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Logwin AG
Jahresfinanzbericht
2022
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Kennzahlen 1. Januar – 31. Dezember 2022
Ertragslage
2022
2021
Angaben in Tausend €
Umsatz
Konzern
2.259.027
1.851.836
Veränderung zu 2021
22,0%
Air + Ocean
1.795.995
1.517.017
Veränderung zu 2021
18,4%
Solutions
466.313
337.041
Veränderung zu 2021
38,4%
Operatives Ergebnis (EBITA)
Konzern
120.121
100.940
Marge
5,3%
5,5%
Air + Ocean
140.578
107.966
Marge
7,8%
7,1%
Solutions
-3.596
6.123
Marge
-0,8%
1,8%
Periodenergebnis
Konzern
73.945
63.510
Finanzlage
2022
2021
Angaben in Tausend €
Operativer Cashflow
169.556
125.894
Free-Cashflow
132.948
88.593
Vermögenslage
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapitalquote
41,6%
35,4%
Nettoliquidität (in Tausend €)
281.716
168.363
31.12.2022
31.12.2021
Anzahl der Mitarbeiter
4.116
4.087
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Geschäftsmodell
Logwin Konzern Der Logwin Konzern bietet seinen Kunden weltweit Logistik- und Transportlösungen in den beiden Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions. Dabei verbindet Logwin die Vorteile einer international aufgestellten Logistikgruppe mit denen eines flexiblen Mittelständlers.
Geschäftsfeld Air + Ocean Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Logistik- und Speditions-lösungen mit dem Fokus auf interkontinentaler Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Mit seinem weltweiten Netzwerk eigener Tochterunternehmen und langjähriger Partner ist Logwin für seine Kunden vor Ort präsent und setzt sich zum Ziel, höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit der weltweiten Logistikketten zu gewährleisten.
Geschäftsfeld Solutions Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Fashion-, Retail- und Konsumgüterbereich, in der industriellen Kontraktlogistik einschließlich des Bereichs Automotive – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten.
Mit kundenspezifischen Kombinationen einzelner Logistikleistungen steuert der Logwin Konzern Logistikketten zwischen Lieferanten und Abnehmern je nach Bedarf in Teilen oder als Komplettlösung. Ganzheitliches Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht sind die wesentlichen Elemente der Leistungserbringung in den verschiedenen Einheiten des Logwin Konzerns. Eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur mit Rechenzentren in Europa und Asien unterstützt harmonisierte Prozesse, die einfache Anbindung von Kunden wie Dienstleistern und gewährleistet die Einhaltung der stetig steigenden Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance.
Die Logwin AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mehrheitsaktionärin ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher (Luxemburg).
Finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung
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Der Logwin Konzern überwacht seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit Hilfe von ausgewählten zentralen Steuerungsgrößen (KPI) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit hinsichtlich operativer, finanzieller und liquiditätsbezogener Aspekte zu beurteilen und entscheidungsrelevante Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Das eingesetzte Kennzahlensystem stellt ein Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizienter Nutzung von Ressourcen und einem nachhaltigen Liquiditätsmanagement sicher. Monatliche, quartalsweise und jährliche Veränderungen der relevanten Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bzw. den Forecast-/Budget-Werten dienen der Geschäftsführung als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus bilden einzelne KPIs wesentliche Elemente des Vergütungssystems. Soweit nicht in den Rechnungslegungsstandards der International Financial Reporting Standards (IFRS) definiert, wird die Ermittlung der verwendeten und berichteten KPIs – den Leitlinien für alternative Leistungskennzahlen (APM) der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) vom 5. Oktober 2015 entsprechend – nachfolgend erläutert:
Profitabilität Die Umsatzerlöse stellen grundsätzlich eine der wesentlichen Messgrößen der Profitabilität dar, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegeln, seine Produkte oder Dienstleistungen am Markt abzusetzen. Insofern dient die in den IFRS definierte Kennzahl auch im Logwin Konzern, insbesondere im transaktionsbasierten Logistikgeschäft, als Ausgangspunkt für tiefergehende Preis-/ Mengen-Abweichungsanalysen sowie als wichtiger Vergleichsmaßstab. Darüber hinaus erweisen sich die Umsatzerlöse als Indikator für die Geschäftsentwicklung (Wachstum) sowie mit Einschränkungen auch als geeigneter cash-flow orientierter Erfolgsfaktor (Zahlungssensitivität).
Das operative Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten – EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortization) – misst die Entwicklung der Ertragskraft sowohl des Konzerns als auch der einzelnen Geschäftsfelder und ist der zentrale Leistungsindikator für die Profitabilität im Logwin Konzern. Das EBITA ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Umsatzkosten und der Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte in die Berechnung einbezogen. Nach Auffassung der Geschäftsführung ist das EBITA die am besten geeignete Kennzahl, um die Leistung des Logwin Konzerns darstellbar und vergleichbar zu machen, da sie durch die Berücksichtigung von Abschreibungen den Vorteil bietet, auch den Verzehr des Anlagevermögens wiederzugeben. Schwankende Wertminderungen von Firmenwerten bleiben hingegen außen vor.
Das Periodenergebnis ist eine weitere Steuerungskennzahl im Logwin Konzern und dient der Messung des Gesamterfolgs nach Zinsen und Steuern, insbesondere im Zeitablauf. Das Periodenergebnis ergibt sich direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung und ist somit in den einschlägigen Rechnungslegungs-Standards definiert (in IAS 1.7 bezeichnet als „Gewinn oder Verlust“).
Weitere Leistungsindikatoren zur Messung der Konzernleistung sind der Bruttogewinn und die Bruttogewinnmarge. Während sich der Bruttogewinn als Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten ergibt, berechnet sich die Bruttogewinnmarge als Quotient aus Bruttogewinn und Umsatz. Beide Kenngrößen werden insbesondere zur Beurteilung der Finanzkraft des Geschäftsmodells sowie der operativen Profitabilität im Zeitablauf genutzt.
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Liquidität Der Free-Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Liquiditätssteuerung im Logwin Konzern und in den Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl definiert sich als Summe aus dem Operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow, welche beide in Übereinstimmung mit dem IAS 7 ermittelt werden, abzüglich der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (bzgl. der Einzelheiten der Berechnung verweisen wir auf die Zwischensummen in der Kapitalflussrechnung). Ziel ist es, neben den operativen Zahlungs-verpflichtungen und Investitionen eine ausreichende Liquidität zur Deckung aller finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus Darlehenstilgungen und Dividendenzahlungen sicherzustellen. Insofern wird der Free-Cashflow als Indikator angesehen, wie viel Liquidität am Ende der Berichtsperiode zur Zahlung von Dividenden oder zur Rückzahlung von Darlehen und anderen Finanzverbindlichkeiten zur Verfügung steht.
Im Operativen Cashflow – eine Kenngröße des einschlägigen IAS 7 (bezeichnet als „net cash flows from operating activities“ in IAS 7.20) und somit unmittelbar aus der Kapitalflussrechnung abgeleitet – werden alle in einem bestimmten Zeitraum erwirtschafteten liquiden Mittel ausgewiesen. Er zeigt somit die Mittelzuflüsse, die direkt aus der operativen Wertschöpfung stammen und für Investitionen und Finanzierungsaktivitäten zur Verfügung stehen. Der Zweck der Kennzahl ist sowohl die operative Liquiditätssteuerung und -überwachung als auch die Sicherstellung einer cashorientierten operativen Wertschöpfung.
Vermögenslage Zur Beurteilung der Vermögenslage werden im Logwin Konzern die Nettoliquidität und die Eigenkapitalquote herangezogen. Beide Steuerungsgrößen zielen auf eine nachhaltig positive Finanzierungsstruktur und damit einhergehend positive Effekte bei Kreditwürdigkeit und Bonität ab. So wird ein fortwährender Zugang zum Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen zum Zweck der Liquiditäts-steuerung gewährleistet. Die Nettoliquidität ergibt sich als Differenz aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Leasingverbindlichkeiten sowie sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoliquidität gibt Einblick, in welcher Höhe liquide Mittel nach Abzug aller Finanzverbindlichkeiten dem Konzern zur Verfügung stehen.
Die Eigenkapitalquote berechnet sich als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme und gibt Auf-schluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, indem sie den Anteil der Vermögenswerte, die durch die Anteilseigner mit Eigenkapital unterlegt sind, und den Verschuldungsgrad des Unternehmens widerspiegelt.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, nichtfinanzielle Erklärung und Diversitätskonzept
Neben den dargestellten finanziellen Leistungsindikatoren stellt die Mitarbeiteranzahl zum Stichtag (absolut in Köpfen; als Mitarbeiter werden alle direkt im Logwin Konzern angestellten Personen bezeichnet, die im In- oder Ausland Vollzeit oder Teilzeit für Logwin tätig sind) eine wesentliche nicht-finanzielle Steuerungskennzahl dar. Die Mitarbeiterzahl eröffnet Möglichkeiten zur ergänzenden Analyse von Kosten und Produktivität und gibt Aufschluss über den Einsatz von Ressourcen und Kapazitäten. Darüber hinaus setzen weitere quantitative und qualitative Personal-Kennzahlen auf der Mitarbeiterzahl als Bezugsgröße auf.
Hinsichtlich der im Jahr 2023 für das Geschäftsjahr 2022 abzugebenden nichtfinanziellen Erklärung und des im Logwin Konzern angewendeten Diversitätskonzeptes verweisen wir auf den CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility Bericht) und den Diversitätsbericht. Die Dokumente sind auf der Homepage unter http://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/ueberblick/corporate-social-responsibility.html abrufbar.

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Forschung und Entwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten im Logwin Konzern konzentrieren sich auf Dienstleistungs- und Prozess-innovationen. Diese Innovationen werden meist in enger Zusammenarbeit mit Kunden ausgearbeitet, um eine Verbesserung operativer und administrativer Prozesse zu erreichen. Bei komplexen Kontrakt-logistikprojekten sind hiermit insbesondere die Spezialisten des Geschäftsfelds Solutions in den Bereichen Tender Management/Logistics Engineering, Prozessmanagement und die jeweiligen IT-Fachabteilungen betraut.
Corporate Governance
Mitglieder des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Dr. Antonius Wagner (*1961)
Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Bad Homburg v. d. Höhe (DE)
Sebastian Esser (*1974)
Stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats und Mitglied des Executive Committee (Chief Financial Officer)
Großostheim (DE)
Andreas Kurtze (*1973)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Syndikusanwalt
Frankfurt am Main (DE)
Hauke Müller (*1964)
Mitglied des Executive Committee
Hamburg (DE)
Philippe Prussen (*1977)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Rechtsanwalt
Luxemburg (LU)
Axel Steiner (*1973)
Mitglied des Executive Committee
Großostheim (DE)
Der Verwaltungsrat der Logwin AG hat eine Corporate Governance Charter beschlossen, die im Internet unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar ist.
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Angaben nach Artikel 11 des luxemburgischen Übernahmegesetzes vom 19. Mai 2006
Lit (a):Angaben zur Eigenkapitalstruktur des Logwin Konzerns sind unter Ziffer 28 auf Seite 82 des Anhangs des Konzernabschlusses enthalten. Zum 31. Dezember 2022 waren 2.884.395 voll eingezahlte, nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben und zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Davon befanden sich zum 31. Dezember 2022 5.180 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
Lit (b):Es existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien.
Lit (c):Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Alleingesellschafter der DELTON Logistics S.à r.l. ist Herr Stefan Quandt. Für weitere Angaben wird auf die Ziffern 1 und 40 auf den Seiten 38 und 101 des Konzernanhangs verwiesen.
Lit (d):Es gibt keine Aktien, die den Inhabern spezielle Kontrollrechte gewähren.
Lit (e):Im Logwin Konzern sind keine Mitarbeiter-Aktienprogramme vorhanden.
Lit (f):Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen im Logwin Konzern.
Lit (g):Der Logwin AG sind zum 31. Dezember 2022 keine Vereinbarungen mit Aktionären bekannt, die die Übertragung von Aktien bzw. Stimmrechten hinsichtlich der Richtlinie 2004/109/EC beschränken.
Lit (h):Regelungen über die Ernennung und Ersetzung der Verwaltungsratsmitglieder und über die Änderung der Satzung sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 8, 16 und 17 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 8 dargestellt. Beide Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html abrufbar.
Insbesondere gilt:
Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Hauptversammlung für eine Dauer ernannt, die sechs Jahre nicht überschreiten darf. Sie können jederzeit von der Hauptversammlung abberufen werden. Wiederholte Ernennungen eines Mitglieds des Verwaltungsrats sind zulässig.
Falls ein Mitglied des Verwaltungsrats (einschließlich der exekutiven Verwaltungsrats-mitglieder) vorzeitig ausscheidet, können die verbleibenden Mitglieder gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vorläufig ein neues Verwaltungsratsmitglied kooptieren. Die endgültige Wahl wird durch die Hauptversammlung bei ihrem nächsten Zusammentreffen vorgenommen.
Die Hauptversammlung kann, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anwesenheits- und Mehrheitsbestimmungen, die Satzung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt ändern.
Lit (i):Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere in Bezug auf die Ermächtigung zur Ausgabe bzw. Einziehung von Aktien, sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 5, 8, 9, 10, 11, 18, 19 und 23 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 3 geregelt.
Beide Dokumente sind auf der Homepage unter
www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html verfügbar.
Insbesondere gilt:
Die Leitung der Gesellschaft obliegt einem Verwaltungsrat.
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Der Verwaltungsrat hat alle Befugnisse, um Verwaltungs- und Verfügungshandlungen im Interesse der Gesellschaft vorzunehmen. Zur Wahrnehmung der täglichen Geschäfts-führung hat der Verwaltungsrat ein Direktionskomitee (nachfolgend „Executive Committee“) ernannt.
Der Verwaltungsrat bestimmt den Tätigkeitsbereich des Executive Committee und der einzelnen Ausschüsse. Er genehmigt ebenfalls die Verfahren, die im Executive Committee und den einzelnen Ausschüssen anzuwenden sind.
Die tägliche Geschäftsführung der Gesellschaft wird vom Executive Committee unter Aufsicht des Verwaltungsrats durchgeführt. Der Verwaltungsrat beschließt über die Zeichnungsbefugnisse der Mitglieder des Executive Committee.
Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, das Grundkapital der Logwin AG bis zum 20. Mai 2024 durch Ausgabe neuer Namensaktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio („prime d’émission“) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu 1.509.105 Aktien zu erhöhen.
Die Gesellschaft kann gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eigene Aktien zurückkaufen.
Lit (j): Es gibt Finanzierungsverträge, die Klauseln beinhalten, die bei einem geringeren Aktienbesitz der Mehrheitsaktionärin der Logwin AG in Abhängigkeit von Schwellenwerten den Kredit-gebern das Recht zur vorzeitigen Beendigung des Vertrags einräumen.
Lit (k): Es bestehen keine Vereinbarungen zwischen der Logwin AG und ihren Verwaltungsrats-mitgliedern bzw. Mitarbeitern, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ohne wichtigen Grund oder im Fall eines Übernahmeangebots eine Entschädigung vorsehen.
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern | Wirtschaftsbericht
Wirtschaftsbericht
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft Die weltwirtschaftliche Expansion zeigte sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 nach einem durch Nachholeffekte geprägten starken Jahresbeginn angesichts hoher Inflationsraten und des anhaltenden Ukraine-Kriegs gehemmt. Insgesamt ist die Weltwirtschaft im Berichtsjahr nur geringfügig gewachsen. Von der konjunkturellen Abschwächung waren vor allem das verarbeitende Gewerbe sowie die marktbestimmten Dienstleistungen betroffen. Seit dem Vorjahr bestehende Angebotsengpässe bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten beeinflussten die Industrieproduktion und den Welthandel insbesondere im ersten Halbjahr noch deutlich. Bei nachlassenden Lieferengpässen und einer sich entspannenden Lage in den Logistik-Netzwerken im zweiten Halbjahr konnten bestehende Aufträge abgearbeitet werden. Die Rohstoff- und Energiepreise haben angesichts der weltweiten Konjunkturabschwächung sowie der gedämpften Nachfrage aus China im zweiten Halbjahr 2022 wieder moderat nachgegeben. Die Auswirkungen der Störungen der weltweiten Seefrachtabläufe haben sich im Jahresverlauf verlagert und haben an Wirkung auf die Supply Chains der Kunden eingebüßt. Auf die Weltkonjunktur stützend wirkten fiskalpolitische Maßnahmen vor allem in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Gegenläufige Auswirkungen hatten umfangreiche geldpolitische Programme zur Bekämpfung der hohen Inflation sowie der ausgeprägte Fachkräftemangel.
In den westlichen Volkswirtschaften hat sich die Konjunktur im vergangenen Geschäftsjahr abgeschwächt. Belastend wirkten die hohen Preissteigerungen und die deutlichen Zinserhöhungen der Zentralbanken. Das wirtschaftliche Wachstum der Eurozone verlangsamte sich deutlich vor dem Hintergrund der hohen Inflation, steigender Zinsen und der schwächelnden Weltkonjunktur trotz der stützenden Wirkung weitreichender Konjunkturprogramme insbesondere durch den Kaufkraftverlust der privaten Haushalte und die mangelnde Nachfrage aus dem außereuropäischen Ausland.
Die Länder Asiens verzeichneten im abgelaufenen Geschäftsjahr eine recht robuste Konjunktur. In China konnte zeitweise wieder ein hohes Produktionsniveau erreicht werden, allerdings belasteten insbesondere zu Beginn und Ende des Jahres weitreichende Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sowie die damit einhergehenden sozialen Unruhen die chinesische Produktion und den Konsum. In Südostasien führte eine außergewöhnlich intensive Hitzewelle im Frühling zu Störungen der Wirtschaftsleistung. In den lateinamerikanischen Ländern blieb die Konjunktur aufwärtsgerichtet.
Deutsche (Logistik-)Wirtschaft Die deutsche Wirtschaft war im Geschäftsjahr 2022 ebenso wie die übrige Eurozone von dem allgemeinen konjunkturellen Abwärtstrend betroffen. Zum Ende des Jahres hat sich dieser allerdings vor dem Hintergrund sich stabilisierender Preise sowie verminderter Lieferkettenengpässe abgeschwächt. Allerdings wies die Industrie zum Jahresende deutlich rückläufige Neuaufträge auf. Die hohen Energiepreise belasteten die energieintensiven Industriezweige sowie die private Kaufkraft, während Investitionen durch die deutlichen Zinssteigerungen gedämpft wurden. Gegenläufig trugen Nachholeffekte insbesondere bei den Dienstleistungen positiv zur Entwicklung der deutschen Konjunktur bei.
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Wettbewerb und Markt Die rückläufigen Wachstumsraten des Welthandels im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 wirkten sich auch auf das Markt- und Wettbewerbsumfeld der Logistikbranche aus. Obwohl sich der Markt bis ins dritte Quartal hinein robust zeigte, führten die deutlichen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen zu rückläufigen Umschlagmengen und zunehmendem Preisdruck.
Die schwache Weltkonjunktur führte im Jahr 2022 zu einem deutlichen Rückgang der Seefrachtvolumina und damit zu einer Entspannung der weltweiten Staus vor den wichtigen Seefrachthäfen und spiegelt sich in der Entwicklung der Seefrachtraten wider. Diese sind im Jahresverlauf von ihrem historisch hohen Niveau bis zum Jahresende massiv gesunken und befanden sich zuletzt in etwa auf Vorkrisenniveau. Auch der Luftfrachtmarkt wies im Geschäftsjahr 2022 rückläufige Mengen gegenüber den Volumina des Vorjahres auf. Überkapazitäten führten hier zu einem deutlichen Rückgang der Luftfrachtraten.
Der Kontraktlogistikmarkt war nach wie vor von einem hohen Wettbewerbs- und Margendruck geprägt. Die positiven Nachholeffekte aus der Aufhebung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung wurden im Jahresverlauf durch die konjunkturelle Abschwächung und die ausgeprägten Energiepreissteigerungen gedämpft. Problematisch erwiesen sich weiterhin der anhaltende Fachkräfte- und Fahrermangel sowie die Knappheit von Lagerflächen angesichts einer sehr starken Nachfrage in diesem Bereich.
Geschäftsverlauf
Der Logwin Konzern konnte die guten Vorjahresergebnisse in einem teilweise turbulenten Marktumfeld aufgrund der guten Geschäftsentwicklung des Geschäftsfelds Air + Ocean nochmals übertreffen. Der Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2022 lag erneut deutlich über dem Vorjahr. Zu der Umsatzsteigerung trugen die außerordentlich hohen Frachtraten des ersten Halbjahres bei, welche sich auf das Geschäftsfeld Air + Ocean sowie das internationale Transportgeschäft des Geschäftsfelds Solutions maßgeblich auswirkten. Im zweiten Halbjahr führte das kontinuierliche Sinken der Frachtraten zu rückläufigen Umsätzen.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen marktkonformen leichten Rückgang der See- und Luftfrachtvolumina. Die historisch hohen Frachtraten des ersten Halbjahres konnten die Mengenrückgänge kompensieren und bilden die Grundlage der erfreulichen Ertragssituation. Im Jahr 2022 wurde darüber hinaus die Optimierung des neu eingeführten Transport Management Systems zur Steigerung der Produktivität fortgeführt.
Im Geschäftsfeld Solutions spiegelt die positive Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2022 das hohe Frachtratenniveau sowie die Nachholeffekte der Covid 19-Pandemie wider. Das internationale Transportgeschäft des Geschäftsfelds trug wesentlich zu der Umsatzsteigerung bei. Auch die Ergebnisentwicklung der internationalen Aktivitäten zeigte sich im Jahr 2022 deutlich positiv. Dagegen belasteten Sonderaufwendungen für die Beendigung verlustbringender Aktivitäten in Deutschland das Ergebnis des Geschäftsfelds Solutions.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
in Mio. €
2022
2021
Veränderung absolut
Umsatz
2.259,0
1.851,8
407,2
EBITA
120,1
100,9
19,2
Periodenergebnis
73,9
63,5
10,4
Free-Cashflow
133,0
88,6
44,4
Netto-Liquidität
281,7
168,4
113,3
Ertragslage
Umsatz Der Logwin Konzern steigerte seinen Umsatz von 1.851,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 2.259,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022, was einem Anstieg von 22,0 % entspricht. Der deutliche Umsatzanstieg war überwiegend auf die außerordentlich hohen Frachtraten insbesondere im Verlauf des ersten Halbjahrs 2022 im Geschäftsfeld Air + Ocean und im internationalen Transportgeschäft des Geschäftsfelds Solutions zurückzuführen.
in Mio. €
2022
2021
Veränderung absolut
Logwin Konzern
2.259,0
1.851,8
407,2
davon Air + Ocean
1.796,0
1.517,0
279,0
davon Solutions
466,3
337,0
129,3
Der Umsatz des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale interne Dienstleistungen und Holdinggesellschaften umfasst.
Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Umsatz von 1.796,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1.517,0 Mio. Euro). Die Umsatzentwicklung ist im Wesentlichen auf die außerordentlich hohen Frachtraten sowohl in der Seefracht als auch der Luftfracht bei marktbedingt rückläufigen Volumina zurückzuführen.
Solutions
Der Umsatz des Geschäftsfelds Solutions lag im Jahr 2022 mit 466,3 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresumsatz von 337,0 Mio. Euro. Die Umsätze der internationalen Transportaktivitäten entwickelten sich frachtratenbedingt bei leicht rückläufigen Volumina sehr positiv. In der Kontraktlogistik und bei den deutschen Transportaktivitäten konnten im Jahr 2022 Umsatzsteigerungen aus Volumenzuwächsen gegenüber dem noch deutlich von den Auswirkungen der Covid 19-Pandemie geprägten Vorjahr erzielt werden.
Bruttomarge Die Bruttomarge des Logwin Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2022 mit 8,5 % gegenüber dem Vorjahr leicht verringert (Vorjahr: 8,8 %). Im Geschäftsfeld Air + Ocean konnte die Marge erfreulich verbessert werden, während sie sich im Geschäftsfeld Solutions aufgrund erhöhter Einstandskosten sowie Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Geschäftsaktivitäten deutlich rückläufig zeigte.
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Vertriebs- und Verwaltungskosten Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind von 61,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 70,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2022 angestiegen. Die Vertriebskosten haben sich überwiegend durch gestiegene Personalkosten in beiden Geschäftsfeldern erhöht. In den Verwaltungskosten waren vor allem bedingt durch Einmaleffekte gestiegene Aufwendungen im Geschäftsfeld Air + Ocean sowie im Segment Sonstige zu verzeichnen.
Operatives Ergebnis (EBITA) Der Logwin Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 120,1 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis erneut deutlich (Vorjahr: 100,9 Mio. Euro). Die operative Marge des Konzerns befand sich mit 5,3 % weiterhin auf einem erfreulichen Niveau (Vorjahr: 5,5 %). In der Ergebnisentwicklung spiegelt sich die deutliche Ergebnissteigerung des Geschäftsfeldes Air + Ocean wider. Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Solutions war im Geschäftsjahr aufgrund von Einmaleffekten negativ.
in Mio €
2022
2021
Veränderung absolut
Logwin Konzern
120,1
100,9
19,2
Marge
5,3%
5,5%
-0,2%
Air + Ocean
140,6
108,0
32,6
Marge
7,8%
7,1%
0,7%
Solutions
-3,6
6,1
-9,7
Marge
-0,8%
1,8%
-2,6%
Das EBITA des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale interne Dienstleistungen und Holdinggesellschaften umfasst.
Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean konnte sein operatives Ergebnis (EBITA) im Jahr 2022 mit 140,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresergebnis von 108,0 Mio. Euro erfreulich steigern. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Steigerung des Bruttogewinns in einem von Sondersituationen geprägten Marktumfeld zurückzuführen. Das Geschäftsfeld konnte dabei insbesondere im ersten Halbjahr von den weltweiten Nachholeffekten profitieren.
Solutions
Das operative Ergebnis (EBITA) des Geschäftsfelds Solutions ist im Berichtsjahr von 6,1 Mio. Euro im Vorjahr auf -3,6 Mio. Euro zurückgegangen. Der Rückgang ist insbesondere auf Sonderaufwendungen für die Beendigung verlustbringender Aktivitäten in Deutschland zurückzuführen. Darüber hinaus belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit Standortschließungen in der Kontraktlogistik das Ergebnis des Geschäftsfelds. Gleichzeitig konnte das internationale Transportnetzwerk sein operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr erfreulich steigern. Ergebniserhöhend wirkten sich für das Geschäftsfeld auch Erlöse aus einer früheren Kundeninsolvenz aus.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
Wertminderungen von Vermögenswerten Im Rahmen einer anlassbezogenen Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts des Geschäftsfelds Solutions ergab sich aufgrund des deutlichen Anstiegs des Zinsniveaus eine Wertminderung des aktivierten Firmenwerts von 11,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,0 Mio. Euro). Darüber hinaus waren im Berichtsjahr Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte aufgrund geänderter Nutzungsabsichten außerplanmäßig um insgesamt 8,1 Mio. Euro abzuschreiben (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro).
Finanzergebnis und Ertragsteuern Das Finanzergebnis lag mit -3,8 Mio. Euro moderat unter dem Vorjahreswert von -3,2 Mio. Euro. Der Ertragsteueraufwand erhöhte sich im Wesentlichen durch die Steigerung des operativen Ergebnisses von -25,3 Mio. Euro im Vorjahr auf -30,7 Mio. Euro.
Periodenergebnis Der Logwin Konzerns erzielte im Geschäftsjahr 2022 ein Periodenergebnis von 73,9 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis um 10,4 Mio. Euro (Vorjahr: 63,5 Mio. Euro).
Finanzlage
Finanzmanagement im Logwin Konzern Der Logwin Konzern finanziert sich im Wesentlichen aus Eigenmitteln, Leasing und bedarfsweise dem Factoring von Forderungen sowie in begrenztem Umfang durch Bank- und sonstige Darlehen. Die Finanzierung der operativen Einheiten des Logwin Konzerns erfolgt im Wesentlichen aus operativen Cashflows oder bedarfsweise Konzerndarlehen.
Die Finanzierungsverbindlichkeiten des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2022 mit 82,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (Vorjahr: 79,7 Mio. Euro) und betreffen fast ausschließlich Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen.
Operativer Cashflow Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete der Logwin Konzern Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 169,6 Mio. Euro (Vorjahr: 125,9 Mio. Euro). Der erfreuliche Anstieg ist hauptsächlich auf das gesteigerte operative Ergebnis sowie Veränderungen des Working Capital zurückzuführen. Gegenläufig haben sich erhöhte Steuerzahlungen auf den operativen Cashflow ausgewirkt.
Investitions-Cashflow Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten des Logwin Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf -5,8 Mio. Euro (Vorjahr: -3,8 Mio. Euro). Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen waren gegenüber dem Vorjahr verringert. Im Vorjahr waren im Investitions-Cashflow nicht wiederkehrende Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen enthalten.
Free-Cashflow Der Logwin Konzern erzielte nach Berücksichtigung der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -30,8 Mio. Euro (Vorjahr: -33,5 Mio. Euro) eine deutliche Steigerung des Free-Cashflow von 88,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 132,9 Mio. Euro in 2022.
Finanzierungs-Cashflow Der Finanzierungs-Cashflow des Jahres 2022 in Höhe von -47,7 Mio. Euro (Vorjahr: -44,3 Mio. Euro) beinhaltet im Wesentlichen die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -30,8 Mio. Euro (Vorjahr: -33,5 Mio. Euro). Darüber hinaus enthält der Finanzierungs-Cashflow die gegenüber dem Vorjahr erhöhte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG von -17,3 Mio. Euro (Vorjahr: -10,1 Mio. Euro).
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Vermögenslage
Bilanzsumme und Vermögenswerte Die Bilanzsumme des Logwin Konzerns ist von 797,0 Mio. Euro zum Vorjahresstichtag auf 833,1 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 gestiegen. Der Anstieg ist auf eine signifikante Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente basierend auf der positiven Geschäftsentwicklung zurückzuführen.
Die langfristigen Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr 2022 auf 182,1 Mio. Euro zurückgegangen (Vorjahr: 204,7 Mio. Euro). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen die Firmenwerte, die sich aufgrund einer zinssatzbedingten Wertminderung von 57,4 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021 auf 45,7 Mio. Euro zum Ende des Berichtsjahres reduziert haben. Ebenfalls zu dem Rückgang beigetragen haben die sonstigen immateriellen Vermögenswerte, welche aufgrund einer außerordentlichen Wertminderung auf ein operatives IT-System von 21,0 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro gesunken sind. Darüber hinaus sind in den langfristigen Vermögenswerten Sachanlagen in Höhe von 100,2 Mio. Euro (Vorjahr: 104,8 Mio. Euro) enthalten, die unter anderem aufgrund von Wertminderungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Geschäftsaktivitäten reduziert wurden. Daneben beinhalten die langfristigen Vermögenswerte latente Steueransprüche von 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: 20,0 Mio. Euro).
Das kurzfristige Vermögen des Logwin Konzerns ist von 592,3 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 651,0 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 deutlich angestiegen. In den kurzfristigen Vermögenswerten sind gegenüber dem Vorjahresstichtag deutlich erhöhte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 363,8 Mio. Euro (Vorjahr: 248,0 Mio. Euro) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich kurzfristiger Vertragsvermögenswerte in Höhe von 248,6 Mio. Euro (Vorjahr: 296,3 Mio. Euro) enthalten.
Eigenkapital Der Logwin Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahres 2022 über ein Eigenkapital von 346,4 Mio. Euro gegenüber 282,5 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021. Die Erhöhung des Eigenkapitals reflektiert vor allem das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2022 von 73,9 Mio. Euro (Vorjahr: 63,5 Mio. Euro). Darüber hinaus wirkten sich versicherungsmathematische Gewinne aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen aufgrund des deutlich gestiegenen Diskontierungssatzes abzüglich entsprechender Steuereffekte in Höhe von 6,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) sowie Fremdwährungseffekte in Höhe von 1,0 Mio. Euro ( Vorjahr: 4,5 Mio. Euro ) positiv auf das Konzerneigenkapital aus. Die im Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG reduzierte das Eigenkapital um 17,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 35,4 % zum Vorjahresstichtag auf 41,6 % zum 31. Dezember 2022.
Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 92,9 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 82,2 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen durch einen zinsbedingten Rückgang der Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen sowie gesunkene latente Steuerverbindlichkeiten. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich zum 31. Dezember 2022 von 421,6 Mio. Euro auf 404,6 Mio. Euro reduziert und beinhalten überwiegend verringerte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 293,0 Mio. Euro (Vorjahr: 323,3 Mio. Euro).
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht
Zahlungsmittel und Nettoliquidität Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Logwin Konzerns sind mit 363,8 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 gegenüber einem Bestand von 248,0 Mio. Euro zum Vorjahresende deutlich gestiegen. Im Wesentlichen aufgrund des höheren Zahlungsmittelbestands erhöhte sich die Nettoliquidität des Konzerns von 168,4 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 281,7 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022.
Mitarbeiter
Der Logwin Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2022 weltweit 4.116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verglichen mit 4.087 Mitarbeitern zum Vorjahresende. Das Geschäftsfeld Air + Ocean beschäftigte 125 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld Solutions beschäftigte 89 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf Standortschließungen und Personalmaßnahmen in verschiedenen Einheiten und Standorten zurückzuführen ist.
Die Zahl der Mitarbeiter des Logwin Konzerns in Deutschland verminderte sich von 1.631 auf 1.589 Beschäftigte.
2022
2021
Veränderung absolut
Logwin Konzern
4.116
4.087
29
davon Air + Ocean
2.909
2.784
125
davon Solutions
987
1.076
-89
Bericht zur Logwin-Aktie
Logwin-Aktie Im Geschäftsjahr wurden an allen deutschen Börsenplätzen insgesamt 22.374 Aktien der Logwin AG gehandelt. Dies entsprach einem Umsatz von 6,0 Mio. Euro. Der Kurs der Logwin-Aktie sank von Jahresbeginn bis zum Ende des Berichtszeitraums leicht von 274,00 Euro auf einen Xetra- Schlusskurs von 270,00 Euro. Die Aussagekraft dieser Kursentwicklung ist aufgrund des geringen Handelsvolumens nur sehr eingeschränkt.
Aktienrückkaufprogramm Die Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat ermächtigt, bis zum 10. April 2024 den Rückkauf eigener Aktien zu beschließen. Das beschlossene Aktienrückkaufprogramm begann am 18. März 2020 und war bis zum 28. Februar 2022 befristet. Bis zum Ende des Rückkaufprogramms wurden insgesamt 5.180 Stückaktien (Vorjahr: 5.051) erworben.
Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 10. April 2019 den Verwaltungsrat dazu ermächtigt, bis zum 20. Mai 2024 das Grundkapital einmalig oder mehrmalig durch Ausgabe neuer Aktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio gegen Bar- und/oder Sacheinlage um 1.509.105 Aktien zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht.
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Kennzahlen zur Logwin-Aktie
31.12.2022
31.12.2021
Schlusskurs (Xetra)
in Euro
270,00
274,00
Hoch/Tief 52 Wochen
in Euro
308,00/240,00
278,00/147,00
Anzahl der Aktien
in Stück
2.884.395
2.884.395
– davon im Umlauf befindlich
in Stück
2.879.215
2.879.344
Marktkapitalisierung
in Mio. Euro
777,4
788,9
Anteilsbesitz Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie des Executive Committee besaßen zum
31. Dezember 2022 weder Aktien noch Optionen zum Erwerb von Aktien der Logwin AG.
Unternehmensrating Das Rating für den Logwin Konzern (Corporate Credit Rating) durch Standard & Poor’s liegt seit April 2019 bei „BB+“ mit stabilem Ausblick.
Nachtragsbericht
Zwischen dem 31. Dezember 2022 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 28. Februar 2023 sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
Konzernlagebericht
Wirtschaftsbericht | Nachtragsbericht | Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Risikomanagementsystem
Ziele und Strategie Der Logwin Konzern verfügt zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung und zur Umsetzung der festgelegten Risikopolitik über ein konzernweites Risikomanagementsystem. Dieses bildet einen wichtigen Teil des Planungs- und internen Kontrollsystems und damit ein wesentliches Element der Unternehmensführung und -steuerung. Ziel der Risikopolitik der Logwin AG ist es, Risiken, die zu einer wesentlichen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können oder die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig und systematisch zu identifizieren, um diese im Vorfeld zu vermeiden oder negative Konsequenzen durch die zeitnahe Einleitung von Gegensteuerungsmaßnahmen minimieren zu können. Die systematische Identifikation und Analyse von Chancen ist nicht Bestandteil des konzernweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ihre Identifikation und Wahrnehmung ist durch die fortlaufend enge Überwachung der Geschäftstätigkeit auf den verschiedenen Management-Ebenen des Logwin Konzerns sichergestellt.
Struktur und Prozess Das Risikomanagement wird durch konzernweit geltende Vorgaben und Rege-lungen, die in einer Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert sind, gewährleistet. Sogenannte Risikoeigner („Risk Owner“) in den Geschäftsfeldern sowie in den Holding-Gesellschaften identifizieren und bewerten die in ihren Bereichen auftretenden Risiken. Diese werden systematisch zusammen-gefasst und – in Abhängigkeit von festgelegten Berichtsschwellenwerten – an die jeweiligen Leitungs-ebenen innerhalb der Geschäftsfelder sowie an das Executive Committee und den Verwaltungsrat der Logwin AG kommuniziert. Neben der ordentlichen Berichterstattung in vorgegebenen Intervallen stellt die Sofortberichterstattung wesentlicher neu auftretender Risiken einen integralen Teil des Risikomanagementsystems dar. Die Steuerung der Risiken obliegt je nach Größenordnung den Risikoeignern selbst, den jeweiligen Leitungsebenen innerhalb der Geschäftsfelder oder dem Executive Committee. Durch die klar definierten Prozesse und Verantwortlichkeiten wird nicht nur die Bearbeitung aller identifizierten Risiken gewährleistet, sondern auch die Information des Executive Committee und des Verwaltungsrats der Logwin AG über alle wesentlichen Risiken sichergestellt.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Verhältnis zu anderen Prozessen und Systemen sowie im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das Risikomanagementsystem ist bewusst als ein von anderen Prozessen und Systemen unabhängiges Instrument etabliert. Jedoch fließen die Erkennt-nisse aus diesem System in verschiedene andere Prozesse und Systeme ein:
Insbesondere über die dezentrale Risikoerfassung durch die Risk Owner können auch Compliance-relevante Sachverhalte berichtet werden, die dann über das Compliance-Management-System des Logwin Konzerns aufzugreifen sind.
Im Rahmen der Strategischen Planung, bei der Budgetierung und bei der Erstellung von Forecasts ist zu definieren, wie innerhalb des Planungshorizonts mit bestimmten Risiken umzugehen ist.
Umgekehrt sind die Erkenntnisse aus anderen Prozessen und Systemen im Risikomanagement zu berücksichtigen, z. B. durch Erfassung von Sachverhalten, welche über die Planung (Strategische Planung, Budget oder Forecast) berichtet werden. Weiterhin führt die Revision Prüfungen durch. Prüfungsergebnisse können je nach festgestelltem Sachverhalt ggf. auch als Risiken zu erfassen sein.
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Neben der Richtlinie zum Risikomanagement regelt eine konzernweite Bilanzierungsrichtlinie den Rechnungslegungsprozess als weitere Ausprägung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Rechnungslegungsprozess im Logwin Konzern folgt der dezentralen Organisation, d.h. auf Ebene der Geschäftsfelder werden die einzelnen Unternehmen des Logwin Konzerns zum einen in Bezug auf die Abschlussvorbereitung (z. B. die Terminplanung und Aufgabenverteilung, die Einholung von Saldenbestätigungen oder die Bewertung von Rückstellungen) und zum anderen in Bezug auf die Abschlusserstellung (z. B. durch vielfältige, zum Teil systemgestützte Abstimmungs- und Plausibilitätskontrollen) überwacht. Ein weiteres Element des internen Kontrollsystems sind Vollständigkeitserklärungen der jeweiligen Geschäftsleitungen zu den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften. Alle Eingaben und Arbeitsschritte des Konsolidierungsprozesses sind im gemeinsam genutzten Konsolidierungsprogramm dokumentiert. Darüber hinaus ist die Revision in ausgewählten Fällen auch in die Überwachung der Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinie eingebunden.
Risiken
Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maß-nahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf den Logwin Konzern. Die teilweisen Veränderungen der individuellen Chancen und Risiken haben für das Geschäftsjahr 2023 keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil des Logwin Konzerns, das sich nach Einschätzung der Unternehmensleitung im Vergleich zum Vorjahr trotz der fort-dauernden Unsicherheiten und der stellenweisen Betroffenheit durch das hohe Inflationsniveau sowie weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklungen nicht wesentlich verändern wird. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Risiken und im Anschluss daran die Chancen, die einen wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben können, beschrieben. Sofern nicht anders beschrieben gelten diese für alle Geschäftsfelder.
Überblick Für den Logwin Konzern als international tätiges Logistikunternehmen bestehen gesamtwirtschaftliche oder politische Risiken ebenso wie Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit, die auch das regulatorische Umfeld umfassen. Des Weiteren können finanzielle, rechtliche und sonstige Risiken Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben. Der Logwin Konzern hat – den gesetzlichen Vorgaben entsprechend – ein umfassendes Risikomanagementsystem eingerichtet. Dieses hat zum Ziel, frühzeitig und systematisch Risiken, die zu negativen Ergebnis- oder Planungsabweichungen führen oder die Existenz gefährden können, zu identifizieren und zu steuern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Risikomanagementsystem als unzureichend oder unwirksam herausstellt und sich unerkannte Risiken bzw. Negativentwicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Logwin Konzerns verwirklichen oder nicht schnell genug erkannt werden, um ihre Verwirklichung zu vermeiden. Hierdurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich beeinträchtigt werden.
Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels hat maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen und somit für die Unternehmensentwicklung des Logwin Konzerns.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie stellen weiterhin mögliche Risiken für die Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions dar. Eine erneute Verschärfung von öffentlichen Maßnahmen zur Beschränkung von Kontakten oder der Freizügigkeit in bestimmten Regionen oder Ländern sowie die Abschottung einzelner Länder oder kritischer Infrastrukturen zur Eindämmung von Infektionsherden oder angeordnete Schließungen des stationären Einzelhandels in verschiedenen europäischen Ländern einschließlich Deutschland sowie möglicherweise daraus resultierend ein Anstieg von Kundeninsolvenzen oder ein sich veränderndes Verbraucherverhalten, können einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben.
Eine nicht auszuschließende erneute Verschärfung der im Geschäftsjahr 2022 sowie dem vorangegangenen Jahr beobachtbaren Störungen der globalen Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Kunden des Logwin Konzerns führen zu zusätzlichen Risiken in Bezug auf das Angebot an Kapazitäten zur Erbringung der Dienstleistungen des Logwin Konzerns in den Bereichen Luft- und Seefracht ebenso wie im Straßentransport und intermodal bzw. Schienenverkehr. Mittelfristig kann aus anhaltenden Störungen der Logistikketten ein Rückgang der Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen resultieren, der einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben kann.
Darüber hinaus bestehen in der weltweiten konjunkturellen Entwicklung und insbesondere der Konjunktur des Euroraums sowie der asiatischen Volkswirtschaften wesentliche Risiken. In diesem Zusammen-hang besteht insbesondere die Gefahr einer deutlich abgeschwächten kurz- und mittelfristigen Konjunkturentwicklung als Folge deutlich gestiegener Inflationsraten, Energieknappheit sowie geopolitischen Konflikten wie dem andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz- und mittelfristige Einführungen von Handelshemmnissen und die Bemühungen um Einschränkungen des Freihandels aus politischen Gründen können zusätzlich erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Eine schlechter als prognostiziert verlaufende wirtschaftliche Entwicklung in relevanten Wirtschaftsräumen und Volkswirtschaften sowie in Wirtschaftsbereichen wie der Textil- und Modebranche, Automotive oder bestimmten Segmenten des Groß- und Einzelhandels würde für einzelne oder alle operativen Logwin Einheiten zu einen negativen Einfluss auf die Nachfrage der Kunden des Logwin Konzerns nach Logistikdienstleistungen führen, der für den Logwin Konzern Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen könnte. Ebenso können neben den erheblich gestiegenen Frachtraten Wechselkursveränderungen wesentliche Auswirkungen auf Handelsströme und damit auf die Marktgröße für interkontinentale Luft- und Seefrachttransporte haben.
Der Logwin Konzern überwacht die relevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit dem Ziel, die Auswirkungen negativer gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine Steuerung des jeweiligen Exposures und soweit möglich Anpassungen des Geschäftsmodells zu minimieren.
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Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund in vielen Teilen der Welt richten sich häufig auch gegen wichtige Verkehrs- und Umschlagpunkte der weltweiten Handelsströme. Dies kann zu kurzfristigen Unterbrechungen und auch zu mittelfristigen Veränderungen von Handelsströmen aus Sicherheitserwägungen der Kunden des Logwin Konzerns führen. Diese Änderungen der Transportvolumina sowie die zunehmende Bedeutung von Wirtschaftsembargos und Sanktionen in den weltweiten internationalen Beziehungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Durch Diversifikation der weltweiten Aktivitäten und tagesaktuelle risikomindernde Steuerung der Transportvolumina seiner Kunden reduziert der Logwin Konzern seine diesbezüglichen Risiken.
Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Einheiten des Logwin Konzerns ist weltweit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden.
Markt- und Kundenrisiken
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führten im Geschäftsjahr 2022 weltweit zu kurzfristigen erheblichen Störungen der Logistikketten und hatten erneut tiefgreifende Auswirkungen auf die verschiedenen Aktivitäten der Transport- und Logistikbranche. Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns keine wesentlichen Auswirkungen.
Die öffentlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung und die aufkommenden Inflationssorgen führten auch im Geschäftsjahr 2022 zu einem andauernd veränderten Konsumverhalten und erschwerten die Planung für die Kunden und nachfolgend die Aktivitäten des eigenen Transportnetzwerks. Daher können notwendige Kapazitätsanpassungen und daraus resultierende Restrukturierungen des Transportnetzwerks die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße und über die getroffene Vorsorge hinaus belasten.
Die außerordentlich hohen Preissteigerungen insbesondere für Energie und Rohstoffe im Geschäftsjahr 2022 und voraussichtlich den Folgejahren in Verbindung mit deutlichen Zinssteigerungen führen zu einem erhöhten Kostenbewusstsein aller Marktteilnehmer. Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der Qualität der Dienstleistungen sowie durch Kosteneinsparungen sieht sich der Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen.
In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags- und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass der rasche Wechsel von Kapazitätsengpässen zu einem deutlichen Angebotsüberhang, zu einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb um Kundengeschäfte und zu einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten Teilmarkt gegeben ist.
Beschaffungsrisiken
Ein weiteres erhebliches Risiko für die Ertragssituation des Logwin Konzerns liegt in der Entwicklung branchenspezifischer Kosten. Es besteht hier das grundsätzliche Risiko, dass Kostensteigerungen nicht unmittelbar und im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können, was zu einer deutlichen Ergebnisminderung führen kann. Diesem Risiko wird, soweit möglich, durch eine sorgfältige Vertragsgestaltung und eine ausreichende Diversifikation der beauftragten Dienstleister und Lieferanten Rechnung getragen.
Ein großer Teil der erbrachten Dienstleistungen wird im Logwin Konzern über den Einsatz von Subunter-nehmern erbracht. Die lokale und weltweite Verfügbarkeit eines diversifizierten Anbietermarktes ist Voraussetzung zur Erbringung der speditionellen Leistung für die Kunden des Logwin Konzerns zu wettbewerbsfähigen Preisen. So können erneute Knappheiten in den weltweiten Luft- und Seefrachtkapazitäten zukünftig nicht ausgeschlossen werden. Im Landverkehr haben sich der europaweite erhebliche Fahrermangel sowie die Knappheit an Fahrzeugen und sonstigem Transportequipment im Berichtsjahr weiter verschärft und stellen ein relevantes Beschaffungsrisiko dar. Es besteht das Risiko, dass aufgrund dieser Verknappung an Transportkapazitäten eine ausreichende Differenzierung der angebotenen Dienstleistung nicht mehr möglich sein wird und dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns hat.
Reduzierte Auftragsmengen aufgrund der konjunkturellen Entwicklung bergen in beiden Geschäftsfeldern Risiken einer Unterauslastung von vorgehaltenen Transportkapazitäten bzw. Frachtraum.
Ein nicht vorhergesehener Wiederanstieg der Frachtraten nach der rückläufigen Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 könnte ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertragssituation des Logwin Konzerns haben, wenn die höheren Raten nicht in vollem Umfang und zeitgerecht an die Kunden weitergegeben werden können. Ferner können sich Leerstandsrisiken von angemieteten oder anderweitig vorgehaltenen Logistikimmobilien nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begrenzt diese Risiken soweit möglich durch entsprechende Vertragsgestaltungen sowie die kontinuierliche Überwachung der laufenden Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus gelingt es durch die eingespielten internen Prozesse möglichst schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Gegebenheiten zu reagieren.
Insbesondere im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, aber auch im Unterhalt von Logistik-immobilien besteht ein erhöhtes Risiko steigender Treibstoff- und Heizölpreise. Trotz des aktuell bereits hohen Preisniveaus besteht das Risiko eines mittelfristigen weiteren Preisanstiegs, der zu einer unvorhergesehenen und teilweise sehr kurzfristig eintretenden Verteuerung der Herstellungskosten bzw. Beschaffungskosten führen kann.
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Ebenfalls bedeutend für eine reibungslose Erbringung seiner Transport- und Logistikdienstleistungen an den verschiedenen Standorten ist für den Logwin Konzern die Verfügbarkeit von angemessen qualifizierten Arbeitskräften zu wettbewerbsadäquaten Konditionen. Für den Fall, dass an Standorten des Unter-nehmens geeignete Arbeitskräfte nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sein sollten, besteht das Risiko, dass der Logwin Konzern seine Dienstleistungen aufgrund erhöhter Personalkosten nicht vereinbarungs-gemäß oder nur auf wirtschaftlich nicht auskömmliche Weise erbringen kann.
Dies gilt neben dem gewerblichen Bereich auch für qualifizierte Logistikfachkräfte. Dies könnte sich negativ auf die kurz-, mittel- und langfristige Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begegnet diesem Risiko durch intensive und systematische Personalbeschaffung sowie vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung seiner Mitarbeiter. Daneben werden zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken und von Unfällen der Mitarbeiter regel-mäßige Gesundheits- und Sicherheitsmanagementschulungen veranstaltet.
Technische Risiken
Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Logwin Konzerns sind Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von IT-Infrastruktur und -Anwendungen von entscheidender Bedeutung. IT-Risiken bestehen durch den möglichen Ausfall von operativen und administrativen IT-Systemen, welche die Geschäftsabwicklung erheblich beeinträchtigen und im Falle länger anhaltender Unterbrechungen oder entsprechender Reichweite existenzbedrohend für den Logwin Konzern sein könnten. Zur Begrenzung der IT-Risiken erfolgt eine kontinuierliche Bewertung existierender und neuer Gefährdungen für die Datensicherheit und IT-Infrastruktur des Logwin Konzerns und die fortlaufende Umsetzung von Maßnahmen zu Ihrer Begrenzung. Im Jahr 2022 war wiederum ein erhöhtes Risiko im Bereich Daten- und Cybersicherheit festzustellen. Weltweit bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle auch im Bereich der Logistik zeigen, dass die Gefährdungslage auch für den Logwin Konzern unverändert als hoch angesehen werden muss. Der Logwin Konzern trifft fortlaufend geeignete Schutzmaßnahmen, um die IT-Dienste und Funktionalitäten sicher zur Verfügung zu stellen. Alle Mitarbeiter der Logwin Gruppe werden durch regelmäßige Schulungsmaßnahmen zu Themen der Cybersicherheit sensibilisiert.
Der Ausfall technischer Anlagen wie automatisierter Lagertechnik für Hochregallager, Flurförderfahrzeugen und -anlagen oder Materialflussrechnern kann für den Logwin Konzern neben Umsatzausfällen Haftungs- und Gewährleistungsrisiken für Schäden und Qualitätsmängel nach sich ziehen. Durch die regelmäßige Wartung sowie stetige Verbesserung der technischen Anlagen und Maschinen sowie angemessene Prozesse zu ihrer Überwachung gelingt es dem Logwin Konzern, diesen Risiken entgegenzuwirken.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 37,7 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus Factoring im Geschäftsjahr 2023 unverändert ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro zur Inanspruchnahme zur Verfügung.
Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer 36 auf Seite 100 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften all-gemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Es bestehen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle Ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitäts-prüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegengewirkt.
Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der aktuellen konjunkturellen Lage sowie der deutlichen Preissteigerungen insbesondere für Rohstoffe und Energie. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forderungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäftes haben. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus Forderungsausfällen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungszielen und Kreditlimiten. Darüber hinaus dient die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich.
Für drohende Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Ziffer 24 auf Seite 77 des Konzernanhangs verwiesen.
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Sofern keine anderweitigen Angaben vorgenommen werden, stellt der Buchwert der Finanzinstrumente das maximale Ausfallrisiko dar.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/–10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2022 eine Auswirkung von –/+ 2,8 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: –/+ 1,2 Mio. Euro).
Eine Aufstellung der zum Stichtag bestehenden Devisentermingeschäfte ist im Anhang unter Ziffer 35 auf Seite 98 aufgeführt.
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben. Der Umfang möglicher Auswirkungen wird im Logwin Konzern fortlaufend eng überwacht.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau hat sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen im Berichtsjahr weltweit aufgrund umfangreicher geldpolitischer Maßnahmen deutlich erhöht. Verschiedene Einflussfaktoren können zu einer weiteren Erhöhung des Zinsniveaus führen. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen. Zum 31. Dezember 2022 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Rechtliche und regulatorische Risiken Der Logwin Konzern führt im Rahmen grenzüberschreitender, internationaler Güterverkehre für seine Kunden verschiedene Zoll- und Umsatzsteuerverfahren durch. Die Durchführung solcher Verfahren und die dafür erforderliche Abgabe von Zoll- oder Steuererklärungen sind mit Risiken verbunden. Dies gilt besonders dann, wenn der Logwin Konzern für die Vollständigkeit und Richtigkeit solcher Erklärungen bspw. als Gesamtschuldner haftet. Insbesondere dann, wenn der Kunde in diesen Fällen nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, bestehen hieraus erhebliche Risiken für die Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt die Abwicklung dieser Prozesse durch entsprechend qualifiziertes Personal. Darüber hinaus trägt das bestehende interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem dazu bei, möglichen Gefährdungen frühzeitig zu begegnen.
Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins ist die Einführung von strengeren Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. verstärkter Ein- und Ausfuhrkontrollen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Luftfrachtsicherheit, nicht auszuschließen. Es ist zu vermuten, dass die Erfüllung internationaler Sicherheitsvorschriften zu gesteigerten Kosten und einem steigenden Investitionsbedarf im Bereich zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen führt, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ergebnissituation des Logwin Konzerns auswirken können.
Länderspezifische Risiken ergeben sich aus uneinheitlichen Auslegungen, Anwendungen und kurzfristig in Kraft tretenden Änderungen von Rechts-, Steuer- und Zollregelungen. Dies gilt nicht nur für verschiedene Schwellenländer, in denen ein noch nicht oder nur eingeschränkt nach internationalen Standards funktionierendes Rechtssystem existiert, sondern auch für dezentral erlassene Durchführungsverordnungen von EU-Recht, die sich in den einzelnen Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Durch enge Überwachung der Entwicklung weltweiter Sicherheitsvorschriften und anderer rechtlicher Rahmenbedingungen ist der Logwin Konzern bemüht, frühzeitig auf zusätzliche Anforderungen zu reagieren und die Auswirkungen zusätzlicher Aufwendungen durch Anpassung von Kundenvereinbarungen zu mindern oder abzuwenden.
Darüber hinaus können Steuerrechtsreformen wie insbesondere das im Dezember des Jahres 2022 durch den Rat der EU beschlossene OECD-Projekt zur internationalen Mindestbesteuerung aller Großunternehmen („Pillar 2“) künftig zu einer Erhöhung der Steuersätze und damit der Steuerlast des Logwin Konzerns führen. Die Ermittlung der künftigen Mindeststeuer folgt dabei ausführlichen Spezialregelungen und erfordert eine entsprechend umfangreiche Datenerhebung für die gesetzeskonforme Umsetzung. Dabei können für den Logwin Konzern im Rahmen der Implementierung erforderlicher Systeme und Methoden erhöhte Risiken aus der Auslegung und Umsetzung der neuen Vorschriften entstehen.
Weiterhin unterliegt der Logwin Konzern im Rahmen seiner Leistungserbringung sowie beim Betrieb eigener Anlagen den in den jeweiligen Ländern der Geschäftstätigkeit gültigen Gesetzen sowie rechtlichen Regeln und Vorschriften, wie beispielsweise Transportlizenzen, Umweltauflagen, Arbeitssicherheitsregeln und Arbeitsschutz. Auflagen und Lizenzerfordernisse können die Transport- und Logistiktätigkeiten beschränken. In verschiedenen Kundenprojekten sind die Gesellschaften des Konzerns darauf angewiesen, dass die vorhandenen Lizenzen und Genehmigungen jederzeit vorliegen. Ein Verlust derselben könnte die Wirtschaftlichkeit der betroffenen Kundenprojekte in erheblichem Maße gefährden. Die hieraus entstehenden Risiken werden durch die Risikoeigner permanent überwacht, um möglichen Gefährdungen unmittelbar zu begegnen.
Aus der Abwicklung von durch den Logwin Konzern veräußerten Unternehmensteilen bestehen vertraglich vereinbarte Risikoübernahmen, im Wesentlichen Garantie-, Freistellungs- oder Steuerrisiken. Die Inanspruchnahme des Logwin Konzerns kann zu Belastungen der Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns führen. Diese Risiken werden vertraglich möglichst begrenzt.
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Von umweltrechtlichen Vorschriften und Auflagen ist der Logwin Konzern insbesondere in solchen Bereichen betroffen, in denen die Erbringung der Logistikleistungen mit dem Umgang mit potenziell gefährdenden Stoffen einhergeht, so beispielsweise der Betrieb von Tankstellen. Darüber hinaus werden in verschiedenen Logistikanlagen Gefahrgüter umgeschlagen und gelagert. Es ist wahrscheinlich, dass der Logistik- und Transportsektor zumindest in Deutschland und der EU in den nächsten Jahren in den Fokus umwelt- und klimaschutzbezogener Richtlinien und Gesetze rückt. So werden beispielsweise mit der EU Taxonomie-Verordnung zur Stärkung der Umweltziele der EU Unternehmen zu einem deutlich erhöhten Berichtsumfang in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit verpflichtet. Auch gewinnt das Thema Umweltschutz zunehmend an Relevanz bei der kundenseitigen Auftragsvergabe.
Diesbezüglich bestehen Risiken, dass die hieraus erwachsenden Kostensteigerungen nur teilweise durch Effizienzsteigerungen aufgefangen oder in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Dies könnte erhebliche Nachteile für die Ertrags- und die Finanzlage des Logwin Konzerns nach sich ziehen. Fortlaufende Überwachung und systematische Prüfungen durch die Überwachungsorgane und insbesondere durch die Qualitätsmanagement-Beauftragten des Logwin Konzerns stellen die frühzeitige Identifikation und Steuerung dieser Risiken sicher.
Sonstige Risiken Für den Logwin Konzern besteht ein Risiko, dass aus Pflichtverletzungen des Managements Schadenersatzansprüche resultieren. Darüber hinaus bergen dolose Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Zahlungsmitteln und Korruption ein hohes Gefahrenpotenzial und können zu erheblichen materiellen und Reputationsschäden führen. Das interne Kontrollsystem des Logwin Konzerns trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, Risiken zu reduzieren. Des Weiteren hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert mit dem Ziel, die Integrität des Verhaltens seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern und Situationen vorzubeugen, die nicht mit diesen Grundsätzen zu vereinbaren sind. Der Verhaltenskodex ist öffentlich über die Internetseite des Logwin Konzerns verfügbar und ist zudem in den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter fest verankert. Regelmäßig finden Informations- und Schulungsveranstaltungen zum Verhaltenskodex statt. Zur Korruptions-Prävention hat der Logwin Konzern gemeinsam mit einem externen Partner ein E-Learning-Programm mit den Modulen Compliance und Corruption etabliert und weltweit an alle Mitarbeiter ausgerollt. Mittlerweile wurden von unseren Mitarbeitern in 35 Ländern bereits 4.776 Online-Trainingsprogramme zu Korruption und Compliance Themen erfolgreich absolviert. Zusätzlich zu den Online-Selbstlernmodulen wurde ein zweistündiger Führungskräfteworkshop zum Thema Compliance im Webinar-Format konzipiert und in einem ersten Leadershipprogram bereits umgesetzt. Dieser wird zukünftig fester Bestandteil in der Führungskräfteentwicklung im Logwin Konzern sein.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Der Logwin Konzern geht unternehmerische Risiken ein, um Marktchancen nutzen zu können. Für den Fall, dass sich diese Risiken materialisieren, könnte dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns erheblich beeinträchtigen. Der aktivierte Firmenwert in Höhe von 45,7 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 stellt einen wesentlichen Einzelposten des langfristigen Vermögens des Logwin Konzerns dar. Er entfällt zum Bilanzstichtag in vollem Umfang auf das Geschäftsfeld Air + Ocean. Den Erfordernissen des IAS 36 entsprechend werden die Firmenwerte einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen („Impairment-Test“). Im Falle einer nachhaltig deutlich schwächer als erwarteten Entwicklung des Geschäftsfelds Air + Ocean besteht mit Blick auf die Konzernbilanz ein Risiko, dass bestimmte Vermögenswerte und auch aktivierte Firmenwerte abgewertet werden müssen („Impairment-Risiko“). Einen weiteren Einflussfaktor stellt hierbei auch die aktuelle und erwartete Zinsentwicklung dar. Im Geschäftsjahr wurde der aktivierte Firmenwert im Geschäftsfeld Solutions überwiegend zinssatzbedingt um 11,7 Mio. Euro abgeschrieben. Eine anhaltend schwache oder schwächer als erwartete Entwicklung einzelner Logwin-Gesellschaften kann darüber hinaus eine Wertberichtigung von latenten Steueransprüchen erforderlich machen. Eine mangelnde Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte inklusive Nutzungsrechte aus IFRS 16 könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns negativ beeinflussen.
Compliance Auf die konzernweite Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, vertraglicher Vereinbarungen sowie eigener Richtlinien legt der Logwin Konzern größten Wert. Zur Verankerung dieses Grundsatzes hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns bindend ist. Insbesondere definiert dieser Verhaltenskodex allgemeine Verhaltensgrundsätze, verpflichtet zur Kenntnis und Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften, regelt den Umgang mit Geschäftspartnern und staatlichen Institutionen und gibt Richtlinien zur Vermeidung von Interessenskonflikten vor. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Logwin AG eine Corporate Governance Charter beschlossen, die sich an den Corporate Governance-Regelungen der Luxemburger Börse orientiert und Vorgaben zur Durchführung der Leitung und Überwachung des Logwin Konzerns sowie zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich enthält. Die Corporate Governance Charter der Logwin AG ist auf der Homepage des Logwin Konzerns öffentlich zugänglich. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt „Corporate Governance“ dieses Lageberichts.
Zur Überwachung der Einhaltung der Compliance-Vorgaben wurde ein Compliance Officer berufen. Unter seiner Gesamtverantwortung hat das Executive Committee ein Compliance Management System geschaffen, das den Rahmen für die strukturierte Überwachung, Bewertung und Steuerung sowie Nach-verfolgung von Compliance-Risiken auf Basis definierter Risikofelder bildet. Umfassende und wieder-kehrende Schulungen von Mitarbeitern auf Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings ergänzen die fortlaufend erweiterten Maßnahmen.
Die Compliance-Aktivitäten werden durch die Arbeit der Revision ergänzt. Hier liegt der Fokus auf der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften sowie vertraglicher Vereinbarungen. Die Revision führt gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsfelder weltweit Audits ausgewählter Niederlassungen und Gesellschaften durch. Hierbei werden auch externe Spezialisten und Rechtsanwälte zur Überprüfung der Einhaltung nationaler Gesetze und Vorschriften eingebunden. Wesentliche Schwer-punkte stellen die Themen Korruptionsprävention, steuer- und zollrechtliche Compliance, Datenschutz und Arbeitsrecht dar. Insgesamt wurde durch diese Maßnahmen die Compliance-Organisation des Logwin Konzerns in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Verstößen gegen nationale oder internationale Vorschriften kommen kann und sich dadurch möglicherweise sogar existenzbedrohende Risiken für den Logwin Konzern ergeben könnten.
Chancen
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Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Chancen Die Globalisierung eröffnet dem Logwin Konzern neben den oben beschriebenen Risiken auch Chancenpotentiale. Bei einem langfristig sich fortsetzenden Weltwirtschaftswachstum wird die Logistik-Branche auch in Zukunft wachsen. Dies gilt besonders für Asien, wo die Handelsströme mit anderen Regionen und speziell innerhalb des Kontinents weiter zunehmen werden. Weiterhin können sich Marktchancen aus den Wachstumsimpulsen weiterer stark wachsender Länder in Regionen wie Südamerika oder dem Mittleren Osten ergeben.
Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigen Industrieregionen, insbesondere in China, den USA und Europa, besser entwickeln als aktuell prognostiziert, so kann auch dies zu zusätzlichen Wachstumsimpulsen führen, da die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden den Bedarf an Lage-rungs- und Transportdienstleistungen bestimmt. Infolgedessen können sich steigende Transportvolumina im Im- und Export vorteilhaft auf die Entwicklung des Logwin Konzerns auswirken.
Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren. Insbesondere eine positive Entwicklung im Automobil-, Konsumgüter-, Chemiesektor oder im Anlagen- und Maschinenbau kann sich vorteilhaft auf den Geschäftsverlauf des Logwin Konzerns auswirken. Der boomende Online-Handel, der insbesondere seit der Covid-19-Pandemie deutliche Steigerungsraten aufweist, ist eine weitere Chance für den Logwin Konzern. Er schafft Bedarf für den Transport von Waren und eröffnet somit für das nationale und internationale Transportgeschäft großes Wachstumspotenzial.
Chancen aus der operativen Geschäftstätigkeit Chancenpotentiale ergeben sich aus der Nutzung der Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Die digitale Transformation eröffnet neue Vernetzungsmöglichkeiten mit den Kunden und Lieferanten des Logwin Konzerns. So können in einem herausfordernden und dynamischen Umfeld Marktchancen schnell und gezielt aufgegriffen werden und die Wettbewerbs-fähigkeit stärken. Darüber hinaus birgt der steigende Technologisierungsgrad in den operativen Prozessen diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der verstärkte Einsatz von modernen, vernetzten IT-Systemen, in die der Logwin Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt investiert hat, ermöglicht neben Effizienzsteigerungen auch eine verbesserte operative Qualität, gesteigerte Kosteneffizienz und eine Verkürzung von Reaktionszeiten auf Abweichungen. Chancen ergeben sich weiterhin aus der fortgesetzten Steigerung der Produktivität und Kostentransparenz sowie der Nutzung von Synergieeffekten, die daher im Fokus der Bemühungen des Managements im Logwin Konzern stehen.
Der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen hält nach wie vor an. Die Lieferketten werden komplexer, internationaler, aber auch, wie die Störungen in den globalen Lieferketten der letzten beiden Berichtsjahre zeigen, störungsanfälliger. Kunden wünschen deshalb stabile und integrierte Logistiklösungen und suchen die Unterstützung spezialisierter Dienstleister. Sollte der Trend weiter anhalten, so können sich hieraus weitere Wachstumschancen für den Logwin Konzern ergeben.
Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen aufgrund einer entgegen den zugrundeliegenden Erwartungen positiven Preisentwicklung z.B. von eingekauften Transportdienstleistungen, aber auch von Treibstoff- oder Heizölpreisen.
Sonstige Chancen Sonstige Chancen können sich aus Akquisitionen oder der Bereinigung von Aktivitäten ergeben. Durch eine stetige Überprüfung von bestehendem Geschäft sowie der Beobachtung potentieller Übernahmeobjekte versucht der Logwin Konzern, sich ergebende Chancen frühzeitig zu erkennen und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken, derartige Chancen zu nutzen. Chancen für die Ertragslage des Logwin Konzerns ergeben sich weiterhin aus möglichen positiven Effekten von Fremd-währungsrelationen oder von Zinssatzänderungen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Prognosebericht
Sämtliche Aussagen des Prognoseberichts sind weiterhin aufgrund der Unwägbarkeiten der weiteren Entwicklung in verschiedenen Weltregionen und der weltweit weiterhin möglichen Störungen in den internationalen Lieferketten mit sehr großer Unsicherheit behaftet.
Konjunkturprognose Der Logwin Konzern rechnet im Einklang mit den führenden Wirtschaftsprognosen mit einem leichten Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2023. Für die Eurozone und die deutsche Wirtschaft wird in diesem Zeitraum von einem leichten Rückgang ausgegangen. Für China ist ebenso wie für die USA mit einem leichten Wachstum zu rechnen. Alle Prognosen zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie und die aktuellen Schwierigkeiten in den internationalen Lieferketten das Wachstum nicht mehr spürbar dämpfen werden. Nicht berücksichtigt sind in den Planungsannahmen mögliche Verschärfungen der Auswirkungen des Krieges von Russland gegen die Ukraine sowie Auswirkungen auf Handelsbeziehungen oder andere weltweite Eskalationen internationaler Konflikte einschließlich weiterer Handelsembargos oder von Strafzöllen.
Hingegen wird den weltweiten Inflationserwartungen und die Entwicklung der Preissteigerungen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen wie Ernährung, Produktion, Rohstoffe und Energie sowie Dienstleistungen eine erhebliche Bedeutung für die Einschätzung der weiteren wirtschaftlichen Gesamtentwicklung beigemessen. Die Entwicklung des Zinsumfelds als Reaktion auf gemessene und erwartete Preissteigerungen wird dementsprechend erheblichen Einfluss auf die im Prognosezeitraum zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung haben. Im Einklang mit den führenden Prognoseinstituten erwartet der Logwin Konzern eine sich im Jahresverlauf abschwächende Dynamik der Zinserhöhungen, eine Abschwächung der Inflation und der Inflationserwartungen und damit einhergehend eine Erholung der Wirtschaftswachstums.
Für den Logwin Konzern wird die Entwicklung einzelner Teilsektoren des deutschen Konsums, insbesondere der Textil- und Bekleidungsbranche sowie die Entwicklung der stark import- und exportbezogenen Wirtschaftssektoren wie der Automobilindustrie von wesentlicher Bedeutung sein.
Die Möglichkeit, dass sich wesentliche übergeordnete Risikofaktoren negativ auf die Geschäftsentwicklung des Logwin Konzerns auswirken, wird als realistisch eingeschätzt und findet in der Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung ihren Niederschlag. Zu diesen Risikofaktoren zählen weiterhin die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie die trotz einer teilweisen Entspannung weiterhin spürbare Beeinträchtigung der Wirtschaft durch anhaltende Lieferengpässe und Materialknappheit in verschiedenen Wirtschaftssektoren. Zusätzliche Risiken bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ergeben sich aus einer anhaltend erhöhten Inflation und damit potentiell einhergehenden restriktiven geldpolitischen Maßnahmen für die Kunden des Logwin Konzerns und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
Umsatzerwartung Der Logwin Konzern geht für das Jahr 2023 nach den ratenbedingten sprunghaften Zuwächsen der Vorperioden von einem erheblichen Umsatzrückgang aus. Dies basiert auf der Erwartung eines im Jahresvergleich insgesamt deutlich rückläufigen Frachtratenniveaus in allen Verkehrsträgern, insbesondere jedoch in der Seefracht. Es wird zudem von marktbedingten Volumenrückgängen in der Luft- wie Seefracht, aber vor allem auch in konsumnahen Geschäftsbereichen ausgegangen.
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Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean wird für das Gesamtjahr 2023 von einem deutlich unter Vorjahresniveau liegenden Frachtratenniveau und einer verhaltenen Nachfrage nach Transportkapazitäten ausgegangen. Im Laufe des Jahres wird mit Margenrückgängen aufgrund der durch anhaltende Überkapazitäten bedingten verhaltenen Umsatzentwicklungen gerechnet. Neukundengewinnung, Geschäftsausweitungen mit Bestandskunden und die Absicherung von Bestandsgeschäften sind die Grundlage der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsfelds und stehen entsprechend unverändert im Fokus. Wie in den Vorjahren werden die Umsätze im Jahr 2023 neben der erwarteten rückläufigen Volumenentwicklung bei Bestands- wie Neukunden ganz erheblich von der Entwicklung der Frachtraten und auch der Währungskurse abhängen.
Solutions
Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions wird im Geschäftsjahr 2023 aufgrund der erwarteten Entwicklung der internationalen Transportaktivitäten voraussichtlich sinken. Zu der erwarteten Entwicklung trägt auch eine Beendigung der sogenannten Netzaktivität im deutschen Transportnetzwerk bei. Dämpfend auf die Umsatzentwicklung wirkt sich zudem erneut die Beendigung einzelner Aktivitäten der Kontraktlogistik aus.
Ergebniserwartung Unter den beschriebenen Voraussetzungen erwartet der Logwin Konzern im Jahr 2023 eine deutliche Abschwächung der Ergebnisentwicklung im Geschäftsfeld Air + Ocean gegenüber 2022 und in der Folge auch für den Logwin Konzern ein deutlich rückläufiges operatives Ergebnis (EBITA). Das Periodenergebnis wird entsprechend des operativen Ergebnisses ebenfalls entsprechend unter dem Niveau des Jahres 2022 liegen.
Air + Ocean
Nach dem außergewöhnlich hohen Ergebnis des Geschäftsfelds Air + Ocean im Berichtsjahr wird dieses Ergebnisniveau im aktuell sehr herausfordernden Markt- und Wettbewerbsumfeld im Jahr 2023 voraussichtlich nicht beibehalten werden können. Die Prognose geht im Jahresverlauf von verschärften Wettbewerbsbedingungen gegenüber den zurückliegenden außergewöhnlichen Marktbedingungen und dementsprechend einem Rückgang des Umsatzes und des Margenniveaus aus. Überkapazitäten im Luft- wie Seefrachtmarkt dürften zusätzlichen Druck auf die operativen Margen ausüben. Das Ergebnis wird sich dementsprechend deutlich vermindern.
Solutions
Im Geschäftsfeld Solutions wird nach den Sonderbelastungen im Geschäftsjahr 2022 für das Jahr 2023 mit einem gesteigerten Ergebnis gerechnet. Die Ergebnisentwicklung wird wesentlich von dem Ergebnis im Bereich der internationalen Transportaktivitäten abhängen. Aufgrund erwarteter Margenrückgänge durch eine Normalisierung der Marktsituation wird sich das Ergebnis hier voraussichtlich aber vermindern. Für die Aktivitäten der Kontraktlogistik sowie des deutschen Transportnetzwerks wird hingegen ein Ergebnis über dem Niveau des Jahres 2022 erwartet. Die Ergebnisentwicklung des deutschen Transportnetzwerks wird dabei ganz wesentlich auch von der möglichen Fortführung von Transportkonzepten für Kunden des Retail Netzwerks in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 abhängen.
Konzernlagebericht
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Liquiditätsentwicklung Der Logwin Konzern erwartet im Jahr 2023 einen starken Rückgang des weiterhin soliden Free-Cashflows aufgrund des deutlich verminderten operativen Ergebnisses sowie Working Capital Effekten nach den teilweise ratenbedingten Effekten der Vorperioden. Die Nettoliquidität des Logwin Konzerns wird sich aufgrund der vorgesehenen erhöhten Ausschüttungen an die Aktionäre weiter stabil entwickeln.
Mitarbeiter Aufgrund der erwarteten verhaltenen Geschäftsentwicklungen im Geschäftsfeld Air + Ocean und den strukturellen Veränderungen im Geschäftsfeld Solutions rechnet der Logwin Konzern insgesamt mit einem Rückgang der Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2023.
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Konzernabschluss
Gewinn– und Verlustrechnung
Angaben in Tausend €
2022
2021
Anhang/Seite
Umsatzerlöse
2.259.027
1.851.836
9/64
Umsatzkosten
-2.067.144
-1.689.275
10/65
Bruttogewinn
191.883
162.561
Vertriebskosten
-32.636
-27.613
10/65
Verwaltungskosten
-38.247
-34.064
10/65
Sonstige betriebliche Erträge
25.139
9.936
11/65
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-16.805
-8.617
11/65
Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Vermögenswerte
-1.079
-138
Operatives Ergebnis vor Wertminderungen und Wertaufholungen von
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
128.255
102.065
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
-8.134
-3.422
12/66
Wertaufholung von Sachanlagen
-
2.297
12/66
Operatives Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten (EBITA)
120.121
100.940
Wertminderung von Firmenwerten
-11.665
-8.953
13/66
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)
108.456
91.987
Finanzierungserträge
1.454
183
15/67
Finanzierungsaufwendungen
-5.285
-3.364
15/67
Ergebnis vor Ertragsteuern
104.625
88.806
Ertragsteuern
-30.680
-25.296
16/67
Periodenergebnis
73.945
63.510
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
72.247
62.803
Nicht beherrschende Anteile
1.698
707
Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert (in Euro):
bezogen auf das den Aktionären der Logwin AG zurechenbare Periodenergebnis
25,09
21,80
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück)
2.879.264
2.880.488
Konzernabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung | Gesamtergebnisrechnung
Gesamtergebnisrechnung
Angaben in Tausend €
2022
2021
Anhang/Seite
Periodenergebnis
73.945
63.510
Gewinne aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe
1.012
4.462
Sonstiges Ergebnis, welches ggf. in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
1.012
4.462
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
7.636
2.771
30/83
Latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld
-710
-2.251
27/80
Sonstiges Ergebnis, welches nicht in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
6.926
520
Sonstiges Ergebnis
7.938
4.982
Gesamtergebnis
81.883
68.492
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
80.092
67.605
Nicht beherrschende Anteile
1.791
887
Konzernabschluss
Kapitalflussrechnung
Kapitalflussrechnung
Angaben in Tausend €
2022
2021
Anhang/Seite
Ergebnis vor Ertragsteuern
104.625
88.806
Finanzergebnis
3.831
3.181
15/67
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
108.456
91.987
Überleitungspositionen zum operativen Cashflow:
Abschreibungen
39.973
39.192
10/65
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen
-143
150
11/65
Wertminderung von Firmenwerten
11.665
8.953
19/71
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
8.134
3.422
12/66
Wertaufholung von Sachanlagen
-
-2.297
12/66
Sonstiges
-1.188
3.522
Steuerzahlungen
-39.985
-13.232
Gezahlte Zinsen
-5.095
-3.071
Erhaltene Zinsen
1.454
183
Veränderung Working Capital, zahlungswirksam:
Veränderung Forderungen und Vertragsvermögenswerte
59.574
-162.564
Veränderung Verbindlichkeiten
-12.619
159.605
Veränderung Vorräte
-670
44
Operativer Cashflow
169.556
125.894
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-6.609
-12.594
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
-
8.100
17/69
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten
784
750
Sonstiger Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-14
-29
Investitions-Cashflow
-5.839
-3.773
Netto-Cashflow
163.717
122.121
Veränderung aus kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten
1.027
67
18/69
Mittelabfluss aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-30.769
-33.528
18/69
Ausschüttungen an Aktionäre
-17.275
-10.083
28/82
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
-663
-363
Erwerb eigener Aktien
-38
-413
Finanzierungs-Cashflow
-47.718
-44.320
Free-Cashflow (= Netto-Cashflow abzüglich Tilgung von Verbindlichkeiten
aus Leasingverträgen)
132.948
88.593
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Fonds der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
-234
1.804
Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
115.765
79.605
Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
248.013
168.408
Veränderung
115.765
79.605
Endbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
363.778
248.013
26/79
Konzernabschluss
Kapitalflussrechnung | Bilanz
Bilanz
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Anhang/Seite
Aktiva
Firmenwerte
45.701
57.366
19/71
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
15.482
20.979
20/72
Sachanlagen
100.193
104.759
21/73
Finanzanlagen
680
781
Latente Steueransprüche
19.022
20.007
27/80
Sonstige langfristige Vermögenswerte
1.007
844
Summe langfristige Vermögenswerte
182.085
204.736
Vorräte
2.086
1.411
23/77
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
232.388
261.396
24/77
Vertragsvermögenswerte
16.236
34.922
24/77
Ertragsteuerforderungen
3.153
1.862
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
33.393
44.685
25/79
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
363.778
248.013
26/79
Summe kurzfristige Vermögenswerte
651.034
592.289
Summe Aktiva
833.119
797.025
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Anhang/Seite
Passiva
Gezeichnetes Kapital
131.300
131.300
Konzernrücklagen
213.483
150.666
Eigene Aktien
-838
-800
Auf die Aktionäre der Logwin AG entfallendes Eigenkapital
343.945
281.166
Nicht beherrschende Anteile
2.447
1.319
Eigenkapital
346.392
282.485
28/82
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
54.354
51.631
22/75
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
23.021
31.616
30/83
Sonstige langfristige Rückstellungen
2.887
3.365
31/87
Latente Steuerschulden
1.893
6.325
27/80
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
18
1
34/89
Summe langfristige Schulden
82.173
92.938
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
292.992
323.257
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
26.598
27.884
22/75
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
1.110
135
29/83
Kurzfristige Rückstellungen
9.305
9.470
32/88
Ertragsteuerverbindlichkeiten
8.641
12.794
33/88
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
65.908
48.062
34/89
Summe kurzfristige Schulden
404.554
421.602
Summe Passiva
833.119
797.025
Konzernabschluss
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Angaben in Tausend €
Auf die Aktionäre der





Gezeichnetes
Kapital




Kapital-
rücklage




Gewinn-
rücklagen
1. Januar 2021
131.300
175.777
-74.726
Periodenergebnis
62.803
Sonstiges Ergebnis
520
Gesamtergebnis
63.323
Erwerb eigener Aktien
Ausschüttungen
-10.083
Einstellung aus den Gewinnrücklagen in die Kapitalrücklage
48.947
-48.947
31. Dezember 2021
131.300
214.641
-60.350
1. Januar 2022
131.300
214.641
-60.350
Periodenergebnis
72.247
Sonstiges Ergebnis
6.926
Gesamtergebnis
79.173
Erwerb eigener Aktien
Ausschüttungen
-17.275
31. Dezember 2022
131.300
197.366
18.823



Der nachfolgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
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Logwin AG entfallendes Eigenkapital



Nicht beherr-
schende Anteile



Summe
Eigenkapital
Kumuliertes
sonstiges Ergebnis
Eigene Aktien


Summe
Rücklage für
Währungs–
differenzen
-7.907
-387
224.057
795
224.852
62.803
707
63.510
4.282
4.802
180
4.982
4.282
67.605
887
68.492
-413
-413
-413
-10.083
-363
-10.446
-
-
-3.625
-800
281.166
1.319
282.485
-3.625
-800
281.166
1.319
282.485
72.247
1.698
73.945
919
7.845
93
7.938
919
80.092
1.791
81.883
-38
-38
-38
-17.275
-663
-17.938
-2.706
-838
343.945
2.447
346.392
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss 31. Dezember 2022
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Allgemeine Angaben
01
Informationen zum Unternehmen
02
Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
03
Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
04
Konsolidierungsgrundsätze
05
Neue Rechnungslegungsvorschriften
06
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
07
Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
08
Segmentberichterstattung
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
09
Erlöse aus Verträgen mit Kunden
10
Aufwendungen nach Kostenarten
11
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
12
Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
13
Wertminderung von Firmenwerten
14
Zuwendungen der öffentlichen Hand
15
Finanzergebnis
16
Ertragsteuern
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
17
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
18
Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Erläuterungen zur Bilanz
19
Firmenwerte
20
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
21
Sachanlagen
22
Leasing
23
Vorräte
24
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
25
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
26
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
27
Latente Steuern
28
Eigenkapital
29
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
30
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
31
Sonstige langfristige Rückstellungen
32
Kurzfristige Rückstellungen
33
Ertragsteuerverbindlichkeiten
34
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Angaben
35
Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
36
Finanzielle Verpflichtungen
37
Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
38
Honorar des Abschlussprüfers
39
Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
40
Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
41
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
42
Aufstellung des Anteilsbesitzes
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Allgemeine Angaben
1Informationen zum Unternehmen
Der Konzernabschluss der Logwin AG, L-Grevenmacher (im Folgenden auch als „Logwin AG“ oder „Logwin“ bezeichnet) für das Geschäftsjahr 2022 wurde am 28. Februar 2023 durch den Beschluss des Verwaltungsrats der Logwin AG zur Veröffentlichung freigegeben und bedarf nach Luxemburger Recht der Genehmigung durch die Hauptversammlung. Die Logwin AG, 5 an de Längten, L-6776 Grevenmacher, ist eine in Grevenmacher (Luxemburg) gegründete und ansässige, in der Rechtsform einer Luxemburgischen Société Anonyme geführte, und in der Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft gehört dem Prime Standard der Deutsche Börse AG an. Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft ist die DELTON Logistics S.à r.l. mit Sitz in Grevenmacher, Luxemburg.
Der Logwin Konzern verfügt als Logistikdienstleister über langjährige Erfahrung, spezialisierte Infrastruktur und Know-how in verschiedenen Branchen von Industrie und Handel und übernimmt für seine Kunden das Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und lokale wie weltweite Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht. Die Hauptaktivitäten der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions sind in Anhangangabe 8 „Segmentberichterstattung“ näher beschrieben.
2Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
Der Konzernabschluss der Logwin AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden alle für das Geschäftsjahr 2022 verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), vormals International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) bzw. Standing Interpretation Committee (SIC), angewandt.
3Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutter-unternehmens.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskosten-prinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie sonstige finanzielle Vermögens-werte, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstru-mente“ zugeordnet sind. Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzern-abschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro (Tausend € oder TEUR). Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.

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4Konsolidierungsgrundsätze
Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2022 umfasst zwei inländische und 52 ausländische Unternehmen und hat sich wie folgt entwickelt:
31.12.2021
Zugänge
Abgänge
31.12.2022
Luxemburg
2
-
-
2
Deutschland
12
-
-
12
Übriges Ausland
39
1
-
40
Summe
53
1
-
54
Der Zugang betrifft die Neugründung einer portugiesischen Gesellschaft im Geschäftsfeld Solutions.
Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf Seite 103ff.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden in voller Höhe eliminiert. Tochterunternehmen werden grundsätzlich ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsolidiert, das heißt ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Nicht beherrschende Anteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens, die auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften entfallen, die nicht vom Konzern gehalten werden. Nicht beherrschende Anteile werden in der Gewinn– und Verlustrechnung, in der Gesamtergebnisrechnung, in der Eigenkapitalveränderungsrechnung und innerhalb des Eigenkapitals in der Bilanz – getrennt von dem auf die Aktionäre der Logwin AG entfallenden Anteil – gesondert ausgewiesen.
5Neue Rechnungslegungsvorschriften
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretation Committee (IFRS IC) haben in den Vorjahren neue Rechnungslegungsvorschriften veröffentlicht. Die folgenden waren für das Geschäftsjahr 2022 erstmals verpflichtend anzuwenden:
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IFRS 3
Verweis auf das Rahmenkonzept
1.1.2022
Ja
Änderung
IAS 16
Erlöse aus der beabsichtigten Nutzung einer Sachanlage
1.1.2022
Ja
Änderung
IAS 37
Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung
1.1.2022
Ja
Änderung
diverse
Jährliche Verbesserung an den IFRS, Zyklus 2018-2020
1.1.2022
Ja
Die oben genannten neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für die laufende Berichtsperiode grundsätzlich erstmals anwendbar.
Mit den Änderungen an IFRS 3 werden veraltete Verweise auf das Rahmenkonzept aktualisiert, ohne die Vorschriften im Standard bedeutend zu ändern.
Die Änderungen an IAS 16 verlangen, dass die Erlöse und Aufwendungen im Zusammenhang mit den produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens stammen, getrennt ausgewiesen werden und der Posten angegeben wird, in dem die Erlöse innerhalb der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden.
Mit den veröffentlichten Änderungen an IAS 37 wird konkretisiert, dass sämtliche Kosten der Vertrags-erfüllung, die dem Vertrag unmittelbar zurechenbar sind, bei der Ermittlung, ob der Vertrag belastend ist, zu berücksichtigen sind.
Aus den im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden neuen Rechnungslegungsvorschriften haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Logwin AG ergeben.
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Weiterhin wurden vom IASB und vom IFRS IC die im Folgenden dargestellten neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Von dem Wahlrecht einer im Einzelfall bestehenden Möglichkeit der freiwilligen vorzeitigen Anwendung hat der Logwin Konzern im Geschäftsjahr 2022 keinen Gebrauch gemacht.
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IAS 1
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 1, Practice Statement 2
Angabe von Rechnungslegungsmethoden
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 8
Definition von Schätzungen
1.1.2023
Nein
Änderung
IAS 12
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen
1.1.2023
Nein
Neuer Standard
IFRS 17
Versicherungsverträge
1.1.2023
Ja
Änderung
IFRS 17
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen
1.1.2023
Nein
Die Änderung an IAS 1 stellt klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den Rechten richtet, über die das Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt.
Weitere Änderungen an IAS 1 und dem Practice Statement 2 sind Teil der „Disclosure Initiative“ des IASB mit denen klargestellt wird, dass künftige Angaben nur noch zu wesentlichen und nicht mehr zu maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden zu machen sind. Was als wesentlich gilt, richtet sich nach der Entscheidungsnützlichkeit der Informationen für die Bilanzadressaten.
Die Änderungen an IAS 8 beinhalten Klarstellungen zur Unterscheidung von Rechnungslegungsmethoden und rechnungslegungsbezogenen Schätzungen, um Unternehmen deren Abgrenzung zu erleichtern.
Die Änderungen an IAS 12 schränken die sogenannte „Initial Recognition Exemption“ ein.
IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können.
Aus den neuen vorangehend erläuterten und überarbeiteten Vorschriften werden aktuell keine wesent-lichen Auswirkungen auf zukünftige Abschlüsse des Logwin Konzerns erwartet.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
6Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert bei einigen Posten Schätzungen und Annahmen und damit Ermessensausübungen des Managements, die Auswirkungen auf die zum jeweiligen Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden bzw. auf die Aufwendungen und Erträge im Berichts-zeitraum haben. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzwerten abweichen, so dass ein Risiko besteht, dass in späteren Geschäftsjahren eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder Schulden erforderlich sein wird.
Unsicherheiten bestehen im Bereich des mindestens einmal jährlich verpflichtend durchzuführenden Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted Cash Flow–Methode die zu erwartenden Cashflows, nachhaltige Wachstumsraten sowie ein adäquater gewichteter Kapital-kostensatz (WACC) heranzuziehen sind. Die Komponenten des WACC sind der risikofreie Zins, die Marktrisikoprämie, die sogenannten Beta-Faktoren, der Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread), Länderrisikozuschläge sowie die Verschuldungsquote. Der Buchwert der aktivierten Firmenwerte beträgt zum 31. Dezember 2022 45,7 Mio. Euro (Vorjahr: 57,4 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 19 „Firmenwerte“ verwiesen.
Weitere Schätzungen erfordern die versicherungsmathematischen Berechnungen des Werts der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hinsichtlich der gewählten Prämissen. Zum 31. Dezember 2022 beträgt deren Bilanzwert 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 31,6 Mio. Euro); es wird auf Anhangangabe 30 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen.
Zudem gibt es Schätzungserfordernisse bei der Aktivierung latenter Steueransprüche in Bezug auf die Erwartung zukünftig zu versteuernder Ergebnisse und deren Verrechnung mit steuerlichen Verlustvor-trägen oder gegebenenfalls vorhandenen latenten Steuerschulden. Der aktivierte Betrag zum Bilanz-stichtag beläuft sich auf 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: 20,0 Mio. Euro); es wird auf die Anhangangabe 27 „Latente Steuern“ verwiesen.
Im Rahmen der Bilanzierung sind Annahmen bezüglich Nutzungsdauern von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie Beurteilungen über die Werthaltigkeit zu treffen. Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte oder im Falle einer jährlich verpflichtend vorzunehmenden Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor.
Zu den Ermessensentscheidungen des Managements zählt ferner die Entscheidung über das Vorliegen der Aktivierungsvoraussetzungen von Entwicklungskosten als selbstgeschaffene immaterielle Vermögens-werte, insbesondere Software.
Darüber hinaus ist die Überprüfung einer eventuellen Wertminderung bei Forderungen erforderlich. Sofern Forderungen im Wege des Factoring veräußert werden, ist für den angemessenen Bilanzausweis eine Einschätzung des Managements erforderlich, in welchem Umfang die wesentlichen Chancen und Risiken auf die Factoring-Gesellschaft übergehen. Zum Ausweis des Factoring im Konzernabschluss wird auf Anhangangabe 7 „Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ – Stichwort „Factoring“ – verwiesen.
Bei der Bilanzierung von Leasingverträgen können die Bestimmung der Laufzeit, der Höhe der Leasing-zahlungen und des als Diskontierungszins verwendeten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermessensbehaftet sein und beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Besonders die Beurteilung von Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen bei Immobilienleasingverträgen beinhaltet Ermessens-entscheidungen des Managements.
Des Weiteren sind für die Bildung von Rückstellungen Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zur Höhe von erwarteten Vermögensabflüssen zu treffen.
Gemäß den Vorschriften des IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
7Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Logwin AG und der Darstellungs-währung des Konzerns, aufgestellt.
Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Mittelkurs zum Ende des Geschäftsjahres, Erträge und Aufwendungen mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus dieser Fremdwährungsumrechnung werden in einem eigenen Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die Entwicklungen der Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:
Durchschnittskurs
Stichtagskurs
2022
2021
31.12.2022
31.12.2021
1 EUR =
Australischer Dollar
AUD
1,5169
1,5750
1,5693
1,5594
Brasilianischer Real
BRL
5,4420
6,3781
5,6386
6,3734
Chinesischer Renminbi Yuan
CNY
7,0790
7,6293
7,3582
7,2230
Britisches Pfund
GBP
0,8527
0,8597
0,8869
0,8393
Hongkong Dollar
HKD
8,2448
9,1938
8,3163
8,8399
Polnischer Zloty
PLN
4,6864
4,5651
4,6808
4,5960
Singapur Dollar
SGD
1,4511
1,5893
1,4300
1,5330
Thailändischer Baht
THB
36,8576
37,8373
36,8350
37,8670
US Dollar
USD
1,0530
1,1828
1,0666
1,1334
Südafrikanischer Rand
ZAR
17,2141
17,4757
18,0986
18,0173
Unternehmenszusammenschlüsse
Der Logwin Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat. Nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt Beherrschung vor, wenn ein Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in ein Beteiligungsverhältnis ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Wird Beherrschung über ein Tochterunternehmen erlangt, bewertet der Logwin Konzern entsprechend IFRS 3 alle erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventual-verbindlichkeiten zu ihren zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert.
Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen berechnet sich aus dem prozentualen Anteil der Minderheitsgesellschafter an den Fair Values der identifizierbaren Vermögens-werte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Beim Erwerb von weiteren Anteilen an Unternehmen, bei denen durch vorangegangene Transaktionen bereits die Beherrschung über das Unternehmen erlangt wurde (nicht beherrschende Anteile), handelt es sich im Sinne der Konzerneinheitstheorie um Verschie-bungen im Eigenkapital zwischen den Gesellschaftergruppen. In diesem Fall werden die Anschaffungs-kosten für die zusätzlichen Anteile mit den auszubuchenden nicht beherrschenden Anteilen aufgerechnet und Unterschiedsbeträge unmittelbar erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungs-kosten bewertet, die sich als Überschuss des Kaufpreises des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den Fair Values der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten bemessen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird direkt ergebniswirksam erfasst. Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst.
Ertragsrealisierung
Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde die Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
Für die Umsätze aus Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt entsprechend IFRS 15.35 eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, da davon auszugehen ist, dass dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens stetig zufließt und er die Vorteile gleichzeitig erhält und nutzt, während die Leistung erbracht wird. Die Leistungsverpflichtung wird dabei erfüllt, während der Logwin Konzern die Transportdienstleistung erbringt. Als Maßstab für den Grad der Leistungserbringung zu einem Stichtag wird die bereits verstrichene Transportdauer im Verhältnis zur erwarteten Gesamtdauer des Transportes zugrunde gelegt (inputorientierte Methode), da eine Messung der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht praktikabel ist.
Für die Erbringung von Transportdienstleistungen im Geschäftsfeld Air + Ocean werden teilweise retrospektiv wirkende Rabatte gewährt, die auf dem mit dem Kunden erzielten Umsatz oder der Erreichung bestimmter Volumina in einem definierten Zeitraum, der in der Regel 12 Monate beträgt, basieren. Die Erlöse aus den Dienstleistungen werden in Höhe der im Vertrag vereinbarten Gegenleistung abzüglich der geschätzten Rabatte erfasst. Umsatzerlöse werden dabei nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahrscheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsätze nicht notwendig sein wird. Für die bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode getätigten Umsätze wird eine Rückstellung für die voraussichtlich hierauf zu gewährenden Rabatte gebildet. Für die Verpflichtung des Konzerns, entstandene Transportschäden zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet.
Die in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erbrachten Transportdienstleistungen stellen in der Regel ein Leistungsbündel dar, da die zugesagten Dienstleistungen hochgradig voneinander abhängig sind (IFRS 15.29c) und der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung erbringt (IFRS 15.29a), die einen erheblichen Teil des Leistungsbündels darstellt. Eine Aufteilung des Transaktionspreises auf die zugesagten Leistungskomponenten erfolgt aus diesem Grund nicht, vielmehr wird der Transaktionspreis dem identifizierten Leistungsbündel zugeordnet.
Schätzungen hinsichtlich der Erlöse, Kosten oder des Auftragsfortschritts werden korrigiert, wenn sich Umstände ändern. Etwaige daraus resultierende Erhöhungen oder Verminderungen der geschätzten Erlöse oder Kosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Umstände, die Anlass zur Korrektur geben, der Geschäftsführung zur Kenntnis gelangen.
Bei Festpreisverträgen zahlt der Kunde einen gegebenenfalls mittels Zahlungsplan festgelegten Betrag. Übersteigen die vom Logwin Konzern erbrachten Leistungen die erhaltenen Zahlungen, wird ein Vertragsvermögenswert erfasst. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die erbrachten Leistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit bilanziert.
Für die Umsätze des Geschäftsfelds Solutions aus der Distribution und Lagerhaltung hat entsprechend IFRS 15.35 ebenfalls grundsätzlich eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zu erfolgen, da die Leistungsverpflichtung durch den Logwin Konzern in der Regel erfüllt wird, während die Dienstleistung erbracht wird. Der Logwin Konzern erfasst den Umsatz in diesem Geschäftsbereich überwiegend entsprechend der Vereinfachungsregelung des IFRS 15.B16 in Höhe des Betrages, den das Unternehmen dem Kunden in Rechnung stellen darf, da in der Regel ein Anspruch auf eine Gegenleistung von dem Kunden besteht, die direkt dem Wert der vom Unternehmen für den Kunden bereits erbrachten Gegenleistung entspricht.
Die Verträge im Geschäftsbereich Solutions im Zusammenhang mit Lagerhaltung und Distribution enthalten in der Regel mehrere Leistungskomponenten, die zwar dem Grunde nach eigenständig sind, d.h. der Kunde kann sie alleine oder zusammen mit anderen zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen. Allerdings erbringt der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung, so dass im Regelfall von einem Leistungsbündel auszugehen ist.
Im Konzern existieren keine Verträge mit Kunden, bei denen der Zeitraum zwischen der Übertragung der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden länger als ein Jahr beträgt. Dementsprechend wird die zugesagte Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes angepasst.
Unternehmen müssen Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufgliedern, die den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Für den Logwin Konzern wird eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach bestehenden Segmenten und geografischen Regionen für seine Umstände als angemessen angesehen.
Bei Geschäftsvorfällen, die selbst zu keinen Umsatzerlösen führen, die aber zusammen mit den Hauptumsatzaktivitäten anfallen, werden alle Erträge mit den dazugehörigen Aufwendungen, die durch den selben Geschäftsvorfall entstehen, gemäß IAS 1.34 saldiert dargestellt, wenn diese Darstellung den Gehalt des Geschäftsvorfalls oder Ereignisses widerspiegelt; hierunter fallen beispielsweise weiterbelastete Zollgebühren.
EBITA
Eine zentrale Ergebnisgröße des Logwin Konzerns ist das EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortisation). Es ergibt sich aus den Umsatzerlösen, abzüglich der Umsatzkosten, der Vertriebskosten und der Verwaltungskosten; außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte einbezogen.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des den Aktionären der Logwin AG zurechenbaren Perioden-ergebnisses und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eine Verwässerung würde sich ergeben, wenn das Ergebnis durch potenzielle Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Solche Rechte liegen in Bezug auf die Aktien der Logwin AG nicht vor.
Free-Cashflow
Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Logwin Konzern stellt der Free-Cashflow dar. Der Free-Cashflow definiert sich im Logwin Konzern als Summe aus dem operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow abzüglich der Tilgungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen.
Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem Fair Value zum Erwerbszeitpunkt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die Aktivierungskriterien erfüllen und die damit verbundenen Kosten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten. Andernfalls werden die Kosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die Folgebewertung erfolgt mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht. Aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens jährlich auf Wertminderung geprüft.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten errechnen sich aus der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden bei Abgang des Vermögenswerts erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Die Abschreibung erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen zehn und 50 Jahren für Gebäude sowie zwischen drei und 20 Jahren für Maschinen und Betriebs- und Geschäfts-ausstattung.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen Sachanlagegegenstand mindestens zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Eine Sachanlage wird entweder bei ihrem Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten ausgebucht wird, in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Wertminderung von Vermögenswerten
Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag und anlassbezogen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte (siehe auch Anhangangabe 6 „Wesentliche Ermessens-entscheidungen und Schätzunsicherheiten“). Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags ggf. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, welcher der Vermögenswert zugehört.
Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts und aus seiner letztendlichen Veräußerung unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Sofern Wertminderungsaufwendungen von Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögenswerten in Bezug auf die Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich sind, werden diese in einem eigenen Posten innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wertminderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in einer eigenen Position der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungs-aufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungs- aufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichts-perioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen Restbuchwerts, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.
Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions geprüft. Als Stichtag für die jährliche Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte hat der Logwin Konzern den 31. Dezember eines Geschäftsjahres gewählt. Sollten zu einem anderen Zeitpunkt Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine drohende Wertminderung von Firmenwerten hinweisen, wird eine Werthaltigkeitsbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vorgenommen.
Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind.
Jede Einheit, zu der der Firmenwert zugeordnet worden ist,
stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird; und
ist nicht größer als ein Geschäftssegment, gemäß IFRS 8 „Geschäftssegmente“
Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) bestimmt, auf die sich der Firmenwert bezieht. Die Gruppen von ZGEs entsprechen im Logwin Konzern den Geschäftsfeldern. Liegt der erzielbare Betrag der ZGE unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst; beim Wegfall der Gründe der Wertminderung dürfen keine Zuschreibungen auf zuvor wertgeminderte Firmenwerte vorgenommen werden.
In den Fällen, in denen ein Teil einer ZGE veräußert wird, wird der der veräußerten Teileinheit zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts der Teileinheit bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung der Teileinheit einbezogen. Ein Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird auf der Grundlage des Verhältnisses des Fair Values der veräußerten Teileinheit zum erzielbaren Betrag des nicht veräußerten Anteils der ZGE ermittelt.
Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gleitenden Durchschnittspreisverfahrens. Bei Risiken, die auf niedriger Umschlagshäufigkeit oder Überalterung der Bestände beruhen sowie bei drohenden Verlusten aus schwebenden Lieferverträgen, wird eine Wert-berichtigung auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen.
Ertragsteuern
Die Ertragsteuerforderungen bzw. Ertragsteuerverbindlichkeiten werden nach IAS 12 berechnet. Der Betrag der laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten ist die beste Schätzung des zu erwartenden Steuerbetrags und berücksichtigt Unsicherheiten im Zusammenhang mit den laufenden Ertragsteuern, sofern solche bestehen. Ferner werden latente Steueransprüche und latente Steuer-schulden bilanziert. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Bilanz angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen. Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig wahrscheinlich eintretenden Steuerentlastungen bzw.
-belastungen werden aktiviert bzw. passiviert, wobei Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit Ertrag-steuern bestehen können, berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz oder der Verlustvortrag verwendet werden kann. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Ent- oder Belastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral.
Die jeweiligen Bemessungsgrundlagen werden mit dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich gültigen Steuersatz bewertet. Bei den einbezogenen Unternehmen kommen grundsätzlich landesspezifische Steuersätze zur Anwendung. So wird für die Berechnung deutscher latenter Steuern ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuersatz angewandt, dessen Hebesätze sich nach den lokalen Gegebenheiten bestimmen. Soweit die latenten Steueransprüche den Betrag der latenten Steuerschulden übersteigen, erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des betreffenden Konzernunternehmens.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.
Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden dann nicht mehr planmäßig abgeschrieben.
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind alle Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu finanziellen Vermögens-werten und bei einem anderen Unternehmen zu finanziellen Verbindlichkeiten oder einem Eigenkapital-instrument führen.
Ansatz und Ausbuchung
Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen.Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen sind oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bewertung
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Logwin Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum Trans-aktionspreis zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswertes entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst.
Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach der Einstufung in eine der nachfolgend beschriebenen Kategorien.
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach drei Kategorien, welche unterschiedliche Wertmaßstäbe und eine unterschiedliche Erfassung von Wertänderungen zur Folge haben. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit von den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird.
Der Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, wobei bei der Einteilung grundsätzlich zwischen Schuldinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten wie folgt zu unterscheiden ist.
Schuldinstrumente
Die Bewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Logwin Konzern stuft seine Schuldinstrumente in eine der drei folgenden Bewertungskategorien ein:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen.
FVOCI: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögens-werts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen.
FVTPL: Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ oder „FVOCI“ nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum FVTPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.
Eigenkapitalinstrumente
Der Logwin Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert, in der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL).
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (FVTPL) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten erfasst.
Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die verschiedenen Kategorien:
Finanzielle Vermögenswerte
Bewertung
Wertänderungen
Erfolgswirksam zum beizulegen-
den Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente (FVTPL)
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Schuldinstrumente
(FVOCI mit Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins,
sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral
im Eigenkapital erfasst, ergebniswirksame Erfas-
sung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung
(Recycling)
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Eigenkapitalinstrumente
(FVOCI-Option, ohne Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von
Dividenden, sonstige Wertänderungen
werden erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasst, keine ergebniswirksame Erfassung
bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei
Veräußerung (ohne Recycling)
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertete Finanz-
instrumente (fAC)
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins,
Im Geschäftsjahr 2022 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskate-gorien gemäß IFRS 9 statt.
Die Beurteilung des Geschäftsmodells des Konzerns erfolgte erstmals zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 9, dem 1. Januar 2018, und wird laufend überprüft. Die Beurteilung, ob die vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen bestehen, wurde auf der Grundlage der Fakten und Umstände zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der Vermögenswerte vorgenommen.
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend designiert wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Veränderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen sind, werden im sonstigen Ergebnis dargestellt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt.
Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verpflichtungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung
Wertänderungen
Zu Handelszwecken gehalten
oder beim erstmaligen Ansatz
als zum beizulegenden Zeitwert
zu bewerten eingestuft
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Wertänderungen werden unmittelbar ergebnis-
wirksam erfasst
Der Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (designiert). Im Geschäftsjahr 2022 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt.
Kategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Ausweis
Der Logwin-Konzern hält im Allgemeinen die im Folgenden dargestellten Finanzinstrumente:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Finanzanlagen
Derivative Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Bankguthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, Schecks und kurzfristige Anlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit in liquide Mittel umgewandelt werden können und die einem unwesentlichen Wertänderungsrisiko unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK) bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vom Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb weniger Wochen zu begleichen, enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten und werden als kurzfristig eingestuft. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um vertragliche Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK). Aufgrund der kurzfristigen Art der Forderungen entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Übertragene Forderungen (Factoring)
Der Logwin Konzern nutzt für wesentliche deutsche Konzerngesellschaften ein Factoringprogramm. Dabei handelt es sich um eine flexible Finanzierungsform, d. h. durch den Verkauf der Forderungen stellt die Factoring-Gesellschaft eine Linie zur Verfügung, die von Logwin bei Bedarf ganz oder teilweise gezogen werden kann. Die aus dem Verkauf von Forderungen resultierenden Forderungen gegenüber der Factoringgesellschaft werden, sofern die Linie nicht oder nur teilweise gezogen wird, bilanziell innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgebildet und zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK) bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen einer Factoringvereinbarung potentiell verkauft werden, werden in der Folge zum FVtPL bewertet, da das primäre Ziel nicht in der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows liegt. Die Bilanzierung der Inanspruchnahme der Factoringlinie erfolgt im Logwin Konzern als Minderung des Forderungsbestands, da im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus den Forderungen auf die Factoring-Gesellschaft übertragen werden. Entsprechend wird auch der Cashflow aus der Inanspruchnahme der Linie in der Position „Netto-Mittelabfluss/-zufluss aus der Inanspruchnahme bzw. Rückführung der Factoringlinie“ innerhalb des operativen Cashflows ausgewiesen, sofern im Berichtszeitraum eine Inanspruchnahme bzw. die Rückführung einer zuvor erfolgten Inanspruchnahme erfolgte. Aus dem anhaltenden Engagement sind keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen zu erwarten. Es gibt keine Verpflichtungen zum Rückkauf von Forderungen.
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden die folgenden Eigen- und Fremdkapitalinstrumente mit langfristigem Verwendungszweck erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet:
Finanzinvestitionen in Schuldtitel, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nicht im sonstigen Ergebnis zu erfassen.
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden unter anderem gewährte Kredite, Schuldverschreibungen und sonstige Forderungen mit Rückzahlungsfristen von weniger als einem Jahr ausgewiesen. Der Logwin Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (fAK), wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten, und die Vertragsbedingungen zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Aufgrund der kurzfristigen Art entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Derivative Finanzinstrumente
Im Logwin Konzern werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Risikos einer Wertänderung von entsprechenden Grundgeschäften aufgrund von Marktpreisänderungen eingesetzt. Derivate werden ausschließlich zu wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen und nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. Da sie die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nicht erfüllen, werden sie zu Zwecken der Rechnungslegung als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei die Wertänderungen im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Sie werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dargestellt, da sie voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen werden.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten betreffen noch ausstehende Verbindlichkeiten für die vom Logwin Konzern vor Ende des Geschäftsjahres empfangenen Waren und Dienstleistungen. Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten betreffen aufgenommene Kredite und werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode angesetzt. Diese Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen, es sei denn, deren Begleichung ist nicht innerhalb von 12 Monaten nach der Berichtsperiode fällig.
Bewertung und Erfassung erwarteter Kreditverluste
Der Logwin Konzern bildet eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Investitionen in Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen.
Das allgemeine Wertminderungsmodell sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen (Stufe 3).
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte Ansatz des Wertminderungsmodells angewendet, nach welchem für alle Instrumente, unabhängig von ihrer Kreditqualität, eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Kreditrisiken innerhalb jeder Gruppe werden anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Ausgangspunkt hierfür ist in der Regel eine externe Kreditrisikobewertung einschließlich erwarteter Kreditausfälle. Forderungen, welche an eine Factoring- Gesellschaft verkauft wurden, werden anhand des Ratings der Factoring-Gesellschaft bewertet, sofern nicht das Ankaufslimit des einzelnen Kunden, oder des Gesamtforderungsbestands überschritten ist. In diesem Fall wird das individuelle Rating des betroffenen Kunden zugrunde gelegt.
Die geschätzten Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente auf Grundlage ihres externen Ratings ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Als mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden werden grundsätzlich Zahlungs-mittel und Zahlungsmitteläquivalente eingestuft, die im Rahmen des Ratings durch Standard & Poor’s als Investment Grade eingestuft werden (AAA bis BBB–). Durch die Beobachtung von veröffentlichten externen Kreditratings werden Änderungen des Ausfallrisikos überwacht. Der Logwin Konzern berücksichtigt dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht Logwin das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes.
Die Gruppe überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der verwendeten Kriterien, um festzustellen, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, und überarbeitet sie gegebenenfalls, um sicherzustellen, dass die Kriterien in der Lage sind, einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos zu erkennen, bevor der Betrag überfällig wird.
Makroökonomische Informationen wie etwa Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oder des Welthandels werden als Bestandteil des Bewertungsmodells einbezogen.
Finanzielle Vermögenswerte werden abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung eine Realisierbarkeit nicht mehr erwartet wird. Als Anhaltspunkt für eine nicht mehr zu erwartende Realisierbarkeit gilt grundsätzlich ein externes Rating von D. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind weitere Indikatoren hierfür eine Überfälligkeit von mehr als 180 Tagen, die Einleitung des Insolvenz-verfahrens oder rechtlicher Schritte. Die Höhe des Abschreibungsbedarfes wird bei diesen in der Bonität beeinträchtigten Forderungen anhand des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit (expected lifetime credit loss) ermittelt.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründeten Erwartungen mehr bestehen, dass rechtliche Beitreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Hierbei wird eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung getroffen, inwieweit eine Vertragserfüllung noch wahrscheinlich ist.
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)
Der Fair Value wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteil-nehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Fair Value-Bewertung basiert auf der Annahme, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Hauptmarkt bzw. vorteilhafteste Markt muss dabei dem Konzern zugänglich sein.
Der Fair Value wird unter den Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Zudem wird davon ausgegangen, dass die Markteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des Fair Values eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Logwin Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sind gemäß ihrer Bewertungsmethode zu kategorisieren. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert:
Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht berichtigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden.
Stufe 2: Mittelbar oder unmittelbar beobachtbare Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht den Marktpreisnotierungen auf Stufe 1 zuzuordnen sind.
Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value Hierarchie finden am Ende der Berichtsperiode statt.
Im Logwin Konzern betrifft die Bilanzierung zum Fair Value solche Finanzinstrumente, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)“ zugeordnet wurden, sowie nicht-finanzielle Vermögenswerte, sofern sie im Rahmen eines Impairmenttests oder aufgrund ihrer Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten abgeschrieben wurden.
Leasingverhältnisse
Der Leasingstandard IFRS 16 wurde vom Logwin Konzern erstmalig zum 1. Januar 2019 angewendet. Der Konzern hat die Vereinfachungsmöglichkeit zum erstmaligen Ansatz des Nutzungsrechts in Höhe der Leasingverbindlichkeit abzüglich bestehender Abgrenzungsposten für mietfreie Zeiten in Anspruch genommen. Der Konzern hat zum Umstellungszeitpunkt IFRS 16 auf alle Verträge angewendet, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse identifiziert wurden.
Seit dem 1. Januar 2019 geschlossene Verträge werden mit Vertragsabschluss geprüft, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder ein solches beinhaltet. Ein Vertrag stellt ein Leasingverhältnis dar oder enthält ein solches, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt auszuüben. Zur Beurteilung, ob ein Vertrag diese Anforderung erfüllt, werden die folgenden Kriterien herangezogen:
Der Vertrag beinhaltet die Nutzung eines explizit oder implizit spezifizierten, identifizierten Vermögens-wertes. Der Vermögenswert muss physisch abgrenzbar sein oder im wesentlich die gesamte Kapazität eines abgrenzbaren Vermögenswertes umfassen.
Der Konzern ist berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes auszuüben. Dies ist gegeben, wenn der Konzern berechtigt ist, die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes zu bestimmen und im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des Vermögenswertes zu ziehen.
Beide Kriterien müssen über die gesamte Laufzeit des Vertrages erfüllt sein. Der Logwin Konzern nimmt keine Separierung von Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten vor. Der Konzern nimmt zudem das Wahlrecht zur Nichtbilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse und von Leasingverhältnissen von geringem Wert in Anspruch.
Zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht (right of use asset) an dem identifizierten Vermögenswert und die entsprechende Leasingverbindlichkeit.
Die erstmalige Bewertung des Nutzungsrechtes erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese umfassen den Wert der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Bilanzierung, Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasing-anreize, die bei oder vor Vertragsschluss geleistet wurden, sowie dem Konzern entstandene anfängliche direkte Kosten und geschätzte Kosten der Demontage des Leasingobjekte, der Wiederherstellung seines Standortes oder der Wiederherstellung eines vertraglich festgelegten Zustands des Leasingobjektes.
Das Nutzungsrecht wird im Folgenden linear über die Laufzeit des Leasingvertrages oder die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben, wobei grundsätzlich der kürzere Zeitraum heranzuziehen ist. Sofern die Ausübung einer Kaufoption zu Beginn des Leasingvertrages hinreichend sicher ist oder der Vertrag eine Eigentumsübertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Vertrags-laufzeit vorsieht, wird die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes als Nutzungsdauer des bilanzierten Nutzungsrechtes herangezogen. Darüber hinaus wird der Buchwert des Nutzungsrechts um Wertminderungen im Sinne von IAS 36 vermindert.
Die Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten erfasst. Die Berechnung des Barwerts wird, sofern bestimmbar, mit dem dem Leasing-verhältnis zugrunde liegenden Zinssatz vorgenommen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmen, wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz des Logwin Konzerns herangezogen. Im Regelfall wird im Logwin Konzern der Grenzfremdkapitalzinssatz für die Berechnung des Barwertes verwendet. Die in die Berechnung des Barwertes einfließenden Leasingraten umfassen die folgenden Komponenten:
Feste Leasingzahlungen abzüglich vom Leasinggeber gewährter Leasinganreize für den Abschluss des Vertrages;
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder einen Zinssatz gekoppelt sind;
im Rahmen von Restwertgarantien durch den Leasingnehmer voraussichtlich zu zahlende Beträge;
den Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Leasingzahlungen bei Ausübung einer Mietverlängerungsoption, sofern zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Optionsausübung ausgegangen wird;
Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingvertrages, wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses bereits davon ausgegangen wird, dass der Leasingnehmer den Vertrag kündigen wird.
Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten auf Basis der Effektivzinsmethode. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt bei einer Veränderung der zukünftigen Leasingzahlungen, die aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes resultiert, oder bei einer Neueinschätzung der Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie bei einer veränderten Einschätzung über im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlende Beträge und bei sonstigen Modifikationen des Leasingverhältnisses, die nicht zu einem neuen Leasingverhältnis führen. Die Neubewertung führt zu einer entsprechenden Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes bzw., wenn dieser auf null reduziert wird, zu einer Erfassung des überschießenden Anpassungsbetrages in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Rückstellungen
Rückstellungen werden nach IAS 37 ausgewiesen, wenn eine gegenwärtige und verlässlich schätzbare Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht und zu erwarten ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Die Bemessung erfolgt in der Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert angesetzt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Logwin Konzern bestehen im Bereich der Altersversorgung sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Zusagen.
Die leistungsorientierten Pläne werden gemäß IAS 19 als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen passiviert. Die Pensionsverpflichtungen betreffen primär Mitarbeiter deutscher Konzernunternehmen und bestehen überwiegend aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in österreichischen Gesellschaften gemäß der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Regelung (Abfertigung alt) im Falle einer Pensionierung oder bei vorzeitiger Kündigung eine gesetzliche Abfertigung in Abhängigkeit der Dienstjahre in Höhe von zwei bis zwölf Monaten des letzten monatlichen Bezugs zu.
Die Bewertung der leistungsorientierten Versorgungszusagen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem allgemein anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (sog. Projected-Unit-Credit Methode) durch unabhängige Aktuare. Demgemäß gilt als Pensionsrückstellung für Anwartschaften der Barwert der bei den möglichen zukünftigen Versorgungsfällen zu erwartenden Pensionsleistungen, soweit die jeweilige Leistung am Bewertungsstichtag durch die abgeleistete versorgungsfähige Dienstzeit tatsächlich oder zeitanteilig erdient ist. Dabei werden bei der Bewertung versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontierungssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten, die Gehalts- und Rententrends sowie die Fluktuationsraten berücksichtigt. Für das Zinsfestlegungsverfahren wird die Aon Eurozone Yield Curve verwendet. Soweit Planvermögen vorliegt, berechnet sich die Pensionsrückstellung durch Saldierung dieses Vermögens mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (sog. Finanzierungsstatus).
Bei übersteigenden Verpflichtungen (Planvermögen) wird die saldierte Größe als Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) bezeichnet. Neubewertungen der Nettoschuld (des Vermögenswertes) setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten aus der Verpflichtung sowie den Erträgen aus Planvermögen, die nicht in den Zinserträgen erfasst werden, zusammen. Sie ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen des Vorjahres sowie aus Annahmenänderungen und werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Dienstzeitaufwendungen werden unter den operativen Aufwendungen ausgewiesen, während die Aufzinsungsbeträge der Verpflichtung saldiert mit den Zinserträgen des Planvermögens in den Finanzierungsaufwendungen erfasst werden. Die versicherungsmathematischen Gutachten werden jährlich erstellt.
Neben den leistungsorientierten Plänen gibt es im Konzern auch beitragsorientierte Pläne. Hierunter fällt im Regelfall auch die in Deutschland und einigen anderen Ländern vorliegende gesetzliche Rentenver-sicherung. Die Beitragszahlungen dieser Versorgungssysteme werden als Aufwand im Geschäftsjahr erfasst.
8Segmentberichterstattung
Die Zuordnung in die Geschäftssegmente erfolgt nach den Geschäftsfeldern des Logwin Konzerns. Die Segmentstruktur entspricht der gültigen Organisations- und Führungsstruktur des Logwin Konzerns. Somit steht die Berichterstattung im Einklang mit den Anforderungen des IFRS 8.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Das Geschäftsfeld Air + Ocean verfügt über ein internationales Netzwerk, welches die Regionen Europe Middle East Africa, America und Asia umfasst. Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Fashion-, Retail- und Konsumgüterbereich, in der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten.
Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern erfolgen zu marktüblichen Konditionen, die identisch sind mit Transaktionen gegenüber Dritten. Die Daten zu den Geschäftsfeldern werden nach Konsolidierung der Beziehungen innerhalb der Geschäftsfelder dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Geschäftsfeldern werden in der Spalte „Konsolidierung“ eliminiert. Der Erfolg der einzelnen Segmente wird vom Management auf Basis des operativen Ergebnisses vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) gemessen. Aufwendungen und Erträge, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, werden in der Spalte „Sonstige“ ausgewiesen.
Im Folgenden sind die Informationen zu den einzelnen Segmenten nach Geschäftsfeldern für die Zeiträume 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und 2021 dargestellt.
2022
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
1.794.259
464.580
188
-
2.259.027
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
1.736
1.733
1.351
-4.820
-
Umsatz
1.795.995
466.313
1.539
-4.820
2.259.027
Operatives Ergebnis vor
Wertminderungen
140.578
-596
-11.727
-
128.255
Wertminderung von Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
-
-3.000
-5.134
-
-8.134
Operatives Ergebnis vor Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
140.578
-3.596
-16.861
-
120.121
Wertminderung von Firmenwerten
-
-11.665
-
-
-11.665
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
(EBIT)
140.578
-15.261
-16.861
-
108.456
Finanzergebnis
-3.831
Ergebnis vor Steuern
104.625
Ertragsteuern
-30.680
Periodenergebnis
73.945
Segmentvermögen
306.296
103.207
36.906
-
446.409
Nicht zugeordnetes Vermögen
386.710
Summe Konzernaktiva
833.119
Segmentschulden
280.124
96.920
17.112
-
394.156
Nicht zugeordnete Schulden
92.571
Summe Konzernschulden
486.727
2021
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
1.515.258
335.469
1.109
-
1.851.836
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
1.759
1.572
1.166
-4.497
-
Umsatz
1.517.017
337.041
2.275
-4.497
1.851.836
Operatives Ergebnis vor
Wertminderungen
107.966
6.123
-12.024
-
102.065
Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
-
-
-1.125
-
-1.125
Operatives Ergebnis vor Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
107.966
6.123
-13.149
-
100.940
Wertminderung von Firmenwerten
-
-8.953
-
-
-8.953
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
(EBIT)
107.966
-2.830
-13.149
-
91.987
Finanzergebnis
-3.181
Ergebnis vor Steuern
88.806
Ertragsteuern
-25.296
Periodenergebnis
63.510
Segmentvermögen
374.226
114.822
37.259
-
526.307
Nicht zugeordnetes Vermögen
270.718
Summe Konzernaktiva
797.025
Segmentschulden
319.077
78.259
18.345
-
415.681
Nicht zugeordnete Schulden
98.859
Summe Konzernschulden
514.540
Angaben in Tausend €
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge zu langfristigen
Vermögenswerten
2022
2021
2022
2021
Air + Ocean
-16.980
-16.455
16.161
12.686
Solutions
-16.911
-16.009
16.431
15.358
Sonstige
-6.082
-6.728
8.443
7.712
Summe
-39.973
-39.192
41.035
35.756
Die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten umfassen keine Zugänge zu Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen.

Informationen über geografische Gebiete
Die folgenden Tabellen präsentieren geografische Informationen zu Umsatzerlösen und zu spezifischen Posten des Anlagevermögens für die Geschäftsjahre 2022 und 2021.
2022
2021
Angaben in Tausend €
Deutschland
961.327
42%
827.801
45%
Österreich
428.976
19%
283.493
15%
Übrige EU
263.029
12%
241.559
13%
Asien, Pazifischer Raum
488.525
22%
406.541
22%
Sonstige
117.170
5%
92.442
5%
Summe Umsatzerlöse
2.259.027
100%
1.851.836
100%
Die Zuordnung der Umsatzerlöse von externen Kunden erfolgt nach dem Standort der fakturierenden Einheit. Im Geschäftsjahr 2022 entfallen 11,2 % (Vorjahr: 8,3 %) beziehungsweise 253,9 Mio. Euro (Vorjahr: 154,5 Mio. Euro) der Konzernumsätze auf einen Kunden im Geschäftssegment Solutions.
31.12.2022
31.12.2021
Angaben in Tausend €
Deutschland
74.972
65%
82.590
66%
Österreich
8.397
7%
9.344
7%
Luxemburg
2.756
2%
2.202
2%
Übrige EU
16.540
14%
19.153
15%
Asien, Pazifischer Raum
11.137
10%
11.188
9%
Sonstige
1.873
2%
1.261
1%
Summe Anlagevermögen
115.675
100%
125.738
100%
Das Anlagevermögen wird dem Standort der betroffenen Vermögenswerte zugeordnet und umfasst Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich Nutzungsrechten aus Leasingverträgen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
9Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern erwirtschaftet überwiegend Erlöse aus der Übertragung von Dienstleistungen, für die eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt. Die Umsatzerlöse werden in den folgenden Segmenten und geografischen Regionen erzielt:
2022
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
785.356
175.783
188
961.327
Österreich
158.970
270.006
-
428.976
Übrige EU
244.238
18.791
-
263.029
Asien, Pazifischer Raum
488.525
-
-
488.525
Sonstige
117.170
-
-
117.170
Summe Umsatzerlöse
1.794.259
464.580
188
2.259.027
2021
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
671.947
154.745
1.109
827.801
Österreich
116.220
167.273
-
283.493
Übrige EU
228.108
13.451
-
241.559
Asien, Pazifischer Raum
406.541
-
-
406.541
Sonstige
92.442
-
-
92.442
Summe Umsatzerlöse
1.515.258
335.469
1.109
1.851.836
Umsatzerlöse mit Kunden resultieren im Segment Air + Ocean aus Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Im Geschäftsfeld Solutions resultieren die Umsatzerlöse aus individuellen Kunden- und Branchenlösungen im Fashion-, Retail- und Konsumgüterbereich, in der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten.
Der Konzern macht von dem praktischen Behelf des IFRS 15.121 bezüglich der Angabe des den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreises Gebrauch, da Logwin entweder i.d.R. einen Vergütungsanspruch besitzt, der direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits erbrachten Leistung für den Kunden entspricht, oder die noch ausstehende Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrages mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist.
10Aufwendungen nach Kostenarten
Angaben in Tausend €
2022
2021
Bezogene Leistungen
-1.811.352
-1.466.428
Materialkosten
-7.208
-5.330
Personalaufwendungen
-234.639
-205.880
Abschreibungen
-39.973
-39.192
Übrige Aufwendungen
-44.855
-34.122
Summe Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten
-2.138.027
-1.750.952
Bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Transportleistungen.
11Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Angaben in Tausend €
2022
2021
Fremdwährungskursgewinne
19.219
8.374
Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
454
288
Übrige Erträge
5.466
1.274
Sonstige betriebliche Erträge
25.139
9.936
In den übrigen Erträgen sind Zahlungen aus einem Insolvenzverfahren in Höhe von 3.877 TEUR enthalten.
Angaben in Tausend €
2022
2021
Fremdwährungskursverluste
-16.404
-8.076
Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
-311
-437
Übrige Aufwendungen
-90
-104
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-16.805
-8.617
Die Fremdwährungskursgewinne und -verluste spiegeln das Volumen von Geschäftstätigkeiten mit Fakturierung in fremder Währung wider. Die Erträge und Aufwendungen aus Fremdwährungskurseffekten stellen sich saldiert wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Fremdwährungskursgewinne
19.219
8.374
Fremdwährungskursverluste
-16.404
-8.076
Fremdwährungskurseffekte, saldiert
2.815
298
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
12Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Zusammenhang mit der geplanten Beendigung der Netzaktivität des Geschäftsfelds Solutions die betroffenen Nettovermögenswerte einem Werthaltigkeitstest auf Basis der Ermittlung eines beizulegenden Zeitwerts (Fair Value less cost of disposal) für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Netzwerk“ unterzogen. Hierfür wurde eine Barwertmethode unter Verwendung von Inputfaktoren der Stufe 3 der Bemessungshierarchie angewendet. Der Betrachtungshorizont entspricht der maximalen Laufzeit der Nutzungsrechte aus den betroffenen Leasingverträgen. Die Diskontierung erfolgte mit einem laufzeitspezifischen Abzinsungssatz von 8,5 %. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests waren Wertminderungen geleaster Immobilien sowie Mietereinbauten in Höhe von 4.727 TEUR, sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung von 105 TEUR und Maschinen und technischer Anlagen von 12 TEUR auf einen erzielbaren Betrag von -2.995 TEUR zu erfassen. Die Wertminderungen entfielen mit 3.000 TEUR auf das Segment Solutions und mit 1.844 TEUR auf das Segment Sonstige.
Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf IT-Systeme und Software aufgrund geänderter Nutzungserwartungen in Höhe von 3.290 TEUR (Vorjahr: 3.422 TEUR) im Segment Sonstige erfasst. Gegenläufig wurde im Segment Sonstige im Vorjahreszeitraum die Wertaufholung einer Logistikimmobilie im Zusammenhang mit ihrer Veräußerung in Höhe von 2.216 TEUR sowie von dazu gehörigen technischen Anlagen in Höhe von 81 TEUR vorgenommen.
13Wertminderung von Firmenwerten
Das gegenüber dem 31. Dezember 2021 deutlich gestiegene Zinsniveau stellte zum 30. Juni 2022 ein sogenanntes „triggering event“ für eine Werthaltigkeitsprüfung („Impairmenttest“) der auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte in Höhe von 11,7 Mio. Euro dar. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde ein erzielbarer Betrag von 30,9 Mio. Euro ermittelt, so dass die auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte wertzumindern waren. Der Wertminderungsaufwand des Berichtszeitraums beträgt 11,7 Mio. Euro. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 19 „Firmenwerte“ verwiesen.
14Zuwendungen der öffentlichen Hand
Bedingt durch die Covid-19 Pandemie wurden im Berichtsjahr 2022 Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 227 TEUR u.a. für Kurzarbeit erfolgswirksam vereinnahmt (Vorjahr: 2.200 TEUR). Des Weiteren wurden Investitionszuschüsse in Höhe von 54 TEUR erfolgswirksam vereinnahmt (Vorjahr: 0 TEUR). Es wird auf Anhangangabe 11 „Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen“ verwiesen.
15Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzte sich in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Finanzierungserträge
1.454
183
Bankzinsen
-345
-514
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
-2.054
-2.141
Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung von leistungsorientierten
Verpflichtungen und der Verzinsung des Planvermögens
-301
-132
Sonstige Zinsaufwendungen
-2.123
-256
Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen
-462
-321
Finanzierungsaufwendungen
-5.285
-3.364
Finanzergebnis
-3.831
-3.181
In den sonstigen Zinsaufwendungen sind periodenfremde Effekte enthalten.
16Ertragsteuern
Der Steueraufwand im Logwin Konzern setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Tatsächliche Ertragsteuern
-34.884
-22.944
Latente Ertragsteuern
4.204
-2.352
Summe Ertragsteuern
-30.680
-25.296
Überleitung des erwarteten Steueraufwands zu dem Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Ergebnis vor Ertragsteuern
104.625
88.806
Erwartete Ertragsteuern (Steuersatz 28,26 %; Vorjahr: 28,26 %)
-29.567
-25.097
Nicht steuerrelevante Wertminderung von Firmenwerten
-3.297
-2.530
Effekt aus abweichenden ausländischen Steuersätzen
4.591
3.979
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen
-3.475
-2.440
Steuereffekte aus Vorjahren
-834
-815
Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steueransprüche
3.610
1.713
Effekt aus der Veränderung von Steuersätzen
-1.302
-26
Sonstige Steuereffekte
-406
-80
Ausgewiesene Ertragsteuern
-30.680
-25.296
Der für das Jahr 2022 zugrunde gelegte gewichtete Steuersatz von 28,26 % (Vorjahr: 28,26 %) entspricht dem Steuersatz der Logwin AG.
Die Position „Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steuer-ansprüche“ enthält Effekte aus im Vorjahr nicht angesetzten latenten Steuern in Höhe von 5.832 TEUR (Vorjahr: 6.608 TEUR) und gegenläufige Effekte aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von -2.222 TEUR (Vorjahr: -4.973 TEUR). In der Logwin AG entstanden im Berichtsjahr zusätzliche zeitlich befristete abzugsfähige Aufwendungen aus der Abschreibung von Beteiligungsbuchwerten in Höhe von 18.700 TEUR (Vorjahr: 9.827 TEUR), welche die nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge in gleicher Höhe erhöht haben.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
17Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
Die Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten im Geschäftsjahr 2021 resultierten aus der Veräußerung einer Logistik-Immobilie des Segments „Sonstige“.
Angaben in Tausend €
2021
Erhaltenes Entgelt
8.100
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten und zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
8.100
Im Geschäftsjahr 2021 sind in diesem Zusammenhang Vermögenswerte in Form von Sachanlagen in Höhe von 8.100 TEUR abgegangen.
18Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Die folgenden Tabellen stellen die Entwicklung der im Finanzierungs-Cashflow enthaltenen Verbind-lichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Logwin Konzerns dar:
Angaben in Tausend €
Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
1. Januar 2022
135
79.515
Zahlungswirksam
1.027
-30.769
Zahlungsunwirksam:
Neue und verlängerte Leasing-Verhältnisse
-
34.561
Neubewertung
-
-2.215
Währungsdifferenzen
-52
-140
31. Dezember 2022
1.110
80.952
Angaben in Tausend €
Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
1. Januar 2021
66
90.832
Zahlungswirksam
67
-33.528
Zahlungsunwirksam:
Neue und verlängerte Leasing-Verhältnisse
-
24.124
Neubewertung
-
-2.444
Währungsdifferenzen
2
531
31. Dezember 2021
135
79.515
Die aus neuen und verlängerten Leasingverträgen resultierenden Anlagenzugänge in Höhe von 34.561 TEUR (Vorjahr: 24.124 TEUR) sind ebenso wie die zugehörigen Verbindlichkeiten nicht zahlungswirksam und damit nicht im Investitions-Cashflow enthalten.
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Erläuterungen zur Bilanz
19Firmenwerte
Zuordnung der Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
Als Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten des Logwin Konzerns werden die Geschäftsfelder herangezogen. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte werden den Geschäftsfeldern wie folgt zugeordnet:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Air + Ocean
45.701
45.701
Solutions
-
11.665
Firmenwerte
45.701
57.366
Angaben in Tausend €
Firmenwerte
Buchwert zum 1. Januar 2021
66.319
Wertminderung
-8.953
Buchwert zum 31. Dezember 2021
57.366
Anschaffungskosten
220.076
Kumulierte Wertminderungen
-162.710
Buchwert zum 1. Januar 2022
57.366
Wertminderung
-11.665
Buchwert zum 31. Dezember 2022
45.701
Anschaffungskosten
220.076
Kumulierte Wertminderungen
-174.375
Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte
Im Geschäftsjahr 2022 hat der Logwin Konzern die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte, wie im Vorjahr, zum 31. Dezember vorgenommen. Zum 30. Juni 2022 wurde aufgrund des gegenüber dem 31. Dezember 2021 deutlich gestiegenen Zinsniveaus eine anlassbezogene Werthaltigkeitsprüfung der auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte in Höhe von 11,7 Mio. Euro vorgenommen. Der risikolose Basiszinssatz erhöhte sich im ersten Halbjahr 2022 von 0,1 % auf 1,25 %, wobei der überwiegende Anteil der Steigerung auf das zweite Quartal entfiel. Es lag keine Indikation auf eine Wertminderung der auf das Geschäftsfeld Air + Ocean allokierten Firmenwerte vor.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurde der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts („Value in use“) unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, denen ein Finanzplan für einen Zeitraum von maximal fünf Jahren zugrunde liegt. Der Finanzplan basiert auf den Businessplänen der Geschäftsfelder.
Folgende Grundannahmen liegen der Bestimmung der Cashflow-Prognosen zugrunde:
Geplante Umsatzwachstumsraten: Zur Bestimmung der geplanten Umsatzwachstumsraten wurden die in der für das jeweilige Geschäftsfeld relevanten Branche erwarteten Wachstumsraten zugrunde gelegt. Dabei wurde von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen.
Geplante operative Gewinnmargen: Zur Bestimmung der geplanten operativen Gewinnmargen wurden die in den vorhergehenden Geschäftsjahren erzielten Gewinnmargen herangezogen, erhöht um die erwartete Effizienzsteigerung. Berücksichtigt wurde, dass die Ergebnisentwicklung auch von der kon-junkturellen Situation abhängig ist. Planabweichungen wurden analysiert und erforderlichenfalls in Form von Abschlägen auf die vorgelegten Business-Pläne berücksichtigt. Die Höhe erforderlicher Abschläge wird jeweils bei Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung neu festgelegt.
Anlassbezogene Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte des Geschäftsfelds Solutions zum 30. Juni 2022
Gegenüber dem zum Jahresende 2021 durchgeführten Werthaltigkeitstest hat sich der Abzinsungssatz nach Steuern auf 7,3 % erhöht (31. Dezember 2021: 5,9 %). Dies entspricht einem Abzinsungssatz vor Steuern von 9,4 % (31. Dezember 2021: 7,5 %). Als nachhaltige EBITA-Marge zur Ermittlung der ewigen Rente ergab sich aus der Anwendung der Planungsannahmen unverändert zum Vorjahresstichtag eine um Sondereffekte bereinigte durchschnittliche EBITA-Marge der Jahre 2021 (Ist) bis 2025 (Plan) in Höhe von 1,6 %. Es wurde ebenfalls unverändert eine Wachstumsrate von 0,75 % unterstellt.
Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde ein erzielbarer Betrag von 30,9 Mio. Euro ermittelt, so dass die auf das Geschäftsfeld Solutions allokierten Firmenwerte vollständig wertzumindern waren. Der daraus resultierende Wertminderungsaufwand beträgt 11.665 TEUR.
Planmäßige Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte zum 31. Dezember 2022
Der Businessplan des Geschäftsfelds Air + Ocean sieht für das letzte Planjahr eine EBITA-Marge von 3,7 % vor (Vorjahr: 3,7 %). Nach dem Detailplanungszeitraum wurde unverändert zum Vorjahr eine Wachstumsrate von 3,0 % berücksichtigt. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfelds wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 9,7 % diskontiert (Vorjahr: 6,3 %), der einem Zinssatz vor Steuern von 12,7 % (Vorjahr: 8,0 %) entspricht.
Der planmäßige Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2022 ergab keine Wertminderungen. Es führt keine für möglich gehaltene Änderung der wesentlichen Annahmen zu einer Wertminderung. Im Vorjahr war als Ergebnis des Werthaltigkeitstests zum 31. Dezember 2021 die Erfassung eines Wertminderungsaufwands für die Firmenwerte des Geschäftsfelds Solutions von 8.953 TEUR erforderlich.
20Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 50 TEUR (Vorjahr: 154 TEUR) in den Umsatzkosten enthalten. Ferner entfallen 4 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR) auf die Vertriebskosten und 2.920 TEUR (Vorjahr: 3.529 TEUR) auf die Verwaltungskosten. Im Anlagenbestand des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2022 keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte enthalten.
Angaben in Tausend €
Software, Konzessionen und andere Rechte
Anschaffungskosten
55.272
Kumulierte Abschreibungen
-32.794
Buchwert zum 1. Januar 2021
22.478
Währungsdifferenzen
-9
Zugänge
5.694
Abgänge
-75
Abschreibungen
-3.687
Wertminderungen
-3.422
Buchwert zum 31. Dezember 2021
20.979
Anschaffungskosten
59.805
Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen
-38.826
Buchwert zum 1. Januar 2022
20.979
Währungsdifferenzen
-1
Zugänge
769
Abgänge
-1
Abschreibungen
-2.974
Wertminderungen
-3.290
Buchwert zum 31. Dezember 2022
15.482
Anschaffungskosten
57.337
Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen
-41.855
Im Berichtsjahr wurde eine Wertminderung von 3.290 TEUR (Vorjahr: 3.422 TEUR) erfasst. Für weitere Informationen wird auf Anhangangabe 12 „Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“ verwiesen.
21Sachanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen sind in Höhe von 32.108 TEUR (Vorjahr: 30.951 TEUR) in den Umsatzkosten, 941 TEUR (Vorjahr: 871 TEUR) in den Vertriebskosten und 3.949 TEUR (Vorjahr: 3.683 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten.
Angaben in Tausend €
Grundstücke
und
Gebäude
Maschinen
und techni-
sche Anlagen
Betriebs-
und Geschäfts-
ausstattung
Fuhrpark
Anlagen
im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
182.340
38.181
44.450
28.979
851
294.801
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-94.387
-31.603
-35.292
-15.335
-
-176.617
Buchwert zum 1. Januar 2021
87.953
6.578
9.158
13.644
851
118.184
Währungsdifferenzen
526
6
94
13
-
639
Zugänge
20.913
435
2.858
4.792
1.064
30.062
Umbuchungen
244
159
176
250
-829
-
Abgänge
-9.844
-149
-450
-421
-54
-10.918
Abschreibungen
-24.837
-910
-3.881
-5.877
-
-35.505
Wertaufholungen
2.216
81
-
-
-
2.297
Buchwert zum 31. Dezember 2021
77.171
6.200
7.955
12.401
1.032
104.759
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
65.006
189
1.575
8.283
-
75.053
Anschaffungskosten
182.277
35.322
43.141
30.030
1.032
291.802
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-105.106
-29.122
-35.186
-17.629
-
-187.043
Buchwert zum 1. Januar 2022
77.171
6.200
7.955
12.401
1.032
104.759
Währungsdifferenzen
-83
-8
-1
-21
-
-113
Zugänge
32.090
470
2.880
3.388
1.438
40.266
Umbuchungen
618
179
30
2
-829
-
Abgänge
-1.855
-41
-152
-828
-
-2.876
Abschreibungen
-26.746
-818
-3.707
-5.728
-
-36.999
Wertminderungen
-4.727
-12
-105
-
-
-4.844
Buchwert zum 31. Dezember 2022
76.468
5.970
6.900
9.214
1.641
100.193
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
65.048
164
1.112
5.886
-
72.210
Anschaffungskosten
205.414
32.641
43.912
29.289
1.641
312.897
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-128.946
-26.671
-37.012
-20.075
-
-212.704
Zum 31. Dezember 2022 und 2021 waren keine Sachanlagen durch Grundpfandrechte oder Darlehen belastet.
Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen in Höhe von 4.844 TEUR vorgenommen. Im Vorjahr wurde eine Wertaufholung in Höhe von 2.297 TEUR erfasst. Hierzu wird auf Anhangangabe 12 „Wertminderung und Wertaufholung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“ verwiesen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
22Leasing
Der Logwin Konzern least wesentliche Teile der von ihm genutzten Logistik- und Büroimmobilien. Die Verträge für Logistikimmobilien haben im Regelfall eine Vertragslaufzeit von fünf bis zehn Jahren und die Büroimmobilien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von drei bis sechs Jahren. Zur Sicherstellung der operativen Flexibilität enthalten viele der Verträge Mietverlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns.
Für einige der Immobilien existieren Untermietverhältnisse, die als operative Leasingverhältnisse qualifiziert wurden.
Darüber hinaus werden wesentliche Teile des Fuhrparks des Logwin Konzerns geleast. Die Leasingverträge haben im Wesentlichen Laufzeiten von drei bis sechs Jahren und beinhalten teilweise Mietverlängerungs- oder Kaufoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns.
Die bilanzierten Nutzungsrechte sind in der Bilanz in den Sachanlagen zum 31. Dezember 2022 sowie 2021 wie folgt enthalten:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Grundstücke und Bauten
65.048
65.006
Technische Anlagen und Maschinen
164
189
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.112
1.575
Fuhrpark
5.886
8.283
Summe Nutzungsrechte
72.210
75.053
Zum 31. Dezember 2022 wurden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 80.952 TEUR (Vorjahr 79.515 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen.
Fälligkeitsanalyse
Mit den folgenden Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung der Leasingverbindlichkeiten ist in den kommenden Jahren zu rechnen:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Kleiner 1 Jahr
28.827
28.694
1 bis 5 Jahre
49.414
45.282
Größer 5 Jahre
9.610
7.823
Summe der undiskontierten Leasingzahlungen
87.851
81.799
Barwert der Leasingzahlungen
80.952
79.515
Der Barwert der Leasingzahlungen ist mit 26.598 TEUR (Vorjahr: 27.884 TEUR) in den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten und mit 54.354 TEUR (Vorjahr: 51.631 TEUR) in den langfristigen Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen.
Für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 ergab sich folgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Abschreibungen auf Nutzungsrechte:
Grundstücke und Bauten
-25.164
-23.425
Technische Anlagen und Maschinen
-70
-76
Betriebs- und Geschäftsausstattung
-697
-943
Fuhrpark
-4.710
-4.852
Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte
-30.641
-29.296
Wertminderungen auf Nutzungsrechte:
Grundstücke und Bauten
-4.438
-
Technische Anlagen und Maschinen
-12
-
Summe Wertminderungen auf Nutzungsrechte
-4.450
-
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
-2.054
-2.141
Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen
Leasingverhältnissen
-77
-62
Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
über geringwertige Vermögenswerte
-685
-644
Erträge aus Unterleasingverhältnissen
3.416
2.300
Aus nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverhältnissen haben sich im Geschäftsjahr und im Vorjahr die folgenden Zahlungsmittelabflüsse ergeben:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Tilgungen bilanzierter Leasingverpflichtungen
30.769
33.528
Zinszahlungen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen
2.054
2.141
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse
über geringwertige Vermögenswerte
762
706
Summe Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen
33.585
36.375
Aus Verlängerungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblieben sind, können sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 52.361 TEUR (Vorjahr: 45.713 TEUR) ergeben.
Aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit Immobilien, die der Logwin Konzern bereits eingegangen ist, die aber zum 31. Dezember 2022 noch nicht bilanziert wurden, ergeben sich ohne Berücksichtigung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wie im Vorjahr keine zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse.
23Vorräte
In den Vorräten sind überwiegend Verpackungsmaterial und Lademittel im Wert von 2.086 TEUR ausge-wiesen (Vorjahr: 1.411 TEUR). Es wurden keine Vorräte verpfändet.
Im Berichtsjahr wurde der Verbrauch von Vorräten in Höhe von 7.108 TEUR als Aufwand erfasst (Vorjahr: 5.330 TEUR).
Im Jahr 2022 wurden im Rahmen einer Überprüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens Wertaufholungen in Höhe von 223 TEUR erfolgswirksam erfasst. Im Jahr 2021 wurde kein Bedarf für Wertminderungen oder -aufholungen festgestellt.
24Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto
184.352
202.143
Abzüglich Wertberichtigungen aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-740
-960
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
183.612
201.183
Abzüglich Wertberichtigungen für in der Bonität beeinträchtigte Forderungen
-2.176
-1.127
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
181.436
200.056
Forderungen aus Factoring
50.952
61.340
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
inklusive Factoring
232.388
261.396
Der Konzern hat die folgenden Vertragsvermögenswerte erfasst:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Transportdienstleistungen
16.323
35.108
Erwartete Kreditverluste aus Vertragsvermögenswerten
aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-87
-186
Vertragsvermögenswerte, netto
16.236
34.922
Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 22.308 TEUR (Vorjahr: 37.549 TEUR) wurden mit aufgrund der vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf Gegenleistung saldiert.
Aus zum 31. Dezember 2021 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode Erlöse in Höhe von 37.549 TEUR realisiert (Vorjahr: 16.607 TEUR).
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021.
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beinträchtige
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
132.325
  0,04%
56
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
102.219
  0,55%
565
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
14.908
  1,37%
206
Nein
Verlustereignis
D
2.176
  100,00%
2.176
Ja
Summe
251.628
3.003
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beinträchtige
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
123.180
  0,04%
53
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
154.309
  0,50%
778
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
19.975
  1,57%
315
Nein
Verlustereignis
D
1.127
  100,00%
1.127
Ja
Summe
298.591
2.273
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität, für die ein Verlustereignis eingetreten ist, haben sich auf Basis des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit wie folgt entwickelt:
Angaben in Tausend €
2022
2021
1. Januar
-1.127
-1.709
Kursdifferenzen
35
-54
Zuführungen
-1.759
-525
Verbrauch
323
333
Auflösungen
352
828
31. Dezember
-2.176
-1.127
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens-werte mit nicht beeinträchtigter Bonität im Rahmen des vereinfachten Ansatzes gemäß IFRS 9 haben sich wie folgt entwickelt:
Angaben in Tausend €
2022
2021
1. Januar
-1.146
-681
Kursdifferenzen
82
-25
Zuführungen
-163
-507
Auflösungen
400
67
31. Dezember
-827
-1.146
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an die Factoring-Gesellschaft verkauft worden sind, waren zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 113,9 Mio. Euro (Vorjahr: 119,9 Mio. Euro) durch Kreditversicherungen besichert. Der Selbstbehalt der besicherten Forderungen beträgt grundsätzlich 10 % (Vorjahr: 10 %). Der Konzern hält darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten oder andere Kreditverbesserungen zur Deckung seiner Kreditrisiken im Zusammenhang mit seinen finanziellen Vermögenswerten.
25Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Vorsteuer-Erstattungsanspruch
6.368
4.384
Vorauszahlungen
22.201
35.202
Derivative Finanzinstrumente
3.325
3.826
Übrige Forderungen und Vermögenswerte
1.499
1.273
Summe sonstige Forderungen und Vermögenswerte
33.393
44.685
In den übrigen Forderungen und Vermögenswerten sind zum 31. Dezember 2022 Forderungen aus der Abrechnung von Lademitteln in Höhe von 1.106 TEUR (Vorjahr: 805 TEUR) enthalten.
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Wertminderungen sonstiger Forderungen und Vermögenswerte festgestellt. Mit Ausnahme vereinzelter operativ erforderlicher Hinterlegungen lagen keine Verpfändungen der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte vor.
26Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Zahlungsmittel
263.124
246.888
Zahlungsmitteläquivalente
100.654
1.125
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
363.778
248.013
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente mit einer Gesamtlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von bis zu drei Monaten. Die Zahlungsmitteläquivalente enthalten kurzfristige Ausleihungen an die AQTON SE in Höhe von 100,0 Mio. Euro. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 40 „Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen“ verwiesen.
Zum 31. Dezember 2022 beinhalten die Zahlungsmittel Bestände in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro), über die der Logwin Konzern aufgrund einer abwicklungstechnischen Vereinbarung erst nach ca. zwei Arbeitstagen verfügen konnte.
Zum 31. Dezember 2022 dienten Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 598 als Einlagen zur Hinterlegung von Bankgarantien und waren somit beschränkt verfügbare Mittel (Vorjahr: 609 TEUR).
27Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022
31.12.2021
Angaben in Tausend €
Latente
Steuer-ansprüche
Latente
Steuer-schulden
Latente
Steuer-ansprüche
Latente
Steuer-schulden
Immaterielle Vermögenswerte
5.244
62
7.758
-
Sachanlagen
196
15.496
166
16.031
Finanzanlagen
89
26
41
4
Kurzfristige Vermögenswerte
7.510
930
4.889
3.754
Rückstellungen
4.360
238
5.105
4.807
Verbindlichkeiten
16.180
5.816
20.264
5.679
Ertragsteuerliche Verlustvorträge
12.251
-
12.266
-
Wertberichtigungen
-5.001
-
-5.755
-
einbehaltene Gewinne in- und
ausländischer Tochterunternehmen
-
1.132
-
777
Saldierte Beträge
-21.807
-21.807
-24.727
-24.727
Summe latente Steuern
19.022
1.893
20.007
6.325
Die bilanzierten latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt verändert:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Latente Steuern, saldiert zum 1. Januar
13.682
18.229
Erfolgswirksame Veränderung
4.204
-2.352
Erfolgsneutrale Veränderung
-710
-2.251
Währungs- und sonstige Differenzen
-47
56
Latente Steuern, saldiert zum 31. Dezember
17.129
13.682
Die erfolgsneutrale Veränderung betrifft im Jahr 2022 ebenso wie im Vorjahr latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Hierin sind im Berichtsjahr Effekte aus der erfolgsneutralen Wertaufholung bzw. Wertminderung latenter Steueransprüche in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro) enthalten.
Im Berichtsjahr wurden auf temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 42,3 Mio. Euro (Vorjahr: 26,4 Mio. Euro) latente Steuerschulden in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) bilanziert. Für temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 17,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7,9 Mio. Euro) wurden zum 31. Dezember 2022 keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Steuereffekt auf diese Differenzen würde 1,4 Mio. Euro betragen (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro).
Saldierte latente Steueransprüche in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) wurden trotz steuer-licher Verluste im Berichtsjahr oder im Vorjahr aktiviert, da substanzielle Hinweise für ihren Ansatz auf-grund nicht wiederkehrender Einmaleffekte vorliegen. Der Ansatz erfolgte auf Basis der Planungsrechnung-en über das steuerliche Einkommen der entsprechenden Gesellschaften, da innerhalb der zukünftigen fünf Jahre mit nachhaltig positiven operativen Ergebnissen zu rechnen ist.
Für die nachfolgend aufgeführten temporären Differenzen und steuerlichen Verluste wurden keine latenten Steueransprüche erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verluste verwendet werden können.
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Steuerliche Verluste
408.075
397.778
Abzugsfähige temporäre Differenzen
6.794
11.346
Summe
414.869
409.124
Verlustvorträge werden, soweit eine Veranlagung der entsprechenden Steuern vorliegt, auf Basis dieser Veranlagung angegeben. Liegt noch keine Veranlagung vor, wird der errechnete bzw. der den Finanzbehörden gegenüber erklärte Wert herangezogen.
28Eigenkapital
Grundkapital und genehmigtes Kapital
Zum 31. Dezember 2022 waren insgesamt 2.884.395 (Vorjahr: 2.884.395) voll eingezahlte nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben. Hiervon befanden sich 2.879.215 Aktien im Umlauf (Vorjahr: 2.879.344). Zum 31. Dezember 2022 befanden sich 5.180 Stück im Bestand eigener Aktien der Logwin AG (Vorjahr: 5.051 Stück) und unterlagen damit dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am Grundkapital von 45,52 EUR (Vorjahr: 45,52 EUR). Darüber hinaus verfügt die Logwin AG zum 31. Dezember 2022 über ein genehmigtes Kapital von insgesamt 68.700 TEUR (Vorjahr: 68.700 TEUR), eingeteilt in weitere 1.509.105 neu auszugebende Aktien ohne Nennwert (Vorjahr: 1.509.105).
Ergebnisverwendung und Kapitalrücklage
Die Hauptversammlung der Logwin AG vom 8. April 2022 hat einen Verlust von 12.902 TEUR zum 31. Dezember 2021 festgestellt. Aus der Kapitalrücklage wurde auf Beschluss der Hauptversammlung eine Ausschüttung in Höhe von 17.275 TEUR (Vorjahr: 10.083 TEUR) vorgenommen. Dies entspricht einem Betrag von 6,00 Euro pro Aktie (Vorjahr: 3,50 Euro pro Aktie).
Ausschüttung
Die Ausschüttung für das Berichtsjahr 2022 muss von den Anteilseignern in der Hauptversammlung am 31. März 2023 beschlossen werden und wurde folglich in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit bilanziert.
Gewinnrücklagen
Nichtausschüttungsfähiger Bilanzgewinn
Gemäß Luxemburger Recht sind zumindest 5 % des Jahresüberschusses aus dem Einzelabschluss einer gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis diese Rücklage 10 % des gezeichneten Kapitals der Gesellschaft erreicht. Diese Rücklage ist zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 13.130 TEUR (Vorjahr: 13.130 TEUR) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Logwin Konzerns unter der Position „Gewinnrücklage“ enthalten. Diese gesetzliche Rücklage kann nicht als Dividende ausgeschüttet werden.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Form von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Ertrag aus Planvermögen, der nicht in den Zinserträgen erfasst wird, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und sind in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Diese Beträge werden in der Gewinnrücklage ausgewiesen und belaufen sich zum 31. Dezember 2022 kumuliert auf -8.085 TEUR (Vorjahr: -15.011 TEUR). Die Veränderung des Berichtsjahrs 2022 von 6.926 TEUR (Vorjahr: 520 TEUR) entfällt in vollem Umfang auf die Neubewertungen der Nettoschuld, vermindert um die darauf entfallenden latenten Steuern.
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Die Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bedingt durch die Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ergab sich zum 31. Dezember 2022 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -2.706 TEUR (Vorjahr: -3.625 TEUR). Die im Eigenkapital erfassten Beträge sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Eigene Aktien
Das vom Verwaltungsrat der Logwin AG am 17. März 2020 beschlossene Aktienrückkaufprogramm war bis zum 28. Februar 2022 befristet. Zum 31. Dezember 2022 befanden sich 5.180 Aktien (Vorjahr: 5.051) im Wert von 838 TEUR (Vorjahr: 800 TEUR) im Besitz der Gesellschaft. Eigene Aktien unterliegen dem Stimmrechts- und Dividendenausschluss.
29Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Logwin Konzern über Kreditlinien (ohne Avallinien) in Höhe von 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro), die zum Abschlussstichtag des Berichtsjahres in Höhe von 1,1 Mio. Euro in Anspruch genommen wurden (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Darüber hinaus stand dem Logwin Konzern zum Stichtag aus dem Factoring in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2022 sowie zum Vorjahresstichtag wurde die Factoringlinie nicht in Anspruch genommen.
Zum 31. Dezember 2022 bestanden sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 1.110 TEUR (Vorjahr: 135 TEUR).
Die Verzinsung der sonstigen kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgte variabel und entsprach daher dem jeweils aktuellen Marktniveau.
30Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Im Logwin Konzern bestehen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen.
Beitragsorientierte Versorgungspläne
Die beitragsorientierten Versorgungspläne des Konzerns führten im Geschäftsjahr 2022 zu Zahlungen von 780 TEUR (Vorjahr: 659 TEUR) an private Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus erfolgten Beitragszahlungen von 8.365 TEUR (Vorjahr: 8.464 TEUR) an gesetzliche Rentenversicherungsträger.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die leistungsorientierten Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus (kapitalgedeckten und nicht kapitalgedeckten) Pensionszusagen gegenüber Mitarbeitern vorwiegend deutscher Konzerngesellschaften. Im Logwin Konzern bestehen überwiegend Verpflichtungen aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Bei den zugesagten Leistungen handelt es sich größtenteils um lebenslang laufende Rentenzahlungen. Daneben existieren vor allem noch Ansprüche von in Österreich beschäftigten Mitarbeitern aus der gesetzlichen Abfertigung.
Charakteristisch für die leistungsorientierten Verpflichtungen ist, dass der Logwin Konzern die zugesagte Leistungshöhe gewährt und somit das Finanzierungs- und das Langlebigkeitsrisiko trägt. Soweit die Verpflichtungen teilweise oder vollständig kapitalgedeckt sind, tritt an die Stelle des Finanzierungsrisikos das allgemeine Marktrisiko. Da es sich bei dem im Logwin Konzern vorliegenden Planvermögen im Wesentlichen um Rückdeckungsversicherungen, Direktversicherungen sowie Unterstützungskassen handelt, deren Volatilität vergleichsweise gering ist, besteht diesbezüglich ein geringfügiges Risiko.
Die in der Bilanz angesetzte Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Barwert der Verpflichtung
24.763
33.330
Planvermögen
-1.742
-1.714
Nettoschuld (Finanzierungsstatus)
23.021
31.616
Die Entwicklung der Nettoschuld im laufenden Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Nettoschuld zum 1. Januar
31.616
35.485
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand
812
635
Beiträge inkl. Rentenzahlungen des Unternehmens
-1.659
-1.587
Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen
-7.636
-2.771
Planabgeltungen
-177
-131
Sonstige Veränderungen
65
-15
Nettoschuld am 31. Dezember
23.021
31.616
Die sonstigen Veränderungen umfassen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung der Nettoschuld.
Die Veränderung der Nettoschuld teilt sich wie folgt auf die Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung und des Planvermögens auf:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Barwert der Verpflichtung am 1. Januar
33.330
37.188
Laufender Dienstzeitaufwand
481
503
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
30
-
Zinsaufwand
316
139
Versicherungsmathematische Gewinne (-) /Verluste (+)
durch Änderung demographischer Annahmen
-23
8
durch Änderungen finanzieller Annahmen
-7.374
-2.085
durch erfahrungsbedingte Anpassungen
-217
-673
Geleistete Zahlungen aus Gesellschaftsvermögen
-1.613
-1.539
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-36
-102
Planabgeltungen
-177
-131
Sonstige Veränderungen
46
22
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember
24.763
33.330
Angaben in Tausend €
2022
2021
Planvermögen am 1. Januar
1.714
1.703
Zinserträge auf Planvermögen
15
7
Nicht in den Zinserträgen erfasste Erträge aus Planvermögen
22
21
Beiträge des Arbeitgebers
46
48
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-36
-102
Sonstige Veränderungen
-19
37
Planvermögen am 31. Dezember
1.742
1.714
Das Planvermögen setzt sich zum 31. Dezember 2022 aus Rückdeckungsversicherungen von 638 TEUR (Vorjahr: 668 TEUR), Unterstützungskassen von 352 TEUR (Vorjahr: 353 TEUR), Direktversicherungen von 266 TEUR (Vorjahr: 269 TEUR) sowie sonstigen Sicherungsformen von 486 TEUR (Vorjahr: 424 TEUR) zusammen. Die voraussichtlichen Beiträge zum Planvermögen belaufen sich im Folgejahr auf 48 TEUR.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungs-pläne erfasst:
Angaben in Tausend €
2022
2021
Dienstzeitaufwand
-511
-503
Nettozinsaufwand
-301
-132
Summe Pensionsaufwendungen
-812
-635
Von der Gesamtsumme der Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne im Jahr 2022 sind 444 TEUR (Vorjahr: 380 TEUR) in den Umsatzkosten, 43 TEUR (Vorjahr: 66 TEUR) in den Vertriebskosten und 24 TEUR (Vorjahr: 57 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Der Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung sowie aus der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 301 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR) wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Versicherungsmathematische Annahmen
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
31.12.2022
31.12.2021
Abzinsungssatz
  3,7%
  1,0%
Lohn- und Gehaltstrend
  2,5%
  2,5%
Rententrend
  2,2%
  1,9%
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland wie im Vorjahr die „Richttafeln 2018G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.
Die Lohn- und Gehaltstrends beinhalten sowohl eine Komponente für eine Inflationsanpassung als auch für karrierebedingte Gehaltssteigerungen und basieren wie auch die Fluktuationsraten auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft.
Die Rententrends entsprechen entweder den vertraglich festgelegten Garantierentenanpassungen oder basieren auf den gültigen Regelungen zur Rentenanpassung.
Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswirkungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung gehabt:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Abzinsungssatz
Um 0,5 Prozentpunkte höher
-1.103
-1.950
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
1.210
2.178
Lohn- und Gehaltstrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
107
166
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-101
-156
Rententrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
942
1.654
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-869
-1.509
Lebenserwartung
Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10%
727
1.237
Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen wurden nicht berücksichtigt. Für die Ermittlung der Sensitivitäten ist dieselbe Methode wie für die Ermittlung des Barwerts der leistungs-orientierten Pensionsverpflichtungen verwendet worden.
Zur Untersuchung der Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung gegenüber einer Veränderung der angenommenen Lebenserwartung wurden im Rahmen einer Vergleichsberechnung die angesetzten Sterbewahrscheinlichkeiten um 10 % abgesenkt; dies führt wie im Vorjahr zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von in etwa einem Jahr.
Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungs-orientierten Pensionsverpflichtung beträgt 10,72 Jahre (Vorjahr: 13,19 Jahre).
Nachfolgend wird das Fälligkeitsprofil der nicht diskontierten Auszahlungen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung dargestellt:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Zahlungen fällig innerhalb des nächsten Geschäftsjahres
1.727
1.867
Zahlungen fällig in zwei bis fünf Jahren
5.965
5.564
Zahlungen fällig in sechs bis zehn Jahren
6.467
6.639
Zahlungen fällig in elf bis 15 Jahren
5.899
5.992
Zahlungen fällig in 16 bis 20 Jahren
4.839
4.905
Zahlungen fällig in mehr als 20 Jahren
10.138
10.651
31Sonstige langfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Jubiläums-rückstellungen
1. Januar 2022
3.365
Zuführungen
373
Verbrauch
-142
Auflösung
-695
Kursdifferenzen
-14
31. Dezember 2022
2.887
Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellungen belief sich im Jahr 2022 auf 17 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR).
32Kurzfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Prozesse und
Rechts-
streitigkeiten
Drohende
Verluste
Gewähr-
leistungen
Übrige
Summe
kurzfristige
Rückstellun-
gen
1. Januar 2022
929
381
2.457
5.703
9.470
Zuführungen
577
76
1.236
2.536
4.425
Verbrauch
-184
-115
-575
-1.367
-2.241
Auflösung
-738
-67
-921
-582
-2.308
Kursdifferenzen
-8
-
-5
-28
-41
31. Dezember 2022
576
275
2.192
6.262
9.305
Die ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Rechtsstreitigkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2022 aus diversen Prozessrisiken zusammen.
Die Gewährleistungsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Fracht- und Haftpflicht-schäden aus der operativen Geschäftstätigkeit.
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen wurden unter anderem für diverse Vertrags- und Regressrisiken sowie ausstehende Rechnungen und Kundenboni gebildet.
33Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten ermitteln sich aus abgegrenzten Ertragsteueraufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 sowie für frühere Geschäftsjahre in Höhe von 33.509 TEUR (Vorjahr: 18.425 TEUR), abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen in Höhe von 24.868 TEUR (Vorjahr: 5.631 TEUR).
34Sonstige Verbindlichkeiten
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Personalbezogene Verbindlichkeiten:
Lohn- und Gehaltskosten
38.210
25.060
Sozialversicherungen
1.627
1.626
Urlaubsabgrenzung
3.734
3.424
Sonstige Steuern und Abgaben
7.825
5.684
Kundenvorauszahlungen
1.941
2.076
Derivative Finanzinstrumente
4.802
3.486
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten
7.769
6.706
Summe sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
65.908
48.062
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
18
1
Summe sonstige langfristige Verbindlichkeiten
18
1
Summe sonstige Verbindlichkeiten
65.926
48.063
In den sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sind zum 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten aus der Abrechnung von Lademitteln in Höhe von 765 TEUR (Vorjahr: 757 TEUR) enthalten.
Die Kundenvorauszahlungen stellen Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 dar. Weitere Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 22.308 TEUR wurden mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen saldiert (Vorjahr: 37.549 TEUR).
Die Restlaufzeiten der in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Restlaufzeit bis 1 Jahr
50.120
35.074
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
18
1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
50.138
35.075
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Sonstige Angaben
35Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
Die nachfolgenden Tabellen geben zusätzliche Informationen zu den im Logwin Konzern vorliegenden Finanzinstrumenten. Zum einen werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 aufgezeigt, zum anderen werden die Bilanzposten, die Finanzinstrumente enthalten, mit den entsprechenden bilanziellen Wertansätzen sowie ihrem Fair Value dargestellt.
Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2022
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
611.627
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
11.231
11.231
Finanzielle Vermögenswerte
622.858
11.231
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
339.438
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
4.802
4.802
Finanzielle Verbindlichkeiten
344.240
4.802
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2021
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
543.155
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
12.160
12.160
Finanzielle Vermögenswerte
555.315
12.160
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
354.980
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
3.486
3.486
Finanzielle Verbindlichkeiten
358.466
3.486
Buchwerte und Fair Values von Finanzinstrumenten nach Bilanzposten
Die folgende Übersicht leitet die vorhandenen Finanzinstrumente auf die entsprechenden Bilanzposten über und gibt den jeweiligen Bewertungsmaßstab, den Wertansatz sowie den Fair Value zum Bilanzstichtag wieder:
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2022
Wertansatz
nach IFRS 16
Fair Value
31.12.2022
Vermögenswerte
Finanzanlagen
FVTPL
680
-
680
fortgeführte AK
566
-
566
n.a.
441
-
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
1.007
-
FVTPL
7.226
-
7.226
fortgeführte AK
225.162
-
225.162
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Summe
232.388
-
232.388
Vertragsvermögenswerte
fortgeführte AK
16.236
-
16.236
fortgeführte AK
5.883
-
5.883
FVTPL
3.325
-
3.325
n.a.
24.185
-
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Summe
33.393
-
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
fortgeführte AK
363.778
-
363.778
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
54.354
54.354
-
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
fortgeführte AK
18
-
18
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
fortgeführte AK
292.992
-
292.992
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
26.598
26.598
-
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
fortgeführte AK
1.110
-
1.110
fortgeführte AK
45.318
-
45.318
FVTPL
4.802
-
4.802
n.a.
15.788
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
65.908
-
-
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2021
Wertansatz
nach IFRS
16
Fair Value
31.12.2021
Vermögenswerte
Finanzanlagen
FVTPL
781
-
781
fortgeführte AK
563
-
563
n.a.
281
-
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
844
-
FVTPL
7.553
-
7.553
fortgeführte AK
253.843
-
253.843
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Summe
261.396
-
261.396
Vertragsvermögenswerte
fortgeführte AK
34.922
-
34.922
fortgeführte AK
5.814
-
5.814
FVTPL
3.826
-
3.826
n.a.
35.045
-
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
Summe
44.685
-
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
fortgeführte AK
248.013
-
248.013
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
51.631
51.631
-
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
fortgeführte AK
1
-
1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
fortgeführte AK
323.257
-
323.257
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
27.884
27.884
-
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
fortgeführte AK
135
-
135
fortgeführte AK
31.587
-
31.587
FVTPL
3.486
-
3.486
n.a.
12.989
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
48.062
-
-
Die Fair Values der Finanzinstrumente wurden basierend auf folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:
Für börsennotierte Wertpapiere kann der Fair Value durch am Bilanzstichtag vorhandene Marktinformationen gemäß Stufe 1 ermittelt werden. Bei öffentlich gehandelten Finanzinstrumenten stellt der Kurswert am Stichtag den Fair Value des Instruments dar.
Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierarchie mit Hilfe von Bewertungsmethoden, wie z. B. der Barwertmethode, unter Verwendung von entspre-chenden Marktparametern, die direkt beobachtbar und tagesaktuell sind. Die Fair Values der Währungs-derivate wurden dabei unter Berücksichtigung der entsprechenden Spot Rate sowie der Zinskurven der jeweiligen Währung berechnet.
Die Ermittlung der Fair Values von nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten erfolgt grundsätzlich nach der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Die Bewertung erfolgt, da nicht genügend neue Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen bzw. es eine große Bandbreite von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt, entsprechend IFRS 9.B.5.2.3. zu Anschaffungskosten, die als die beste Schätzung des beizulegenden Zeitwertes angesehen werden.
Bei den sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen erfolgt die Bestimmung der Fair Values unter der Annahme, dass sich vereinbarte und marktübliche Zinssätze entsprechen. Folglich stimmen die Buchwerte annahmegemäß mit den Fair Values überein. Bei Finanzierungsverbindlichkeiten mit festen Zinssätzen werden die Fair Values mit Hilfe von Bewertungsmodellen berechnet. Die Inputfaktoren (Zinsen) basieren auf beobachtbaren Marktdaten.
Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet wurden, sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Logwin Konzerns, die mit dem Fair Value bilanziert wurden, entsprechend der Fair Value-Hierarchie.
31.Dezember 2022
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
506
-
174
680
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-
-
7.226
7.226
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
3.325
-
3.325
Summe
506
3.325
7.400
11.231
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
4.802
-
4.802
31.Dezember 2021
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
608
-
173
781
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-
-
7.553
7.553
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
3.826
-
3.826
Summe
608
3.826
7.726
12.160
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
3.486
-
3.486
Während des Berichtsjahres sowie des Vorjahres gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3.
Nettoergebnis von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2022
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
1.445
-
-1.080
365
Vermögenswerte zum FVTPL
1.282
152
-
1.434
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-3.040
-
-
-3.040
Verbindlichkeiten zum FVTPL
-728
158
-
-570
Summe
-1.041
310
-1.080
-1.811
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2021
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
170
-
-138
32
Vermögenswerte zum FVTPL
-2.380
-26
-
-2.406
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-930
-
-
-930
Verbindlichkeiten zum FVTPL
2.405
-141
-
2.264
Summe
-735
-167
-138
-1.040
Bezüglich der Zinserträge und -aufwendungen verweisen wir auf Anhangangabe 15 „Finanzergebnis“. Die Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung zum Fair Value betreffen im Wesentlichen die Bewertungen der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungsrisiken gehalten werden. Die Aufwendungen aus Wertminderungen umfassen Wertberichtigungen auf Forderungen.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen erfordert die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transport-equipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen. Ein anhaltend eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finan-zierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regel-mäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital-Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finan-zierungsquellen. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 37,7 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus dem Factoring ein vertraglich vereinbarter, im Geschäftsjahr nicht genutzter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 45,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 22 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften allgemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt und dem Logwin Konzern dadurch finanzielle Verluste entstehen. Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich das maximale Kreditrisiko des Konzerns ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten oder anderen Kreditverbesserungen aus den Buchwerten der jeweiligen bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, wie er in der Konzernbilanz angegeben ist. Für drohende Ausfallrisiken werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Anhangangabe 24 verwiesen. Demgegenüber sind Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, voll werthaltig.
Es bestehen im Wesentlichen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Den Kreditrisiken aus Kundenbeziehungen wird durch Bonitätsprüfungen und einer restriktiven Vergabe von Zahlungszielen begegnet. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegen gewirkt.
Um das Kreditrisiko zu minimieren, hat der Logwin Konzern Kreditrisikoeinstufungen entwickelt, um die Engagements nach ihrem Grad des Ausfallrisikos zu kategorisieren. Die Bonitätsinformationen werden von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt, soweit verfügbar, und, falls nicht verfügbar, verwendet der Logwin Konzern andere öffentlich zugängliche Finanzinformationen und intern verfügbare Informationen des Konzerns, um seine Großkunden und sonstigen Schuldner zu bewerten. Das Engagement des Konzerns und die Bonität der Gegenparteien werden kontinuierlich überwacht und der Gesamtwert der abgeschlossenen Geschäfte auf die zugelassenen Gegenparteien verteilt.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in ver-schiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesell-schaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Durch die Sicherungs-geschäfte des Logwin Konzerns im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und –verbindlich-keiten wird die Unsicherheit der zukünftigen Zahlungsströme aus abgesicherten Positionen hinsichtlich des Risikos von Wechselkursschwankungen vermindert. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/–10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2022 eine Auswirkung von –/+ 2,8 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: –/+ 1,2 Mio. Euro).
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungs-bezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau hat sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen im Berichtsjahr weltweit aufgrund umfangreicher geldpolitischer Maßnahmen deutlich erhöht. Verschiedene Einflussfaktoren können zu einer weiteren Erhöhung des Zinsniveaus führen. Erhöhte Zinssätze können ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen. Zum 31. Dezember 2022 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert.
Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führten im Geschäftsjahr 2022 weltweit zu kurzfristigen erheblichen Störungen der Logistikketten und hatten erneut tiefgreifende Auswirkungen auf die verschiedenen Aktivitäten der Transport- und Logistikbranche. Die Verschärfung der weltweiten Sanktionsregeln gegen Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns keine wesentlichen Auswirkungen.
Die öffentlichen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung und die aufkommenden Inflationssorgen führten auch im Geschäftsjahr 2022 zu einem andauernd veränderten Konsumverhalten und erschwerten die Planung für die Kunden und nachfolgend die Aktivitäten des eigenen Transportnetzwerks. Daher können notwendige Kapazitätsanpassungen und daraus resultierende Restrukturierungen des Transportnetzwerks die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße und über die getroffene Vorsorge hinaus belasten.
Die außerordentlich hohen Preissteigerungen insbesondere für Energie und Rohstoffe im Geschäftsjahr 2022 und voraussichtlich den Folgejahren in Verbindung mit deutlichen Zinssteigerungen führen zu einem erhöhten Kostenbewusstsein aller Marktteilnehmer. Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der Qualität der Dienstleistungen sowie durch Kosteneinsparungen sieht sich der Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen.
In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags- und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert.
Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass der rasche Wechsel von Kapazitätsengpässen zu einem deutlichen Angebotsüberhang, zu einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb um Kundengeschäfte und zu einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten Teilmarkt gegeben ist.
Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Im Folgejahr ist mit Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung von Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 1.110 TEUR (Vorjahr: 135 TEUR) zu rechnen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Stichtag vorhandene derivative finanzielle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten befindet sich in Anhangangabe 22.
Devisentermingeschäfte
Zum 31. Dezember 2022 bestanden im Logwin Konzern verschiedene Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts und zur Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung eingesetzt werden. Die Devisentermin-geschäfte haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.
Die folgende Tabelle bildet die wesentlichen Geschäfte ab:
31.12.2022
31.12.2021
Angaben in Tausend €
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften
Verkauf
AED
11.740
3.098
12.550
2.947
AUD
18.754
12.319
15.567
9.665
CNY
99.700
14.065
287.540
38.290
COP
-
-
1.300.000
281
CZK
1.700
70
31.300
1.210
GBP
3.900
4.514
16.110
18.892
HKD
208.400
26.389
120.900
13.419
HUF
510.000
1.200
695.000
1.901
MXN
85.545
3.926
-
-
PLN
3.150
665
22.600
4.876
RON
3.200
634
1.550
311
TRY
22.120
1.111
18.900
1.493
USD
32.200
30.832
35.420
30.973
ZAR
12.150
667
-
-
Summe
-
99.490
-
124.258
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften
Kauf
AED
21.500
5.661
17.550
4.144
AUD
17.813
11.523
8.672
5.466
CNY
213.080
30.410
456.170
61.090
CZK
16.800
692
33.300
1.312
GBP
4.850
5.607
9.840
11.501
HKD
422.850
52.790
308.150
34.309
HUF
1.030.000
2.476
970.000
2.669
MXN
28.000
1.313
-
-
RON
3.500
699
1.180
237
SGD
1.770
1.259
1.910
1.226
THB
4.100
112
12.000
319
TRY
30.200
1.522
22.400
1.864
TWD
17.000
538
17.000
551
USD
24.457
23.399
31.341
27.438
Summe
-
138.001
-
152.126
Die folgende Tabelle stellt die Marktwerte und Nominalvolumina der derivativen Finanzinstrumente gegenüber:
31.12.2022
31.12.2021
Аngaben in Tausend €
Nominal-
volumen
Marktwert
Nominal-
volumen
Marktwert
Vermögenswerte
Devisentermingeschäfte
102.757
3.325
125.488
3.826
Summe
102.757
3.325
125.488
3.826
Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte
134.733
4.802
150.895
3.486
Summe
134.733
4.802
150.895
3.486
Den Vermögenswerten stehen jeweils Verbindlichkeiten aus der Bewertung zugrundeliegender Finanzierungsgeschäfte gegenüber. Den Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften stehen jeweils Vermögenswerte aus der Bewertung zugrundeliegender interner Finanzierungsgeschäfte gegenüber.
Mit den Banken, über die derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, bestehen in den Rahmen-verträgen Nettingvereinbarungen, die aber grundsätzlich erst im Falle einer Insolvenz greifen. Insofern ist ein Nettoausweis für Zwecke der Bilanzierung unzulässig, da zum Stichtag nur eine theoretische Möglich-keit zur Aufrechnung besteht. Diese würde dazu führen, dass die ausgewiesenen Vermögenswerte in Höhe von 3.325 TEUR mit den ausgewiesenen Schulden von 4.802 TEUR verrechnet werden könnten. Im Vorjahr hätten die ausgewiesenen Schulden in Höhe von 3.441 TEUR mit den ausgewiesenen Vermögenswerten von 3.826 TEUR verrechnet werden können.
Kapitalmanagement
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements des Logwin Konzerns besteht in der Wahrung finanzieller Stabilität und der Erhaltung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Logwin AG. Auf negative Veränderungen der Kapitalstruktur kann soweit möglich durch Anpassungen des Eigenkapitals oder der Fremdkapitalausstattung, insbesondere durch die Inanspruchnahme von vorhandenen Kreditlinien und der Factoring-Linie, reagiert werden.
Mittel- und langfristige Finanzierungsentscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Kapitalstruktur des Logwin Konzerns geprüft. Darüber hinaus werden kurz- und mittelfristige Veränderungen der Kapitalstruktur durch die Analyse des Working Capital systematisch überwacht. Wesentlich sind dabei neben der Entwicklung der absoluten Größen die jeweiligen relativen Veränderungen sowie die Veränderungen zu relevanten Vergleichsgrößen wie den Umsatzerlösen.
Folgende Posten sind Teil des Kapitalmanagements:
Аngaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-80.952
-79.515
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
-1.110
-135
Bruttoverschuldung
-82.062
-79.650
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
363.778
248.013
Nettoliquidität
281.716
168.363
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
-292.992
-323.257
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
-78.118
-60.898
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
232.388
261.396
Vertragsvermögenswerte
16.236
34.922
Ertragsteuerforderungen/-verbindlichkeiten
-5.488
-10.932
Sonstige lang- und kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
34.400
45.529
Vorräte
2.086
1.411
Working Capital
-91.488
-51.829
Eigenkapital
346.392
282.485
36Finanzielle Verpflichtungen
Die folgende Tabelle zeigt alle nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen zu den Stichtagen 31. Dezember 2022 und 2021:
Аngaben in Tausend €
31.12.2022
31.12.2021
Fälligkeit innerhalb eines Jahres
20.569
13.617
Fälligkeit innerhalb 2 bis 5 Jahren
11.083
10.581
Fälligkeit in mehr als 5 Jahren
731
3.148
Summe
32.383
27.346
Die finanziellen Verpflichtungen bestehen im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen aus Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen.
37Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
Von den zum 31. Dezember 2022 im Konzern bestehenden Eventualverbindlichkeiten im Sinne von Bankgarantien und anderen Garantien, Patronatserklärungen und sonstigen Haftungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kann angenommen werden, dass keine wesentlichen Verpflichtungen entstehen werden.
Sofern erforderlich werden für einzelne Sachverhalte, die möglicherweise zu einer Inanspruchnahme führen können, Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen.
Konzernabschluss
Anhang zum Konzernabschluss
38Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers für das Berichtsjahr umfasste folgende Leistungen (ohne Auslagen):
Аngaben in Tausend €
Abschlussprüfer
luxemburgischer
Gesellschaft
Netzwerk des
Abschlussprüfers im
Ausland
2022
2021
2022
2021
Abschlussprüfung
190
147
669
681
Sonstige Leistungen
1
9
7
30
Gesamt
191
156
676
711
39Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
Die Bezüge der nicht-exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrats und der Mitglieder des Executive Committee enthalten sämtliche Bezüge von Konzerngesellschaften. Im fixen Anteil der laufenden Bezüge sind auch sonstige Vergütungsbestandteile enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden für Mitglieder des Managements Beiträge an einen beitragsorientierten Pensionsplan von 67 TEUR geleistet (Vorjahr: 72 TEUR).
Аngaben in Tausend €
2022
2021
Mitglieder des Executive Committee
2.355
2.385
davon fixer Anteil der laufenden Bezüge
1.129
1.287
davon variabler Anteil der laufenden Bezüge
1.226
1.098
Nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates (fixe Bezüge)
120
120
40Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
Unternehmen und Personen werden als nahe stehend betrachtet, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, oder eine Beteiligung an dem Unternehmen hält, die ihr einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen gibt, wenn eine der Parteien ein assoziiertes Unternehmen ist, oder wenn eine der Parteien ein Mitglied des Führungspersonals des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens ist.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Herr Stefan Quandt gilt als nahe stehende Person zur Logwin AG, da er Alleinaktionär der DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher ist, die mehrheitlich an der Logwin AG beteiligt ist. Er ist ferner alleiniger Gesellschafter der DELTON Health AG und der AQTON SE, beide Bad Homburg, sowie Aktionär und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, München. Er ist im Sinne von IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ eine nahe stehende Person zu diesen Unternehmen.
Der Logwin Konzern hat mit der DELTON Logistics S.à r.l. im Berichtsjahr Mieterlöse in Höhe von 8 TEUR erzielt (Vorjahr: 8 TEUR). Der Logwin Konzern hat von der DELTON Logistics S.à r.l. Dienstleistungen in Höhe von 63 TEUR (Vorjahr: 38 TEUR) bezogen. Darüber hinaus bestanden nachstehende Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit der DELTON Health AG, Bad Homburg v.d.H. und ihren Tochterunternehmen.
Аngaben in Tausend €
DELTON Health AG und
ihre Tochterunternehmen
2022
2021
Erbrachte Dienstleistungen
664
542
Bezogene Dienstleistungen
663
747
Forderungen zum 31. Dezember
35
-
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
213
136
Weiterhin hatte die Logwin AG mit der AQTON SE eine Rahmenvereinbarung für Geldhandelsgeschäfte abgeschlossen, die mit Wirkung zum 1. April 2022 aufgehoben wurde (31. Dezember 2022: 75,0 Mio. Euro). Die Rahmenvereinbarung über Geldhandelsgeschäfte wurde zum 1. April 2022 durch einen Darlehensvertrag mit Darlehensrahmen von bis 120,0 Mio. Euro ersetzt. Zum 31. Dezember 2022 bestanden kurzfristige Ausleihungen der Logwin AG an die AQTON SE in Höhe von 100,0 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. Euro). Im Berichtszeitraum sind im Zusammenhang mit diesen Vereinbarungen Aufwendungen für Verwahrentgelte in Höhe von 31 TEUR (Vorjahr: 81 TEUR) sowie Zinserträge in Höhe von 423 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) angefallen.
Der Logwin Konzern hat im Berichtsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 19.667 TEUR (Vorjahr: 19.450 TEUR) mit Unternehmen der BMW-Gruppe erzielt. Die Forderungen gegen die BMW-Gruppe belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.004 TEUR (Vorjahr: 3.362 TEUR).
Außerdem haben Unternehmen des Logwin Konzerns von der BMW-Gruppe Fahrzeuge vorwiegend im Wege des Leasings bezogen. Die hieraus vom Logwin Konzern in 2022 geleisteten Leasingzahlungen belaufen sich auf 768 TEUR (Vorjahr: 1.090 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe aus noch nicht gezahlten Leasingraten betragen zum 31. Dezember 2022 7 TEUR (Vorjahr: 65 TEUR).
Mit assoziierten und verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen:
Аngaben in Tausend €
Assoziierte und
verbundene, nicht
konsolidierte
Unternehmen
2022
2021
Erbrachte Dienstleistungen
2.468
759
Bezogene Dienstleistungen
527
488
Forderungen zum 31. Dezember
449
422
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
241
280
Darüber hinaus gibt es Geschäftsbeziehungen zwischen dem Logwin Konzern und Mitgliedern des Verwaltungsrats. Dem Logwin Konzern entstanden dadurch Aufwendungen in Höhe von 27 TEUR im Geschäftsjahr 2022 (Vorjahr: 43 TEUR).
Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen erfolgten ausnahmslos zu marktüblichen Konditionen unter Beachtung des „dealing at arm’s length“-Grundsatzes.
41Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zwischen dem 31. Dezember 2022 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 28. Februar 2023 sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
42Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die nachfolgende Tabelle enthält alle Gesellschaften des Logwin-Konzerns zum 31. Dezember 2022:
Durchgerechneter
Kapitalanteil
Solutions
Logwin Solutions Management GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Holding International GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions International Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Spedition GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Spain S.A., ES-Madrid
100,00%
LOGWIN Romania S.R.L, RO-Bukarest
100,00%
Logwin Portugal Unipessoal LDA, PT-Porto
100,00%
Logwin Solutions Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Logistik GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Air + Ocean
Logwin Air + Ocean International GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean UK Limited, GB-Uxbridge
100,00%
Logwin Air + Ocean Belgium N.V., BE-Antwerpen
100,00%
Logwin Air + Ocean Czech S.r.o., CZ-Prag
100,00%
Logwin Air + Ocean Hungary Kft., HU-Budapest
100,00%
Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., NL-1438 AX Oude Meer
100,00%
Logwin Poland Sp.z.o.o., PL-Piaseczno
100,00%
Logwin Air + Ocean Italy S.r.l., IT-Milano
51,00%
Logwin Air & Ocean Spain S.L., ES-Barcelona
100,00%
Logwin Air + Ocean Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Lojistik Hizmetleri ve Ticaret Limited Sirketi, TR-Istanbul
100,00%
Logwin Air + Ocean Slovakia s.r.o. SK-Bratislava
100,00%
Logwin Air + Ocean France S.A.S., FR-Villepinte
100,00%
Logwin Air and Ocean South Africa (Pty.) Ltd., ZA-Johannesburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Kenya Ltd., KE-Nairobi
60,00%
Logwin Air & Ocean Hong Kong Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Taiwan Ltd, TW-Taipeh
100,00%
Logwin Air + Ocean Philippines Inc., PH-Paranaque City
100,00%
Logwin Air & Ocean Korea Ltd., KR-Seoul
100,00%
Logwin Air + Ocean China Ltd., CN-Shanghai
100,00%
Logwin Air & Ocean Far East Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Singapore Pte. Ltd., SG-Singapore
100,00%
Logwin Air & Ocean Vietnam Company Limited , VN-Hochiminh City
100,00%
Logwin Air + Ocean Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
100,00%
Logwin Air + Ocean (Thailand) Ltd., TH-Bangkok
100,00%
P.T. Logwin Air & Ocean Indonesia, ID-Jakarta
90,00%
Logwin Air & Ocean India Pvt. Ltd., IN-Mumbai
100,00%
Logwin Air & Ocean Australia Pty. Ltd., AU-Alexandria
100,00%
Logwin Air + Ocean Mexico S.A. de C.V., MX-City
100,00%
Logwin Air + Ocean Colombia SAS, CO-Bogota
100,00%
Logwin Air + Ocean Brazil Logística e Despacho Ltda., BR-Sao Paulo
100,00%
Logwin Air + Ocean Chile S.p.A., CL-Santiago
100,00%
Logwin Air + Ocean Perú S.R.L. PE-Lima
100,00%
Logwin Air & Ocean Middle East LLC, AE-Dubai
60,00%
Sonstige
Logwin AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Holding Immo Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean Holding Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Road + Rail Austria GmbH i.L., AT-Salzburg
100,00%
Thiel AS Logistics AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Road + Rail Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Holding Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Finance GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Aschaffenburger Versicherungsmakler GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Nicht konsolidiert
Leadway Freight Ltd. HK-Hongkong n.o.
100,00%
Logwin Forwarding Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
49,00%
Supply Chain International Ltd., NZ-Auckland
33,00%
East West Freight Limited, HK-Hongkong
100,00%
Leadway Container Line Ltd., SG-Singapore
100,00%
Hellmann Beverage Logistics Inc, US-FL-Miami
50,00%
Transcontainer-Universal GmbH & Co. KG, DE-Bremen
0,80%
Beteiligungen der Logwin AG werden nicht konsolidiert, sofern die Gesellschaft keinen Geschäftsbetrieb aufweist oder kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt werden kann. Weiterhin erfolgt auch keine Konsolidierung nach der Equity Methode, falls die Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss sind.
Im Berichtsjahr 2022 beschäftigte der Logwin Konzern durchschnittlich 4.121 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.047).
Konzernabschluss
Erklärung des Verwaltungsrats | Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Erklärung des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzern-abschlusses und des Konzernlageberichts sowie für alle weiteren im Jahresfinanzbericht gegebenen Informationen.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Entsprechend den Vorschriften des Luxemburgischen Handelsgesetzbuches enthält der Konzernlage-bericht eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie darüber hinausgehende Erläuterungen.
Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss vorgeprüft und in einer Verwaltungsratssitzung zusammen mit Vertretern der Abschlussprüfer-Gesellschaft ausführlich besprochen.
Die Prüfung des Konzernabschlusses und Lageberichts für das Geschäftsjahr 2022 gab keinerlei Anlass zur Beanstandung. Durch Beschluss des Verwaltungsrats wurden der Konzernabschluss und der Konzern-lagebericht zur Veröffentlichung freigegeben.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht bedürfen entsprechend Luxemburger Recht der Genehmigung durch das Organ der Hauptversammlung.
Der Verwaltungsrat der Logwin AG
Grevenmacher (Luxemburg), den 28. Februar 2023
Konzernabschluss
Erklärung des Verwaltungsrats | Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
„Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Konzernberichterstattung der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprech-endes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“
Dr. Antonius WagnerSebastian Esser
(Vorsitzender des Verwaltungsrats)(Stellvertretender Vorsitzender
des Verwaltungsrats)
Bericht des Réviseur d’entreprises agréé
An die Aktionäre der
Logwin AG, Société Anonyme
5, an de Längten
L-6776 Grevenmacher
BERICHT DES RÉVISEUR D’ENTREPRISES AGRÉÉ
Bericht über die Konzernabschlussprüfung
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Logwin AG (die „Gesellschaft“) und deren Tochtergesellschaften (der “Konzern”), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, mit einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden, geprüft.
Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Konzernabschluss, in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Logwin AG zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsflüsse für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir führten unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz über die Prüfungstätigkeit („Gesetz vom 23. Juli 2016“) und nach den für Luxemburg von der „Commission de Surveillance du Secteur Financier“ („CSSF“) angenommenen internationalen Prüfungsstandards („ISA“) durch. Unsere Verantwortung gemäß der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und den ISA-Standards, wie sie in Luxemburg von der CSSF angenommen wurden, wird im Abschnitt „Verantwortung des „réviseur d’entreprises agréé“ für die Konzernabschlussprüfung“ weitergehend beschrieben. Wir sind auch unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit dem für Luxemburg von der CSSF angenommenen „International Code of Ethics for Professional Accountants, including International Independence Standards“, herausgegeben vom „International Ethics Standard Board for Accountants“ („IESBA Code“), zusammen mit den beruflichen Verhaltensanforderungen, welche wir im Rahmen der Konzernabschlussprüfung einzuhalten haben, und haben alle sonstigen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Verhaltensanforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßem Ermessen am bedeutsamsten in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung des Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
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Werthaltigkeit der Firmenwerte
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 7. Angaben zur Höhe der Firmenwerte finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 19.
a)Warum wurde dieser Sachverhalt als bedeutsam für die Prüfung angesehen
Die Firmenwerte betragen zum 31. Dezember 2022 EUR 45,7 Mio und repräsentieren damit 5,5 % der Bilanzsumme. Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird mindestens jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions überprüft. Dazu wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag des jeweiligen Geschäftsfelds verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem Nutzungswert, der mittels eines Bewertungsmodells auf Basis des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens ermittelt wird. Stichtag für die jährliche Werthaltigkeitsprüfung ist der 31. Dezember. Die Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der relevanten Geschäftsfelder für die nächsten fünf Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten, der verwendete Abzinsungssatz und die Aufteilung der Buchwerte auf die beiden Geschäftsfelder.
Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die Gesellschaft einen Wertminderungsbedarf für das Geschäftsfeld Solutions in Höhe von EUR 11,7 Mio. festgestellt.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die im Anhang beschriebenen Annahmen und Schätzungen, die der Bewertung zugrunde liegen, bei einer negativen Abweichung zu einer (weiteren) Unterdeckung der Buchwerte führen könnten.
b) Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und der Berechnungsmethode der Logwin AG beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit anderen intern verfügbaren Prognosen, z. B. für steuerliche Zwecke, und der genehmigten strategischen Unternehmensplanung vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen und der Marktkapitalisierung der Logwin AG beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.
Da sich bereits geringfügige Änderungen des Abzinsungssatzes in wesentlichem Umfang auf die Ergebnisse des Werthaltigkeitstests auswirken können, haben wir die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.
Bericht des Réviseur d’entreprises agréé
Ausgehend vom verwendeten Bewertungsmodell der Logwin AG haben wir die methodische Vorgehensweise und rechnerische Richtigkeit im Rahmen einer Kontrollrechnung untersucht. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsrate auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben.
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Firmenwerte sachgerecht sind. Dies umfasste auch die Beurteilung der Angemessenheit der Anhangangaben nach IAS 36.134(f) bei einer für möglich gehaltenen Änderung wesentlicher der Bewertung zugrunde liegender Annahmen.
Vollständige Erfassung und periodengerechte Abgrenzung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte und vollständige Erfassung und periodengerechte Abgrenzung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 7. Angaben zur Höhe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 24.
c)Warum wurde dieser Sachverhalt als bedeutsam für die Prüfung angesehen
Die Summe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten bzw. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen zum 31. Dezember 2022 EUR 248,6 Mio bzw. EUR 293,0 Mio. Diese stellen damit einen wesentlichen Anteil der Vermögenswerte und Schulden dar. Zum 31. Dezember 2022 werden Vertragsvermögenswerte in Höhe von EUR 16,2 Mio ausgewiesen. Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von EUR 22,3 Mio wurden mit aufgrund der vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf Gegenleistung saldiert.
Die vollständige Erfassung und die periodengerechte Abgrenzung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von Vertragsvermögenswerten, somit der Umsatzerlöse aus den Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt zeitraumbezogen. Dies erfordert Einschätzungen zu dem Leistungsstand von einzelnen Transporten. Diese Einschätzungen beruhen auf historischen Erfahrungswerten und geplanten Werten sowie auf vertraglichen Vereinbarungen und Absprachen. Die Erfassung und die periodengerechte Abgrenzung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der damit zusammenhängende Ansatz von Vertragsvermögenswerten hängt von diesen Einschätzungen und Annahmen des Unternehmens ab. Es besteht das Risiko, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fehlerhaft erfasst bzw. nicht periodengerecht abgegrenzt und die Vertragsvermögenswerte unrichtig ermittelt wurden.
Auch die vollständige Erfassung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen und die periodengerechte Abgrenzung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, somit der Umsatzkosten aus den Transportdienstleistungen, erfordert Einschätzungen zum Stand der Leistungserbringung der einzelnen Transporte sowie zu der Höhe der damit verbundenen, gegebenenfalls noch nicht abgerechneten Kosten. Diese Einschätzungen beruhen auf historischen Erfahrungswerten und geplanten Werten sowie auf vertraglichen Vereinbarungen und Absprachen. Die Ermittlung der vollständigen und periodengerechten Abgrenzung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hängt von Einschätzungen und Annahmen des Unternehmens ab. Es besteht das Risiko, dass die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nicht in ausreichender Höhe erfasst bzw. nicht periodengerecht abgegrenzt wurden.
d)
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e)Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Einschätzungen bezüglich der vollständigen Erfassung und der periodengerechten Abgrenzung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten und der periodengerechten Abgrenzung und vollständigen Erfassung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beurteilt. Dabei haben wir ausgewählte IT-Systeme und die in den Prozessen aus unserer Sicht als relevant identifizierten internen Kontrollen zur Erfassung, Abgrenzung und Vollständigkeit in Stichproben mittels Zufallsausfall überprüft.
Die Prüfungen der Kundengeschäfte erfolgten insbesondere auf Ebene der wesentlichen operativen Gesellschaften. Die zu prüfende Grundgesamtheit wurde mittels einer risikoorientierten Auswahl ermittelt. Unter Nutzung eines mathematisch statistischen Verfahrens wurden Kundengeschäften anhand iherer vertraglichen Grundlagen gewürdigt und die vorgenommenen Einschätzungen nachvollzogen. Für die wesentlichen operativen Gesellschaften haben wir zudem mittels eines mathematisch statistischen Verfahrens Saldenbestätigungen eingeholt.
Auf Konzernebene haben wir die Ermittlung der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung durch Nachrechnen des Leistungsstandes nachvollzogen und in Stichproben mittels Zufallsauswahl die zugrunde liegenden Sendungsdaten gewürdigt.
Die Prüfung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgte ebenfalls auf Ebene der wesentlichen operativen Gesellschaften. Für ausgewählte Gesellschaften haben wir Saldenbestätigungen eingeholt. Daneben haben wir die tatsächlichen Inanspruchnahmen der gebildeten Abgrenzungen des Vorjahres für ausstehenden Rechnungen im Geschäftsjahr gewürdigt. Weiterhin wurden die zum 31. Dezember gebildeten Abgrenzungen mittels einer bewussten Auswahl in Stichproben gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die vollständige Erfassung zum Stichtag geprüft, indem wir Stichproben mittels eines mathematisch statistischen Verfahrens zu den im Folgejahr gebuchten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gewürdigt haben.
Sonstige Informationen
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die sonstigen Informationen. Die sonstigen Informationen beinhalten die Informationen, welche im Konzernlagebericht, in der Corporate Governance-Erklärung und im Corporate Social Responsibility Bericht enthalten sind, jedoch beinhalten sie nicht den Konzernabschluss oder unseren Bericht des „réviseur d’entreprises agréé“ zu diesem Konzernabschluss.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschlusses deckt nicht die sonstigen Informationen ab und wir geben keinerlei Sicherheit jedweder Art auf diese Informationen.
Im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses besteht unsere Verantwortung darin, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu beurteilen, ob eine wesentliche Unstimmigkeit zwischen diesen und dem Konzernabschluss oder mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht oder auch ansonsten die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Sollten wir auf Basis der von uns durchgeführten Arbeiten schlussfolgern, dass sonstige Informationen wesentliche falsche Darstellungen enthalten, sind wir verpflichtet, diesen Sachverhalt zu berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Bericht des Réviseur d’entreprises agréé
Verantwortung des Verwaltungsrats und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und für die internen Kontrollen, die der Verwaltungsrat als notwendig erachtet, um die Aufstellung und Darstellung des Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen, beabsichtigten oder unbeabsichtigten, falschen Darstellungen ist.
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Erstellung (und die Auszeichnung) des Konzernabschlusses im Einklang mit den Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 2019/815 über das einheitliche europäische elektronische Format („ESEF-Verordnung“).
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Verwaltungsrat verantwortlich, für die Beurteilung der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit und, sofern einschlägig, Angaben zu Sachverhalten zu machen, die im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen, und die Annahme der Unternehmensfortführung als Rechnungslegungsgrundsatz zu nutzen, sofern nicht der Verwaltungsrat beabsichtigt die Gesellschaft zu liquidieren, die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine andere realistische Alternative mehr hat, als so zu handeln.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Konzernabschlusserstellungsprozesses.
Verantwortung des „réviseur d’entreprises agréé“ für die Konzernabschlussprüfung
Die Zielsetzung unserer Prüfung ist es eine hinreichende Sicherheit zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen, beabsichtigten oder unbeabsichtigten, falschen Darstellungen ist, und darüber einen Bericht des „réviseur d’entreprises agréé“, welcher unser Prüfungsurteil enthält, zu erteilen. Hinreichende Sicherheit entspricht einem hohen Grad an Sicherheit, ist aber keine Garantie dafür, dass eine Prüfung in Übereinstimmung mit der EUVerordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs stets eine wesentliche falsche Darstellung, falls vorhanden, aufdeckt. Falsche Darstellungen können entweder aus Unrichtigkeiten oder aus Verstößen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass diese individuell oder insgesamt, die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Unsere Verantwortung ist es zu beurteilen, ob der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ESEF-Verordnung erstellt wurde.
Im Rahmen einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs üben wir unser pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
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Identifizieren und beurteilen wir das Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen im Konzernabschluss aus Unrichtigkeiten oder Verstößen, planen und führen Prüfungshandlungen durch als Antwort auf diese Risiken und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Beurteilen wir die Angemessenheit der von dem Verwaltungsrat angewandten Bilanzierungsmethoden, der rechnungslegungsrelevanten Schätzungen und der entsprechenden Anhangsangaben.
Schlussfolgern wir über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch den Verwaltungsrat sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten. Sollten wir schlußfolgern, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bericht des „réviseur d’entreprises agréé“ auf die dazugehörigen Anhangsangaben zum Konzernabschluss hinzuweisen oder, falls die Angaben unangemessen sind, das Prüfungsurteil zu modifizieren. Diese Schlussfolgerungen basieren auf der Grundlage der bis zum Datum des Berichts des „réviseur d’entreprises agréé“ erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
Beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses, einschließlich der Anhangsangaben, und beurteilen ob dieser die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse sachgerecht darstellt.
Erlangen wir angemessene und ausreichende Prüfungsnachweise in Bezug auf die Finanzinformationen der Gesellschaften und der Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abgeben zu können. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir kommunizieren mit dem Prüfungsausschuss unter anderem den geplanten Prüfungsumfang und Zeitraum sowie wesentliche Prüfungsfeststellungen einschließlich wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem, welche wir im Rahmen der Prüfung identifizieren.
Wir haben gegenüber dem Prüfungsausschuss eine Erklärung abgegeben, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben und mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte erörtert haben, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken können, und, sofern einschlägig, die hierzu getroffenen Vorkehrungen zur Eindämmung bzw. Beseitigung von Gefährdungen oder angewandten Schutzmaßnahmen.
Von den Sachverhalten, die mit dem Prüfungsausschuss erörtert wurden, bestimmen wir diejenigen Sachverhalte, die für die Prüfung des Konzernabschlusses des aktuellen Berichtszeitraums am bedeutsamsten waren, als besonders wichtige Prüfungssachverhalte. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bericht, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Bericht des Réviseur d’entreprises agréé
Bericht über weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Verpflichtungen
Wir wurden als „réviseur d’entreprises agréé“ von der ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre am 8. April 2022 bestellt und die ununterbrochene Mandatsdauer, einschließlich vorheriger Verlängerungen und Wiederbestellungen, beträgt 8 Jahre.
Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurde in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.
Die Corporate Governance-Erklärung, welche auf der Internetseite des Konzerns (http://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/governance.html) veröffentlicht ist, ist in der Verantwortung des Verwaltungsrats. Die nach Artikel 68ter Paragraph (1), Buchstabe c) und d) des geänderten Gesetzes vom 19. Dezember 2002 bezüglich des Handels- und Gesellschaftsregisters, der Buchführung und des Jahresabschlusses von Unternehmen erforderlichen Informationen stehen im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurden in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.
Wir bestätigen, dass das Prüfungsurteil mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss oder dessen Pendant im Einklang steht.
Wir bestätigen, dass wir keine verbotene Nichtprüfungsleistungen für Abschlussprüfer gemäß der EU-Verordnung Nr. 537/2014 erbracht haben und dass wir unabhängig von dem Konzern bei der Durchführung unserer Prüfung geblieben sind.
Wir haben überprüft, ob der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 den einschlägigen gesetzlichen Anforderungen der ESEF-Verordnung genügt, d.h. ob die für Abschlüsse geltenden Bestimmungen der ESEF-Verordnung erfüllt sind.
Für den Konzern nehmen diese Bezug auf Folgendes:
Der Konzernabschluss wurde in einem gültigen xHTML-Format erstellt.
Alle XBRL bezogenen Auszeichnungen des Konzernabschlusses wurden unter Verwendung der in der ESEF-Verordnung vorgegebenen Basistaxonomie sowie der gemeinsamen Bestimmungen für Auszeichnungen erstellt.
Nach unserer Beurteilung wurde der Konzernabschluss der Logwin AG zum 31. Dezember 2022“ in allen wesentlichen Belangen im Einklang mit den Anforderungen der ESEF-Verordnung erstellt.
Unser Bericht bezieht sich ausschliesslich auf den Konzernabschluss der Logwin AG zum 31. Dezember 2022, der in allen wesentlichen Belangen im Einklang mit den Anforderungen der ESEF-Verordnung erstellt wurde, und welcher die einzige verbindliche Version dieses Konzernabschlusses darstellt.
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Luxemburg, den 28. Februar 2023
KPMG Audit S.à r.l.
Cabinet de révision agréé
Yves Thorn
Partner
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