„Pflanzliche Kosmetik braucht nachhaltige Logistik"
Für den französischen Kosmetikhersteller Yves Rocher ist die Natur ein unerschöpfliches Reservoir: In seinen Laboratorien forschen Spezialisten nach immer neuen leistungsstarken pflanzlichen Substanzen für hochwirksame Schönheits- und Pflegeprodukte. Die Logistikverantwortlichen von Yves Rocher suchten umweltschonende Lösungen für die Belieferung der Geschäfte – und wurden bei Logwin fündig.
Logwin Magazin: Wie definieren Sie nachhaltige Logistik?
Karin Jaumann-Krämer, Leitung Administration und Informatik
Shops Zentraleuropa bei Yves Rocher Deutschland: Wichtigster Aspekt für uns als Kosmetikhersteller ist hier das Thema Verpackung. Unsere Artikel müssen ja verschiedenen Ansprüchen gleichzeitig genügen: Flakons, Dosen oder Tuben sollen einerseits den Inhalt schützen, andererseits die Kunden aber auch ästhetisch ansprechen.
Ob Karton, Glas, Metall oder Kunststoff, das Produkt muss sich im Geschäft tipptopp präsentieren. Deshalb benötigen wir im Lager und beim Transport eine sichere Umverpackung, die vor Beschädigungen jeglicher Art schützt. Hier bietet Logwin ein absolut überzeugendes Konzept: mit einem Wertstoffkreislauf und Mehrwegboxen. Das würde auch gut zu unserer Strategie passen.

- Vor 50 Jahren begann die Erfolgsgeschichte
von Yves Rocher. Der französische
Hersteller von Pflanzenkosmetik bietet
inzwischen eine Pflegepalette mit rund
700 Kosmetikprodukten. Yves Rocher
ist in 88 Ländern weltweit auf fünf
Kontinenten vertreten. Von den insgesamt
1.600 Fachgeschäften sind rund 110 in
Deutschland, 18 in Österreich und 20 in der
Schweiz. Weltweit kaufen 30 Millionen
Kundinnen pro Jahr 300 Millionen Yves Rocher
Produkte.
Logwin Magazin: Wie funktioniert der Wertstoffkreislauf genau?
Karin Jaumann-Krämer: Bei jeder Lieferung nimmt Logwin Verpackungsmaterialien wie Papier, Kartonagen und Folien mit zurück und führt sie der Wiederverwertung zu. Das ist auch insofern wichtig, als dass wir in den Läden nur sehr begrenzt Lagerfläche haben – und die benötigen wir für den Warennachschub. Wenn wir im Laufe der weiteren Zusammenarbeit das Mehrwegkonzept umsetzen, wäre der Ablauf im Prinzip genauso: Bei der Anlieferung der vollen Behälter nimmt Logwin die leeren mit zurück. Der Vorteil dabei wäre, dass wir auf diese Weise Verpackungsmaterial drastisch reduzieren und natürliche Ressourcen schonen könnten.
Logwin Magazin: Gibt es weitere Umweltaspekte, die hier zu nennen
sind?
Ulrich Höptner, Direktor Fachgeschäfte Zentraleuropa bei Yves
Rocher: Beim Thema Umwelt denke ich vor allem an den Transport. Uns ist wichtig, dass unsere Produkte möglichst CO2-sparend an ihr Ziel kommen. Logwin erfüllt diese Erwartungen: Alle Routen werden so geplant, dass die Lieferfahrzeuge immer bestmöglich beladen sind und unnötige Mehrfachfahrten vermieden werden – das ist optimaler Umgang mit Kraftstoff.

- Spezialisten von Yves Rocher forschen
nach immer neuen leistungsstarken
pflanzlichen Substanzen für hochwirksame
Schönheits- und Pflegeprodukte.
Logwin Magazin: Was gab – neben dem Nachhaltigkeitsaspekt–
den Ausschlag für die Zusammenarbeit mit Logwin?
Ulrich Höptner: Zum einen der persönliche Kontakt – unseren Ansprechpartner Andreas Zinnkann kennen wir seit vielen Jahren. Er hat uns in unterschiedlichen Fragen immer gut beraten. Zum anderen wissen wir, dass Logwin auf umfangreiche Erfahrungen in der Handelslogistik zurückgreifen kann, die auch für unser Geschäft ausgesprochen wertvoll sind. Wie etwa im Fashion-Bereich liegen auch unsere Läden meist mitten in der Innenstadt, oft in Fußgängerzonen. Dennoch muss die Ware uhrzeitgenau angeliefert werden. Aber auch die Lieferung bis ins Regal, direkt an den Point of Sale, ist für uns hochinteressant.

- 110 Shops sind mit Yves Rocher
Produkten zu versorgen.
Logwin Magazin: Welche Leistungen nehmen Sie im Moment in Anspruch?
Karin Jaumann-Krämer: Zuerst haben wir in der Schweiz einen Testlauf gestartet, das war im dritten Quartal 2010. Beim Weihnachtsgeschäft lief alles wie am Schnürchen, wir waren niemals „out of stock“. Seit Januar dieses Jahres testen wir die Leistungen für Österreich. Logwin hat hier mit der Nachschubversorgung einer nur 20 Quadratmeter großen Filiale im ersten Wiener Bezirk sein Meisterstück präsentiert. Und im Juli startete die Testphase in Deutschland – sechs bis acht Wochen lang belieferte Logwin zunächst 20 Schönheitsfachgeschäfte. Der Echtbetrieb ist die mit Abstand größte Herausforderung: Dann sind pro Woche rund 110 Shops mit unseren Produkten zu versorgen.
Logwin Magazin: Die Verbindung zwischen Yves Rocher und Logwin ist ja noch sehr jung. Dennoch die Frage: Ist schon ein Ausbau der Zusammenarbeit geplant?
Karin Jaumann-Krämer: Das wäre in mancherlei Hinsicht sinnvoll, um Synergien zu nutzen. Zurzeit übergeben wir die Ware an Logwin beispielsweise schon vorkommissioniert. Es ist denkbar, dass wir langfristig auch das Warehousing und sämtliche Zusatzservices in Anspruch nehmen, da auch diese Leistungen zur Kernkompetenz von Logwin zählen. Dann gibt es noch viel Potenzial im Bereich Value Added Services. Die Lieferung an den Point of Sale ist erst der Anfang.

