„Respekt ist der Schlüssel zum Erfolg"
Aufgewachsen in Holland, Studium in Singapur und Frankreich, Karrierestart in China: Henk Westerhoek lebt international. Seit 2009 ist der 49-Jährige Country Director Central and Northern China bei Logwin. Er weiß: Sprachkenntnisse allein reichen nicht aus, um den Weg ins Reich der Mitte zu ebnen.
Logwin Magazin: Herr Westerhoek, Sie sprechen sechs Sprachen fließend, darunter auch zwei Chinesische. Was macht in Ihren Augen einen echten internationalen Geschäftsmann aus?
Henk Westerhoek: Abgesehen von den Fremdsprachenkenntnissen betrachte ich Respekt und Verständnis für andere Kulturen als die wichtigsten Aspekte. Sie erlauben es einem, Gelegenheiten wahrzunehmen und zum Vorteil der beteiligten Parteien optimal zu nutzen. Ich hatte im Lauf der Jahre die Möglichkeit, in einer Reihe verschiedener Länder zu leben, und ich habe mich bemüht, die jeweilige Sprache zu lernen. Dadurch kam ich den Leuten näher und diese Kontakte ermöglichten mir ein besseres Verständnis und eine tiefere Einsicht in die Kultur und Denkweise der Menschen. Ich bin daher der Meinung, dass eine echte internationale Business-Persönlichkeit die Fähigkeit haben muss, kulturelle und geographische Grenzen zu überwinden.
Logwin Magazin: Wie wichtig ist die Sprache für die Kenntnis der Menschen und der Mentalität? Kann jemand, der sich ausschließlich auf Englisch verständigen kann, Land und Leute wirklich kennenlernen?
Henk Westerhoek: Meiner Meinung nach ist die Sprache ein Werkzeug, das zum besseren Verständnis der Kultur des betreffenden Landes oder der Region beiträgt, die aber nicht in vollem Umfang garantiert, das Wesen eines Volkes zu verstehen – das kann man nur durch den regelmäßigen Kontakt über eine längere Zeit hinweg erreichen. In diesem Sinn, ja – die Sprache zu beherrschen bringt einem die Menschen näher, aber es garantiert noch lange nicht, dass man Land und Leute wirklich versteht. Ich habe viele Freunde, die kein Chinesisch sprechen und trotzdem im Lauf der Jahre durch ihr Interesse für die Geschichte, die Menschen und das Land selbst ein gutes Verständnis von China erworben haben. Andererseits kenne ich Leute, die fließend Chinesisch sprechen, aber mit den kulturellen Unterschieden nicht zurecht kommen. China nimmt Stück für Stück den ihm zustehenden Platz unter den wohlhabenden Nationen ein und ist inzwischen weltweit zur zweitgrößten Wirtschaftsnation avanciert. Wenn man bedenkt, dass dies in einem Zeitraum von 25 bis 30 Jahren passiert ist, kann man nur staunen und seinen Respekt zum Ausdruck bringen. Wir sollten uns also nicht vor China fürchten, sondern seine Entwicklung gutheißen und auf die guten Gelegenheiten und die Vorteile schauen, die dabei für uns herauskommen.


