatz von
1.517,0 Mio. Euro (Vorjahr: 789,7 Mio. Euro), was einem Anstieg von 92,1 % entspricht. Die Umsatzent-
wicklung ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Frachtraten in der Seefracht und der Luftfracht
sowie gesteigerte Volumina zurückzuführen.
Solutions
Der Umsatz des Geschäftsfelds Solutions lag im Jahr 2021 mit 337,0 Mio. Euro leicht über dem Niveau
des Vorjahres von 333,9 Mio. Euro. Im internationalen Transportgeschäft konnten die Umsätze raten-
und mengenbedingt deutlich gesteigert werden. Spürbar rückläufig entwickelten sich dagegen die
Umsätze in der Kontraktlogistik, im Wesentlichen aufgrund der Veräußerung und Schließung von Stand-
orten. Der Umsatz im deutschen Transportnetzwerk entwickelte sich aufgrund der Covid-19-Pandemie
und damit verbundener struktureller Marktveränderungen deutlich rückläufig.
in Mio. €
2021
2020
Veränderung absolut
Logwin Konzern
1.851,8
1.123,3
728,5
davon Air + Ocean
1.517,0
789,7
727,3
davon Solutions
337,0
333,9
3,1
Der Umsatz des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern
noch das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste
und Holdinggesellschaften umfasst.
Bruttomarge Die Bruttomarge des Logwin Konzerns konnte im Geschäftsjahr 2021 mit 8,8 % auf dem
Vorjahresniveau gehalten werden. Im Geschäftsfeld Air + Ocean zeigte sich die Marge aufgrund des stark
gestiegenen Umsatzes moderat rückläufig, während sie im Geschäftsfeld Solutions deutlich gesteigert
werden konnte.
10
Vertriebs- und Verwaltungskosten Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2021
mit 61,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 55,3 Mio. Euro deutlich angestiegen. Der Anstieg der
Vertriebskosten ist überwiegend auf Personalkosten aufgrund von Geschäftsausweitungen im Geschäfts-
feld Air + Ocean zurückzuführen. In den Verwaltungskosten sind gestiegene Aufwendungen im Segment
Sonstige enthalten, die im Zusammenhang mit der Erbringung administrativer Dienstleistungen für die
operativen Geschäftsfelder stehen.
Operatives Ergebnis (EBITA) Der Logwin Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2021 ein operatives
Ergebnis (EBITA) von 100,9 Mio. Euro, was erheblich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 47,8 Mio. Euro)
liegt. Die operative Marge des Konzerns lag mit 5,5 % (Vorjahr: 4,3 %) auf einem erfreulichen Niveau. Die
Ergebnisentwicklung ist geprägt durch eine deutliche Ergebnisverbesserung des Geschäftsfeldes Air +
Ocean. Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Solutions entwickelte sich hingegen rückläufig.
Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean konnte das operative Ergebnis des Vorjahres mit 108,0 Mio. Euro mehr als
verdoppelt werden (Vorjahr: 49,1 Mio. Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Steigerung des
Bruttogewinns bedingt durch deutlich gestiegene Frachtraten und die Steigerung der Volumina
zurückzuführen.
Solutions
Im Geschäftsfeld Solutions ist das operative Ergebnis im Jahr 2021 von 6,6 Mio. Euro im Vorjahr auf
6,1 Mio. Euro zurückgegangen. Der Rückgang ist einerseits auf einen Wegfall von Einmalerträgen u.a. aus
der Veräußerung eines Standortes zurückzuführen. Belastend haben sich Verluste im deutschen Trans-
portnetzwerk ausgewirkt. Positiv wurde das Ergebnis durch die umsatzbedingte Steigerung des Ergebnis-
ses im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfelds beeinflusst.
in Mio
2021
2020
Veränderung absolut
Logwin Konzern
100,9
47,8
53,1
Marge
5,5%
4,3%
1,2%
Air + Ocean
108,0
49,1
58,9
Marge
7,1%
6,2%
0,9%
Solutions
6,1
6,6
-0,5
Marge
1,8%
2,0%
-0,2%
Das EBITA des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden operativen Geschäftsfeldern noch das
Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale Dienste und
Holdinggesellschaften umfasst.
Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts ergab sich für das Geschäfts-
feld Solutions aufgrund aktualisierter Planungsannahmen eine Wertminderung des aktivierten Firmenwer-
tes von 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
11
Finanzergebnis und Ertragsteuern Im Vorjahresvergleich verbesserte sich das Finanzergebnis auf
-3,2 Mio. Euro (Vorjahr: -3,9 Mio. Euro). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus den von
-3,0 Mio. Euro auf -2,1 Mio. Euro gesunkenen Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten sowie aus
von -0,3 Mio. Euro auf -0,1 Mio. Euro rückläufigen Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Pensions-
und sonstigen Personalrückstellungen. Gegenläufig haben sich von -0,1 Mio. Euro auf -0,3 Mio. Euro
gesunkene Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen entwickelt. Der Ertragssteuer-
aufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch das deutlich verbesserte operative Ergebnis von
-9,1 Mio. Euro im Vorjahr auf -25,3 Mio. Euro.
Periodenergebnis Das Periodenergebnis des Logwin Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf
63,5 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis deutlich um 28,8 Mio. Euro (Vorjahr:
34,7 Mio. Euro).
Finanzlage
Finanzmanagement im Logwin Konzern Der Logwin Konzern finanziert sich im Wesentlichen aus
Eigenmitteln, aus Leasing und bedarfsweise aus dem Factoring von Forderungen sowie in begrenztem
Umfang durch Bank- und sonstige Darlehen. Die Finanzierung der operativen Einheiten des Logwin
Konzerns erfolgt im Wesentlichen aus operativen Cashflows oder bedarfsweise aus Konzerndarlehen.
Die Finanzierungsverbindlichkeiten des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2021 mit 79,7 Mio.
Euro gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen (Vorjahr: 90,9 Mio. Euro) und betreffen fast
ausschließlich Verpflichtungen aus Leasingverträgen.
Operativer Cashflow Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der Logwin Konzern Mittelzuflüsse aus der
operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 125,9 Mio. Euro (Vorjahr: 67,7 Mio. Euro). Der deutliche
Anstieg ist hauptsächlich auf das erheblich gestiegene operative Ergebnis zurückzuführen. Gegenläufig
haben sich in moderatem Umfang die Veränderung des Working Capital sowie gestiegene Steuerzahlun-
gen auf den operativen Cashflow ausgewirkt.
Investitions-Cashflow Der Cashflow aus Investitionstätigkeit des Logwin Konzerns lag mit
-3,8 Mio. Euro um 13,9 Mio. Euro über dem Vorjahrescashflow (Vorjahr: -17,7 Mio. Euro). Die Abwei-
chung resultiert im Wesentlichen aus um 7,1 Mio. gestiegenen Einzahlungen aus der Veräußerung von
Sachanlagevermögen, die im Geschäftsjahr im Wesentlichen aus der Veräußerung einer Immobilie
entstanden, sowie aus um 6,9 Mio. Euro gesunkenen Auszahlungen für Investitionen.
Free-Cashflow Der Logwin Konzern erwirtschaftete nach Berücksichtigung der Tilgung von Leasing-
verbindlichkeiten in Höhe von -33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro) einen Free-Cashflow von
88,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,6 Mio. Euro).
Finanzierungs-Cashflow Der Finanzierungs-Cashflow des Jahres 2021 lag bei -44,3 Mio. Euro (Vorjahr:
-42,3 Mio. Euro) und beinhaltet im Wesentlichen die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von
-33,5 Mio. Euro (Vorjahr: -31,4 Mio. Euro). Daneben beinhaltet der Finanzierungs-Cashflow die unverän-
derte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG von -10,1 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro)
aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der Logwin AG.
12
Vermögenslage
Bilanzsumme und Vermögenswerte Die Bilanzsumme des Logwin Konzerns ist mit einer Veränderung
von 574,4 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag auf 797,0 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 deutlich
angestiegen. Der Anstieg der Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf den deut-
lichen, durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens bedingten Anstieg der Forderungen und Verbind-
lichkeiten aus Lieferungen oder Leistungen sowie auf die Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungs-
mitteläquivalente zurückzuführen.
Im Berichtsjahr sind die langfristigen Vermögenswerte auf 204,7 Mio. Euro zurückgegangen (Vorjahr:
228,0 Mio. Euro). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen die Sachanlagen in Höhe von 104,8 Mio. Euro
(Vorjahr: 118,2 Mio. Euro) und ist u.a. auf die Veräußerung einer Immobilie zurückzuführen. Die in den
langfristigen Vermögenswerten enthaltenen Firmenwerte in Höhe von 57,4 Mio. Euro (Vorjahr:
66,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr aufgrund gesunkener Ertragserwartungen im Geschäftsfeld
Solutions um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Ebenfalls zu dem Rückgang beigetragen haben die sonstigen
immateriellen Vermögenswerte, die u.a. aufgrund einer außerordentlichen Wertminderung eines
operativen IT-Systems von 22,5 Mio. Euro auf 21,0 Mio. Euro gesunken sind. Daneben beinhalten die
langfristigen Vermögenswerte latente Steueransprüche von 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro).
Das kurzfristige Vermögen des Logwin Konzerns ist auf 592,3 Mio. Euro deutlich angestiegen, verglichen
mit 346,5 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres. In den kurzfristigen Vermögenswerten enthalten sind
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie nach IFRS 15 angesetzte Vertragsvermögenswerte in
Höhe von 296,3 Mio. Euro (Vorjahr: 153,4 Mio. Euro) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquiva-
lente von 248,0 Mio. Euro (Vorjahr: 168,4 Mio. Euro). Die signifikante Erhöhung ist im Wesentlichen auf
die durch die gestiegenen Umsatzerlöse deutlich angestiegenen Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und Vertragsvermögenswerte zurückzuführen.
Eigenkapital Der Logwin Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahrs 2021 über ein Eigenkapital von
282,5 Mio. Euro gegenüber 224,9 Mio. Euro im Vorjahr. In der Erhöhung des Eigenkapitals spiegelt sich
vor allem das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2021 von 63,5 Mio. Euro (Vorjahr: 34,7 Mio. Euro)
wider. Mindernd auf das Eigenkapital hat sich die im Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung an die
Aktionäre des Unternehmens von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro) ausgewirkt. Eigenkapital-
erhöhend wirkten sich die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen aus der Bewertung
von Pensionsrückstellungen aufgrund des gestiegenen Diskontierungssatzes und von Steuereffekten in
diesem Zusammenhang in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: -1,2 Mio. Euro) sowie Fremdwährungseffekte
in Höhe von 4,5 Mio. Euro ( Vorjahr: -6,3 Mio. Euro ) aus. Die Eigenkapitalquote verminderte sich bedingt
durch die deutliche Ausweitung der Bilanzsumme von 39,1 % zum Vorjahresstichtag auf 35,4 % zum
31. Dezember 2021.
Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 100,9 Mio. Euro zum Vorjah-
resende auf 92,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs der
langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Zusätzlich wirkten sich die durch die Anwendung
gestiegener Diskontierungssätze rückläufigen Pensions- und Jubiläumsrückstellungen mindernd aus. Die
kurzfristigen Verbindlichkeiten haben zum 31. Dezember 2021 spürbar von 248,7 Mio. Euro auf
421,6 Mio. Euro zugenommen und beinhalten überwiegend deutlich gestiegene Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen von 323,3 Mio. Euro (Vorjahr: 172,5 Mio. Euro) resultierend aus dem
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
13
operativen Geschäft. Zu dem Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten haben darüber hinaus
gestiegene Verbindlichkeiten für Ertragsteuern und sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
beigetragen.
Zahlungsmittel und Nettoliquidität Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Logwin
Konzerns beliefen sich zum Ende des Berichtsjahrs 2021 auf 248,0 Mio. Euro, gegenüber einem Bestand
von 168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2020. Im Wesentlichen aufgrund des höheren Zahlungsmittel-
bestands erhöhte sich die Nettoliquidität des Konzerns von 77,5 Mio. Euro zum Vorjahresende auf
168,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021.
Mitarbeiter
Der Logwin Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2021 weltweit 4.087 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, verglichen mit 4.160 Mitarbeitern zum Vorjahresende. Das Geschäftsfeld Air + Ocean
beschäftigte 30 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld Solutions beschäftigte 101
Mitarbeiter weniger als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf Standortschließungen und Personal-
maßnahmen in verschiedenen Einheiten und Standorten des Geschäftsfeldes zurückzuführen ist.
Die Zahl der Mitarbeiter des Logwin Konzerns in Deutschland verminderte sich von 1.739 auf 1.631
Beschäftigte.
2021
2020
Veränderung absolut
Logwin Konzern
4.087
4.160
-73
davon Air + Ocean
2.784
2.754
30
davon Solutions
1.076
1.177
-101
Bericht zur Logwin-Aktie
Logwin-Aktie Im Geschäftsjahr wurden an allen deutschen Börsenplätzen insgesamt 33.782 Aktien der
Logwin AG gehandelt. Dies entsprach einem Umsatz von 7,3 Mio. Euro. Der Kurs der Logwin-Aktie stieg
von Jahresbeginn bis zum Ende des Berichtszeitraums von 149,00 Euro auf einen Xetra- Schlusskurs von
274,00 Euro. Die Aussagekraft dieser Kursentwicklung ist aufgrund des geringen Handelsvolumens nur
sehr eingeschränkt.
Aktienrückkaufprogramm Die Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat ermäch-
tigt, bis zum 10. April 2024 den Rückkauf eigener Aktien zu beschließen. Bis zum Ende des abgelaufenen
Geschäftsjahr wurden insgesamt 5.051 Stückaktien (Vorjahr: 3.000) erworben.
Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 10. April 2019
den Verwaltungsrat dazu ermächtigt, bis zum 20. Mai 2024 das Grundkapital einmalig oder mehrmalig
durch Ausgabe neuer Aktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio gegen Bar- und/oder Sacheinlage um
1.509.105 Aktien zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht.
14
Kennzahlen zur Logwin-Aktie
31.12.2021
31.12.2020
Schlusskurs (Xetra)
in Euro
274,00
149,00
Hoch/Tief 52 Wochen
in Euro
278,00/147,00
170,00/102,00
Anzahl der Aktien
in Stück
2.884.395
2.884.395
– davon im Umlauf befindlich
in Stück
2.879.344
2.881.395
Marktkapitalisierung
in Mio. Euro
788,9
429,3
Anteilsbesitz Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher,
Luxemburg. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie des Executive Committee besaßen zum
31. Dezember 2021 weder Aktien noch Optionen zum Erwerb von Aktien der Logwin AG.
Unternehmensrating Das Rating für den Logwin Konzern (Corporate Credit Rating) durch Standard &
Poor’s liegt seit April 2019 bei „BB+“ mit stabilem Ausblick.
Nachtragsbericht
Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen
Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns
voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben.
Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses
durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse
eingetreten.
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Risikomanagementsystem
Ziele und Strategie Der Logwin Konzern verfügt zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unterneh-
mensführung und zur Umsetzung der festgelegten Risikopolitik über ein konzernweites Risikomanage-
mentsystem. Dieses bildet einen wichtigen Teil des Planungs- und internen Kontrollsystems und damit
ein wesentliches Element der Unternehmensführung und -steuerung. Ziel der Risikopolitik der Logwin AG
ist es, Risiken, die zu einer wesentlichen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können oder
die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig und systematisch zu identifizieren, um
diese im Vorfeld zu vermeiden oder negative Konsequenzen durch die zeitnahe Einleitung von Gegen-
steuerungsmaßnahmen minimieren zu können. Die systematische Identifikation und Analyse von
Chancen ist nicht Bestandteil des konzernweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ihre Identi-
fikation und Wahrnehmung ist durch die fortlaufend enge Überwachung der Geschäftstätigkeit auf den
verschiedenen Management-Ebenen des Logwin Konzerns sichergestellt.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht | Nachtragsbericht | Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
15
Struktur und Prozess Das Risikomanagement wird durch konzernweit geltende Vorgaben und Rege-
lungen, die in einer Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert sind, gewährleistet. Sogenannte
Risikoeigner („Risk Owner“) in den Geschäftsfeldern sowie in den Holding-Gesellschaften identifizieren
und bewerten die in ihren Bereichen auftretenden Risiken. Diese werden systematisch zusammen-
gefasst und – in Abhängigkeit von festgelegten Berichtsschwellenwerten – an die jeweiligen Leitungs-
ebenen innerhalb der Geschäftsfelder sowie an das Executive Committee und den Verwaltungsrat der
Logwin AG kommuniziert. Neben der ordentlichen Berichterstattung in vorgegebenen Intervallen stellt die
Sofortberichterstattung wesentlicher neu auftretender Risiken einen integralen Teil des Risikomanage-
mentsystems dar. Die Steuerung der Risiken obliegt je nach Größenordnung den Risikoeignern selbst,
den jeweiligen Leitungsebenen innerhalb der Geschäftsfelder oder dem Executive Committee. Durch die
klar definierten Prozesse und Verantwortlichkeiten wird nicht nur die Bearbeitung aller identifizierten
Risiken gewährleistet, sondern auch die Information des Executive Committee und des Verwaltungsrats
der Logwin AG über alle wesentlichen Risiken sichergestellt.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Verhältnis zu anderen Prozessen und Systemen
sowie im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das Risikomanagementsystem ist bewusst als
ein von anderen Prozessen und Systemen unabhängiges Instrument etabliert. Jedoch fließen die Erkennt-
nisse aus diesem System in verschiedene andere Prozesse und Systeme ein:
Insbesondere über die dezentrale Risikoerfassung durch die Risk Owner können auch Compliance-
relevante Sachverhalte berichtet werden, die dann über das Compliance-Management-System des
Logwin Konzerns aufzugreifen sind.
Im Rahmen der Strategischen Planung, bei der Budgetierung und bei der Erstellung von Forecasts ist
zu definieren, wie innerhalb des Planungshorizonts mit bestimmten Risiken umzugehen ist.
Umgekehrt sind die Erkenntnisse aus anderen Prozessen und Systemen im Risikomanagement zu
berücksichtigen, z. B. durch Erfassung von Sachverhalten, welche über die Planung (Strategische
Planung, Budget oder Forecast) berichtet werden. Weiterhin führt die Revision Prüfungen durch.
Prüfungsergebnisse können je nach festgestelltem Sachverhalt ggf. auch als Risiken zu erfassen sein.
Neben der Richtlinie zum Risikomanagement regelt eine konzernweite Bilanzierungsrichtlinie den Rech-
nungslegungsprozess als weitere Ausprägung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der
Rechnungslegungsprozess im Logwin Konzern folgt der dezentralen Organisation, d.h. auf Ebene der
Geschäftsfelder werden die einzelnen Unternehmen des Logwin Konzerns zum einen in Bezug auf die
Abschlussvorbereitung (z. B. die Terminplanung und Aufgabenverteilung, die Einholung von Saldenbe-
stätigungen oder die Bewertung von Rückstellungen) und zum anderen in Bezug auf die Abschlusserstel-
lung (z. B. durch vielfältige, zum Teil systemgestützte Abstimmungs- und Plausibilitätskontrollen)
überwacht. Ein weiteres Element des internen Kontrollsystems sind Vollständigkeitserklärungen der
jeweiligen Geschäftsleitungen zu den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften. Alle Eingaben und
Arbeitsschritte des Konsolidierungsprozesses sind im gemeinsam genutzten Konsolidierungsprogramm
dokumentiert. Darüber hinaus ist die Revision in ausgewählten Fällen auch in die Überwachung der
Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinie eingebunden.
16
Risiken
Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maß-
nahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen
auf den Logwin Konzern. Die teilweisen Veränderungen der individuellen Chancen und Risiken haben für
das Geschäftsjahr 2022 keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil des Logwin
Konzerns, das sich nach Einschätzung der Unternehmensleitung im Vergleich zum Vorjahr trotz der fort-
dauernden Unsicherheiten und der stellenweisen Betroffenheit durch die weitere Entwicklung der Covid-
19-Pandemie sowie die anhaltenden Engpässe in den weltweiten Transportkapazitäten nicht wesentlich
verändern wird. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Risiken und im Anschluss daran die
Chancen, die einen wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Logwin
Konzerns haben können, beschrieben. Sofern nicht anders beschrieben gelten diese für alle Geschäftsfel-
der.
Überblick Für den Logwin Konzern als international tätiges Logistikunternehmen bestehen gesamtwirt-
schaftliche oder politische Risiken ebenso wie Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit, die auch
das regulatorische Umfeld, wie insbesondere die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung umfassen. Des
Weiteren können finanzielle, rechtliche und sonstige Risiken Einfluss auf die Geschäftsentwicklung
haben. Der Logwin Konzern hat – den gesetzlichen Vorgaben entsprechend – ein umfassendes Risiko-
managementsystem eingerichtet. Dieses hat zum Ziel, frühzeitig und systematisch Risiken, die zu
negativen Ergebnis- oder Planungsabweichungen führen oder die Existenz gefährden können, zu
identifizieren und zu steuern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Risikomanagement-
system als unzureichend oder unwirksam herausstellt und sich unerkannte Risiken bzw. Negativent-
wicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Logwin Konzerns verwirklichen oder nicht schnell
genug erkannt werden, um ihre Verwirklichung zu vermeiden. Hierdurch könnte die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich beeinträchtigt werden.
Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthan-
dels hat maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen und somit für die
Unternehmensentwicklung des Logwin Konzerns.
Unverändert beobachtet der Logwin Konzern im Einklang mit der allgemeinen Gesamtlage intensiv die
sich aus dem Verlauf der Covid-19-Pandemie ergebenden Risiken für die Geschäftsfelder Air + Ocean
und Solutions. Eine erneute Verschärfung der im Zuge der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ange-
ordneten Schließungen des stationären Einzelhandels oder die Aufrechterhaltung von Zugangsbe-
schränkungen in verschiedenen europäischen Ländern einschließlich Deutschland sowie möglicherweise
daraus resultierend ein Anstieg von Kundeninsolvenzen oder ein sich nachhaltig veränderndes Verbrau-
cherverhalten, können einen deutlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin
Konzerns haben. Eine erneute Störung des Welthandels durch die Abschottung einzelner Länder oder
kritischer Infrastrukturen zur Eindämmung von Infektionsherden könnte ebenfalls einen erheblichen
Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
17
Die weithin beobachtbaren Störungen der globalen Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Kunden
des Logwin Konzerns führen zu zusätzlichen Risiken in Bezug auf das Angebot an Kapazitäten zur Erbrin-
gung der Dienstleistungen des Logwin Konzerns in den Bereichen Luft- und Seefracht ebenso wie im
Straßentransport und intermodal bzw. Schienenverkehr. Mittelfristig kann aus anhaltenden Störungen
der Logistikketten ein Rückgang der Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen resultieren, der einen
zusätzlichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben
kann.
Darüber hinaus bestehen in der weltweiten konjunkturellen Entwicklung und insbesondere der Konjunk-
tur des Euroraums sowie der asiatischen Volkswirtschaften wesentliche Risiken. In diesem Zusammen-
hang besteht insbesondere die Gefahr einer deutlich abgeschwächten kurz- und mittelfristigen Konjunk-
turentwicklung als Folge der Covid-19-Pandemie sowie der Störungen in den internationalen Liefer-
ketten. Kurz- und mittelfristige Einführungen von Handelshemmnissen und die Bemühungen um Ein-
schränkungen des Freihandels aus politischen Gründen können zusätzlich erhebliche negative Auswir-
kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Der Austritt Großbritanniens aus der
Europäischen Union hat sich wie erwartet als von untergeordneter Bedeutung für den Logwin Konzern
erwiesen.
Eine schlechter als prognostiziert verlaufende wirtschaftliche Entwicklung in relevanten Wirtschaftsräu-
men und Volkswirtschaften sowie in Wirtschaftsbereichen wie der Textil- und Modebranche, Automotive
oder bestimmten Segmenten des Groß- und Einzelhandels würde für einzelne oder alle operativen
Logwin-Einheiten zu einen negativen Einfluss auf die Nachfrage der Kunden des Logwin Konzerns nach
Logistikdienstleistungen führen, der für den Logwin Konzern Anpassungsmaßnahmen erforderlich
machen könnte. Ebenso können neben den erheblich gestiegenen Frachtraten Wechselkursveränderun-
gen wesentliche Auswirkungen auf Handelsströme und damit auf die Marktgröße für interkontinentale
Luft- und Seefrachttransporte haben.
Der Logwin Konzern überwacht die relevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit dem Ziel, die
Auswirkungen negativer gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und die Auswir-
kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine Steuerung des jeweiligen Exposures und
soweit möglich Anpassungen des Geschäftsmodells zu minimieren.
Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund in vielen Teilen der Welt richten sich häufig auch gegen
wichtige Verkehrs- und Umschlagpunkte der weltweiten Handelsströme. Dies kann zu kurzfristigen
Unterbrechungen und auch zu mittelfristigen Veränderungen von Handelsströmen aus Sicherheitser-
wägungen der Kunden des Logwin Konzerns führen. Diese Änderungen der Transportvolumina sowie die
zunehmende Bedeutung von Wirtschaftsembargos und Sanktionen in den weltweiten internationalen
Beziehungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
haben. Durch Diversifikation der weltweiten Aktivitäten und tagesaktuelle risikomindernde Steuerung der
Transportvolumina seiner Kunden reduziert der Logwin Konzern seine diesbezüglichen Risiken.
18
Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Einheiten
des Logwin Konzerns ist weltweit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die in den folgenden Abschnitten
näher erläutert werden.
Markt- und Kundenrisiken
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führten im Geschäftsjahr 2021 weltweit zu
kurzfristigen erheblichen Störungen der Logistikketten und hatten wiederholt tiefgreifende Auswirkungen
auf die verschiedenen Aktivitäten der Transport- und Logistikbranche. Insbesondere waren die Beschaf-
fungs- und Distributionsaktivitäten des Transportnetzwerks im Logwin Konzern aufgrund der verschiede-
nen Lockdowns in Deutschland und anderen europäischen Ländern in besonderem Maße von kurzfristi-
gen und unerwarteten Volumenrückgängen und kurzfristigen Schwankungen der Transportmengen
betroffen.
Die Reaktion auf die öffentlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung führten auch zu einem andau-
ernd veränderten Konsumverhalten und erschwerten die Planung für die Kunden und nachfolgend die
Aktivitäten des eigenen Transportnetzwerks. Insgesamt war eine deutlich gestiegene Verlagerung zum
Online-Handel erkennbar. Sollte dies zu einem nachhaltig veränderten Konsumverhalten zulasten des
stationären Einzelhandels führen, können notwendige Kapazitätsanpassungen und daraus resultierende
Restrukturierungen des Transportnetzwerks die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin
Konzerns in erheblichem Maße belasten.
Kundenseitige Kostensenkungsprogramme führen in vielen Fällen gegenüber den Logistikdienstleistern
zu einem verschärften Kostenbewusstsein und damit verbunden zu Forderungen nach Preisreduktionen.
Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein.
Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängig-
keitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch
diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der hohen Qualität
der Dienstleistungen sowie der in den vergangenen Jahren erzielten Kosteneinsparungen sieht sich der
Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und
gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen.
In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als
Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte
Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus
können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen
könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags-
und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses
eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert.
Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass ein sich weiter
verschärfender Wettbewerb um knappe Frachtkapazitäten in Verbindung mit sehr hohen, volatilen
Frachtraten, die unter Umständen nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können, zu
einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um
fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
19
von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen
Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit
kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten
Teilmarkt zunimmt.
Beschaffungsrisiken
Ein weiteres erhebliches Risiko für die Ertragssituation des Logwin Konzerns liegt in der Entwicklung
branchenspezifischer Kosten. Es besteht hier das grundsätzliche Risiko, dass Kostensteigerungen nicht
unmittelbar und im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können, was zu einer deutlichen
Ergebnisminderung führen kann. Diesem Risiko wird, soweit möglich, durch eine sorgfältige Vertragsge-
staltung und eine ausreichende Diversifikation der beauftragten Dienstleister und Lieferanten Rechnung
getragen.
Ein großer Teil der erbrachten Dienstleistungen wird im Logwin Konzern über den Einsatz von Subunter-
nehmern erbracht. Die lokale und weltweite Verfügbarkeit eines diversifizierten Anbietermarktes ist
Voraussetzung zur Erbringung der speditionellen Leistung für die Kunden des Logwin Konzerns zu
wettbewerbsfähigen Preisen. Gegenwärtig sind erhebliche Knappheiten in den weltweiten Luftfracht-
kapazitäten aufgrund des durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten erheblichen Rückgangs von
Passagierflügen zu verzeichnen. Auch der Seefrachtmarkt ist durch ein knappes Angebot an Container-
kapazitäten sowie durch erhebliche infrastrukturelle Engpässe an Terminals und Umschlagplätzen mit in
der Folge deutlich gestiegenen Frachtraten gekennzeichnet. Im Landverkehr werden der europaweite
erhebliche Fahrermangel und Knappheit an Fahrzeugen und sonstigem Transportequipment zu einem
relevanten Beschaffungsrisiko. Es besteht das Risiko, dass aufgrund dieser Verknappung an Transport-
kapazitäten eine ausreichende Differenzierung der angebotenen Dienstleistung nicht mehr möglich sein
wird und dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin
Konzerns hat.
Trotz nur begrenzter eigener Transportkapazitäten bestehen insbesondere im Geschäftsfeld Solutions
Risiken einer Unterauslastung von vorgehaltenen Transportkapazitäten bzw. Frachtraum, insbesondere
im Retailnetzwerk.
Ein weiterer deutlicher Anstieg der Frachtraten könnte ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen auf
die Ertragssituation des Logwin Konzerns haben, wenn die höheren Raten nicht in vollem Umfang und
zeitgerecht an die Kunden weitergegeben werden können. Ferner können sich Leerstandsrisiken von
angemieteten oder anderweitig vorgehaltenen Logistikimmobilien nachteilig auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begrenzt diese Risiken soweit
möglich durch entsprechende Vertragsgestaltungen sowie die kontinuierliche Überwachung der laufen-
den Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus gelingt es durch die eingespielten internen Prozesse möglichst
schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Gegebenheiten zu reagieren.
Insbesondere im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, aber auch im Unterhalt von Logistik-
immobilien besteht das Risiko weiter steigender Treibstoff- und Heizölpreise. Trotz des aktuell bereits
hohen Preisniveaus besteht das Risiko eines mittelfristigen weiteren Preisanstiegs, der zu einer unvorher-
gesehenen und teilweise sehr kurzfristig eintretenden Verteuerung der Herstellungskosten bzw. Beschaf-
fungskosten führen kann.
20
Ebenfalls bedeutend für eine reibungslose Erbringung seiner Transport- und Logistikdienstleistungen an
den verschiedenen Standorten ist für den Logwin Konzern die Verfügbarkeit von angemessen qualifizier-
ten Arbeitskräften zu wettbewerbsadäquaten Konditionen. Für den Fall, dass an Standorten des Unter-
nehmens geeignete Arbeitskräfte nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sein sollten, besteht das Risiko,
dass der Logwin Konzern seine Dienstleistungen aufgrund erhöhter Personalkosten nicht vereinbarungs-
gemäß oder nur auf wirtschaftlich nicht auskömmliche Weise erbringen kann.
Dies gilt neben dem gewerblichen Bereich auch für qualifizierte Logistikfachkräfte. Dies könnte sich
negativ auf die kurz- oder mittel- und langfristige Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Logwin
Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begegnet diesem Risiko durch intensive und systematische
Personalbeschaffung sowie vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung seiner Mitarbeiter.
Daneben werden zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken und von Unfällen der Mitarbeiter regel-
mäßige Gesundheits- und Sicherheitsmanagementschulungen veranstaltet.
Technische Risiken
Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Logwin Konzerns sind Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit
von IT-Infrastruktur und -Anwendungen von entscheidender Bedeutung. IT-Risiken bestehen durch den
möglichen Ausfall von operativen und administrativen IT-Systemen, die die Geschäftsabwicklung erheb-
lich beeinträchtigen und im Falle länger anhaltender Unterbrechungen oder entsprechender Reichweite
existenzbedrohend für den Logwin Konzern sein könnten. Zur Begrenzung der IT-Risiken erfolgt eine
kontinuierliche Bewertung existierender und neuer Gefährdungen für die Datensicherheit und die IT-
Infrastruktur des Logwin Konzerns. Im Jahr 2021 war ein weiter erhöhtes Risiko im Bereich Daten- und
Cybersicherheit festzustellen. Weltweit bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle auch im Bereich der
Logistik zeigen, dass die Gefährdungslage auch für den Logwin Konzern unverändert als erhöht gesehen
werden muss. Der Logwin Konzern trifft fortlaufend geeignete Schutzmaßnahmen um die IT-Dienste und
Funktionalitäten sicher zur Verfügung zu stellen. Alle Mitarbeiter der Logwin Gruppe werden durch
regelmäßige Schulungsmaßnahmen zu Themen der Cybersicherheit sensibilisiert.
Der Ausfall technischer Anlagen wie automatisierter Lagertechnik für Hochregallager, Flurförderfahr-
zeugen und -anlagen oder Materialflussrechnern kann für den Logwin Konzern neben Umsatzausfällen
Haftungs- und Gewährleistungsrisiken für Schäden und Qualitätsmängel nach sich ziehen. Durch die
regelmäßige Wartung sowie stetige Verbesserung der technischen Anlagen und Maschinen sowie
angemessene Prozesse zu ihrer Überwachung gelingt es dem Logwin Konzern, diesen Risiken entge-
genzuwirken.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert
die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungs-
formen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur,
Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter
Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter
Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben
genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den
Logwin Konzern führen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
21
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation über-
wacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und
regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten inner-
halb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquidi-
tätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschie-
dene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausge-
nutzte Kreditlinien in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem
Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring im Geschäftsjahr
2022 ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inan-
spruchnahme zur Verfügung.
Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer
35 auf Seite 99 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften all-
gemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur
weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente
dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten
Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquidi-
täts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und
vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienst-
leistern reduziert.
Kreditrisiken
Es bestehen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle Ihres Eintritts negativ
auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitäts-
prüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in
nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus
Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegenge-
wirkt.
Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der
wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forde-
rungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung
aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäftes haben. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus
Forderungsausfällen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungs-
zielen und Kreditlimiten. Darüber hinaus dient die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch
Kreditversicherungen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich.
Für drohende Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziel-
len Vermögenswerten werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen
der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Ziffer 23 auf Seite 77 des Konzernanhangs
verwiesen.
22
Sofern keine anderweitigen Angaben vorgenommen werden, stellt der Buchwert der Finanzinstrumente
das maximale Ausfallrisiko dar.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in
verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährun-
gen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den
Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwick-
lungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar
und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung
der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzernge-
sellschaften um +/– 10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremd-
währung, per 31. Dezember 2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis
(Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro).
Eine Aufstellung der zum Stichtag bestehenden Devisentermingeschäfte ist im Anhang unter Ziffer 34 auf
Seite 97 aufgeführt.
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernab-
schluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese
umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesi-
chert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des
Logwin Konzerns haben. Der Umfang möglicher Auswirkungen wird im Logwin Konzern fortlaufend eng
überwacht.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener
Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstel-
len. Zum 31. Dezember 2021 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng
überwacht und im aktuellen Umfang toleriert.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
23
Rechtliche und regulatorische Risiken Der Logwin Konzern führt im Rahmen grenzüberschreitender,
internationaler Güterverkehre für seine Kunden verschiedene Zoll- und Umsatzsteuerverfahren durch. Die
Durchführung solcher Verfahren und die dafür erforderliche Abgabe von Zoll- oder Steuererklärungen
sind mit Risiken verbunden. Dies gilt besonders dann, wenn der Logwin Konzern für die Vollständigkeit
und Richtigkeit solcher Erklärungen bspw. als Gesamtschuldner haftet. Insbesondere dann, wenn der
Kunde in diesen Fällen nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, bestehen
hieraus erhebliche Risiken für die Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns. Zur Begrenzung dieser
Risiken erfolgt die Abwicklung dieser Prozesse durch entsprechend qualifiziertes Personal. Darüber
hinaus trägt das bestehende interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem dazu bei, möglichen
Gefährdungen frühzeitig zu begegnen.
Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins ist die Einführung von strengeren Sicher-
heitsmaßnahmen, wie z. B. verstärkter Einfuhrkontrollen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Luft-
frachtsicherheit, nicht auszuschließen. Deren Auswirkungen auf die Logistikbranche sind schwer abzu-
schätzen. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Erfüllung internationaler Sicherheitsvorschriften zu
gesteigerten Kosten und deutlich steigendem Investitionsbedarf im Bereich zusätzlicher Sicherungs-
maßnahmen führt, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ergebnissituation des Logwin Konzerns
auswirken können.
Länderspezifische Risiken ergeben sich aus uneinheitlichen Auslegungen, Anwendungen und kurzfristig
in Kraft tretenden Änderungen von Rechts-, Steuer- und Zollregelungen. Dies gilt nicht nur für verschie-
dene Schwellenländer, in denen ein noch nicht oder nur eingeschränkt nach internationalen Standards
funktionierendes Rechtssystem existiert, sondern auch für dezentral erlassene Durchführungsverordnun-
gen von EU-Recht, die sich in den einzelnen Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden.
Durch enge Überwachung der Entwicklung weltweiter Sicherheitsvorschriften und anderer rechtlicher
Rahmenbedingungen ist der Logwin Konzern bemüht, frühzeitig auf zusätzliche Anforderungen zu
reagieren und die Auswirkungen zusätzlicher Aufwendungen durch Anpassung von Kundenvereinbarun-
gen zu mindern oder abzuwenden.
Weiterhin unterliegt der Logwin Konzern im Rahmen seiner Leistungserbringung sowie beim Betrieb
eigener Anlagen den in den jeweiligen Ländern der Geschäftstätigkeit gültigen Gesetzen sowie rechtli-
chen Regeln und Vorschriften, wie beispielsweise Transportlizenzen, Umweltauflagen, Arbeitssicher-
heitsregeln und Arbeitsschutz. Auflagen und Lizenzerfordernisse können die Transport- und Logistik-
tätigkeiten beschränken. In verschiedenen Kundenprojekten sind die Gesellschaften des Konzerns darauf
angewiesen, dass die vorhandenen Lizenzen und Genehmigungen jederzeit vorliegen. Ein Verlust dersel-
ben könnte die Wirtschaftlichkeit der betroffenen Kundenprojekte in erheblichem Maße gefährden. Die
hieraus entstehenden Risiken werden durch die Risikoeigner permanent überwacht, um möglichen
Gefährdungen unmittelbar zu begegnen.
Aus der Abwicklung von durch den Logwin Konzern veräußerten Unternehmensteilen bestehen vertrag-
lich vereinbarte Risikoübernahmen, im Wesentlichen Garantie-, Freistellungs- oder Steuerrisiken. Die
Inanspruchnahme des Logwin Konzerns kann zu Belastungen der Finanz- und Ertragslage des Logwin
Konzerns führen. Diese Risiken werden vertraglich möglichst begrenzt.
24
Von umweltrechtlichen Vorschriften und Auflagen ist der Logwin Konzern insbesondere in solchen
Bereichen betroffen, in denen die Erbringung der Logistikleistungen mit dem Umgang mit potenziell
gefährdenden Stoffen einhergeht, so beispielsweise der Betrieb von Tankstellen. Darüber hinaus werden
in verschiedenen Logistikanlagen Gefahrgüter umgeschlagen und gelagert. Es ist wahrscheinlich, dass
der Logistik- und Transportsektor zumindest in Deutschland und der EU in den nächsten Jahren in den
Fokus umwelt- und klimaschutzbezogener Richtlinien und Gesetze rückt. Diesbezüglich bestehen Risiken,
dass die hieraus erwachsenden Kostensteigerungen nur teilweise durch Effizienzsteigerungen aufgefan-
gen oder in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Dies könnte erhebliche
Nachteile für die Ertrags- und die Finanzlage des Logwin Konzerns nach sich ziehen. Fortlaufende Über-
wachung und systematische Prüfungen durch die Überwachungsorgane und insbesondere durch die
Qualitätsmanagement-Beauftragten des Logwin Konzerns stellen die frühzeitige Identifikation und
Steuerung dieser Risiken sicher.
Sonstige Risiken Für den Logwin Konzern besteht ein Risiko, dass aus Pflichtverletzungen des Manage-
ments Schadenersatzansprüche resultieren. Darüber hinaus bergen dolose Handlungen wie Diebstahl,
Betrug, Untreue, Unterschlagung von Zahlungsmitteln und Korruption ein hohes Gefahrenpotenzial und
können zu erheblichen materiellen und Reputationsschäden führen. Das interne Kontrollsystem des
Logwin Konzerns trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, Risiken zu reduzieren. Des Weiteren hat der
Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, mit dem Ziel, die Integrität des Verhaltens seiner
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern und Situationen vorzubeugen, die nicht mit diesen Grundsät-
zen zu vereinbaren sind. Der Verhaltenskodex ist öffentlich über die Internetseite des Logwin Konzerns
verfügbar und ist zudem in den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter fest verankert. Regelmäßig finden
Informations- und Schulungsveranstaltungen zum Verhaltenskodex statt. Zur Korruptions-Prävention hat
der Logwin Konzern ein E-Learning-Programm etabliert. Im Berichtsjahr wurden auf Basis des Feedbacks
unserer Mitarbeiter gemeinsam mit einem externen Partner die neuen E-Learning-Module Compliance &
Corruption eingeführt. Der Roll-Out erfolgte in mehreren Wellen beginnend mit den Management- und
Vertriebspositionen bevor dann die beiden Module ab Juni in weitere Länder für alle Angestellten ausge-
rollt wurden. Mittlerweile wurden von unseren Mitarbeitern in 35 Ländern bereits 3.131 Online-Trainings-
programme zu Korruption und Compliance Themen erfolgreich absolviert. Bis Ende des Jahres 2021
haben 1.019 Mitarbeiter beide Trainings erfolgreich absolviert. Zusätzlich zu den Online-Selbstlernmodu-
len wurde ein zweistündiger Führungskräfteworkshop zum Thema Compliance im Webinar-Format
konzipiert und in einem ersten Leadershipprogram bereits umgesetzt und zukünftig fester Bestandteil in
der Führungskräfteentwicklung im Logwin Konzern sein.
Der Logwin Konzern geht unternehmerische Risiken ein, um Marktchancen nutzen zu können. Für den
Fall, dass sich diese Risiken materialisieren, könnte dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Logwin Konzerns erheblich beeinträchtigen. Der aktivierte Firmenwert in Höhe von 57,4 Mio. Euro zum
31. Dezember 2021 stellt einen wesentlichen Einzelposten des langfristigen Vermögens des Logwin
Konzerns dar. Er entfällt mit 45,7 Mio. Euro auf das Geschäftsfeld Air + Ocean und mit 11,7 Mio. Euro auf
das Geschäftsfeld Solutions. Den Erfordernissen des IAS 36 entsprechend werden die Firmenwerte einer
Werthaltigkeitsprüfung unterzogen ( Impairment-Test“). Im Falle einer nachhaltig schwächer als erwarte-
ten Entwicklung einzelner Bereiche des Logwin Konzerns besteht mit Blick auf die Konzernbilanz ein
Risiko, dass insbesondere aktivierte Firmenwerte abgewertet werden müssen („Impairment-Risiko“).
Einen weiteren Einflussfaktor stellt hierbei auch die aktuelle und erwartete Zinsentwicklung dar. Im
Geschäftsjahr wurde der aktivierte Firmenwert im Geschäftsfeld Solutions aufgrund angepasster
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
25
Planungen um 9,0 Mio. Euro abgeschrieben. Eine anhaltend schwache oder schwächer als erwartete
Entwicklung einzelner Logwin-Gesellschaften kann darüber hinaus eine Wertberichtigung von latenten
Steueransprüchen erforderlich machen. Eine mangelnde Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte
inklusive Nutzungsrechte aus IFRS 16 könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin
Konzerns negativ beeinflussen.
Compliance Auf die konzernweite Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften,
vertraglicher Vereinbarungen sowie eigener Richtlinien legt der Logwin Konzern größten Wert. Zur Veran-
kerung dieses Grundsatzes hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, der für alle Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter des Konzerns bindend ist. Insbesondere definiert dieser Verhaltenskodex
allgemeine Verhaltensgrundsätze, verpflichtet zur Kenntnis und Beachtung der jeweiligen gesetzlichen
Vorschriften, regelt den Umgang mit Geschäftspartnern und staatlichen Institutionen und gibt Richtlinien
zur Vermeidung von Interessenskonflikten vor. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Logwin AG
eine Corporate Governance Charter beschlossen, die sich an den Corporate Governance-Regelungen der
Luxemburger Börse orientiert und Vorgaben zur Durchführung der Leitung und Überwachung des Logwin
Konzerns sowie zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich enthält.
Die Corporate Governance Charter der Logwin AG ist auf der Homepage des Logwin Konzerns öffentlich
zugänglich. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt „ Corporate Governance“ dieses Lageberichts.
Zur Überwachung der Einhaltung der Compliance-Vorgaben wurde ein Compliance Officer berufen. Unter
seiner Gesamtverantwortung hat das Executive Committee ein Compliance Management System
geschaffen, das den Rahmen für die strukturierte Überwachung, Bewertung und Steuerung sowie Nach-
verfolgung von Compliance-Risiken auf Basis definierter Risikofelder bildet. Umfassende und wieder-
kehrende Schulungen von Mitarbeitern auf Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings
ergänzen die fortlaufend erweiterten Maßnahmen.
Die Compliance-Aktivitäten werden durch die Arbeit der Revision ergänzt. Hier liegt der Fokus auf der
Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften sowie vertraglicher Vereinbarungen.
Die Revision führt gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsfelder weltweit Audits ausgewählter Nieder-
lassungen und Gesellschaften durch. Hierbei werden auch externe Spezialisten und Rechtsanwälte zur
Überprüfung der Einhaltung nationaler Gesetze und Vorschriften eingebunden. Wesentliche Schwer-
punkte stellen die Themen Korruptionsprävention, steuer- und zollrechtliche Compliance, Datenschutz
und Arbeitsrecht dar. Insgesamt wurde durch diese Maßnahmen die Compliance-Organisation des
Logwin Konzerns in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Dennoch kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass es zu Verstößen gegen nationale oder internationale Vorschriften kommen kann und
sich dadurch möglicherweise sogar existenzbedrohende Risiken für den Logwin Konzern ergeben
könnten.
26
Chancen
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Chancen Die anhaltende Globalisierung eröffnet dem
Logwin Konzern neben den oben beschriebenen Risiken auch Chancenpotentiale. Bei einem anhalten-
den, langfristigen Weltwirtschaftswachstum wird die Logistik-Branche auch in Zukunft wachsen. Dies gilt
besonders für Asien, wo die Handelsströme mit anderen Regionen und speziell innerhalb des Kontinents
weiter zunehmen werden. Weiterhin können sich Marktchancen aus den Wachstumsimpulsen weiterer
stark wachsender Länder in Regionen wie Südamerika oder dem Mittleren Osten ergeben.
Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigen Industrieregionen, insbesondere in China, den
USA und Europa, besser entwickeln als aktuell prognostiziert, so kann auch dies zu unerwarteten
Wachstumsimpulsen führen, da die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden den Bedarf an Lage-
rungs- und Transportdienstleistungen bestimmt. Infolgedessen können sich steigende Transportvolumina
im Im- und Export vorteilhaft auf die Entwicklung des Logwin Konzerns auswirken.
Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren.
Insbesondere eine positive Entwicklung im Automobil-, Konsumgüter-, Chemiesektor oder im Anlagen-
und Maschinenbau kann sich vorteilhaft auf den Geschäftsverlauf des Logwin Konzerns auswirken. Der
boomende Online-Handel, der insbesondere durch die Covid-19-Pandemie deutliche Steigerungsraten
aufweist, ist eine weitere Chance für den Logwin Konzern. Er schafft Bedarf für den Transport von Waren
und eröffnet somit für das nationale und internationale Transportgeschäft großes Wachstumspotenzial.
Chancen aus der operativen Geschäftstätigkeit Chancenpotentiale ergeben sich aus der Nutzung der
Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Die digitale Transformation eröffnet neue Vernetzungsmög-
lichkeiten mit den Kunden und Lieferanten des Logwin Konzerns. So können in einem herausfordernden
und dynamischen Umfeld Marktchancen schnell und gezielt aufgegriffen werden und die Wettbewerbs-
fähigkeit stärken. Darüber hinaus birgt der steigende Technologisierungsgrad in den operativen Prozes-
sen diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der verstärkte Einsatz von modernen, vernetzten IT-Systemen,
in die der Logwin Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt investiert hat, ermöglicht neben Effizienz-
steigerungen auch eine verbesserte operative Qualität, gesteigerte Kosteneffizienz und eine Verkürzung
von Reaktionszeiten auf Abweichungen. Chancen ergeben sich weiterhin aus der fortgesetzten Steige-
rung der Produktivität und Kostentransparenz sowie der Nutzung von Synergieeffekten, die daher im
Fokus der Bemühungen des Managements im Logwin Konzern stehen.
Der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen hält an. Die Lieferketten werden komplexer, inter-
nationaler, aber auch, wie die Störungen in den globalen Lieferketten aktuell zeigen, störungsanfälliger.
Kunden wünschen deshalb stabile und integrierte Logistiklösungen und suchen die Unterstützung
spezialisierter Dienstleister. Sollte der Trend weiter anhalten, so können sich hieraus weitere Wachs-
tumschancen für den Logwin Konzern ergeben.
Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen aufgrund einer entgegen den zugrundeliegenden
Erwartungen positiven Preisentwicklung z.B. von eingekauften Transportdienstleistungen, aber auch von
Treibstoff- oder Heizölpreisen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
27
Sonstige Chancen Sonstige Chancen können sich aus Akquisitionen oder der Bereinigung von Aktivi-
täten, ergeben. Durch eine stetige Überprüfung von bestehendem Geschäft sowie der Beobachtung
potentieller Übernahmeobjekte versucht der Logwin Konzern, sich ergebende Chancen frühzeitig zu
erkennen und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken, derartige Chancen zu nutzen. Chancen für die
Ertragslage des Logwin Konzerns ergeben sich weiterhin aus möglichen positiven Effekten von Fremd-
währungsrelationen oder von Zinssatzänderungen.
Prognosebericht
Sämtliche Aussagen des Prognoseberichts sind weiterhin aufgrund der Unwägbarkeiten der weiteren
Entwicklung der Covid-19-Pandemie und der weltweit auftretenden Störungen in den internationalen
Lieferketten mit sehr großer Unsicherheit behaftet.
Konjunkturprognose Der Logwin Konzern rechnet im Einklang mit den führenden Wirtschaftsprog-
nosen mit einem leichten Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022. Für die Eurozone und die deutsche
Wirtschaft wird in diesem Zeitraum im Einklang mit der Entwicklung der Weltwirtschaft von einem
leichten Wachstum ausgegangen. Für China ist nur mit einem leichten Wachstum zu rechnen. Dagegen
wird für Indien und die ostasiatischen Länder von einem beschleunigten Wachstum ausgegangen. Etwas
schwächer fällt das erwartete Wachstum in Lateinamerika aus. Alle Prognosen zur wirtschaftlichen
Gesamtentwicklung gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie und die aktuellen Schwierigkeiten in
den internationalen Lieferketten das Wachstum dämpfen werden. Der Einfluss dieser Faktoren wird aber
im Verlauf des Jahres 2022 abnehmen. Für den Logwin Konzern wird die Entwicklung einzelner Teilsekto-
ren des deutschen Konsums, insbesondere der Textil- und Bekleidungsbranche sowie die Entwicklung
der stark import- und exportbezogenen Wirtschaftssektoren wie der Automobilindustrie von wesentlicher
Bedeutung sein.
Die Möglichkeit, dass sich wesentliche übergeordnete Risikofaktoren negativ auf die Geschäftsentwick-
lung des Logwin Konzerns auswirken, wird als realistisch eingeschätzt und findet in der Einschätzung der
zukünftigen Geschäftsentwicklung ihren Niederschlag. Zu diesen Risikofaktoren zählen insbesondere die
Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie über die Beeinträchtigung der
Wirtschaft durch anhaltende Lieferengpässe und Materialknappheit in den verschiedenen betroffenen
Wirtschaftssektoren. Zusätzliche Risiken bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ergeben sich aus
einer anhaltend erhöhten Inflation und damit potentiell einhergehenden restriktiven geldpolitischen
Maßnahmen für die Kunden des Logwin Konzerns und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
Umsatzerwartung Der Logwin Konzern geht für das Jahr 2022 von einem Umsatzrückgang aus. Dies
basiert auf der Erwartung eines insgesamt rückläufigen Frachtratenniveaus im Laufe des zweiten Halb-
jahres des Geschäftsjahres. Es wird zudem nur von einer verhaltenen Erholung in den von den
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffenen konsumnahen Geschäftsbereichen ausgegangen. Die
Prognose unterliegt hoher Unsicherheit und steht unter dem Vorbehalt einer weiteren Eindämmung der
Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und einer Entspannung der internationalen Luft- und
Seefrachtmärkte.
28
Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean wird für die erste Jahreshälfte 2022 von einem anhaltend hohen Fracht-
ratenniveau und einer unverändert starken Nachfrage nach Transportkapazitäten ausgegangen. Im Laufe
des Jahres wird mit einer schrittweisen Normalisierung der Märkte und einem Rückgang des außerge-
wöhnlich hohen Frachtratenniveaus gerechnet. Der Umsatz sollte dementsprechend zunächst auf hohem
Niveau verbleiben, dann aber im Gesamtjahresvergleich deutlich zurückgehen. Die Neukundengewin-
nung, Geschäftsausweitungen mit Bestandskunden und die Absicherung von Bestandsgeschäften sind
die Grundlage der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsfelds und stehen entsprechend
unverändert im Fokus. Wie in den Vorjahren werden die Umsätze im Jahr 2022 neben der Volumenent-
wicklung bei Bestands- wie Neukunden ganz erheblich von der beschriebenen Entwicklung der Frachtra-
ten und auch der Währungskurse abhängen.
Solutions
Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions wird im Geschäftsjahr 2022 aufgrund einer erwarteten anhaltend
positiven Entwicklung der internationalen Transportaktivitäten voraussichtlich steigen. Zu der erwarteten
Entwicklung trägt auch eine prognostizierte Erholung der Volumina im deutschen Transportnetzwerk bei.
Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirkt sich die Beendigung einzelner Aktivitäten der Kontraktlogis-
tik aus.
Ergebniserwartung Unter den beschriebenen Voraussetzungen erwartet der Logwin Konzern im Jahr
2022 eine deutliche Abschwächung der Ergebnisentwicklung im Geschäftsfeld Air + Ocean gegenüber
2021 und in der Folge auch für den Logwin Konzern ein deutlich rückläufiges operatives Ergebnis
(EBITA). Das Periodenergebnis wird entsprechend des operativen Ergebnisses ebenfalls unter dem
Niveau des Jahres 2021 liegen.
Air + Ocean
Nach dem außergewöhnlich hohen Ergebnis des Geschäftsfelds Air + Ocean im Berichtsjahr wird dieses
Ergebnisniveau im aktuell sehr herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld im Jahr 2022
voraussichtlich nicht beibehalten werden können. Die Prognose geht im Jahresverlauf von einer
schrittweisen Normalisierung der Frachtraten und Marktbedingungen und dementsprechend einem
Rückgang des Umsatzes und des Margenniveaus aus. Das Ergebnis dürfte sich dem entsprechend
deutlich vermindern.
Solutions
Auch im Geschäftsfeld Solutions wird für das Jahr 2022 mit einem rückläufigen Ergebnis gerechnet. Die
Ergebnisentwicklung wird wesentlich von dem Ergebnis im Bereich der internationalen Transportaktivitä-
ten abhängen. Aufgrund erwarteter Margenrückgänge durch steigende Einstandskosten wird sich das
Ergebnis hier voraussichtlich vermindern. Für die Aktivitäten der Kontraktlogistik sowie des deutschen
Transportnetzwerks wird ein Ergebnis auf dem Niveau des Jahres 2021 erwartet. Die Ergebnisentwick-
lung des deutschen Transportnetzwerks wird dabei ganz wesentlich von der Erholung des stationären
Einzelhandels und der Transportvolumina abhängen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
29
Liquiditätsentwicklung Der Logwin Konzern erwartet im Jahr 2022 einen starken Rückgang des Free-
Cashflows aufgrund des deutlich verminderten operativen Ergebnisses. Die Nettoliquidität wird sich
weiter moderat erhöhen.
Mitarbeiter Aufgrund der erwarteten Geschäftsausweitung im Geschäftsfeld Air + Ocean und dem
damit verbundenen deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahlen rechnet der Logwin Konzern insgesamt mit
einem moderaten Anstieg der Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2022. Im Geschäftsbereich Solutions
wird von einer leicht steigenden Mitarbeiterzahl ausgegangen.
30
Konzernabschluss
Gewinn– und Verlustrechnung
Angaben in Tausend €
2021
2020
Anhang/Seite
Umsatzerlöse
1.851 .836
1.123 .297
9/65
Umsatzkosten
-1.689 .275
-1.023 .941
10/66
Bruttogewinn
162.561
99.356
Vertriebskosten
-27.61 3
-23.50 5
10/66
Verwaltungskosten
-34.06 4
-31.74 7
10/66
Sonstige betriebliche Erträge
9.936
13.55 1
11/66
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-8.617
-8.602
11/66
Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Vermögenswerte
-138
-859
Operatives Ergebnis vor Wertminderungen und Wertaufholungen von
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
102.065
48.194
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
-3.422
-442
12/67
Wertaufholung von Sachanlagen
2.297
-
12/67
Operatives Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten (EBITA)
100.940
47.752
Wertminderung von Firmenwerten
-8.953
-
18/71
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)
91.987
47.752
Finanzierungserträge
183
255
14/67
Finanzierungsaufwendungen
-3.364
-4.135
14/67
Ergebnis vor Ertragsteuern
88.806
43.872
Ertragsteuern
-25.29 6
-9.138
15/68
Periodenergebnis
63.510
34.734
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
62.80 3
34.41 4
Nicht beherrschende Anteile
707
320
Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert (in Euro):
bezogen auf das den Aktionären der Logwin AG zurechenbare
Periodenergebnis
21,80
11,94
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück)
2.880 .488
2.883 .387
Konzernabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung | Gesamtergebnisrechnung
31
Gesamtergebnisrechnung
Angaben in Tausend €
2021
2020
Anhang/Seite
Periodenergebnis
63.510
34.734
Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe
4.462
-6.323
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliederte Währungsdifferenzen
-
6
Sonstiges Ergebnis, welches ggf. in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
4.462
-6.317
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
2.771
-1.615
29/83
Latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld
-2.251
367
26/80
Sonstiges Ergebnis, welches nicht in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
520
-1.248
Sonstiges Ergebnis
4.982
-7.565
Gesamtergebnis
68.492
27.169
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
67.60 5
27.04 3
Nicht beherrschende Anteile
887
126
32
Kapitalflussrechnung
Angaben in Tausend €
2021
2020
Anhang/Seite
Ergebnis vor Ertragsteuern
88.80 6
43.87 2
Finanzergebnis
3.181
3.880
14/67
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
91.987
47.752
Überleitungspositionen zum operativen Cashflow:
Abschreibungen
39.19 2
38.65 0
10/66
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen
150
-1.061
11/66
Wertminderung von Firmenwerten
8.953
-
18/71
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
3.422
442
12/67
Wertaufholung von Sachanlagen
-2.297
-
12/67
Sonstiges
3.522
-4.366
Steuerzahlungen
-13.23 2
-10.62 6
Gezahlte Zinsen
-3.071
-3.698
Erhaltene Zinsen
183
255
Veränderung Working Capital, zahlungswirksam:
Veränderung Forderungen
-162 .564
616
Veränderung Verbindlichkeiten
159 .605
-1.342
Veränderung Vorräte
44
1.122
Operativer Cashflow
125.894
67.744
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-12.59 4
-19.54 3
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur
Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
8.100
1.450
16/69
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten
750
310
Sonstiger Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-29
58
Investitions-Cashflow
-3.773
-17.725
Netto-Cashflow
122.121
50.019
Veränderung aus kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten
67
-10
17/70
Mittelabfluss aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-33.52 8
-31.44 2
17/70
Ausschüttungen an Aktionäre
-10.08 3
-10.09 4
27/82
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
-363
-386
Erwerb eigener Aktien
-413
-387
Finanzierungs-Cashflow
-44.320
-42.319
Free-Cashflow (= Netto-Cashflow abzüglich Tilgung von Verbindlichkeiten
aus Leasingverträgen)
88.593
18.577
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Fonds der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
1.804
-3.194
Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
79.605
4.506
Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
168 .408
163 .902
Veränderung
79.60 5
4.506
Endbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
248.013
168.408
25/80
Konzernabschluss
Kapitalflussrechnung | Bilanz
33
Bilanz
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Anhang/Seite
Aktiva
Firmenwerte
57.36 6
66.31 9
18/71
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
20.97 9
22.47 8
19/73
Sachanlagen
104 .759
118 .184
20/74
Finanzanlagen
781
759
Latente Steueransprüche
20.00 7
19.52 3
26/80
Sonstige langfristige Vermögenswerte
844
699
Summe langfristige Vermögenswerte
204.736
227.962
Vorräte
1.411
1.455
22/77
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
261 .396
140 .802
23/77
Vertragsvermögenswerte
34.92 2
12.64 4
23/77
Ertragsteuerforderungen
1.862
2.465
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
44.68 5
20.68 6
24/79
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
248 .013
168 .408
25/80
Summe kurzfristige Vermögenswerte
592.289
346.460
Summe Aktiva
797.025
574.422
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Anhang/Seite
Passiva
Gezeichnetes Kapital
131 .300
131 .300
Konzernrücklagen
150 .666
93.14 4
Eigene Aktien
-800
-387
Auf die Aktiore der Logwin AG entfallendes Eigenkapital
281.166
224.057
Nicht beherrschende Anteile
1.319
795
Eigenkapital
282.485
224.852
27/82
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
51.63 1
60.59 9
21/75
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
31.61 6
35.48 5
29/83
Sonstige langfristige Rückstellungen
3.365
3.529
30/88
Latente Steuerschulden
6.325
1.294
26/80
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
1
1
33/89
Summe langfristige Schulden
92.938
100.908
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
323 .257
172 .523
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
27.88 4
30.23 3
21/75
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
135
66
28/83
Kurzfristige Rückstellungen
9.470
8.042
31/88
Ertragsteuerverbindlichkeiten
12.79 4
3.230
32/89
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
48.06 2
34.56 8
33/89
Summe kurzfristige Schulden
421.602
248.662
Summe Passiva
797.025
574.422
34
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Angaben in Tausend €
Auf die Aktionäre der
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Gewinn-
rücklagen
1. Januar 2020
131.300
146.628
-68.649
Periodenergebnis
34.41 4
Sonstiges Ergebnis
-1.248
Gesamtergebnis
33.166
Erwerb eigener Aktien
Ausschüttungen
-10.09 4
Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage
39.24 3
-39.24 3
31. Dezember 2020
131.300
175.777
-74.726
1. Januar 2021
131.300
175.777
-74.726
Periodenergebnis
62.80 3
Sonstiges Ergebnis
520
Gesamtergebnis
63.323
Erwerb eigener Aktien
Ausschüttungen
-10.08 3
Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage
48.94 7
-48.94 7
31. Dezember 2021
131.300
214.641
-60.350
Der nachfolgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Konzernabschluss
Eigenkapitalveränderungsrechnung
35
Logwin AG entfallendes Eigenkapital
Nicht beherr-
schende Anteile
Summe
Eigenkapital
Kumuliertes
sonstiges Ergebnis
Eigene Aktien
Summe
Rücklage für
Währungs–
differenzen
-1.784
-
207.495
1.055
208.550
34.41 4
320
34.73 4
-6.123
-7.371
-194
-7.565
-6.123
27.043
126
27.169
-387
-387
-387
-10.09 4
-386
-10.48 0
-
-
-7.907
-387
224.057
795
224.852
-7.907
-387
224.057
795
224.852
62.80 3
707
63.51 0
4.282
4.802
180
4.982
4.282
67.605
887
68.492
-413
-413
-413
-10.08 3
-363
-10.44 6
-
-
-3.625
-800
281.166
1.319
282.485
36
Anhang zum Konzernabschluss 31. Dezember 2021
Allgemeine Angaben
01 Informationen zum Unternehmen 38
02 Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
38
03 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses 38
04 Konsolidierungsgrundsätze
39
05 Neue Rechnungslegungsvorschriften
39
06 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten 42
07 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
44
08 Segmentberichterstattung 61
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
09 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
65
10 Aufwendungen nach Kostenarten 66
11 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
66
12 Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 67
13 Zuwendungen der öffentlichen Hand
67
14 Finanzergebnis
67
15 Ertragsteuern
68
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
16 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung
gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
69
17 Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
70
Erläuterungen zur Bilanz
18 Firmenwerte
71
19 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 73
20 Sachanlagen
74
21 Leasing
75
22 Vorräte
77
23 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
77
24 Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 79
25 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
80
26 Latente Steuern 80
27 Eigenkapital
82
28 Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
83
29 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 83
30 Sonstige langfristige Rückstellungen
88
31 Kurzfristige Rückstellungen 88
32 Ertragsteuerverbindlichkeiten
89
33 Sonstige Verbindlichkeiten
89
Sonstige Angaben
34 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
90
35 Finanzielle Verpflichtungen 99
36 Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
100
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
37
37 Honorar des Abschlussprüfers
100
38 Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
100
39 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
101
40 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
102
41 Aufstellung des Anteilsbesitzes 103
38
Allgemeine Angaben
1 Informationen zum Unternehmen
Der Konzernabschluss der Logwin AG, L-Grevenmacher (im Folgenden auch als Logwin AG“ oder Logwin“
bezeichnet) für das Geschäftsjahr 2021 wurde am 3. März 2022 durch den Beschluss des Verwaltungsrats
der Logwin AG zur Veröffentlichung freigegeben und bedarf nach Luxemburger Recht der Genehmigung
durch die Hauptversammlung. Die Logwin AG, 5 an de Längten, L-6776 Grevenmacher, ist eine in
Grevenmacher (Luxemburg) gegründete und ansässige, in der Rechtsform einer Luxemburgischen Société
Anonyme geführte, und in der Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien an der Frankfurter Wertpa-
pierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft gehört dem Prime Standard der Deutsche Börse AG an.
Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft ist die DELTON Logistics S.à r.l. mit Sitz in Grevenmacher,
Luxemburg.
Der Logwin Konzern verfügt als Logistikdienstleister über langjährige Erfahrung, spezialisierte Infrastruktur
und Know-how in verschiedenen Branchen von Industrie und Handel und übernimmt für seine Kunden das
Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und lokale wie weltweite Transporte auf
der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht. Die Hauptaktivitäten der Geschäftsfelder Air +
Ocean und Solutions sind in Anhangangabe 8Segmentberichterstattung“ näher beschrieben.
2 Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
Der Konzernabschluss der Logwin AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den
International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind,
aufgestellt. Dabei wurden alle für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtend anzuwendenden Standards des
International Accounting Standards Board (IASB) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations
Committee (IFRS IC), vormals International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) bzw.
Standing Interpretation Committee (SIC), angewandt.
3 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden und zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutter-
unternehmens.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskosten-
prinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie sonstige finanzielle Vermögens-
werte, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstru-
mente“ zugeordnet sind. Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzern-
abschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro
(Tausend oder TEUR). Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten
Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
39
4 Konsolidierungsgrundsätze
Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2021 umfasst zwei inländische und 51 ausländische
Unternehmen und hat sich wie folgt entwickelt:
31.12.2020
Zugänge
Abgänge
31.12.2021
Luxemburg
2
-
-
2
Deutschland
11
1
-
12
Übriges Ausland
39
-
-
39
Summe
52
1
-
53
Der Zugang betrifft die Neugründung einer deutschen Gesellschaft im Geschäftsfeld Solutions.
Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf Seite 103.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden
in voller Höhe eliminiert. Tochterunternehmen werden grundsätzlich ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsoli-
diert, das heißt ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den
Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.
Nicht beherrschende Anteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens, die auf
Anteile an konsolidierten Gesellschaften entfallen, die nicht vom Konzern gehalten werden. Nicht beherr-
schende Anteile werden in der Gewinn– und Verlustrechnung, in der Gesamtergebnisrechnung, in der
Eigenkapitalveränderungsrechnung und innerhalb des Eigenkapitals in der Bilanz – getrennt von dem auf
die Aktionäre der Logwin AG entfallenden Anteil – gesondert ausgewiesen.
5 Neue Rechnungslegungsvorschriften
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretation Committee (IFRS IC)
haben in den Vorjahren neue Rechnungslegungsvorschriften veröffentlicht. Die folgenden waren für das
Geschäftsjahr 2021 erstmals verpflichtend anzuwenden:
40
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IFRS 9,
IAS 39,
IFRS 7,
IFRS 4,
IFRS 16
Interest Rate Benchmark Reform Phase 2
1.1.2021
Ja
Änderung
IFRS 16
Auf die Covid-19-Pandemie bezogene
Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021
1.4.2021
Ja
Änderung
IFRS 4
Verlängerung der vorübergehenden Befreiung
von der Anwendung des IFRS 9
1.1.2021
Ja
Die oben genannten neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für
die laufende Berichtsperiode grundsätzlich erstmals anwendbar.
Die Änderungen der Interest Rate Benchmark Reform — Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7,
IFRS 4 und IFRS 16) beziehen sich auf die Bilanzierung von Änderungen bei der Ermittlung vertraglicher
Zahlungsströme als Folge der IBOR-Reform, sie geben ein Enddatum für Erleichterungen aus der Phase 1
für nicht vertraglich spezifizierte Risikokomponenten in Sicherungsbeziehungen an und stellen zusätzliche
zeitlich beschränkte Ausnahmen von der Anwendung spezifischer Hedge-Accounting-Anforderungen sowie
zusätzliche IFRS 7-Angaben im Zusammenhang mit der IBOR-Reform zur Verfügung.
Die Änderung an IFRS 16 Leasingverhältnisse verlängert die für die Leasingnehmer bestehende optionale
Erleichterung bei der Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit Covid-19 eine
Modifikation ist.
Aus den im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden neuen Rechnungslegungsvorschriften
haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Logwin AG ergeben.
Weiterhin wurden vom IASB und vom IFRS IC die im Folgenden dargestellten neuen bzw. überarbeiteten
Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend
anzuwenden waren. Von dem Wahlrecht einer im Einzelfall bestehenden Möglichkeit der freiwilligen
vorzeitigen Anwendung hat der Logwin Konzern im Geschäftsjahr 2021 keinen Gebrauch gemacht.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
41
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept
1.1.2022
Ja
Änderung
IAS 16
Erlöse aus der beabsichtigten Nutzung einer
Sachanlage
1.1.2022
Ja
Änderung
IAS 37
Belastende Verträge - Kosten der
Vertragserfüllung
1.1.2022
Ja
Änderung
diverse
Jährliche Verbesserung an den IFRS, Zyklus
2018-2020
1.1.2022
Ja
Änderung
IAS 1
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder
langfristig
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 1,
Practice
Statement
2
Angabe von Rechnungslegungsmethoden
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 8 Definition von Schätzungen
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 12
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte
und Schulden beziehen, die aus einer einzigen
Transaktion entstehen
1.1.2023
Nein
Neuer Standard
IFRS 17 Versicherungsverträge
1.1.2023
Ja
Änderung
IFRS 17
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 -
Vergleichsinformationen
1.1.2023
Nein
Mit den Änderungen an IFRS 3 werden veraltete Verweise in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept aktualisiert,
ohne die Vorschriften im Standard bedeutend zu ändern.
Die Änderungen an IAS 16 verlangen, dass die Erlöse und Aufwendungen im Zusammenhang mit den
produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens
stammen, getrennt ausgewiesen werden und der Posten angegeben wird, in dem die Erlöse innerhalb der
Gesamtergebnisrechnung erfasst werden.
Mit den veröffentlichten Änderungen an IAS 37 wird konkretisiert, dass sämtliche Kosten der Vertrags-
erfüllung, die dem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind, bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend ist,
zu berücksichtigen sind.
Die Änderung an IAS 1 stellt klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfris-
tig nach den Rechten richtet, über die das Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt.
42
Weitere Änderungen an IAS 1 und dem Practice Statement 2 sind Teil der „Disclosure Initiative“ des IASB
mit denen klargestellt wird, dass künftige Angaben nur noch zu wesentlichen und nicht mehr zu maßgebli-
chen Rechnungslegungsmethoden zu machen sind. Was als wesentlich gilt, richtet sich nach der Entschei-
dungsnützlichkeit der Informationen für die Bilanzadressaten.
Die Änderungen an IAS 8 beinhalten Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden
und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen, um Unternehmen deren Abgrenzung zu erleichtern.
Die Änderungen an IAS 12 schränken die sogenannte „Initial Recognition Exception“ ein.
IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für
Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17
besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so
zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als
Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können.
Die Änderungen an IFRS 4 sollen die Umsetzung erleichtern und einige Anforderungen des neuen Stan-
dards sowie den Übergang auf die neuen Regeln vereinfachen.
Aus den neuen vorangehend erläuterten und überarbeiteten Vorschriften werden aktuell keine wesent-
lichen Auswirkungen auf zukünftige Abschlüsse des Logwin Konzerns erwartet.
6 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert bei einigen Posten Schätzungen und Annahmen und damit
Ermessensausübungen des Managements, die Auswirkungen auf die zum jeweiligen Bilanzstichtag
ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden bzw. auf die Aufwendungen und Erträge im Berichts-
zeitraum haben. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzwerten abweichen, so dass ein Risiko
besteht, dass in späteren Geschäftsjahren eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder
Schulden erforderlich sein wird.
Unsicherheiten bestehen im Bereich des mindestens einmal jährlich verpflichtend durchzuführenden
Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted Cash Flow– Methode
die zu erwartenden Cashflows, nachhaltige Wachstumsraten sowie ein adäquater gewichteter Kapital-
kostensatz (WACC) heranzuziehen sind. Die Komponenten des WACC sind der risikofreie Zins, die
Marktrisikoprämie, die sogenannten Beta-Faktoren, der Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread), Länder-
risikozuschläge sowie die Verschuldungsquote. Der Buchwert der aktivierten Firmenwerte beträgt zum
31. Dezember 2021 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf
Anhangangabe 18 „Firmenwerte“ verwiesen.
Weitere Schätzungen erfordern die versicherungsmathematischen Berechnungen des Werts der Rück-
stellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hinsichtlich der gewählten Prämissen. Zum
31. Dezember 2021 beträgt deren Bilanzwert 31,6 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro); es wird auf
Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
43
Zudem gibt es Schätzungserfordernisse bei der Aktivierung latenter Steueransprüche in Bezug auf die
Erwartung zukünftig zu versteuernder Ergebnisse und deren Verrechnung mit steuerlichen Verlustvor-
trägen oder gegebenenfalls vorhandenen latenten Steuerschulden. Der aktivierte Betrag zum Bilanz-
stichtag beläuft sich auf 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,5 Mio. Euro); es wird auf die Anhangangabe 26
Latente Steuern“ verwiesen.
Im Rahmen der Bilanzierung sind Annahmen bezüglich Nutzungsdauern von Sachanlagen und sonstigen
immateriellen Vermögenswerten sowie Beurteilungen über die Werthaltigkeit zu treffen. Der Konzern
beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertge-
mindert sein könnte. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte oder im Falle einer jährlich verpflichtend
vorzunehmenden Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung nimmt der Konzern eine
Schätzung des erzielbaren Betrags vor.
Zu den Ermessensentscheidungen des Managements zählt ferner die Entscheidung über das Vorliegen der
Aktivierungsvoraussetzungen von Entwicklungskosten als selbstgeschaffene immaterielle Vermögens-
werte, insbesondere Software.
Darüber hinaus ist die Überprüfung einer eventuellen Wertminderung bei Forderungen erforderlich. Sofern
Forderungen im Wege des Factoring veräußert werden, ist für den angemessenen Bilanzausweis eine
Einschätzung des Managements erforderlich, in welchem Umfang die wesentlichen Chancen und Risiken
auf die Factoring-Gesellschaft übergehen. Zum Ausweis des Factoring im Konzernabschluss wird auf
Anhangangabe 7 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“
– Stichwort „ Factoring“ – verwiesen.
Bei der Bilanzierung von Leasingverträgen können die Bestimmung der Laufzeit, der Höhe der Leasing-
zahlungen und des als Diskontierungszins verwendeten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermessensbehaftet
sein und beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Besonders die Beurteilung von
Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen bei Immobilienleasingverträgen beinhaltet Ermessens-
entscheidungen des Managements.
Des Weiteren sind für die Bildung von Rückstellungen Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zur
Höhe von erwarteten Vermögensabflüssen zu treffen.
Gemäß den Vorschriften des IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde Kontrolle über Waren
oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem
Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
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7 Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Logwin AG und der Darstellungs-
währung des Konzerns, aufgestellt.
Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist,
werden mit dem Mittelkurs zum Ende des Geschäftsjahres, Erträge und Aufwendungen mit dem Durch-
schnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus dieser Fremdwäh-
rungsumrechnung werden in einem eigenen Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei
Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen
Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die Entwicklungen der Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen sind in der
nachstehenden Tabelle aufgeführt:
Währungen
Durchschnittskurs
Stichtagskurs
2021
2020
31.12.2021
31.12.2020
1 EUR =
Australischer Dollar
AUD
1,5750
1,6551
1,5594
1,6025
Brasilianischer Real
BRL
6,3781
5,8908
6,3734
6,3574
Chinesischer Renminbi Yuan
CNY
7,6293
7,8741
7,2230
8,0134
Britisches Pfund
GBP
0,8597
0,8896
0,8393
0,9031
Hongkong Dollar
HKD
9,1938
8,8584
8,8399
9,5210
Polnischer Zloty
PLN
4,5651
4,4423
4,5960
4,5565
Singapur Dollar
SGD
1,5893
1,5742
1,5330
1,6257
Thailändischer Baht
THB
37,8373
35,7089
37,8670
36,7690
US Dollar
USD
1,1828
1,1421
1,1334
1,2281
Südafrikanischer Rand
ZAR
17,4757
18,7624
18,0173
18,0053
Unternehmenszusammenschlüsse
Der Logwin Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der
Konzern Beherrschung erlangt hat. Nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt Beherrschung vor, wenn ein
Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in ein Beteiligungsverhältnis ausgesetzt ist bzw.
Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsmacht über das
Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernab-
schluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem
die Beherrschung endet. Wird Beherrschung über ein Tochterunternehmen erlangt, bewertet der Logwin
Konzern entsprechend IFRS 3 alle erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventual-
verbindlichkeiten zu ihren zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
45
Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen berechnet sich aus dem
prozentualen Anteil der Minderheitsgesellschafter an den Fair Values der identifizierbaren Vermögens-
werte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Beim Erwerb von weiteren Anteilen an Unternehmen, bei
denen durch vorangegangene Transaktionen bereits die Beherrschung über das Unternehmen erlangt
wurde (nicht beherrschende Anteile), handelt es sich im Sinne der Konzerneinheitstheorie um Verschie-
bungen im Eigenkapital zwischen den Gesellschaftergruppen. In diesem Fall werden die Anschaffungs-
kosten für die zusätzlichen Anteile mit den auszubuchenden nicht beherrschenden Anteilen aufgerechnet
und Unterschiedsbeträge unmittelbar erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungs-
kosten bewertet, die sich als Überschuss des Kaufpreises des Unternehmenszusammenschlusses über
den Anteil des Konzerns an den Fair Values der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden
und Eventualverbindlichkeiten bemessen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem
Marktwert wird direkt ergebniswirksam erfasst. Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand
erfasst.
Ertragsrealisierung
Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde die Kontrolle über Waren oder Dienstleistun-
gen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über
einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
Für die Umsätze aus Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt
entsprechend IFRS 15.35 eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, da davon auszugehen ist, dass dem
Kunden der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens stetig zufließt und er die Vorteile gleichzeitig
erhält und nutzt, während die Leistung erbracht wird. Die Leistungsverpflichtung wird dabei erfüllt,
während der Logwin Konzern die Transportdienstleistung erbringt. Als Maßstab für den Grad der
Leistungserbringung zu einem Stichtag wird die bereits verstrichene Transportdauer im Verhältnis zur
erwarteten Gesamtdauer des Transportes zugrunde gelegt (inputorientierte Methode), da eine Messung
der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht praktikabel ist.
Für die Erbringung von Transportdienstleistungen im Geschäftsfeld Air + Ocean werden teilweise retro-
spektiv wirkende Rabatte gewährt, die auf dem mit dem Kunden erzielten Umsatz oder der Erreichung
bestimmter Volumina in einem definierten Zeitraum, der in der Regel 12 Monate beträgt, basieren. Die
Erlöse aus den Dienstleistungen werden in Höhe der im Vertrag vereinbarten Gegenleistung abzüglich der
geschätzten Rabatte erfasst. Umsatzerlöse werden dabei nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahr-
scheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsätze nicht notwendig sein wird. Für die bis zum
Ende der jeweiligen Berichtsperiode getätigten Umsätze wird eine Rückstellung für die voraussichtlich
hierauf zu gewährenden Rabatte gebildet. Für die Verpflichtung des Konzerns, entstandene Transportschä-
den zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet.
Die in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erbrachten Transportdienstleistungen stellen in der
Regel ein Leistungsbündel dar, da die zugesagten Dienstleistungen hochgradig voneinander abhängig sind
(IFRS 15.29c) und der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung erbringt (IFRS 15.29a), die
einen erheblichen Teil des Leistungsbündels darstellt. Eine Aufteilung des Transaktionspreises auf die
46
zugesagten Leistungskomponenten erfolgt aus diesem Grund nicht, vielmehr wird der Transaktionspreis
dem identifizierten Leistungsbündel zugeordnet.
Schätzungen hinsichtlich der Erlöse, Kosten oder des Auftragsfortschritts werden korrigiert, wenn sich
Umstände ändern. Etwaige daraus resultierende Erhöhungen oder Verminderungen der geschätzten Erlöse
oder Kosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Umstände, die Anlass zur Korrektur
geben, der Geschäftsführung zur Kenntnis gelangen.
Bei Festpreisverträgen zahlt der Kunde einen gegebenenfalls mittels Zahlungsplan festgelegten Betrag.
Übersteigen die vom Logwin Konzern erbrachten Leistungen die erhaltenen Zahlungen, wird ein Vertrags-
vermögenswert erfasst. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die erbrachten Leistungen, wird eine
Vertragsverbindlichkeit bilanziert.
Für die Umsätze des Geschäftsfelds Solutions aus der Distribution und Lagerhaltung hat entsprechend
IFRS 15.35 ebenfalls grundsätzlich eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zu erfolgen, da die
Leistungsverpflichtung durch den Logwin Konzern in der Regel erfüllt wird, während die Dienstleistung
erbracht wird. Der Logwin Konzern erfasst den Umsatz in diesem Geschäftsbereich überwiegend ent-
sprechend der Vereinfachungsregelung des IFRS 15.B16 in Höhe des Betrages, den das Unternehmen
dem Kunden in Rechnung stellen darf, da in der Regel ein Anspruch auf eine Gegenleistung von dem
Kunden besteht, die direkt dem Wert der vom Unternehmen für den Kunden bereits erbrachten
Gegenleistung entspricht.
Die Verträge im Geschäftsbereich Solutions im Zusammenhang mit Lagerhaltung und Distribution enthal-
ten in der Regel mehrere Leistungskomponenten, die zwar dem Grunde nach eigenständig sind, d.h. der
Kunde kann sie alleine oder zusammen mit anderen zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen.
Allerdings erbringt der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung, so dass im Regelfall von
einem Leistungsbündel auszugehen ist.
Im Konzern existieren keine Verträge mit Kunden, bei denen der Zeitraum zwischen der Übertragung der
versprochenen Dienstleistung auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden länger als ein Jahr
beträgt. Dementsprechend wird die zugesagte Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes angepasst.
Unternehmen müssen Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufgliedern, die den Einfluss wirt-
schaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen
abbilden. Für den Logwin Konzern wird eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach bestehenden Segmen-
ten und geografischen Regionen für seine Umstände als angemessen angesehen.
Bei Geschäftsvorfällen, die selbst zu keinen Umsatzerlösen führen, die aber zusammen mit den Hauptum-
satzaktivitäten anfallen, werden alle Erträge mit den dazugehörigen Aufwendungen, die durch den selben
Geschäftsvorfall entstehen, gemäß IAS 1.34 saldiert dargestellt, wenn diese Darstellung den Gehalt des
Geschäftsvorfalls oder Ereignisses widerspiegelt; hierunter fallen beispielsweise weiterbelastete Zollge-
bühren.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
47
EBITA
Eine zentrale Ergebnisgröße des Logwin Konzerns ist das EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and
Amortisation). Es ergibt sich aus den Umsatzerlösen, abzüglich der Umsatzkosten, der Vertriebskosten
und der Verwaltungskosten; außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge,
Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert
ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermö-
genswerte einbezogen.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des den Aktionären der Logwin AG zurechenbaren Perioden-
ergebnisses und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eine
Verwässerung würde sich ergeben, wenn das Ergebnis durch potenzielle Aktien aus Options- und
Wandelrechten vermindert wird. Solche Rechte liegen in Bezug auf die Aktien der Logwin AG nicht vor.
Free-Cashflow
Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Logwin Konzern stellt der Free-Cashflow dar. Der Free-
Cashflow definiert sich im Logwin Konzern als Summe aus dem operativen Cashflow und dem Investitions-
Cashflow abzüglich der Tilgungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen.
Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewer-
tet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusam-
menschluss erworben wurde, entsprechen seinem Fair Value zum Erwerbszeitpunkt. Selbst geschaffene
immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die Aktivierungskriterien
erfüllen und die damit verbundenen Kosten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten. Andernfalls werden
die Kosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die Folgebewertung erfolgt mit den
Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsauf-
wendungen.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen immateriel-
len Vermögenswert mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäfts-
jahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschrei-
bungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere
Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behan-
delt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen
Vermögenswerts entspricht. Aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden über ihre wirtschaftliche
Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit
unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens jährlich auf Wertminderung geprüft.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten errechnen sich aus der
Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden bei
Abgang des Vermögenswerts erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen
betrieblichen Aufwendungen erfasst.
48
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen
und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Die Abschreibung erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen zehn und 50
Jahren für Gebäude sowie zwischen drei und 20 Jahren für Maschinen und Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen Sachanlage-
gegenstand mindestens zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer
des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein
anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen
werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des Vermögenswerts
entspricht, erfasst.
Eine Sachanlage wird entweder bei ihrem Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung
oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der
Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen
dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten
ausgebucht wird, in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen
erfasst.
Wertminderung von Vermögenswerten
Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag und anlassbezogen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass
ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte (siehe auch Anhangangabe 6 „Wesentliche Ermessens-
entscheidungen und Schätzunsicherheiten“). Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere
der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgene-
rierenden Einheit) abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist
für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittel-
zuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von
Vermögenswerten sind. In diesem Fall erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags ggf. für die
zahlungsmittelgenerierende Einheit, welcher der Vermögenswert zugehört.
Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als
wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungs-
werts werden die geschätzten künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts
und aus seiner letztendlichen Veräußerung unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der
die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögens-
werts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Sofern Wertminderungsaufwendungen von Sachanlagen
bzw. immateriellen Vermögenswerten in Bezug auf die Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich sind,
werden diese in einem eigenen Posten innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wert-
minderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in einer eigenen
Position der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
49
An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsauf-
wand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert
haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Ein zuvor erfasster
Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungs-
aufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags
herangezogen wurden. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach
Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungs-
aufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen.
Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichts-
perioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen
Restbuchwerts, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.
Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder
Air + Ocean und Solutions geprüft. Als Stichtag für die jährliche Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmen-
werte hat der Logwin Konzern den 31. Dezember eines Geschäftsjahres gewählt. Sollten zu einem anderen
Zeitpunkt Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine drohende Wertminderung von Firmenwerten hinweisen,
wird eine Werthaltigkeitsbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vorgenommen.
Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unter-
nehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerieren-
den Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den
Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon,
ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden
sind.
Jede Einheit, zu der der Firmenwert zugeordnet worden ist,
stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Firmenwert für interne
Managementzwecke überwacht wird; und
ist nicht größer als ein Geschäftssegment, gemäß IFRS 8 Geschäftssegmente“
Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden
Einheit (ZGE) bestimmt, auf die sich der Firmenwert bezieht. Die Gruppen von ZGEs entsprechen im
Logwin Konzern den Geschäftsfeldern. Liegt der erzielbare Betrag der ZGE unter ihrem Buchwert, wird ein
Wertminderungs-aufwand erfasst; beim Wegfall der Gründe der Wertminderung dürfen keine Zuschreibun-
gen auf zuvor wertgeminderte Firmenwerte vorgenommen werden.
In den Fällen, in denen ein Teil einer ZGE veräußert wird, wird der der veräußerten Teileinheit zuzurech-
nende Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts der Teileinheit bei der Ermittlung des Ergebnisses aus
der Veräußerung der Teileinheit einbezogen. Ein Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird auf
der Grundlage des Verhältnisses des Fair Values der veräußerten Teileinheit zum erzielbaren Betrag des
nicht veräußerten Anteils der ZGE ermittelt.
50
Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem jeweils niedrigeren
Wert aus Anschaffungskosten bzw. Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gleitenden Durch-
schnittspreisverfahrens. Bei Risiken, die auf niedriger Umschlagshäufigkeit oder Überalterung der
Bestände beruhen sowie bei drohenden Verlusten aus schwebenden Lieferverträgen, wird eine Wert-
berichtigung auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen.
Ertragsteuern
Die Ertragsteuerforderungen bzw. Ertragsteuerverbindlichkeiten werden nach IAS 12 berechnet. Der
Betrag der laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten ist die beste Schätzung des zu
erwartenden Steuerbetrags und berücksichtigt Unsicherheiten im Zusammenhang mit den laufenden
Ertragsteuern, sofern solche bestehen. Ferner werden latente Steueransprüche und latente Steuer-
schulden bilanziert. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Bilanz
angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen.
Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig wahrscheinlich eintretenden Steuerentlastungen bzw.
-belastungen werden aktiviert bzw. passiviert, wobei Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit Ertrag-
steuern bestehen können, berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang
angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den
die temporäre Differenz oder der Verlustvortrag verwendet werden kann. Sofern die den Steuerlatenzen
zugrunde liegenden Ent- oder Belastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die
Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral.
Die jeweiligen Bemessungsgrundlagen werden mit dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich
gültigen Steuersatz bewertet. Bei den einbezogenen Unternehmen kommen grundsätzlich landesspezifi-
sche Steuersätze zur Anwendung. So wird für die Berechnung deutscher latenter Steuern ein Körper-
schaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer
sowie ein Gewerbesteuersatz angewandt, dessen Hebesätze sich nach den lokalen Gegebenheiten
bestimmen. Soweit die latenten Steueransprüche den Betrag der latenten Steuerschulden übersteigen,
erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Ergebnisentwick-
lung des betreffenden Konzernunternehmens.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn sich diese auf Ertragsteuern
beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen,
werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahr-
scheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte
Nutzung realisiert werden.
Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus
ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veußerungskosten angesetzt.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden dann nicht mehr planmäßig abgeschrieben.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
51
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind alle Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu finanziellen Vermögens-
werten und bei einem anderen Unternehmen zu finanziellen Verbindlichkeiten oder einem Eigenkapital-
instrument führen.
Ansatz und Ausbuchung
Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag. Ein marktüblicher Kauf oder Ver-
kauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der
Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte
werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermö-
genswerten ausgelaufen sind oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken
und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn
die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bewertung
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Logwin Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum Trans-
aktionspreis zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten finanziellen Vermögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswertes entfallen-
den Transaktionskosten. Transaktionskosten von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten werden im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst.
Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach der Einstufung in eine der nachfolgend
beschriebenen Kategorien.
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach drei Kategorien, welche unterschiedliche
Wertmaßstäbe und eine unterschiedliche Erfassung von Wertänderungen zur Folge haben. Die Kategorisie-
rung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit von den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als
auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird.
Der Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest
und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, wobei bei der Einteilung grundsätz-
lich zwischen Schuldinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten wie folgt zu unterscheiden ist.
Schuldinstrumente
Die Bewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung
des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Logwin Konzern stuft
seine Schuldinstrumente in eine der drei folgenden Bewertungskategorien ein:
52
Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zah-
lungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungs-
zahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen
finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen
ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlust-
rechnung erfasst, und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den
sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen.
FVOCI: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräuße-
rung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließ-
lich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewer-
tet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der
Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste,
die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögens-werts wird der
zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen Gewinnen/ Verlusten ausgewiesen.
FVTPL: Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet“ oder „FVOCI“ nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert (FVTPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum
FVTPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten
in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.
Eigenkapitalinstrumente
Der Logwin Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert, in der
Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL).
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
finanziellen Vermögenswerte (FVTPL) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen
Gewinnen/Verlusten erfasst.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
53
Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die verschiedenen Kategorien:
Finanzielle
Vermögenswerte
Bewertung Wertänderungen
Erfolgswirksam zum
beizulegen-
den Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente (FVTPL)
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Schuldinstrumente
(FVOCI mit Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins,
sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral
im Eigenkapital erfasst, ergebniswirksame Erfas-
sung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung
(Recycling)
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Eigenkapitalinstrumente
(FVOCI-Option, ohne
Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von
Dividenden, sonstige Wertänderungen
werden erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasst, keine ergebniswirksame Erfassung
bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei
Veräußerung (ohne Recycling)
Zu fortgeführten
Anschaffungs-
kosten bewertete Finanz-
instrumente (fAC)
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins
Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskate-
gorien gemäß IFRS 9 statt.
Die Beurteilung des Geschäftsmodells des Konzerns erfolgte erstmals zum Zeitpunkt der erstmaligen
Anwendung des IFRS 9, dem 1. Januar 2018, und wird laufend überprüft. Die Beurteilung, ob die
vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen bestehen, wurde
auf der Grundlage der Fakten und Umstände zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der
Vermögenswerte vorgenommen.
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu
Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend designiert wird. Direkt zurechenbare
Transaktionskosten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Veränderungen des
beizulegenden Zeitwerts, die auf Veränderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen sind, werden
im sonstigen Ergebnis dargestellt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im
Gewinn oder Verlust dargestellt.
Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden
Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewer-
tung werden diese Verpflichtungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektiv-
zinsmethode bewertet.
54
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung Wertänderungen
Zu Handelszwecken gehalten
oder beim erstmaligen Ansatz
als zum beizulegenden Zeitwert
zu bewerten eingestuft
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Wertänderungen werden unmittelbar ergebnis-
wirksam erfasst
Der Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (designiert). Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Umglie-
derungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt.
Kategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Ausweis
Der Logwin-Konzern hält im Allgemeinen die im Folgenden dargestellten Finanzinstrumente:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Finanzanlagen
Derivative Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und
Vertragsverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Bankguthaben bei Kreditinstituten,
Kassenbestände, Schecks und kurzfristige Anlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige
hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die
jederzeit in liquide Mittel umgewandelt werden können und die einem unwesentlichen Wertänderungsri-
siko unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten (fAK) bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vom Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen
Geschäftsverlauf erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb weniger Wochen zu
begleichen, enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten und werden als kurzfristig
eingestuft. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um vertragliche Cashflows zu
vereinnahmen und bewertet sie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK). Aufgrund der
kurzfristigen Art der Forderungen entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
55
Übertragene Forderungen (Factoring)
Der Logwin Konzern nutzt für wesentliche deutsche Konzerngesellschaften ein Factoringprogramm. Dabei
handelt es sich um eine flexible Finanzierungsform, d. h. durch den Verkauf der Forderungen stellt die
Factoring-Gesellschaft eine Linie zur Verfügung, die von Logwin bei Bedarf ganz oder teilweise gezogen
werden kann. Die aus dem Verkauf von Forderungen resultierenden Forderungen gegenüber der Factoring-
gesellschaft werden, sofern die Linie nicht oder nur teilweise gezogen wird, bilanziell innerhalb der
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgebildet und zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK)
bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen einer Factoringvereinbarung
potentiell verkauft werden, werden in der Folge zum FVtPL bewertet, da das primäre Ziel nicht in der
Vereinnahmung vertraglicher Cashflows liegt. Die Bilanzierung der Inanspruchnahme der Factoringlinie
erfolgt im Logwin Konzern als Minderung des Forderungsbestands, da im Wesentlichen alle Risiken und
Chancen aus den Forderungen auf die Factoring-Gesellschaft übertragen werden. Entsprechend wird auch
der Cashflow aus der Inanspruchnahme der Linie in der Position „Netto-Mittelabfluss/-zufluss aus der
Inanspruchnahme bzw. Rückführung der Factoringlinie“ innerhalb des operativen Cashflows ausgewiesen,
sofern im Berichtszeitraum eine Inanspruchnahme bzw. die Rückführung einer zuvor erfolgten Inanspruch-
nahme erfolgte. Aus dem anhaltenden Engagement sind keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen zu
erwarten. Es gibt keine Verpflichtungen zum Rückkauf von Forderungen.
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden die folgenden Eigen- und Fremdkapitalinstrumente mit langfristigem
Verwendungszweck erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet:
Finanzinvestitionen in Schuldtitel, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, Änderun-
gen des beizulegenden Zeitwerts nicht im sonstigen Ergebnis zu erfassen.
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden unter anderem gewährte Kredite, Schuld-
verschreibungen und sonstige Forderungen mit Rückzahlungsfristen von weniger als einem Jahr ausgewie-
sen. Der Logwin Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten (fAK), wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird,
dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cash-
flows zu halten, und die Vertragsbedingungen zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und
Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Aufgrund der kurzfristigen Art entspricht
deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
56
Derivative Finanzinstrumente
Im Logwin Konzern werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Risikos einer Wertänderung von
entsprechenden Grundgeschäften aufgrund von Marktpreisänderungen eingesetzt. Derivate werden aus-
schließlich zu wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen und nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. Da sie
die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nicht erfüllen, werden sie
zu Zwecken der Rechnungslegung als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert und erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei die Wertänderungen im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Sie
werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dargestellt, da sie voraussichtlich inner-
halb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen werden.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten betreffen noch
ausstehende Verbindlichkeiten für die vom Logwin Konzern vor Ende des Geschäftsjahres empfangenen
Waren und Dienstleistungen. Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten betreffen aufgenommene Kredite
und werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten und in der
Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode angesetzt. Diese
Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen, es sei denn, deren Begleichung
ist nicht innerhalb von 12 Monaten nach der Berichtsperiode fällig.
Bewertung und Erfassung erwarteter Kreditverluste
Der Logwin Konzern bildet eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Investitionen in
Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, Leasingforderungen,
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die Höhe der erwarteten
Kreditverluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Kreditrisikos seit der
erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen.
Das allgemeine Wertminderungsmodell sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste
und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in
Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante
Erhöhung des Ausfallsrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten
Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die
Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen
(Stufe 3).
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte
Ansatz des Wertminderungsmodells angewendet, nach welchem für alle Instrumente, unabhängig von ihrer
Kreditqualität, eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist.
Kreditrisiken innerhalb jeder Gruppe werden anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert.
Ausgangspunkt hierfür ist in der Regel eine externe Kreditrisikobewertung. Forderungen, welche an eine
Factoring- Gesellschaft verkauft wurden, werden anhand des Ratings der Factoring-Gesellschaft bewertet,
sofern nicht das Ankaufslimit des einzelnen Kunden, oder des Gesamtforderungsbestands überschritten
ist. In diesem Fall wird das individuelle Rating des betroffenen Kunden zugrunde gelegt.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
57
Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle werden seit 1. Januar 2021 auf Basis von Informationen eines
externen Dienstleisters über erwartete Ausfallraten berechnet. Die Umstellung hat gegenüber der bis zum
31. Dezember 2020 angewandten Ermittlungsmethode zu keinen wesentlichen Änderungen geführt.
Weiterhin werden Ausfallverlustraten (LGD) berücksichtigt, welche aus Erfahrungswerten von Realisie-
rungsquoten (recovery rate) abgeleitet sind.
Die geschätzten Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf sonstige
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden auf Grundlage erwarteter
Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider. Dabei wurde
zugrunde gelegt, dass Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente auf Grundlage ihres externen Ratings ein geringes
Ausfallrisiko aufweisen. Als mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden werden grundsätzlich Zahlungs-
mittel und Zahlungsmitteläquivalente eingestuft, die im Rahmen des Ratings durch Standard & Poor’s als
Investment Grade eingestuft werden (AAA bis BBB– ). Durch die Beobachtung von veröffentlichten exter-
nen Kreditratings werden Änderungen des Ausfallrisikos überwacht. Der Logwin Konzern berücksichtigt
dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und
das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu
beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht Logwin das Ausfallrisiko im Hinblick
auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen
Ansatzes.
Die Gruppe überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der verwendeten Kriterien, um festzustellen, ob ein
signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, und überarbeitet sie gegebenenfalls, um
sicherzustellen, dass die Kriterien in der Lage sind, einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos zu
erkennen, bevor der Betrag überfällig wird.
Makroökonomische Informationen wie etwa Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oder des
Welthandels werden als Bestandteil des Bewertungsmodells einbezogen.
Finanzielle Vermögenswerte werden abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung eine Reali-
sierbarkeit nicht mehr erwartet wird. Als Anhaltspunkt für eine nicht mehr zu erwartende Realisierbarkeit
gilt grundsätzlich ein externes Rating von D. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sind weitere Indikatoren hierfür eine Überfälligkeit von mehr als 180 Tagen, die Einleitung des Insolvenz-
verfahrens oder rechtlicher Schritte. Die Höhe des Abschreibungsbedarfes wird bei diesen in der Bonität
beeinträchtigten Forderungen anhand des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit (expected
lifetime credit loss) ermittelt.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründeten Erwartungen mehr bestehen,
dass rechtliche Beitreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Hierbei wird eine einzelfallbezogene
Ermessensentscheidung getroffen, inwieweit eine Vertragserfüllung noch wahrscheinlich ist.
58
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)
Der Fair Value wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteil-
nehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die
Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Fair Value-Bewertung basiert auf der Annahme, dass der
Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld
erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem
vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der
Hauptmarkt bzw. vorteilhafteste Markt muss dabei dem Konzern zugänglich sein.
Der Fair Value wird unter den Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den
Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Zudem wird davon ausgegangen, dass die
Markteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des Fair Values
eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die
höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Markt-
teilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen
zu erzeugen.
Der Logwin Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht
sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei wird die
Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer
Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte und Schulden
sind gemäß ihrer Bewertungsmethode zu kategorisieren. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert:
Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht berichtigte) Preise auf aktiven Märkten für identische
Vermögenswerte oder Schulden.
Stufe 2: Mittelbar oder unmittelbar beobachtbare Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die
Schuld, die nicht den Marktpreisnotierungen auf Stufe 1 zuzuordnen sind.
Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten basieren.
Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value Hierarchie finden am Ende der Berichtsperiode statt.
Im Logwin Konzern betrifft die Bilanzierung zum Fair Value solche Finanzinstrumente, die der Kategorie
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)“ zugeordnet wurden, sowie nicht-finanzielle
Vermögenswerte, sofern sie im Rahmen eines Impairmenttests oder aufgrund ihrer Einstufung als „zur
Veräußerung gehalten“ auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten abgeschrieben
wurden.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
59
Leasingverhältnisse
Der neue Leasingstandard IFRS 16 wurde vom Logwin Konzern erstmalig zum 1. Januar 2019 angewendet.
Der Konzern hat die Vereinfachungsmöglichkeit zum erstmaligen Ansatz des Nutzungsrechts in Höhe der
Leasingverbindlichkeit abzüglich bestehender Abgrenzungsposten für mietfreie Zeiten in Anspruch genom-
men. Der Konzern hat zum Umstellungszeitpunkt IFRS 16 auf alle Verträge angewendet, die vor dem
1. Januar 2019 abgeschlossen wurden und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert
wurden.
Für seit dem 1. Januar 2019 geschlossene Verträge wird mit Vertragsabschluss geprüft, ob der Vertrag ein
Leasingverhältnis darstellt oder ein solches beinhaltet. Ein Vertrag stellt ein Leasingverhältnis dar oder
enthält ein solches, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten
Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt auszuüben. Zur Beurteilung, ob ein
Vertrag diese Anforderung erfüllt, werden die folgenden Kriterien herangezogen:
Der Vertrag beinhaltet die Nutzung eines explizit oder implizit spezifizierten, identifizierten Vermögens-
wertes. Der Vermögenswert muss physisch abgrenzbar sein oder im wesentlich die gesamte Kapazität
eines abgrenzbaren Vermögenswertes umfassen.
Der Konzern ist berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes
auszuüben. Dies ist gegeben, wenn der Konzern berechtigt ist, die Nutzung des identifizierten
Vermögenswertes zu bestimmen und im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der
Verwendung des Vermögenswertes zu ziehen.
Beide Kriterien müssen über die gesamte Laufzeit des Vertrages erfüllt sein. Der Logwin Konzern nimmt
keine Separierung von Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten vor. Der Konzern nimmt zudem das
Wahlrecht zur Nichtbilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse und von Leasingverhältnissen von
geringem Wert in Anspruch.
Zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht (right of use
asset) an dem identifizierten Vermögenswert und die entsprechende Leasingverbindlichkeit.
Die erstmalige Bewertung des Nutzungsrechtes erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese umfassen den Wert
der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Bilanzierung, Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasing-
anreize, die bei oder vor Vertragsschluss geleistet wurden, sowie dem Konzern entstandene anfängliche
direkte Kosten und geschätzte Kosten der Demontage des Leasingobjekte, der Wiederherstellung seines
Standortes oder der Wiederherstellung eines vertraglich festgelegten Zustands des Leasingobjektes.
Das Nutzungsrecht wird im Folgenden linear über die Laufzeit des Leasingvertrages oder die wirtschaftli-
che Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben, wobei grundsätzlich der kürzere Zeitraum
heranzuziehen ist. Sofern die Ausübung einer Kaufoption zu Beginn des Leasingvertrages hinreichend
sicher ist oder der Vertrag eine Eigentumsübertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Vertrags-
laufzeit vorsieht, wird die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes als Nutzungsdauer
des bilanzierten Nutzungsrechtes herangezogen. Darüber hinaus wird der Buchwert des Nutzungsrechts
um Wertminderungen im Sinne von IAS 36 vermindert.
60
Die Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses in Höhe des Barwerts der zukünftigen
Leasingraten erfasst. Die Berechnung des Barwerts wird, sofern bestimmbar, mit dem dem Leasing-
verhältnis zugrunde liegenden Zinssatz vorgenommen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres
bestimmen, wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz des Logwin Konzerns herangezogen. Im Regelfall
wird im Logwin Konzern der Grenzfremdkapitalzinssatz für die Berechnung des Barwertes verwendet. Die
in die Berechnung des Barwertes einfließenden Leasingraten umfassen die folgenden Komponenten:
Feste Leasingzahlungen abzüglich vom Leasinggeber gewährter Leasinganreize für den Abschluss des
Vertrages;
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder einen Zinssatz gekoppelt sind;
im Rahmen von Restwertgarantien durch den Leasingnehmer voraussichtlich zu zahlende Beträge;
den Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Leasingzahlungen bei Ausübung einer
Mietverlängerungsoption, sofern zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Optionsausübung ausgegangen
wird;
Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingvertrages, wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses
bereits davon ausgegangen wird, dass der Leasingnehmer den Vertrag kündigen wird.
Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten auf Basis
der Effektivzinsmethode. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt bei einer Veränderung der
zukünftigen Leasingzahlungen, die aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes resultiert, oder
bei einer Neueinschätzung der Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie bei
einer veränderten Einschätzung über im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlende Beträge und bei
sonstigen Modifikationen des Leasingverhältnisses, die nicht zu einem neuen Leasingverhältnis führen. Die
Neubewertung führt zu einer entsprechenden Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes bzw.,
wenn dieser auf null reduziert wird, zu einer Erfassung des überschießenden Anpassungsbetrages in der
Gewinn- und Verlustrechnung.
Rückstellungen
Rückstellungen werden nach IAS 37 ausgewiesen, wenn eine gegenwärtige und verlässlich schätzbare
Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht und zu erwarten ist, dass die Erfüllung der
Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Die Bemessung erfolgt in der Höhe der
voraussichtlichen Inanspruchnahme. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr sind mit dem Barwert angesetzt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Logwin Konzern bestehen im Bereich der Altersversorgung sowohl leistungsorientierte als auch
beitragsorientierte Zusagen.
Die leistungsorientierten Pläne werden gemäß IAS 19 als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen passiviert. Die Pensionsverpflichtungen betreffen primär Mitarbeiter deutscher Konzern-
unternehmen und bestehen überwiegend aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit
geschlossenen Versorgungswerken. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in österreichischen Gesellschaften
gemäß der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Regelung (Abfertigung alt) im Falle einer Pensionierung
oder bei vorzeitiger Kündigung eine gesetzliche Abfertigung in Abhängigkeit der Dienstjahre in Höhe von
zwei bis zwölf Monaten des letzten monatlichen Bezugs zu.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
61
Die Bewertung der leistungsorientierten Versorgungszusagen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem allgemein
anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (sog. Projected-Unit-Credit Methode) durch unabhängige
Aktuare. Demgemäß gilt als Pensionsrückstellung für Anwartschaften der Barwert der bei den möglichen
zukünftigen Versorgungsfällen zu erwartenden Pensionsleistungen, soweit die jeweilige Leistung am
Bewertungsstichtag durch die abgeleistete versorgungsfähige Dienstzeit tatsächlich oder zeitanteilig
erdient ist. Dabei werden bei der Bewertung versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontie-
rungssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten, die Gehalts- und Rententrends sowie die Fluktuationsraten
berücksichtigt. Der Gutachter hat das Zinsfestlegungsverfahren von der Subindexmethode zur Aon
Eurozone Yield Curve gewechselt. Hinsichtlich der hierfür erforderlichen Angabe gemäß IAS 8.39 wird auf
Anhangangabe 29 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen. Soweit
Planvermögen vorliegt, berechnet sich die Pensionsrückstellung durch Saldierung dieses Vermögens mit
dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (sog. Finanzierungsstatus).
Bei übersteigenden Verpflichtungen (Planvermögen) wird die saldierte Größe als Nettoschuld aus leis-
tungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) bezeichnet. Neubewertungen der Nettoschuld (des
Vermögenswertes) setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten aus der
Verpflichtung sowie den Erträgen aus Planvermögen, die nicht in den Zinserträgen erfasst werden,
zusammen. Sie ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen
des Vorjahres sowie aus Annahmenänderungen und werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die
Dienstzeitaufwendungen werden unter den operativen Aufwendungen ausgewiesen, während die Auf-
zinsungsbeträge der Verpflichtung saldiert mit den Zinserträgen des Planvermögens in den Finanzierungs-
aufwendungen erfasst werden. Die versicherungsmathematischen Gutachten werden jährlich erstellt.
Neben den leistungsorientierten Plänen gibt es im Konzern auch beitragsorientierte Pläne. Hierunter fällt
im Regelfall auch die in Deutschland und einigen anderen Ländern vorliegende gesetzliche Rentenver-
sicherung. Die Beitragszahlungen dieser Versorgungssysteme werden als Aufwand im Geschäftsjahr
erfasst.
8 Segmentberichterstattung
Die Zuordnung in die Geschäftssegmente erfolgt nach den Geschäftsfeldern des Logwin Konzerns. Die
Segmentstruktur entspricht der gültigen Organisations- und Führungsstruktur des Logwin Konzerns. Somit
steht die Berichterstattung im Einklang mit den Anforderungen des IFRS 8.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die
interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und nachgelagerten Value
Added Services. Das Geschäftsfeld Air + Ocean verfügt über ein internationales Netzwerk, welches die
Regionen Europe Middle East Africa, America und Asia umfasst. Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als
Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der
industriellen Kontraktlogistik mit den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Ma-
nagement über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsour-
cing-Projekten. Des Weiteren unterhält das Geschäftsfeld Solutions Spezialnetzwerke für die Branchen
Fashion und Konsumgüter („Retail-Netzwerk“).
62
Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern erfolgen zu marktüblichen Konditionen, die identisch sind
mit Transaktionen gegenüber Dritten. Die Daten zu den Geschäftsfeldern werden nach Konsolidierung der
Beziehungen innerhalb der Geschäftsfelder dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Geschäftsfeldern
werden in der Spalte „Konsolidierung“ eliminiert. Der Erfolg der einzelnen Segmente wird vom Manage-
ment auf Basis des operativen Ergebnisses vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) gemessen.
Aufwendungen und Erträge, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, werden in der Spalte
Sonstige“ ausgewiesen.
Im Folgenden sind die Informationen zu den einzelnen Segmenten nach Geschäftsfeldern für die Zeiträume
1. Januar bis 31. Dezember 2021 und 2020 dargestellt.
2021
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
1.515.258
335.469
1.109
-
1.851.836
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
1.759
1.572
1.166
-4.497
-
Umsatz
1.517.017
337.041
2.275
-4.497
1.851.836
Operatives Ergebnis vor
Wertminderungen
107.966
6.123
-12.024
-
102.065
Wertminderung und Wertaufholung von
Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
-
-
-1.125
-
-1.125
Operatives Ergebnis vor
Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
107.966
6.123
-13.149
-
100.940
Wertminderung von Firmenwerten
-
-8.953
-
-
-8.953
Ergebnis vor Zinsen und
Ertragsteuern
(EBIT)
107.966
-2.830
-13.149
-
91.987
Finanzergebnis
-3.181
Ergebnis vor Steuern
88.806
Ertragsteuern
-25.296
Periodenergebnis
63.510
Segmentvermögen
374.226
114.822
37.259
-
526.307
Nicht zugeordnetes Vermögen
270.718
Summe Konzernaktiva
797.025
Segmentschulden
319.077
78.259
18.345
-
415.681
Nicht zugeordnete Schulden
98.859
Summe Konzernschulden
514.540
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
63
2020
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
789.107
332.853
1.337
-
1.123.297
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
596
1.074
1.852
-3.522
-
Umsatz
789.703
333.927
3.189
-3.522
1.123.297
Operatives Ergebnis vor
Wertminderungen
49.235
6.821
-7.862
-
48.194
Wertminderung von Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
-175
-267
-
-
-442
Operatives Ergebnis vor
Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
49.060
6.554
-7.862
-
47.752
Wertminderung von Firmenwerten
-
-
-
-
-
Ergebnis vor Zinsen und
Ertragsteuern
(EBIT)
49.060
6.554
-7.862
-
47.752
Finanzergebnis
-3.880
Ergebnis vor Steuern
43.872
Ertragsteuern
-9.138
Periodenergebnis
34.734
Segmentvermögen
223.707
117.182
42.342
-
383.231
Nicht zugeordnetes Vermögen
191.191
Summe Konzernaktiva
574.422
Segmentschulden
167.146
70.502
16.507
-
254.155
Nicht zugeordnete Schulden
95.415
Summe Konzernschulden
349.570
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge zu langfristigen
Vermögenswerten
Angaben in Tausend €
2021
2020
2021
2020
Air + Ocean
-16.455
-16.589
12.686
14.139
Solutions
-16.009
-16.461
15.358
29.523
Sonstige
-6.728
-5.600
7.712
13.038
Summe
-39.192
-38.650
35.756
56.700
Die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten umfassen keine Zugänge zu Finanzinstrumenten und
latenten Steueransprüchen.
64
Informationen über geografische Gebiete
Die folgenden Tabellen präsentieren geografische Informationen zu Umsatzerlösen und zu spezifischen
Posten des Anlagevermögens für die Geschäftsjahre 2021 und 2020.
2021
2020
Angaben in Tausend €
Deutschland
827.801
45%
491.549
44%
Österreich
283.493
15%
219.970
20%
Übrige EU
241.559
13%
107.942
10%
Asien, Pazifischer Raum
406.541
22%
253.490
23%
Sonstige
92.442
5%
50.346
3%
Summe Umsatzerlöse
1.851.836
100%
1.123.297
100%
Die Zuordnung der Umsatzerlöse von externen Kunden erfolgt nach dem Standort der fakturierenden
Einheit. Im Geschäftsjahr 2021 entfallen 8,3 % (Vorjahr: 12,4 %) beziehungsweise 154,5 Mio. Euro
(Vorjahr: 139,1 Mio. Euro) der Konzernumsätze auf einen Kunden im Geschäftssegment Solutions.
31.12.2021
31.12.2020
Angaben in Tausend €
Deutschland
82.590
66%
90.350
64%
Österreich
9.344
7%
10.370
7%
Luxemburg
2.202
2%
2.963
2%
Übrige EU
19.153
15%
23.125
16%
Asien, Pazifischer Raum
11.188
9%
12.265
9%
Sonstige
1.261
1%
1.589
2%
Summe Anlagevermögen
125.738
100%
140.662
100%
Das Anlagevermögen wird dem Standort der betroffenen Vermögenswerte zugeordnet und umfasst
Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich Nutzungsrechten aus
Leasingverträgen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
65
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
9 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern erwirtschaftet überwiegend Erlöse aus der Übertragung von Dienstleistungen, für die eine
zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt. Die Umsatzerlöse werden in den folgenden Segmenten und
geografischen Regionen erzielt:
2021
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
671.947
154.745
1.109
827.801
Österreich
116.220
167.273
-
283.493
Übrige EU
228.108
13.451
-
241.559
Asien, Pazifischer Raum
406.541
-
-
406.541
Sonstige
92.442
-
-
92.442
Summe Umsatzerlöse
1.515.258
335.469
1.109
1.851.836
2020
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
315.423
174.789
1.337
491.549
Österreich
71.421
148.549
-
219.970
Übrige EU
98.427
9.515
-
107.942
Asien, Pazifischer Raum
253.490
-
-
253.490
Sonstige
50.346
-
-
50.346
Summe Umsatzerlöse
789.107
332.853
1.337
1.123.297
Umsatzerlöse mit Kunden resultieren im Segment Air + Ocean aus Transport- und Logistiklösungen mit
dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit zahlreichen vor- und
nachgelagerten Value Added Services. Im Geschäftsfeld Solutions resultieren die Umsatzerlöse aus indi-
viduellen Kunden- und Branchenlösungen im Retail-Bereich und in der industriellen Kontraktlogistik mit
den Schwerpunkten Chemie und Automotive – von Supply Chain Management über Transport, Warehou-
sing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten. Des Weiteren werden
Umsätze aus Spezialnetzwerken für die Branchen Fashion und Konsumgüter erzielt.
Der Konzern macht von dem praktischen Behelf des IFRS 15.121 bezüglich der Angabe des den verblei-
benden Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreises Gebrauch, da Logwin entweder i.d.R.
einen Vergütungsanspruch besitzt, der direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits erbrachten Leistung
für den Kunden entspricht, oder die noch ausstehende Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrages mit
einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist.
Erlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt wurden, beliefen sich in der Berichts-
periode auf 3.145 TEUR (Vorjahr: 1.389 TEUR).
66
10 Aufwendungen nach Kostenarten
Angaben in Tausend €
2021
2020
Bezogene Leistungen
-1.466.428
-807.172
Materialkosten
-5.330
-7.138
Personalaufwendungen
-205.880
-191.893
Abschreibungen
-39.192
-38.650
Übrige Aufwendungen
-34.122
-34.340
Summe Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten
-1.750.952
-1.079.193
Bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Transportleistungen.
11 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Angaben in Tausend €
2021
2020
Fremdwährungskursgewinne
8.374
8.237
Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
288
1.189
Übrige Erträge
1.274
4.125
Sonstige betriebliche Erträge
9.936
13.551
Die PositionGewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten“ des Vorjahrs enthält
Erträge in Höhe von 796 TEUR aus dem Verkauf einer Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions
zugeordnet war. Im Vorjahr sind in den übrigen Erträge Zahlungen aus einem Insolvenzverfahren in Höhe
von 1.965 TEUR enthalten.
Angaben in Tausend €
2021
2020
Fremdwährungskursverluste
-8.076
-8.332
Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
-437
-126
Übrige Aufwendungen
-104
-144
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-8.617
-8.602
Die Position „ Übrige Aufwendungen“ enthält im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von – 6 TEUR aus der
Realisierung von im sonstigen Ergebnis erfassten Rücklagen aus der Währungsumrechnung
einer
liquidierten Gesellschaft aus dem Gescftsfeld Air + Ocean.
Die Fremdwährungskursgewinne und -verluste spiegeln das Volumen von Geschäftstätigkeiten mit
Fakturierung in fremder Währung wider. Die Erträge und Aufwendungen aus Fremdwährungskurseffekten
stellen sich saldiert wie folgt dar:
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
67
Angaben in Tausend €
2021
2020
Fremdwährungskursgewinne
8.374
8.237
Fremdwährungskursverluste
-8.076
-8.332
Fremdwährungskurseffekte, saldiert
298
-95
12 Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Wertminderungen operativer IT-Systeme sowie sonstiger Software in Höhe
von 3.422 TEUR im Segment Sonstige erfasst. Gegenläufig wurde die Wertaufholung einer
Logistikimmobilie im Zusammenhang mit ihrer Veräußerung in Höhe von 2.216 TEUR sowie von dazu
gehörigen technischen Anlagen in Höhe von 81 TEUR vorgenommen.
Im Vorjahr wurden im Zuge der Aufgabe eines Standortes des Geschäftsfeldes Solutions Wertminderung-
en von Maschinen und Fahrzeugen in Höhe von 267 TEUR vorgenommen. Im Geschäftsfeld Air + Ocean
wurde im Vorjahr eine weitere Wertminderung auf technische Anlagen in Höhe von 175 TEUR erfasst.
13 Zuwendungen der öffentlichen Hand
Bedingt durch die Covid-19 Pandemie wurden im Berichtsjahr 2021 Zuwendungen der öffentlichen Hand in
Höhe von 2.200 TEUR u.a. für Kurzarbeit erfolgswirksam vereinnahmt (Vorjahr: 3.089 TEUR).
14 Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzte sich in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Finanzierungserträge
183
255
Bankzinsen
-514
-306
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
-2.141
-2.991
Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung von leistungsorientierten
Verpflichtungen und der Verzinsung des Planvermögens
-132
-257
Sonstige Zinsaufwendungen
-256
-495
Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen
-321
-86
Finanzierungsaufwendungen
-3.364
-4.135
Finanzergebnis
-3.181
-3.880
In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Avalprovisionen und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung
sonstiger langfristiger Rückstellungen enthalten.
68
15 Ertragsteuern
Der Steueraufwand im Logwin Konzern setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Tatsächliche Ertragsteuern
-22.944
-9.694
Latente Ertragsteuern
-2.352
556
Summe Ertragsteuern
-25.296
-9.138
Überleitung des erwarteten Steueraufwands zu dem Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Ergebnis vor Ertragsteuern
88.806
43.872
Erwartete Ertragsteuern (Steuersatz 28,26 %; Vorjahr: 28,26 %)
-25.097
-12.398
Nicht steuerrelevante Wertminderung von Firmenwerten
-2.530
-
Effekt aus abweichenden ausländischen Steuersätzen
3.979
2.315
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen
-2.440
-2.319
Steuereffekte aus Vorjahren
-815
46
Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen
Bildung latenter Steueransprüche
1.713
3.051
Sonstige Steuereffekte
-106
167
Ausgewiesene Ertragsteuern
-25.296
-9.138
Der für das Jahr 2021 zugrunde gelegte gewichtete Steuersatz von 28,26 % (Vorjahr: 28,26 %) entspricht
dem Steuersatz der Logwin AG.
Die PositionÄnderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steuer-
ansprüche enthält Effekte aus im Vorjahr nicht angesetzten latenten Steuern in Höhe von 6.608 TEUR
(Vorjahr: 6.458 TEUR) und gegenläufige Effekte aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von
-4.973 TEUR (Vorjahr: -3.407 TEUR). In der Logwin AG entstanden im Berichtsjahr zusätzliche abzugs-
fähige Aufwendungen aus der Abschreibung abzüglich zu versteuernder Erträge aus der Zuschreibung von
Beteiligungsbuchwerten in Höhe von 9.827 TEUR (Vorjahr: -28.136 TEUR), welche die nicht aktivierten
steuerlichen Verlustvorträge in gleicher Höhe erhöht haben bzw. mit diesen verrechnet wurden.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
69
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
16 Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung
gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
Die Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerten im Geschäftsjahr 2021 resultierten aus der Veräußerung einer Logistik-
Immobilie des Segments „Sonstige“. Im Jahr 2020 entstanden die Einzahlungen aus dem Verkauf einer
Niederlassung, welche dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war.
Angaben in Tausend €
2021
2020
Erhaltenes Entgelt
8.100
1.450
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten
und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
8.100
1.450
Im Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 sind folgende Vermögenswerte und Schulden abgegangen:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Firmenwert
-
502
Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte im Sinne von IFRS 16
8.100
3.542
Abgegangene Vermögenswerte
8.100
4.044
Leasingverbindlichkeiten
-
3.208
Pensionsrückstellungen
-
183
Abgegangene Schulden
-
3.391
Die im Jahr 2020 abgegangenen Vermögenswerte und Schulden waren bereits zum vorangegangenen
Bilanzstichtag als zur Veräußerung gehalten umgegliedert.
70
17 Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Die folgenden Tabellen stellen die Entwicklung der im Finanzierungs-Cashflow enthaltenen Verbind-
lichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Logwin Konzerns dar:
Angaben in Tausend €
Sonstige
kurzfristige
Finanzierungs-
verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
aus
Leasingverträgen
1. Januar 2021
66
90.832
Zahlungswirksam
67
-33.528
Zahlungsunwirksam:
Neue Leasing-Verhältnisse
-
24.124
Neubewertung
-
-2.444
Währungsdifferenzen
2
531
31. Dezember 2021
135
79.515
Angaben in Tausend €
Sonstige
kurzfristige
Finanzierungs-
verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
aus
Leasingverträgen
1. Januar 2020
79
90.959
Zahlungswirksam
-10
-31.442
Zahlungsunwirksam:
Neue Leasing-Verhältnisse
-
37.401
Neubewertung
-
-3.746
Währungsdifferenzen
-3
-2.340
31. Dezember 2020
66
90.832
Die aus neuen Leasingverträgen resultierenden Anlagenzugänge in Höhe von 24.124 TEUR (Vorjahr:
37.401 TEUR) sind ebenso wie die zugehörigen Verbindlichkeiten nicht zahlungswirksam und damit nicht
im Investitions-Cashflow enthalten.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
71
Erläuterungen zur Bilanz
18 Firmenwerte
Zuordnung der Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
Als Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten des Logwin Konzerns werden die Geschäftsfelder
herangezogen. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte werden
den Geschäftsfeldern wie folgt zugeordnet:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Air + Ocean
45.701
45.701
Solutions
11.665
20.618
Firmenwerte
57.366
66.319
Angaben in Tausend €
Firmenwerte
Buchwert zum 1. Januar 2020
66.319
Buchwert zum 31. Dezember 2020
66.319
Anschaffungskosten
220.076
Kumulierte Wertminderungen
-153.757
Buchwert zum 1. Januar 2021
66.319
Wertminderung
-8.953
Buchwert zum 31. Dezember 2021
57.366
Anschaffungskosten
220.076
Kumulierte Wertminderungen
-162.710
Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte
Im Geschäftsjahr 2021 hat der Logwin Konzern die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte, wie
im Vorjahr, zum 31. Dezember vorgenommen. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurde der erzielbare
Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts
(„Value in use“) unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, denen ein Finanzplan für einen Zeit-
raum von maximal fünf Jahren zugrunde liegt. Der Finanzplan basiert auf den Businessplänen der
Geschäftsfelder.
72
Folgende Grundannahmen liegen der Bestimmung der Cashflow-Prognosen zugrunde:
Geplante Umsatzwachstumsraten: Zur Bestimmung der geplanten Umsatzwachstumsraten wurden die
in der für das jeweilige Geschäftsfeld relevanten Branche erwarteten Wachstumsraten zugrunde gelegt.
Dabei wurde von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen.
Geplante operative Gewinnmargen: Zur Bestimmung der geplanten operativen Gewinnmargen wurden
die in den vorhergehenden Geschäftsjahren erzielten Gewinnmargen herangezogen, erhöht um die
erwartete Effizienzsteigerung. Berücksichtigt wurde, dass die Ergebnisentwicklung auch von der kon-
junkturellen Situation abhängig ist. Planabweichungen wurden analysiert und erforderlichenfalls in
Form von Abschlägen auf die vorgelegten Business-Pläne berücksichtigt. Die Höhe erforderlicher
Abschläge wird jeweils bei Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung neu festgelegt.
Der Businessplan des Geschäftsfelds Solutions sieht für das letzte Planjahr eine EBITA-Marge von 1,7 %
vor (Vorjahr: 2,7 %). Als nachhaltige EBITA-Marge wurde die um Sondereffekte bereinigte durchschnittliche
EBITA-Marge der Jahre 2021 (Ist) bis 2025 (Plan) in Höhe von 1,6 % (Vorjahr 2,6 %) in die Berechnung der
ewigen Rente einbezogen. Nach dem Detailplanungszeitraum wurde unverändert zum Vorjahr eine Wachs-
tumsrate von 0,75 % angenommen. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfeldes wurden mit einem
Abzinsungssatz nach Steuern von 5,9 % diskontiert (Vorjahr: 5,4 %), der einem Zinssatz vor Steuern von
7,5 % (Vorjahr: 6,9 %) entspricht. Für das Geschäftsfeld Air + Ocean wurde eine nachhaltige EBITA-Marge
von 3,7 % (Vorjahr: 3,7 %) und eine unveränderte Wachstumsrate von 1,5 % berücksichtigt. Die erwarteten
Cashflows des Geschäftsfeldes wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 6,3 % diskontiert
(Vorjahr: 5,9 %), der einem Zinssatz vor Steuern von 8,0 % (Vorjahr: 7,6 %) entspricht.
Als Ergebnis des Impairmenttests war für das Geschäftsfeld Solutions die Erfassung einer Wertminderung
von 8.953 TEUR auf den erzielbaren Betrag von 46,9 Mio. Euro erforderlich. Berücksichtigt wurden hierbei
rückläufige Geschäftsvolumina, insbesondere im deutschen Retail-Netzwerk, sowie die weiterhin intensive
Wettbewerbssituation.
Für das Geschäftsfeld Air + Ocean führt keine für möglich gehaltene Änderung der wesentlichen Annah-
men zu einer Wertminderung.
Bei einer für möglich angesehenen Verringerung der für die Finanzplanung des Geschäftsfelds Solutions
angenommenen, nachhaltigen EBITA-Marge von aktuell 1,6 % um 0,5 %-Punkte auf 1,1 % ergäbe sich eine
vollständige Wertminderung der auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte. Auch eine ver-
nünftigerweise für möglich gehaltene Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 1 %-Punkt hätte einen
vollständigen Wertminderungsbedarf zur Folge.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
73
19 Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 154 TEUR (Vorjahr: 381 TEUR) in den
Umsatzkosten enthalten. Ferner entfallen 4 TEUR (Vorjahr: 6 TEUR) auf die Vertriebskosten und 3.529
TEUR (Vorjahr: 2.029 TEUR) auf die Verwaltungskosten. Im Anlagenbestand des Logwin Konzerns sind zum
31. Dezember 2021 keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte enthalten.
Angaben in Tausend €
Software,
Konzessionen und
andere Rechte
Anschaffungskosten
44.877
Kumulierte Abschreibungen
-30.965
Buchwert zum 1. Januar 2020
13.912
Währungsdifferenzen
-22
Zugänge
11.010
Abgänge
-6
Abschreibungen
-2.416
Wertminderungen
-
Buchwert zum 31. Dezember 2020
22.478
Anschaffungskosten
55.272
Kumulierte Abschreibungen
-32.794
Buchwert zum 1. Januar 2021
22.478
Währungsdifferenzen
-9
Zugänge
5.694
Abgänge
-75
Abschreibungen
-3.687
Wertminderungen
-3.422
Buchwert zum 31. Dezember 2021
20.979
Anschaffungskosten
59.805
Kumulierte Abschreibungen
-38.826
Im Berichtsjahr wurden auf IT-Programme wegen eines veränderten Nutzungsumfangs Wertminderungen
in Höhe von 3.422 TEUR erfasst.
74
20 Sachanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen sind in Höhe von 30.951 TEUR (Vorjahr: 31.528 TEUR) in den
Umsatzkosten, 871 TEUR (Vorjahr: 834 TEUR) in den Vertriebskosten und 3.683 TEUR (Vorjahr: 3.872
TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten.
Angaben in Tausend €
Grundstücke
und
Gebäude
Maschinen
und
technische
Anlagen
Betriebs-
und
Geschäfts-
ausstattung
Fuhrpark
Anlagen
im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
161.050
36.083
43.504
27.107
1.185
268.929
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-74.992
-31.551
-33.746
-12.767
-
-153.056
Buchwert zum 1. Januar 2020
86.058
4.532
9.758
14.340
1.185
115.873
Währungsdifferenzen
-1.972
-28
-293
-195
-
-2.488
Zugänge
31.395
2.731
4.022
6.841
701
45.690
Umbuchungen
65
887
83
-
-1.035
-
Abgänge
-2.526
-280
-353
-1.056
-
-4.215
Abschreibungen
-25.067
-890
-4.059
-6.218
-
-36.234
Wertminderungen
-
-374
-
-68
-
-442
Buchwert zum 31. Dezember 2020
87.953
6.578
9.158
13.644
851
118.184
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
74.597
138
2.533
9.319
-
86.587
Anschaffungskosten
182.340
38.181
44.450
28.979
851
294.801
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-94.387
-31.603
-35.292
-15.335
-
-176.617
Buchwert zum 1. Januar 2021
87.953
6.578
9.158
13.644
851
118.184
Währungsdifferenzen
526
6
94
13
-
639
Zugänge
20.913
435
2.858
4.792
1.064
30.062
Umbuchungen
244
159
176
250
-829
-
Abgänge
-9.844
-149
-450
-421
-54
-10.918
Abschreibungen
-24.837
-910
-3.881
-5.877
-
-35.505
Wertaufholungen
2.216
81
-
-
-
2.297
Buchwert zum 31. Dezember2021
77.171
6.200
7.955
12.401
1.032
104.759
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
65.006
189
1.575
8.283
-
75.053
Anschaffungskosten
182.277
35.322
43.141
30.030
1.032
291.802
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-105.106
-29.122
-35.186
-17.629
-
-187.043
Zum 31. Dezember 2021 und 2020 waren keine Sachanlagen durch Grundpfandrechte oder Darlehen
belastet.
Im Berichtsjahr wurde auf ein in der Vergangenheit wertgemindertes Grundstück einschließlich tech-
nischer Anlagen aufgrund des vollzogenen Verkaufs eine Wertaufholung auf den Veräußerungspreis
abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt 2.297 TEUR erfasst.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
75
21 Leasing
Der Logwin Konzern least wesentliche Teile der von ihm genutzten Logistik- und Büroimmobilien. Die
Verträge für Logistikimmobilien haben im Regelfall eine Vertragslaufzeit von fünf bis zehn Jahren und die
Büroimmobilien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von drei bis sechs Jahren. Zur Sicherstellung der
operativen Flexibilität enthalten viele der Verträge Mietverlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen zu
Gunsten des Logwin Konzerns.
Für einige der Immobilien existieren Untermietverhältnisse, die als operative Leasingverhältnisse qualifi-
ziert wurden.
Darüber hinaus werden wesentliche Teile des Fuhrparks des Logwin Konzerns geleast. Die Leasingverträge
haben Laufzeiten von drei bis sechs Jahren und beinhalten teilweise Mietverlängerungs- oder Kaufoptio-
nen.
Die bilanzierten Nutzungsrechte sind in der Bilanz in den Sachanlagen zum 31. Dezember 2021 sowie
2020 wie folgt enthalten:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Grundstücke und Bauten
65.006
74.597
Technische Anlagen und Maschinen
189
138
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.575
2.533
Fuhrpark
8.283
9.319
Summe Nutzungsrechte
75.053
86.587
Zum 31. Dezember 2021 wurden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 79.515 TEUR
(Vorjahr 90.832 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen.
Fälligkeitsanalyse
Mit den folgenden Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung der Leasingverbindlichkeiten ist in den
kommenden Jahren zu rechnen:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Kleiner 1 Jahr
28.694
31.473
1 bis 5 Jahre
45.282
52.417
Größer 5 Jahre
7.823
10.330
Summe der undiskontierten Leasingzahlungen
81.799
94.220
Barwert der Leasingzahlungen
79.515
90.832
Der Barwert der Leasingzahlungen ist mit 27,884 TEUR (Vorjahr: 30.233 TEUR) in den kurzfristigen
Leasingverbindlichkeiten und mit 51.631 TEUR (Vorjahr: 60.599 TEUR) in den langfristigen
Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen.
76
Für das Geschäftsjahr 2021 sowie 2020 ergab sich folgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrech-
nung:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Abschreibungen auf Nutzungsrechte:
Grundstücke und Bauten
-23.425
-23.683
Technische Anlagen und Maschinen
-76
-37
Betriebs- und Geschäftsausstattung
-943
-1.217
Fuhrpark
-4.852
-5.379
Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte
-29.296
-30.316
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
-2.141
-2.991
Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen
Leasingverhältnissen
-62
-106
Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
über geringwertige Vermögenswerte
-644
-489
Erträge aus Unterleasingverhältnissen
2.300
2.840
Aus nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverhältnissen haben sich im
Geschäftsjahr und im Vorjahr die folgenden Zahlungsmittelabflüsse ergeben:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Tilgungen bilanzierter Leasingverpflichtungen
33.528
31.442
Zinszahlungen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen
2.141
2.991
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse
über geringwertige Vermögenswerte
706
595
Summe Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen
36.375
35.028
Aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblie-
ben sind, können sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 45.713 TEUR (Vorjahr: 43.929 TEUR)
ergeben. Die Vorjahresangabe wurde bezüglich der Höhe einbezogener zukünftiger Leasingraten von zum
Bewertungszeitpunkt mietfreien Leasingobjekten korrigiert.
Aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit Immobilien, die der Logwin Konzern bereits eingegangen
ist, die aber zum 31. Dezember 2021 noch nicht bilanziert wurden, ergeben sich ohne Berücksichtigung
von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wie im Vorjahr keine zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
77
22 Vorräte
In den Vorräten sind überwiegend Verpackungsmaterial und Lademittel im Wert von 1.411 TEUR ausge-
wiesen (Vorjahr: 1.455 TEUR). Es wurden keine Vorräte verpfändet.
Im Berichtsjahr wurde der Verbrauch von Vorräten in Höhe von 5.330 TEUR als Aufwand erfasst (Vorjahr:
7.138 TEUR).
Im Jahr 2021 wurde wie im Vorjahr im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens
kein Wertminderungsbedarf von Verpackungsmaterial festgestellt.
23 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto
202.143
116.533
Abzüglich Wertberichtigungen aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-960
-610
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
201.183
115.923
Abzüglich Wertberichtigungen für in der Bonität beeinträchtigte
Forderungen
-1.127
-1.709
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
200.056
114.214
Forderungen aus Factoring
61.340
26.588
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
inklusive Factoring
261.396
140.802
Der Konzern hat die folgenden Vertragsvermögenswerte erfasst:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Transportdienstleistungen
35.108
12.715
Erwartete Kreditverluste aus Vertragsvermögenswerten
aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-186
-71
Vertragsvermögenswert
34.922
12.644
Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 37.549 TEUR (Vorjahr: 16.607 TEUR) wurden mit aufgrund der
vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf
Gegenleistung saldiert.
Aus zum 31. Dezember 2020 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode Erlöse
in Höhe von 16.607 TEUR realisiert (Vorjahr: 10.146 TEUR).
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste
für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021
und 31. Dezember 2020.
78
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beinträchtige
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
123.180
0,04%
53
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
154.309
0,50%
778
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
19.975
1,57%
315
Nein
Verlustereignis
D
1.127
100,00%
1.127
Ja
Summe
298.591
2.273
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beinträchtige
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
63.538
0,02%
14
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
84.216
0,55%
444
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
6.356
3,52%
223
Nein
Verlustereignis
D
1.726
99,02%
1.709
Ja
Summe
155.836
2.390
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität
auf Basis des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit haben sich wie folgt entwickelt:
Angaben in Tausend €
2021
2020
1. Januar
-1.709
-1.651
Kursdifferenzen
-54
128
Zuführungen
-525
-630
Verbrauch
333
68
Auflösungen
828
376
31. Dezember
-1.127
-1.709
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens-
werte mit nicht beeinträchtigter Bonität im Rahmen des vereinfachten Ansatzes gemäß IFRS 9 haben
sich wie folgt entwickelt:
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
79
Angaben in Tausend €
2021
2020
1. Januar
-681
-484
Kursdifferenzen
-25
27
Zuführungen
-507
-274
Auflösungen
67
50
31. Dezember
-1.146
-681
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an die Factoring-Gesellschaft verkauft
worden sind, waren zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 119,9 Mio. Euro (Vorjahr: 68,1 Mio. Euro)
durch Kreditversicherungen besichert. Der Selbstbehalt der besicherten Forderungen beträgt
grundsätzlich 10 % (Vorjahr: 10 %). Der Konzern hält darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten oder
andere Kreditverbesserungen zur Deckung seiner Kreditrisiken im Zusammenhang mit seinen
finanziellen Vermögenswerten.
24 Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Vorsteuer-Erstattungsanspruch
4.384
3.260
Vorauszahlungen
35.202
14.787
Derivative Finanzinstrumente
3.826
514
Übrige Forderungen und Vermögenswerte
1.273
2.125
Summe sonstige Forderungen und Vermögenswerte
44.685
20.686
In den übrigen Forderungen und Vermögenswerten sind zum 31. Dezember 2021 Forderungen aus der
Abrechnung von Lademitteln in Höhe von 805 TEUR (Vorjahr: 442 TEUR) enthalten.
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden
keine wesentlichen Wertminderungen sonstiger Forderungen und Vermögenswerte festgestellt. Im Vorjahr
wurden auf Ansprüche gegenüber einer Versicherungsgesellschaft Wertberichtigungen von 380 TEUR
gebildet. Mit Ausnahme vereinzelter operativ erforderlicher Hinterlegungen lagen keine Verpfändungen der
sonstigen Forderungen und Vermögenswerte vor.
80
25 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Zahlungsmittel
246.888
167.403
Zahlungsmitteläquivalente
1.125
1.005
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
248.013
168.408
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei
Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente mit einer Gesamtlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeit-
punkt – von bis zu drei Monaten.
Zum 31. Dezember 2021 beinhalten die Zahlungsmittel Bestände in Höhe von 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9
Mio. Euro), über die der Logwin Konzern aufgrund einer abwicklungstechnischen Vereinbarung erst nach
ca. zwei Arbeitstagen verfügen konnte.
Zum 31. Dezember 2021 dienten Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 609 als Einlagen zur Hinterlegung von
Bankgarantien und waren somit beschränkt verfügbare Mittel (Vorjahr: 549 TEUR).
26 Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2021
31.12.2020
Angaben in Tausend €
Latente
Steuer-
ansprüche
Latente
Steuer-
schulden
Latente
Steuer-
ansprüche
Latente
Steuer-
schulden
Immaterielle Vermögenswerte
7.758
-
1.251
-
Sachanlagen
166
16.031
1.127
20.238
Finanzanlagen
41
4
127
11
Kurzfristige Vermögenswerte
4.889
3.754
2.681
1.196
Rückstellungen
5.105
4.807
6.928
6
Verbindlichkeiten
20.264
5.679
21.375
1.797
Ertragsteuerliche Verlustvorträge
12.266
-
17.060
-
Wertberichtigungen
-5.755
-
-8.358
-
einbehaltene Gewinne in- und
ausländischer Tochterunternehmen
-
777
-
714
Saldierte Beträge
-24.727
-24.727
-22.668
-22.668
Summe latente Steuern
20.007
6.325
19.523
1.294
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
81
Die bilanzierten latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt verändert:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Latente Steuern, saldiert zum 1. Januar
18.229
17.451
Erfolgswirksame Veränderung
-2.352
556
Erfolgsneutrale Veränderung
-2.251
367
Währungs- und sonstige Differenzen
56
-145
Latente Steuern, saldiert zum 31. Dezember
13.682
18.229
Die erfolgsneutrale Veränderung betrifft im Jahr 2021 ebenso wie im Vorjahr latente Steuereffekte auf
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Hierin sind im Berichtsjahr
Effekte aus der erfolgsneutralen Wertminderung bzw. Wertaufholung latenter Steueransprüche in Höhe
von -1.421 TEUR enthalten.
Im Berichtsjahr wurden auf temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer
Tochterunternehmen in Höhe von 26,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro) latente Steuerschulden in Höhe
von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) bilanziert. Für temporäre Differenzen aus einbehaltenen
Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro)
wurden zum 31. Dezember 2021 keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist,
dass sich diese in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Steuereffekt auf diese Differenzen würde
2,7 Mio. Euro betragen (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro).
Saldierte latente Steueransprüche in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR) wurden trotz steuer-
licher Verluste im Berichtsjahr oder im Vorjahr aktiviert, da substanzielle Hinweise für ihren Ansatz auf-
grund nicht wiederkehrender Einmaleffekte vorliegen. Der Ansatz erfolgte auf Basis der Planungsrechnung-
en über das steuerliche Einkommen der entsprechenden Gesellschaften, da innerhalb der zukünftigen fünf
Jahre mit nachhaltig positiven operativen Ergebnissen zu rechnen ist.
Für die nachfolgend aufgeführten temporären Differenzen und steuerlichen Verluste wurden keine latenten
Steueransprüche erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur
Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verluste
verwendet werden können.
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Steuerliche Verluste
397.778
431.718
Abzugsfähige temporäre Differenzen
11.346
7.478
Summe
409.124
439.196
Verlustvorträge werden, soweit eine Veranlagung der entsprechenden Steuern vorliegt, auf Basis dieser
Veranlagung angegeben. Liegt noch keine Veranlagung vor, wird der errechnete bzw. der den Finanzbe-
hörden gegenüber erklärte Wert herangezogen.
82
27 Eigenkapital
Grundkapital und genehmigtes Kapital
Zum 31. Dezember 2021 waren insgesamt 2.884.395 (Vorjahr: 2.884.395) voll eingezahlte nennwertlose
Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben. Hiervon befanden sich 2.879.344 Aktien im Umlauf (Vorjahr:
2.881.395). Zum 31. Dezember 2021 befanden sich 5.051 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin
AG (Vorjahr: 3.000 Stück) und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. Jede Aktie
repräsentiert einen Anteil am Grundkapital von 45,52 EUR (Vorjahr: 45,52 EUR). Darüber hinaus verfügt
die Logwin AG zum 31. Dezember 2021 über ein genehmigtes Kapital von insgesamt 68.700 TEUR
(Vorjahr: 68.700 TEUR), eingeteilt in weitere 1.509.105 neu auszugebende Aktien ohne Nennwert
(Vorjahr: 1.509.105).
Ergebnisverwendung und Kapitalrücklage
Die Hauptversammlung der Logwin AG vom 8. April 2021 hat die Verwendung des Jahresüberschusses per
31. Dezember 2020 von 48.947 TEUR in Form der Einstellung in die Kapitalrücklage beschlossen. Im
Vorjahr wurde der Jahresüberschuss per 31. Dezember 2019 von 39.243 TEUR der Kapitalrücklage
zugeführt. Aus der Kapitalrücklage wurde auf Beschluss der Hauptversammlung vom 8. April 2021 eine
Ausschüttung in Höhe von 10.083 TEUR (Vorjahr: 10.094 TEUR) vorgenommen. Dies entspricht einem
Betrag von 3,50 Euro pro Aktie (Vorjahr: 3,50 Euro pro Aktie).
Ausschüttung
Die Ausschüttung muss von den Anteilseignern in der Hauptversammlung am 8. April 2022 beschlossen
werden und wurde folglich in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit bilanziert.
Gewinnrücklagen
Ausschüttungsfähiger Bilanzgewinn
Gemäß Luxemburger Recht sind zumindest 5 % des Jahresüberschusses aus dem lokalen Einzelabschluss
einer gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis diese Rücklage 10 % des gezeichneten Kapitals der Gesell-
schaft erreicht. Diese Rücklage ist zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 13.130 TEUR (Vorjahr: 13.130
TEUR) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Logwin Konzerns unter der Position „Gewinnrückla-
gen“ enthalten. Die gesetzliche Rücklage kann nicht als Dividende ausgeschüttet werden.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Form von versicherungs-
mathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Ertrag aus Planvermögen, der nicht in den Zinserträgen
erfasst wird, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und sind in künftigen Perioden nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Diese Beträge werden in den Gewinnrücklagen ausgewiesen
und belaufen sich zum 31. Dezember 2021 kumuliert auf -15.011 TEUR (Vorjahr: -15.531 TEUR). Die
Veränderung des Berichtsjahrs 2021 von 520 TEUR (Vorjahr: -1.248 TEUR) entfällt in vollem Umfang auf
die Neubewertungen der Nettoschuld, vermindert um die darauf entfallenden latenten Steuern.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
83
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Die Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen deren
funktionale Währung nicht der Euro ist, werden im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis
ausgewiesen. Bedingt durch die Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochter-
unternehmen ergab sich zum 31. Dezember 2021 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -3.625 TEUR
(Vorjahr: -7.907 TEUR). Die im Eigenkapital erfassten Beträge sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzun-
gen in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Eigene Aktien
Basierend auf der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 10. April 2019 hat der Verwaltungsrat der
Logwin AG am 17. März 2020 beschlossen, erneut ein Aktienrückkaufprogramm zu beginnen. Der Aktien-
rückkauf hat am 18. März 2020 begonnen und ist bis zum 28. Februar 2022 befristet. Zum 31. Dezember
2021 befanden sich 5.051 Aktien (Vorjahr: 3.000) im Wert von 800 TEUR (Vorjahr: 387 TEUR) im Besitz
der Gesellschaft. Eigene Aktien unterliegen dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
28 Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über Kreditlinien (ohne Avallinien) in Höhe von
38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro), die zum Abschlussstichtag des Berichtsjahrs sowie des Vorjahrs
nicht in Anspruch genommen waren. Darüber hinaus stand dem Logwin Konzern zum Stichtag aus dem
Factoring in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag
von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Zum 31. Dezember
2021 sowie zum Vorjahresstichtag wurde die Factoringlinie nicht in Anspruch genommen.
Zum 31. Dezember 2021 bestanden sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 135 TEUR
(Vorjahr: 66 TEUR).
Die Verzinsung der sonstigen kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgte variabel und entsprach
daher dem jeweils aktuellen Marktniveau.
29 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für
Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Im Logwin Konzern bestehen
sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen.
Beitragsorientierte Versorgungspläne
Die beitragsorientierten Versorgungspläne des Konzerns führten im Geschäftsjahr 2021 zu Zahlungen von
659 TEUR (Vorjahr: 501 TEUR) an private Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus erfolgten Beitrags-
zahlungen von 8.464 TEUR (Vorjahr: 8.082 TEUR) an gesetzliche Rentenversicherungsträger.
84
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die leistungsorientierten Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus (kapitalgedeckten und nicht
kapitalgedeckten) Pensionszusagen gegenüber Mitarbeitern vorwiegend deutscher Konzerngesellschaften.
Im Logwin Konzern bestehen überwiegend Verpflichtungen aus unverfallbaren Anwartschaften von in der
Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Bei den zugesagten Leistungen handelt es sich größ-
tenteils um lebenslang laufende Rentenzahlungen. Daneben existieren vor allem noch Ansprüche von in
Österreich beschäftigten Mitarbeitern aus der gesetzlichen Abfertigung.
Charakteristisch für die leistungsorientierten Verpflichtungen ist, dass der Logwin Konzern die zugesagte
Leistungshöhe gewährt und somit das Finanzierungs- und das Langlebigkeitsrisiko trägt. Soweit die Ver-
pflichtungen teilweise oder vollständig kapitalgedeckt sind, tritt an die Stelle des Finanzierungsrisikos das
allgemeine Marktrisiko. Da es sich bei dem im Logwin Konzern vorliegenden Planvermögen im Wesentli-
chen um Rückdeckungsversicherungen, Direktversicherungen sowie Unterstützungskassen handelt, deren
Volatilität vergleichsweise gering ist, besteht diesbezüglich ein geringfügiges Risiko.
Die in der Bilanz angesetzte Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen setzt sich wie folgt
zusammen:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Barwert der Verpflichtung
33.330
37.188
Planvermögen
-1.714
-1.703
Nettoschuld (Finanzierungsstatus)
31.616
35.485
Die Entwicklung der Nettoschuld im laufenden Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr ist in der nachfolgenden
Übersicht dargestellt:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Nettoschuld zum 1. Januar
35.485
34.617
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand
635
749
Beiträge inkl. Rentenzahlungen des Unternehmens
-1.587
-1.145
Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen
-2.771
1.615
Planabgeltungen
-131
-293
Sonstige Veränderungen
-15
-58
Nettoschuld am 31. Dezember
31.616
35.485
Die sonstigen Veränderungen umfassen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung der
Nettoschuld.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
85
Die Veränderung der Nettoschuld teilt sich wie folgt auf die Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung
und des Planvermögens auf:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Barwert der Verpflichtung am 1. Januar
37.188
36.271
Laufender Dienstzeitaufwand
503
492
Zinsaufwand
139
270
Versicherungsmathematische Gewinne (-) /Verluste (+)
durch Änderung demographischer Annahmen
8
-1
durch Änderungen finanzieller Annahmen
-2.085
1.904
durch erfahrungsbedingte Anpassungen
-673
-231
Geleistete Zahlungen aus Gesellschaftsvermögen
-1.539
-1.102
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-102
-56
Planabgeltungen
-131
-293
Sonstige Veränderungen
22
-66
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember
33.330
37.188
Angaben in Tausend €
2021
2020
Planvermögen am 1. Januar
1.703
1.654
Zinserträge auf Planvermögen
7
13
Nicht in den Zinserträgen erfasste Erträge aus Planvermögen
21
57
Beiträge des Arbeitgebers
48
43
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-102
-56
Sonstige Veränderungen
37
-8
Planvermögen am 31. Dezember
1.714
1.703
Das Planvermögen setzt sich zum 31. Dezember 2021 aus Rückdeckungsversicherungen von 668 TEUR
(Vorjahr: 717 TEUR), Unterstützungskassen von 353 TEUR (Vorjahr: 349 TEUR), Direktversicherungen von
269 TEUR (Vorjahr: 263 TEUR) sowie sonstigen Sicherungsformen von 424 TEUR (Vorjahr: 374 TEUR)
zusammen. Die voraussichtlichen Beiträge zum Planvermögen belaufen sich im Folgejahr auf 45 TEUR.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungs-
pläne erfasst:
Angaben in Tausend €
2021
2020
Dienstzeitaufwand
-503
-492
Nettozinsaufwand
-132
-257
Summe Pensionsaufwendungen
-635
-749
86
Von der Gesamtsumme der Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne im Jahr 2021 sind
380 TEUR (Vorjahr: 360 TEUR) in den Umsatzkosten, 66 TEUR (Vorjahr: 69 TEUR) in den Vertriebskosten
und 57 TEUR (Vorjahr: 63 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Der Nettozinsaufwand aus der
Aufzinsung der Verpflichtung sowie aus der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 132 TEUR
(Vorjahr: 257 TEUR) wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Versicherungsmathematische Annahmen
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden folgende
versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
31.12.2021
31.12.2020
Abzinsungssatz
1,0%
0,4%
Lohn- und Gehaltstrend
2,5%
2,5%
Rententrend
1,9%
1,75%
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland wie im Vorjahr dieRichttafeln 2018G“ von Prof.
Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.
Die Diskontierungssätze werden grundsätzlich auf Basis der Renditen erstrangiger Unternehmensanleihen
bestimmt, deren Laufzeit und Währung den jeweiligen Verpflichtungen entsprechen. Der Bewertung der
Pensionsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu Grunde, welcher auf Basis der im Geschäfts-
jahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon Eurozone Yield Curve ermittelt wurde. Wäre
die Pensionsverpflichtung zum Stichtag mit dem Diskontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach
dem im Vorjahr angewandten Verfahren Aon Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine
um 400 TEUR (1,3 % des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung) höhere Pensionsverpflichtung
ergeben.
Die Lohn- und Gehaltstrends beinhalten sowohl eine Komponente für eine Inflationsanpassung als auch für
karrierebedingte Gehaltssteigerungen und basieren wie auch die Fluktuationsraten auf Erfahrungen aus
der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft.
Die Rententrends entsprechen entweder den vertraglich festgelegten Garantierentenanpassungen oder
basieren auf den gültigen Regelungen zur Rentenanpassung.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
87
Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswir-
kungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung gehabt:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Abzinsungssatz
Um 0,5 Prozentpunkte höher
-1.950
-2.355
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
2.178
2.644
Lohn- und Gehaltstrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
166
188
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-156
-176
Rententrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
1.654
1.980
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-1.509
-1.803
Lebenserwartung
Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10%
1.237
1.462
Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei
die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögli-
che Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen wurden nicht berücksichtigt. Für die
Ermittlung der Sensitivitäten ist dieselbe Methode wie für die Ermittlung des Barwerts der leistungs-
orientierten Pensionsverpflichtungen verwendet worden.
Zur Untersuchung der Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung
gegenüber einer Veränderung der angenommenen Lebenserwartung wurden im Rahmen einer
Vergleichsberechnung die angesetzten Sterbewahrscheinlichkeiten um 10 % abgesenkt; dies führt
wie im Vorjahr zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von in etwa einem Jahr.
Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungs-
orientierten Pensionsverpflichtung beträgt 13,19 Jahre (Vorjahr: 14,76 Jahre).
Nachfolgend wird das Fälligkeitsprofil der nicht diskontierten Auszahlungen der leistungsorientierten
Pensionsverpflichtung dargestellt:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Zahlungen fällig innerhalb des nächsten Geschäftsjahres
1.867
1.453
Zahlungen fällig in zwei bis fünf Jahren
5.564
5.884
Zahlungen fällig in sechs bis zehn Jahren
6.639
6.878
Zahlungen fällig in elf bis 15 Jahren
5.992
6.528
Zahlungen fällig in 16 bis 20 Jahren
4.905
5.050
Zahlungen fällig in mehr als 20 Jahren
10.651
11.377
88
30 Sonstige langfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Jubiläums-
rückstellungen
1. Januar 2021
3.529
Zuführungen
210
Verbrauch
-216
Auflösung
-164
Kursdifferenzen
6
31. Dezember 2021
3.365
Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellungen belief sich im Jahr 2021 auf 3 TEUR
(Vorjahr: 11 TEUR). Der Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zu
Grunde, welcher auf Basis der im Geschäftsjahr 2021 erstmalig zum Ansatz gebrachten Methodik „Aon
Eurozone Yield Curve“ ermittelt wurde. Wären die Jubiläumsrückstellungen zum Stichtag mit dem Dis-
kontierungszinssatz bewertet worden, welcher nach dem im Vorjahr angewandten Verfahren „Aon
Subindex-Methode“ ermittelt worden wäre, hätte sich eine um 8 TEUR (0,8 % des Barwerts der Verpflich-
tung) höhere Jubiläumsverpflichtung ergeben.
31 Kurzfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Prozesse und
Rechts-
streitigkeiten
Drohende
Verluste
Gewähr-
leistungen
Übrige
Summe
kurzfristige
Rückstellun-
gen
1. Januar 2021
990
287
1.665
5.100
8.042
Zuführungen
136
359
1.992
2.396
4.883
Verbrauch
-96
-85
-355
-1.249
-1.785
Auflösung
-104
-180
-843
-581
-1.708
Kursdifferenzen
3
-
-2
37
38
31. Dezember 2021
929
381
2.457
5.703
9.470
Die ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Rechtsstreitigkeiten setzen sich zum 31. Dezember
2021 aus diversen Prozessrisiken zusammen.
Die Gewährleistungsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Fracht- und Haftpflicht-
schäden aus der operativen Geschäftstätigkeit.
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen wurden unter anderem für diverse Vertrags- und Regressrisiken
sowie ausstehende Rechnungen und Kundenboni gebildet.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
89
32 Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten ermitteln sich aus abgegrenzten Ertragsteueraufwendungen
für das Geschäftsjahr 2021 sowie für frühere Geschäftsjahre in Höhe von 18.425 TEUR (Vorjahr: 6.817
TEUR), abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen in Höhe von 5.631 TEUR (Vorjahr: 3.587 TEUR).
33 Sonstige Verbindlichkeiten
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Personalbezogene Verbindlichkeiten:
Lohn- und Gehaltskosten
25.060
19.353
Sozialversicherungen
1.626
1.372
Urlaubsabgrenzung
3.424
2.615
Sonstige Steuern und Abgaben
5.684
4.206
Kundenvorauszahlungen
2.076
980
Derivative Finanzinstrumente
3.486
1.594
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten
6.706
4.448
Summe sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
48.062
34.568
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
1
1
Summe sonstige langfristige Verbindlichkeiten
1
1
Summe sonstige Verbindlichkeiten
48.063
34.569
In den sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sind zum 31. Dezember 2021
757 TEUR (Vorjahr: 420 TEUR) Verbindlichkeiten aus der Abrechnung von Lademitteln enthalten.
Die Kundenvorauszahlungen stellen Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 dar.
Die Restlaufzeiten der in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten
stellen sich wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Restlaufzeit bis 1 Jahr
35.074
25.273
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
1
1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
35.075
25.274
90
Sonstige Angaben
34 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
Die nachfolgenden Tabellen geben zusätzliche Informationen zu den im Logwin Konzern vorliegenden
Finanzinstrumenten. Zum einen werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach
den Bewertungskategorien des IFRS 9 aufgezeigt, zum anderen werden die Bilanzposten, die Finanzinstru-
mente enthalten, mit den entsprechenden bilanziellen Wertansätzen sowie ihrem Fair Value dargestellt.
Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2021
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
543.155
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
12.160
12.160
Finanzielle Vermögenswerte
555.315
12.160
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
354.980
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
3.486
3.486
Finanzielle Verbindlichkeiten
358.466
3.486
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2020
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
320.451
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
6.673
6.673
Finanzielle Vermögenswerte
327.124
6.673
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
196.269
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
1.594
1.594
Finanzielle Verbindlichkeiten
197.863
1.594
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
91
Buchwerte und Fair Values von Finanzinstrumenten nach Bilanzposten
Die folgende Übersicht leitet die vorhandenen Finanzinstrumente auf die entsprechenden Bilanzposten
über und gibt den jeweiligen Bewertungsmaßstab, den Wertansatz sowie den Fair Value zum Bilanzstichtag
wieder:
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2021
Wertansatz
nach IFRS 16
Fair Value
31.12.2021
Vermögenswerte
Finanzanlagen
FVTPL
781
-
781
fortgeführte AK
563
-
563
n.a.
281
-
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
844
-
FVTPL
7.553
-
7.553
fortgeführte AK
253.843
-
253.843
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Summe
261.396
-
261.396
Vertragsvermögenswerte
fortgeführte AK
34.922
-
34.922
fortgeführte AK
5.814
-
5.814
FVTPL
3.826
-
3.826
n.a.
35.045
-
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Summe
44.685
-
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
fortgeführte AK
248.013
-
248.013
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
n.a.
51.631
51.631
-
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
fortgeführte AK
1
-
1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
fortgeführte AK
323.257
-
323.257
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
n.a.
27.884
27.884
-
Sonstige kurzfristige
Finanzierungsverbindlichkeiten
fortgeführte AK
135
-
135
fortgeführte AK
31.587
-
31.587
FVTPL
3.486
-
3.486
n.a.
12.989
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
48.062
-
-
92
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2020
Wertansatz
nach IFRS
16
Fair Value
31.12.2020
Vermögenswerte
Finanzanlagen
FVTPL
759
-
759
fortgeführte AK
395
-
395
n.a.
304
-
-
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
699
-
-
FVTPL
5.399
-
5.399
fortgeführte AK
135.403
-
135.403
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Summe
140.802
-
140.802
Vertragsvermögenswerte
fortgeführte AK
12.644
-
12.644
fortgeführte AK
3.601
-
3.601
FVTPL
514
-
514
n.a.
16.571
-
-
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
Summe
20.686
-
-
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
fortgeführte AK
168.408
-
168.408
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
n.a.
60.599
60.599
-
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
fortgeführte AK
1
-
1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
fortgeführte AK
172.523
-
172.523
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
n.a.
30.233
30.233
-
Sonstige kurzfristige
Finanzierungsverbindlichkeiten
fortgeführte AK
66
-
66
fortgeführte AK
23.680
-
23.680
FVTPL
1.594
-
1.594
n.a.
9.294
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
34.568
-
-
Die Fair Values der Finanzinstrumente wurden basierend auf folgenden Methoden und Annahmen ermit-
telt:
Für börsennotierte Wertpapiere kann der Fair Value durch am Bilanzstichtag vorhandene Marktinformatio-
nen gemäß Stufe 1 ermittelt werden. Bei öffentlich gehandelten Finanzinstrumenten stellt der Kurswert am
Stichtag den Fair Value des Instruments dar.
Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierar-
chie mit Hilfe von Bewertungsmethoden, wie z. B. der Barwertmethode, unter Verwendung von entspre-
chenden Marktparametern, die direkt beobachtbar und tagesaktuell sind. Die Fair Values der Währungs-
derivate wurden dabei unter Berücksichtigung der entsprechenden Spot Rate sowie der Zinskurven der
jeweiligen Währung berechnet.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
93
Die Ermittlung der Fair Values von nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich
nach der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Die Bewertung erfolgt, da nicht genügend neue Informationen
zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen bzw. es eine große Bandbreite von möglichen
Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt, entsprechend IFRS 9.B.5.2.3. zu Anschaffungskosten,
die als die beste Schätzung des beizulegenden Zeitwertes angesehen werden.
Bei den sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen erfolgt die Bestimmung der Fair
Values unter der Annahme, dass sich vereinbarte und marktübliche Zinssätze entsprechen. Folglich stim-
men die Buchwerte annahmegemäß mit den Fair Values überein. Bei Finanzierungsverbindlichkeiten mit
festen Zinssätzen werden die Fair Values mit Hilfe von Bewertungsmodellen berechnet. Die Inputfaktoren
(Zinsen) basieren auf beobachtbaren Marktdaten.
Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurz-
fristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskos-
ten“ zugeordnet wurden, sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen auf-
grund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbind-
lichkeiten des Logwin Konzerns, die mit dem Fair Value bilanziert wurden, entsprechend der Fair Value-
Hierarchie.
31.Dezember 2021
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
608
-
173
781
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-
-
7.553
7.553
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
3.826
-
3.826
Summe
608
3.826
7.726
12.160
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
3.486
-
3.486
31.Dezember 2020
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
586
-
173
759
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-
-
5.399
5.399
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
514
-
514
Summe
586
514
5.572
6.672
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
1.594
-
1.594
Während des Berichtsjahres sowie des Vorjahres gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3.
94
Nettoergebnis von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2021
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
170
-
-138
32
Vermögenswerte zum FVTPL
-2.380
-26
-
-2.406
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-930
-
-
-930
Verbindlichkeiten zum FVTPL
2.405
-141
-
2.264
Summe
-735
-167
-138
-1.040
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2020
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
246
-
-859
-613
Vermögenswerte zum FVTPL
-115
35
-
-80
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-707
-
-
-707
Verbindlichkeiten zum FVTPL
2
-38
-
-36
Summe
-574
-3
-859
-1.436
Bezüglich der Zinserträge und -aufwendungen verweisen wir auf Anhangangabe 14 „Finanzergebnis“. Die
Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung zum Fair Value betreffen im Wesentlichen die
Bewertungen der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungsrisiken gehalten
werden. Die Aufwendungen aus Wertminderungen umfassen Wertberichtigungen auf Forderungen.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert
die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen,
z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transport-
equipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu
Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen
zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finan-
zierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern
führen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
95
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht
wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regel-
mäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der
vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko
durch ein striktes Working Capital-Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finan-
zierungsquellen. Zum 31. Dezember 2021 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien
in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhän-
gigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring ein vertraglich vereinbarter, im Geschäfts-
jahr nicht genutzter Höchstbetrag von 45,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur
Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 21 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften
allgemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur
weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente
dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Me-
chanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts-
und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche
Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern
reduziert.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht
nachkommt und dem Logwin Konzern dadurch finanzielle Verluste entstehen. Zum 31. Dezember 2021
ergibt sich das maximale Kreditrisiko des Konzerns ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten
oder anderen Kreditverbesserungen aus den Buchwerten der jeweiligen bilanzierten finanziellen Vermö-
genswerte, wie er in der Konzernbilanz angegeben ist. Für drohende Ausfallrisiken werden Wertberichti-
gungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen wird auf Anhangangabe 23 verwiesen. Demgegenüber sind Vermögenswerte, die weder
überfällig noch wertgemindert sind, voll werthaltig.
Es bestehen im Wesentlichen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle ihres
Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird
durch Bonitätsprüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus
bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken
aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegen
gewirkt.
Um das Kreditrisiko zu minimieren, hat der Logwin Konzern Kreditrisikoeinstufungen entwickelt, um die
Engagements nach ihrem Grad des Ausfallrisikos zu kategorisieren. Die Bonitätsinformationen werden von
unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt, soweit verfügbar, und, falls nicht verfügbar, verwen-
det der Logwin Konzern andere öffentlich zugängliche Finanzinformationen und intern verfügbare Informa-
tionen des Konzerns, um seine Großkunden und sonstigen Schuldner zu bewerten. Das Engagement des
Konzerns und die Bonität der Gegenparteien werden kontinuierlich überwacht und der Gesamtwert der
abgeschlossenen Geschäfte auf die zugelassenen Gegenparteien verteilt.
96
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in ver-
schiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen
bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesell-
schaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht
ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen
Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar
und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Durch die Sicherungs-
geschäfte des Logwin Konzerns im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und – verbindlich-
keiten wird die Unsicherheit der zukünftigen Zahlungsströme aus abgesicherten Positionen hinsichtlich
des Risikos von Wechselkursschwankungen vermindert. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten
hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/– 10 %
gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember
2021 eine Auswirkung von – /+ 1,2 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: – /+ 0,1 Mio. Euro).
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss
die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungs-
bezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann
erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau kann sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen aufgrund verschiedener
Einflussfaktoren verändern. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen,
das derzeit aufgrund der mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten unwesentlichen Finanzierungsver-
bindlichkeiten als gering eingeschätzt wird.
Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Im nächsten Jahr ist mit Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung von finanziellen Finanzierungsverbindlich-
keiten in Höhe von 135 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR) zu rechnen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Stichtag vorhandene derivative finanzielle
Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten befindet sich unter unter Anhangangabe 21.
Devisentermingeschäfte
Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Logwin Konzern verschiedene Devisentermingeschäfte, die zur
Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts und zur Absicherung von Forderungen
oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung eingesetzt werden. Die Devisentermin-
geschäfte haben alle eine Laufzeit von unter einem Jahr.
Die folgende Tabelle bildet die wesentlichen Geschäfte ab:
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
97
31.12.2021
31.12.2020
Angaben in Tausend €
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von
Forderungen der Logwin AG aus der
Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von
Konzerngesellschaften
Verkauf
AED
12.550
2.947
10.550
2.410
AUD
15.567
9.665
7.646
4.656
CNY
287.540
38.290
86.700
10.752
COP
1.300.000
281
3.575.000
830
CZK
31.300
1.210
5.050
191
GBP
16.110
18.892
700
772
HKD
120.900
13.419
52.200
5.616
HUF
695.000
1.901
222.000
612
PLN
22.600
4.876
1.100
246
RON
1.550
311
2.000
406
SGD
-
-
3.020
1.855
TRY
18.900
1.493
2.100
216
USD
35.420
30.973
10.330
8.570
Summe
-
124.258
-
37.132
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von
Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der
Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von
Konzerngesellschaften
Kauf
AED
17.550
4.144
17.800
4.076
AUD
8.672
5.466
5.800
3.561
CNY
456.170
61.090
211.230
26.348
COP
-
-
1.000.000
241
CZK
33.300
1.312
18.550
706
GBP
9.840
11.501
550
607
HKD
308.150
34.309
203.780
22.243
HUF
970.000
2.669
748.900
2.112
RON
1.180
237
300
61
SGD
1.910
1.226
5.440
3.383
THB
12.000
319
6.300
171
TRY
22.400
1.864
3.800
428
TWD
17.000
551
17.000
515
USD
31.341
27.438
8.775
7.264
Summe
-
152.126
-
71.716
98
Die folgende Tabelle stellt die Marktwerte und Nominalvolumina der derivativen Finanzinstrumente
gegenüber:
31.12.2021
31.12.2020
Аngaben in Tausend €
Nominal-
volumen
Marktwert
Nominal-
volumen
Marktwert
Vermögenswerte
Devisentermingeschäfte
125.488
3.826
26.132
514
Summe
125.488
3.826
26.132
514
Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte
150.895
3.486
82.716
1.594
Summe
150.895
3.486
82.716
1.594
Den Vermögenswerten stehen jeweils Verbindlichkeiten aus der Bewertung zugrundeliegender Finanzie-
rungsgeschäfte gegenüber. Den Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften stehen jeweils Vermö-
genswerte aus der Bewertung zugrundeliegender interner Finanzierungsgeschäfte gegenüber.
Mit den Banken, über die derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, bestehen in den Rahmen-
verträgen Nettingvereinbarungen, die aber grundsätzlich erst im Falle einer Insolvenz greifen. Insofern ist
ein Nettoausweis für Zwecke der Bilanzierung unzulässig, da zum Stichtag nur eine theoretische Möglich-
keit zur Aufrechnung besteht. Diese würde dazu führen, dass von den ausgewiesenen Schulden in Höhe
von 3.486 TEUR insgesamt 3.441 TEUR mit den ausgewiesenen Vermögenswerten von 3.826 TEUR
verrechnet werden könnten. Im Vorjahr hätten von den ausgewiesenen Vermögenswerten in Höhe von
514 TEUR insgesamt 514 TEUR mit den ausgewiesenen Schulden von 1.594 TEUR verrechnet werden
können.
Kapitalmanagement
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements des Logwin Konzerns besteht in der Wahrung finanzieller
Stabilität und der Erhaltung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Logwin AG. Auf negative
Veränderungen der Kapitalstruktur kann soweit möglich durch Anpassungen des Eigenkapitals oder der
Fremdkapitalausstattung, insbesondere durch die Inanspruchnahme von vorhandenen Kreditlinien und der
Factoring-Linie, reagiert werden.
Mittel- und langfristige Finanzierungsentscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Kapitalstruktur
des Logwin Konzerns geprüft. Darüber hinaus werden kurz- und mittelfristige Veränderungen der Kapital-
struktur durch die Analyse des Working Capital systematisch überwacht. Wesentlich sind dabei neben der
Entwicklung der absoluten Größen die jeweiligen relativen Veränderungen sowie die Veränderungen zu
relevanten Vergleichsgrößen wie den Umsatzerlösen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
99
Folgende Posten sind Teil des Kapitalmanagements:
Аngaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-79.515
-90.832
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
-135
-66
Bruttoverschuldung
-79.650
-90.898
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
248.013
168.408
Nettoliquidität
168.363
77.510
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
-323.257
-172.523
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
-60.898
-46.140
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
261.396
140.802
Vertragsvermögenswerte
34.922
12.644
Ertragsteuerforderungen/-verbindlichkeiten
-10.932
-765
Sonstige lang- und kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
45.529
21.385
Vorräte
1.411
1.455
Working Capital
-51.829
-43.142
Eigenkapital
282.485
224.852
35 Finanzielle Verpflichtungen
Die folgende Tabelle zeigt alle nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen zu den Stichtagen 31.
Dezember 2021 und 2020:
Аngaben in Tausend €
31.12.2021
31.12.2020
Fälligkeit innerhalb eines Jahres
13.617
10.995
Fälligkeit innerhalb 2 bis 5 Jahren
10.581
3.180
Fälligkeit in mehr als 5 Jahren
3.148
33
Summe
27.346
14.208
Die finanziellen Verpflichtungen bestehen im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen aus
Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen.
100
36 Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
Von den zum 31. Dezember 2021 im Konzern bestehenden Eventualverbindlichkeiten im Sinne von
Bankgarantien und anderen Garantien, Patronatserklärungen und sonstigen Haftungen aus dem laufenden
Geschäftsbetrieb kann angenommen werden, dass keine wesentlichen Verpflichtungen entstehen werden.
Sofern erforderlich werden für einzelne Sachverhalte, die möglicherweise zu einer Inanspruchnahme
führen können, Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen.
37 Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers für das Berichtsjahr umfasste folgende Leistungen (ohne Auslagen):
Аngaben in Tausend €
Abschlussprüfer
luxemburgischer
Gesellschaft
Netzwerk des
Abschlussprüfers im
Ausland
2021
2020
2021
2020
Abschlussprüfung
147
144
681
616
Steuerberatung
-
-
-
-
Prüfungsbezogene Leistungen
-
-
-
-
Sonstige Leistungen
9
1
30
139
Gesamt
156
145
711
755
38 Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
Die Bezüge der nicht-exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrats und der Mitglieder des Executive
Committee enthalten sämtliche Bezüge von Konzerngesellschaften. Im fixen Anteil der laufenden Bezüge
sind auch sonstige Vergütungsbestandteile enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden für Mitglieder des
Managements Beiträge an einen beitragsorientierten Pensionsplan von 72 TEUR geleistet (Vorjahr:
88 TEUR).
Аngaben in Tausend €
2021
2020
Mitglieder des Executive Committee
2.385
2.356
davon fixer Anteil der laufenden Bezüge
1.287
1.481
davon variabler Anteil der laufenden Bezüge
1.098
875
Nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates (fixe Bezüge)
120
120
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
101
39 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
Unternehmen und Personen werden als nahe stehend betrachtet, wenn eine der Parteien über die Mög-
lichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, oder eine Beteiligung an dem Unternehmen hält, die ihr
einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen gibt, wenn eine der Parteien ein assoziiertes Unterneh-
men ist, oder wenn eine der Parteien ein Mitglied des Führungspersonals des Unternehmens oder dessen
Mutterunternehmens ist.
Herr Stefan Quandt gilt als nahe stehende Person zur Logwin AG, da er Alleinaktionär der DELTON
Logistics S.à r.l., Grevenmacher ist, die mehrheitlich an der Logwin AG beteiligt ist. Er ist ferner alleiniger
Gesellschafter der DELTON Health AG und der AQTON SE, beide Bad Homburg, sowie Aktionär und
stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, München. Er ist im Sinne von IAS 24 „Angaben
über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ eine nahe stehende Person zu diesen
Unternehmen.
Der Logwin Konzern hat mit der DELTON Logistics S.à r.l. im Berichtsjahr Mieterlöse in Höhe von 8 TEUR
erzielt (Vorjahr: 8 TEUR). Der Logwin Konzern hat von der DELTON Logistics S.à r.l. Dienstleistungen in
Höhe von 38 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR) bezogen. Darüber hinaus bestanden nachstehende Lieferungs- und
Leistungsbeziehungen mit der DELTON Health AG, Bad Homburg v.d.H. und ihren Tochterunternehmen.
Аngaben in Tausend €
DELTON Health AG und
ihre Tochterunternehmen
2021
2020
Erbrachte Dienstleistungen
542
388
Bezogene Dienstleistungen
747
631
Forderungen zum 31. Dezember
-
-
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
136
141
Weiterhin hat die Logwin AG im Jahr 2020 mit der AQTON SE eine Rahmenvereinbarung für Geldhandels-
geschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden kurzfristige Geldanlagen der Logwin AG bei
der AQTON SE in Höhe von 75 Mio. Euro (Vorjahr: 50 Mio. EUR). Im Berichtsjahr sind Verwahrentgelte in
Höhe von 81 TEUR angefallen (Vorjahr: 18 TEUR).
Der Logwin Konzern hat in 2021 Umsatzerlöse in Höhe von 19.450 TEUR (Vorjahr: 19.068 TEUR) mit
Unternehmen der BMW-Gruppe erzielt. Die Forderungen gegen die BMW-Gruppe belaufen sich zum
31. Dezember 2021 auf 3.362 TEUR (Vorjahr: 1.574 TEUR).
Außerdem haben Unternehmen des Logwin Konzerns von der BMW-Gruppe Fahrzeuge vorwiegend im
Wege des Leasings bezogen. Die hieraus vom Logwin Konzern in 2021 geleisteten Leasingzahlungen
belaufen sich auf 1.090 TEUR (Vorjahr: 1.235 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe
aus noch nicht gezahlten Leasingraten betragen zum 31. Dezember 2021 65 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR).
102
Mit assoziierten und verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen bestanden die folgenden
Geschäftsbeziehungen:
Аngaben in Tausend €
Assoziierte und verbundene,
nicht konsolidierte Unternehmen
2021
2020
Erbrachte Dienstleistungen
759
721
Bezogene Dienstleistungen
488
252
Forderungen zum 31. Dezember
422
128
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
280
100
Darüber hinaus gibt es Geschäftsbeziehungen zwischen dem Logwin Konzern und Mitgliedern des
Verwaltungsrats. Dem Logwin Konzern entstanden dadurch Aufwendungen in Höhe von 43 TEUR im
Geschäftsjahr 2021 (Vorjahr: 71 TEUR).
Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen erfolgten ausnahmslos zu
marktüblichen Konditionen unter Beachtung des „dealing at arm’s length“-Grundsatzes.
40 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach Ausbruch des militärischen
Konflikts um die Ukraine wird auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns
voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen haben.
Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2021 und der Aufstellung des Konzernabschlusses
durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 3. März 2022 keine berichtspflichtigen Ereignisse
eingetreten.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
103
41 Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die nachfolgende Tabelle enthält alle Gesellschaften des Logwin-Konzerns zum 31. Dezember 2021:
Durchgerechneter
Kapitalanteil
Solutions
Logwin Solutions Management GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Holding International GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions Spedition GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Spain S.A., ES-Madrid
100,00%
LOGWIN Romania S.R.L, RO-Bukarest
100,00%
Logwin Solutions Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Logistik GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Air + Ocean
Logwin Air + Ocean International GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean UK Limited, GB-Uxbridge
100,00%
Logwin Air + Ocean Belgium N.V., BE-Antwerpen
100,00%
Logwin Air + Ocean Czech S.r.o., CZ-Prag
100,00%
Logwin Air + Ocean Hungary Kft., HU-Budapest
100,00%
Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., NL-1438 AX Oude Meer
100,00%
Logwin Poland Sp.z.o.o., PL-Piaseczno
100,00%
Logwin Air + Ocean Italy S.r.l., IT-Milano
51,00%
Logwin Air & Ocean Spain S.L., ES-Barcelona
100,00%
Logwin Air + Ocean Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Lojistik Hizmetleri ve Ticaret Limited Sirketi, TR-Istanbul
100,00%
Logwin Air + Ocean Slovakia s.r.o. SK-Bratislava
100,00%
Logwin Air + Ocean France S.A.S., FR-Villepinte
100,00%
Logwin Air and Ocean South Africa (Pty.) Ltd., ZA-Johannesburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Kenya Ltd., KE-Nairobi
60,00%
Logwin Air & Ocean Hong Kong Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Taiwan Ltd, TW-Taipeh
100,00%
Logwin Air + Ocean Philippines Inc., PH-Paranaque City
100,00%
Logwin Air & Ocean Korea Ltd., KR-Seoul
100,00%
Logwin Air + Ocean China Ltd., CN-Shanghai
100,00%
Logwin Air & Ocean Far East Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Singapore Pte. Ltd., SG-Singapore
100,00%
Logwin Air & Ocean Vietnam Company Limited , VN-Hochiminh City
100,00%
Logwin Air + Ocean Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
100,00%
Logwin Air + Ocean (Thailand) Ltd., TH-Bangkok
100,00%
P.T. Logwin Air & Ocean Indonesia, ID-Jakarta
90,00%
Logwin Air & Ocean India Pvt. Ltd., IN-Mumbai
100,00%
104
Logwin Air & Ocean Australia Pty. Ltd., AU-Alexandria
100,00%
Logwin Air + Ocean Mexico S.A. de C.V., MX-City
100,00%
Logwin Air + Ocean Colombia SAS, CO-Bogota
100,00%
Logwin Air + Ocean Brazil Logística e Despacho Ltda., BR-Sao Paulo
100,00%
Logwin Air + Ocean Chile S.p.A., CL-Santiago
100,00%
Logwin Air + Ocean Perú S.R.L. PE-Lima
100,00%
Logwin Air & Ocean Middle East LLC, AE-Dubai
60,00%
Sonstige
Logwin AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Holding Immo Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean Holding Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Road + Rail Austria GmbH i.L., AT-Salzburg
100,00%
Thiel AS Logistics AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Road + Rail Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Holding Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Finance GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Service GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Aschaffenburger Versicherungsmakler GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Nicht konsolidiert
Logwin Air and Ocean Simesonke (Pty.) Ltd., ZA-Spartan-Kempton Park
100,00%
Leadway Freight Ltd. HK-Hongkong n.o.
100,00%
Logwin Forwarding Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
49,00%
Supply Chain International Ltd., NZ-Auckland
33,00%
East West Freight Limited, HK-Hongkong
100,00%
Leadway Container Line Ltd., SG-Singapore
100,00%
Hellmann Beverage Logistics Inc, US-FL-Miami
50,00%
Transcontainer-Universal GmbH & Co. KG, DE-Bremen
0,80%
Beteiligungen der Logwin AG werden nicht konsolidiert, sofern die Gesellschaft keinen Geschäftsbetrieb
aufweist oder kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt werden kann. Weiterhin erfolgt
auch keine Konsolidierung nach der Equity Methode, falls die Beteiligungen von untergeordneter
Bedeutung für den Konzernabschluss sind.
Im Berichtsjahr 2021 beschäftigte der Logwin Konzern durchschnittlich 4.047 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.215).
Konzernabschluss
Erklärung des Verwaltungsrats | Versicherung der gesetzlichen Vertreter
105
Erklärung des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzern-
abschlusses und des Konzernlageberichts sowie für alle weiteren im Jahresfinanzbericht gegebenen
Informationen.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Entsprechend den Vorschriften des Luxemburgischen Handelsgesetzbuches enthält der Konzernlage-
bericht eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie darüber hinausgehende
Erläuterungen.
Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom
Prüfungsausschuss vorgeprüft und in einer Verwaltungsratssitzung zusammen mit Vertretern der
Abschlussprüfer-Gesellschaft ausführlich besprochen.
Die Prüfung des Konzernabschlusses und Lageberichts für das Geschäftsjahr 2021 gab keinerlei Anlass
zur Beanstandung. Durch Beschluss des Verwaltungsrats wurden der Konzernabschluss und der Konzern-
lagebericht zur Veröffentlichung freigegeben.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht bedürfen entsprechend Luxemburger Recht der
Genehmigung durch das Organ der Hauptversammlung.
Der Verwaltungsrat der Logwin AG
Grevenmacher (Luxemburg), den 3. März 2022
106
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Konzernberichterstattung der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprech-
endes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt
sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“
Dr. Antonius Wagner Sebastian Esser
(Vorsitzender des Verwaltungsrats) (Stellvertretender Vorsitzender
Des Verwaltungsrats)